Kalaydoskop

Angst im Dunkeln bei Kindern – wie reagieren?

Schlaf ist wichtig – vor allem für Kinder. Aber wie soll man einschlafen, wenn sich im Schrank ein Monster versteckt, unterm Bett eine Hexe lauert und kleine Gespenster unheimliche Geräusche machen? Wir geben Euch Tipps, wie Eure Kinder trotz ausgeprägter Fantasie in den Schlaf finden.

Schlaf ist wichtig

Viele Kinder leiden unter Einschlafproblemen, weil sie Angst vor Ungeheuern haben oder nachts aus Albträumen erwachen und nicht wieder einschlafen wollen. Häufig tauchen diese Ängste zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr auf, denn in diesem Alter sind Kinder zum einen besonders fantasievoll und zum anderen wird ihnen bewusst, dass es Menschen – und in ihrer Vorstellungskraft eben auch Monster etc. – gibt, die stärker sind als sie. In der Psychologie spricht man von „Vernichtungsangst“. Dabei ist ausreichend Schlaf gerade in diesem Alter extrem wichtig, denn nachts werden die Abwehrkräfte gestärkt, das Wachstumshormon ausgeschüttet und zudem das tagsüber Erlebte im Traum verarbeitet. Kinder, die nachts nicht zwischen zehn bis zwölf Stunden schlafen, leiden am nächsten Tag nicht nur unter Müdigkeit, sondern auch unter Konzentrations- und Leistungsschwäche. Deshalb ist es wichtig, den Kindern die Ängste zu nehmen und eine gute Schlafatmosphäre zu schaffen.

Schlafendes Mädchen
Ein seelenruhiger und angstfreier Schlaf ist essentiell für das gesundheitliche Wohlbefinden Eures Kindes. Bildquelle: © dagon_ | pixabay.com

Ursachen für Einschlafprobleme

Bevor Ihr den Monstern, Ungeheuern und Gespenstern den Kampf ansagt, solltet Ihr Euch fragen, warum Euer Kind plötzlich unter Einschlafproblemen leidet. Muss Euer Kind gerade viel verarbeiten oder fühlt es sich überfordert? Nicht selten führen ein Umzug, eine Trennung oder Leistungsdruck zur Einschlafstörungen. Fragt Euer Kind, ob es sich Sorgen macht, Streit hat oder traurig ist. Vielleicht könnt Ihr so gemeinsam die Ursache erforschen. Nicht selten ist neben Ängsten und Stress eine Reizüberflutung für die abendliche Unruhe verantwortlich. Schaut Euer Kind viel Fernsehen oder spielt Computerspiele? Gerade vor dem Schlafengehen sollten TV und PC mindestens eine Stunde vorher ausgeschaltet werden, damit das Gehirn zur Ruhe kommen kann. Achtet außerdem darauf, dass Euer Kind nur Fernsehsendungen sieht, die seinem Alter entsprechen – und auch das natürlich in Maßen. Unheimliche Bilder brennen sich schnell ins Gedächtnis ein und können so für Albträume und Ängste sorgen. Gerade bei Kindergartenkindern sollten Erwachsene beim Fernsehgucken immer anwesend sein, damit die Kinder das Gesehene sofort besprechen und somit verarbeiten können – und vor allem auch, damit der Fernseher ausgeschaltet wird, wenn es doch zu spannend wird.

Ängste ernst nehmen

Wenn ein Kind im Fernsehen ein Monster gesehen hat, ihm ein Buch über Gespenster vorgelesen wurde oder der beste Freund im Kindergarten erzählt hat, dass es echte Ungeheuer gibt, dann passiert es nicht selten, dass das Kind abends plötzlich Angst hat, diese unheimlichen Fantasiegestalten könnten sich auch ins eigene Kinderzimmer geschlichen haben. Die Vorstellungskraft von Kindern ist häufig viel ausgeprägter als unsere eigene, deshalb ist es wichtig, diese Ängste ernst zu nehmen. Der Satz „Es gibt keine Monster“ ist keine große Hilfe für die Kleinen, denn für sie sind ihre Fantasiegestalten oftmals Realität und die Angst wird sich durch solche Floskeln nicht verscheuchen lassen – eher noch wird das Kind das Gefühl bekommen, mit der Furcht alleine zu sein. Sprecht deshalb mit Eurem Kind über seine Ängste, lasst Euch beschreiben, wie genau die Monster aussehen und was sie „Schreckliches“ tun könnten. Lasst Euch auf die Fantasie Eures Kindes ein und überlegt gemeinsam, womit man die Monster verscheuchen könnte. Vielleicht haben Monster ja Angst vor Helligkeit? Ist es die Dunkelheit an sich, die Euer Kind verängstigt, kann ein Nachtlicht schnell Abhilfe schaffen – Angst und Unbehagen sind oft schnell bekämpft. Auch könnt ihr nachts leichter nach Euren Kindern schauen, ohne dass sie aufwachen. Oder hilft vielleicht ein Zauberspruch? Oder eine ganze Armee aus Kuscheltieren, die sich ums Bett herum aufstellen? Eventuell hält sie auch ein „Monster verboten“-Schild an der Kinderzimmertür ab. Wenn Ihr gläubig seid, könntet Ihr Eurem Kind einen kleinen Schutzengel ans Bett stellen. Vielen nutzt es auch, wenn man vorm Einschlafen noch einmal gemeinsam in alle Schränke und unters Bett schaut und sich so vergewissert, dass sich kein Ungeheuer, Gespenst und Co. im Kinderzimmer befindet. Es gibt viele Möglichkeiten – überlegt Euch gemeinsam, wie Ihr die Fantasiewesen besiegen könnt, damit Euer Kind sich sicher fühlt und beruhigt einschlafen kann.

Angst nach Albträumen

Kinder, die viel erlebt haben und somit auch viel verarbeiten müssen, schrecken nachts häufig ängstlich aus Albträumen auf. Oftmals können sie sich noch ganz genau an das Geträumte erinnern und fürchten sich davor, die Augen wieder zu schließen. Macht ihnen klar, dass sie nur schlecht geträumt haben. Zusätzlich hilft es den Kindern, wenn man sich mit dem Traum beschäftigt. Lasst Euch den Traum erzählen und überlegt gemeinsam, wie der Traum weitergehen könnte – natürlich mit einem positiven Ausgang. Hat der Traum die Kinder besonders erschreckt, verfolgt er sie häufig mehrere Tage lang. Psychologen raten dann dazu, das Geträumte aufmalen zu lassen, damit es für die Kinder greifbarer und weniger unheimlich wird.

Eine ruhige Schlafatmosphäre schaffen

In den meisten Fällen legt sich die Angst vor Monstern, Hexen und Konsorten mit der Zeit von ganz alleine. Ihr könnt Euren Kindern das Einschlafen mit einer angenehmen, beruhigenden Schlafatmosphäre aber zusätzlich erleichtern. Ein abendliches Schlafritual, beispielsweise das Vorlesen einer Geschichte oder das gemeinsame Revue passieren lassen des Tages, gibt den Kindern Geborgenheit. Verzichtet auf hitzige Diskussionen, Fernsehsendungen oder gar PC-Spiele. Für Kinder, die sich in der Dunkelheit fürchten, ist es eine enorme Erleichterung, wenn die Kinderzimmertür einen Spalt offen bleibt und das Einschlafen von der abendlichen Geräuschkulisse der Eltern begleitet wird. Allgemein gilt: Wer müde ist, schläft auch schneller ein. Wer den ganzen Tag nur in der Schule, am Schreibtisch und danach vorm Fernseher saß, ist unausgeglichen und findet abends nur schwer in den Schlaf. Wer sich tagsüber hingegen ausreichend körperlich betätigt hat und viel an der frischen Luft war, hat in der Regel wesentlich weniger Einschlafprobleme. Und eines ist natürlich auch klar: Wer körperlich fit ist, gegen den haben Monster und Ungeheuer keine Chance …

Mädchen spielt an der frischen Luft
Eine ausreichende körperliche Aktivität an der frischen Luft ist wichtig, um Einschlafprobleme zu verhindern oder zu beheben. Bildquelle: © jyliagorbacheva | pixabay.com

Haben Eure Kinder nicht nur Angst im Dunkeln, sondern leiden auch unter Stress? Nicht selten führen stressige Situationen zu Einschlafproblemen bei Euren Kleinen. In einem weiteren Blogbeitrag zum Thema Stress bei Kindern erklären wir Euch, warum sich Kinder überfordert fühlen, welche Folgen Stress hat und wie Ihr als Eltern frühzeitig entgegenwirken könnt.

Kommentare1 Kommentar

  1. Ich denke es geht halt auch immer um erlebtes und Dinge, die Kinder nicht einordnen können. Für Erwachsene kann sicherlich eine online Beratung gegen Alpträume Sinn machen, da man so vielleicht auf Erlebnisse stösst, die man nicht richtig verarbeitet hat. Ich bin immer noch dafür, für seine Kinder da zu sein, weil ich denke dass sie die Sicherheit spüren können.

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