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Aquaristik-Ratgeber – Fische im Aquarium halten

Ein Heim für die Lieblingshaustiere, dekorativer Einrichtungsgegenstand oder kleines Kunstwerk, ein Aquarium kann vieles sein und ist meist alles davon gleichzeitig. Die beliebtesten Aquarientiere sind – nicht erst seit den Filmen „Findet Nemo“ und „Findet Dori“ – Zierfische. Wie Ihr Süß- und Salzwasserfische im Heimaquarium haltet, welche Fische am besten zusammenpassen und was die kleinen Wasserlebewesen am liebsten fressen, erfahrt Ihr in unserem großen Fischratgeber für Aquaristen und alle, die es werden wollen.

Was sind Zierfische?

Alle Fischarten, die wegen ihrer bunten Farben oder ansprechenden Erscheinung in Aquarien und Teichen gehalten werden, sind Zierfische. Dabei ist ganz gleich, ob die Fische in dieser Erscheinungsform auch in der freien Natur vorkommen oder durch Zucht ein farbenfrohes Äußeres zeigen.

Was ist ein Süßwasserfisch?

Fische, die in nicht-salzigen Gewässern wie Seen, Flüssen, Teichen oder Bächen leben, sind Süßwasserfische. Etwa die Hälfte der Fische auf diesem Planeten leben im Süßwasser.

Welche Süßwasser-Aquarienfische passen zusammen?

Zwar schaffen Aquaristen für ihre Haustiere eine künstliche Umgebung, doch auch hier gelten die gleichen Regeln dafür, welche Fische am besten gemeinsam in Gesellschaft leben. Sehr gut zueinander passen Tiere mit vergleichbaren Ansprüchen an Wasserqualität, Temperatur und Futter. Geeignet für die Gruppenhaltung sind zum Beispiel Arten, die auch in der Natur in ähnlichen Lebensräumen vorkommen.
Diese Faktoren solltet Ihr bei vergesellschafteten Arten im Aquarium berücksichtigen:

  • Wassertemperatur
  • Platzangebot
  • Wasserverhältnisse
  • Revierverhalten
  • Mindestzahl bei Schwarmfischen
  • Futterangebot für jede Fischart
  • Wasserpflanzen und Aquarieneinrichtung angepasst auf jede Art

Zudem solltet Ihr Zierfische mit einem großen Toleranzbereich bei den Lebensbedingungen wählen, um die Anpassung leichter zu machen. Die Fische sollten außerdem keine Fraßfeinde sein, es kann trotzdem passieren, dass einige Exemplare Jungtiere der anderen Gruppe jagen. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn die größeren Fischarten keine Raubfische, sondern beispielsweise Pflanzenfresser sind.
Fortgeschrittene Aquaristen stellen aus Wasserbewohnern und Pflanzen ein funktionierendes Ökosystem zusammen, bei dem sich alle Lebewesen ergänzen und dazu beitragen, das System stabil zu halten.

Welche Aquarienfische sind pflegeleicht?

Die Lebensumgebung Wasser ist ein empfindliches Ökosystem, das in der freien Natur stark von der Klimazone, Strömungen, Zuflüssen, Umweltverschmutzungen sowie dort angesiedelten Wasserlebewesen und Pflanzen beeinflusst wird. Fische sind deshalb stark spezialisierte Tiere mit eng gesteckten Bedürfnissen, die auch im Aquarium gedeckt werden müssen. Besonders pflegeleicht sind Arten, die in ihrer natürlichen Umgebung mit schwankenden Bedingungen, schlechten Wasserqualitäten oder wenig Sauerstoff klarkommen müssen oder Voraussetzungen mögen, die geringe Aufmerksamkeit verlangen. Beliebt als pflegeleichte Fische sind beispielsweise Mollys oder Platys.
Kein Fisch, aber auch im Süßwasser beheimatet, ist der Axolotl. In unserem Beitrag Axolotl als Haustiere – die richtige Haltung im Aquarium geben wir Euch alle wichtigen Informationen und Tipps für die Axolotl-Haltung.

Molly
Mollys sind sehr pflegeleichte Fische. Bildquelle: © ivabalk | pixabay.com

Welche Süßwasser-Aquarienfische eignen sich für Anfänger?

Fische sind empfindliche Lebewesen mit sehr spezifischen Ansprüchen an ihre Umgebung. In einem begrenzten Umfeld wie einem Aquarium ist es zwar leicht, perfekte Bedingungen herzustellen, doch kleine Fehler können genauso schnell dazu führen, dass etwas schiefgeht. Als Haustier für Aquarien-Einsteiger sind daher vor allem Arten und Züchtungen geeignet, die auch in der Natur mit schwankenden Bedingungen klarkommen, widerstandsfähig sind und kleine Unregelmäßigkeiten aus Unerfahrenheit auch mal verzeihen.
Trotzdem soll das Aquarium natürlich interessant sein, die Beobachtung der Fische soll Spaß machen und nicht zuletzt zählt für viele auch die Optik der Tiere.

  • Siamesische Kampffische kommen mit Temperaturschwankungen und Sauerstoffmangel klar, brauchen wenig Platz und leben am liebsten als Paar.
  • Der Zwergregenbogenfisch ist ein kleiner, unkomplizierter Vertreter der Regenbogenfische und aus dieser Gruppe am besten für Einsteiger geeignet.
  • Karpfenartige wie Barben und Goldfische gibt es in vielen farbenfrohen Züchtungen, dabei sind die Süßwasserfische genügsam und anfängergeeignet.
  • Bei den Barschartigen gibt es mit dem Schmetterlingsbuntbarsch, Blauen Fadenfisch, dem Paradiesfisch sowie weiteren Arten eine größere Auswahl an Anfänger-Fischen.
  • Zahnkärpflinge wie Molly, Guppy und Platy sind sehr beliebte, günstige Aquarienfische für Einsteiger, die auch mal kleine Fehler verzeihen.

Ungeeignet für Anfänger ist Meerwasser-Aquaristik.

Welche Aquarienfische legen Eier?

Die meisten Fischarten auf der Welt legen Eier, ein Paar bringen ihre Jungtiere auch lebend zur Welt, dazu gehören in der Aquaristik vor allem einige Arten aus der Gruppe der Zahnkarpfen. Besonders viele Nachkommen produzieren darunter die Guppys, Platys und Mollys, was schnell zur Überfüllung im Aquarium führen kann. Denkt daher über Geschlechtertrennung nach, wenn Ihr diese Arten haltet.
Die weiter verbreiteten Eier legenden Zierfische sind beispielsweise Barben, Welse, Barschartige oder Ährenfischartige. Besonders produktiv in Sachen Nachwuchs sind hier die Antennenwelse, die mit bis zu 80 Eiern pro Wurf ebenfalls schnell zu Überbevölkerung im Becken beitragen. Mit einer Größe von 13 bis 15 Zentimetern beim ausgewachsenen Fisch wird Euer Aquarium dann schnell tierunfreundlich. Haltet daher am besten nur einen Antennenwels pro Aquarium.

Guppy
Guppys produzieren besonders viele Nachkommen. Bildquelle: © basuka | pixabay.com

Welches Futter brauchen Fische und wie oft?

Fisch ist nicht gleich Fisch. Das merkt Ihr spätestens bei der Fütterung, denn die verschiedenen Arten haben natürlich auch unterschiedliche Vorlieben, was ihr Futter angeht. Grundsätzlich unterscheiden sich zunächst Pflanzenfresser (Friedfische) wie Welse, lebend gebärende Zahnkarpfen oder Buntbarsche und die fleischfressenden Raubfische.

  • Fischfutter gibt es als Fertigmischungen in Form von Flocken, Sticks, Granulat oder Tabletten je nach Darreichungsform und Zusammensetzung sind diese Vollfutter für verschiedene Arten geeignet.
  • Futtersticks und Flocken schwimmen auf der Wasseroberfläche und sind deshalb super für Fische, die sich gerne in den oberen Wasserschichten aufhalten. Nicht geeignet sind sie, um Bodenbewohner zu füttern.
  • Futtergranulat schwebt in den mittleren Beckenebenen und bietet sich daher für Bewohner dieser Schichten an.
  • Futtertabletten sind ideal für am Boden lebende Arten, Ihr könnt sie an der gewünschten Stelle direkt an die Aquarienscheibe kleben.
  • Naturfutter (als Gelee, Frostfutter oder gefriergetrocknetes Futter) ist ein hervorragendes Ergänzungsfuttermittel für Zierfische und rundet die ausgewogene Ernährung ab.
    In den meisten Fällen reicht es, einmal pro Tag zu füttern. Viele Aquaristen lassen die Fische sogar einen bis zwei Tage in der Woche fasten, was sich gut auf die Wasserqualität auswirkt. Jede Fütterung beeinflusst nämlich das empfindliche Gleichgewicht im Becken. Etwas mehr Futter brauchen nur Jungfische oder ältere Fische, die Ihr zur Fortpflanzung anregen wollt.

Wie lange kommen Fische ohne Futter aus?

Je nach Art, Belegung des Aquariums und Größe des Beckens kommen Zierfische einige Tage und bis zu drei Wochen ohne frisches Futter aus. Für Zeiträume, die länger als ein paar Tage dauern, gibt es Lebendfutter sowie Futtersteine, die sich langsamer auflösen und so einen größeren Futtervorrat bieten.

Wie lange leben Aquarienfische?

Wie auch in der freien Natur hängt die Lebenserwartung eines Fischs von der Art und den Lebensbedingungen ab. Gängige Zierfische werden zwischen einem und 20 Jahren alt. Die ältesten Vertreter sind dabei mit bis zu 40 Jahren die Koi-Karpfen.
Arten aus kalten Gewässern sowie größere Fische werden älter, kleine Fische aus tropischen Gefilden kommen dagegen nur auf wenige Jahre Lebensdauer.

  • Guppys, Platys und Mollys werden etwa 1,5 Jahre alt
  • Barben drei bis acht Jahre
  • Welse fünf bis zwanzig Jahre
  • Goldfische 20 bis 30 Jahre
  • Goldfisch
    Goldfische können ein Alter 30 Jahren erreichen. Bildquelle: © Hans | pixabay.com

    Wann Fische ins Aquarium setzen?

    Nachdem Ihr das Aquarium angelegt habt, dauert es zwei bis vier Wochen, bis sich durch das Zusammenspiel von Pumpe, Wasserpflanzen und Boden stabile Bedingungen entwickelt haben. In der ersten Zeit nach der Pflanzung geben Wasserpflanzen Nitrit ab, was für Aquarienfische giftig ist. Wartet deshalb die empfohlene Wartezeit ab und macht dann einen Nitrittest. Erst, wenn dieser negativ ausfällt, ist es Zeit, die ersten Bewohner ins Aquarium zu setzen.

    Welche Fische putzen Aquarium?

    Algenfressende Putzerfische wie Welse werden gerne als lebende Staubsauger fürs Aquarium empfohlen. Sie schwimmen meist in Bodennähe und saugen Algen von Steinchen, Wasserpflanzen oder Aquariumeinrichtung. Jedoch mögen auch diese Putztrupps nur bestimmte Sorten von Algen und nehmen auch keinen Schmutz oder sonstige Rückstände auf. Den Hauptteil der Pflege muss immer noch der Aquarist erledigen. Es ist daher möglich, die Fischgesellschaft im Aquarium auch ohne Welse oder Putzerfische aufzubauen.

    Welche Fische brauchen keine Heizung?

    Fische, die auch in der freien Natur in kühlen Gewässern leben, brauchen kein beheiztes Heimaquarium. Allerdings ist es hier essenziell wichtig, die Wassertemperatur auf anderem Wege konstant zu halten, beispielsweise durch die Raumtemperatur. Bedenkt, dass auch Faktoren wie Leuchtröhren für Temperaturschwankungen sorgen können. Kontrolliert daher die Temperatur regelmäßig anhand eines im Wasser (nicht an der Außenscheibe) hängenden Thermometers.
    Diese Fische kommen mit ungeheizten Aquarien klar:

    • Kaltwasser-Karpfenarten wie Goldfische und Schleierschwänze
    • Blaubärbling (Schwarmfisch)
    • Gold-Elritze
    • Sonnenbarsch (braucht viel Platz, nicht mit kleineren Arten zusammen halten)
    • ideal als Ergänzung sind Schnecken und Garnelen wie die Europäische Garnele

    Je nach Besatz, Raumtemperatur und Bepflanzung findet Ihr mit etwas Recherche auch noch viele weitere Fischarten, die sich in ungeheiztem Wasser wohlfühlen.

    Welche Zierfische vertragen hartes Wasser?

    Mineralienreiches, alkalisches Wasser (auch „hartes“ Wasser genannt) wird von Goldfischen, Schleierschwänzen, Kardinalfischen, Platys, Guppys, Mollys sowie verschiedenen Buntbarscharten wie beispielsweise dem Zitronen-Buntbarsch oder dem Zebra-Buntbarsch sehr gut vertragen.

    Buntbarsch
    Verschiedene Buntbarscharten vertragen ebenfalls hartes Wasser. Bildquelle: © Kullerkeks | pixabay.com

    Worauf bei Fischen im Aquarium achten?

    Viele Zierfische fristen in Heimaquarien ein bemitleidenswertes Dasein. Das liegt vor allem an Unwissenheit der Aquarienbesitzer. Sie vergesellschaften beispielsweise Fischarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen im gleichen Becken, bieten den Tieren zu wenig Platz oder achten nicht auf die optimalen Wasserverhältnisse. Nicht selten führt das zum verlangsamten Wachstum, Krankheiten oder verfrühtem Tod.
    Achtet deshalb auf folgende Faktoren, bevor Ihr Euch für den Aquarienbesatz entscheidet:

    • Alle Fische im Becken sollten ähnliche Ansprüche an Wassertemperatur und -qualität haben.
    • Informiert Euch darüber, ob die gewählten Fischarten Einzelgänger oder Schwarmfische sind oder gerne als Paar leben. Richtet Euch nach diesen Bedürfnissen.
    • Erkundigt Euch über das Revierverhalten der Fischarten. Arten mit ausgeprägtem Reviersinn brauchen viel Platz und möglicherweise eine ganze Wasserschicht für sich allein.
    • Passt Wasserpflanzen und Aquarieneinrichtung den Bedürfnissen der Fische an. Tiere, die sich gerne verstecken, brauchen dazu Möglichkeiten.
    • Überprüft regelmäßig die Temperatur im Becken.
    • Haltet den Besatz im Aquarium so klein, dass alle Lebewesen darin ausreichend Platz haben. Wenn Fische nicht ihre volle Größe erreichen, ist das ein Zeichen, dass das Becken zu klein ist.
    • Füttert angepasst an die jeweiligen Fischarten.
    Wasserpflanzen
    Auch Wasserpflanzen und Aquarieneinrichtung sollte an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. Bildquelle: © vwald | pixabay.com

    Wie Zierfische richtig transportieren?

    Wer Fische neu kauft oder abgibt, muss diese erst einmal sicher in ihr neues Zuhause bringen. Dazu eignen sich spezielle Transportbeutel aus dem Zoofachhandel oder Transporteimer und -kisten. Besonders wichtig ist, dass die Behälter wasserdicht sind. Fischtransportbeutel sind abgerundet, damit sich die Tiere nicht in Ecken einklemmen können. Ihr könnt normale Gefrierbeutel nutzen, jedoch nur, wenn Ihr den Beutel während des Transports immer im Auge behalten und die Tierchen im Notfall aus den Ecken befreien könnt.

    • Im Transportbehälter sollten sich zu einem Drittel Wasser und zu zwei Dritteln Luft befinden, damit Sauerstoff von der Luft ins Wasser übergehen kann.
    • Legt die Tüten beim Transport so, dass die Wasseroberfläche möglichst groß ist. Das sorgt für einen guten Gasaustausch.
    • Für längere Reisen gibt es Sauerstofftabletten fürs Wasser. Aktivkohletabletten binden in einem gewissen Maße Schadstoffe.
    • Der Transport bedeutet für die Tiere viel Stress, sorgt daher dafür, dass sie möglichst wenig Zeit in dem ungewohnten Behältnis verbringen müssen.
    • Bei sehr warmen oder kalten Witterungen müsst Ihr den Transportbehälter isolieren, um die Temperatur konstant zu halten. Dazu eignen sich mit Styropor ausgekleidete Kartons oder mit Zeitungspapier ausgelegte Plastiktüten sowie Isolierbehälter aus dem Fachgeschäft.
    • Um den Fischen Stress zu ersparen, transportiert sie dunkel, also abgedeckt oder eingewickelt. Durch die Dunkelheit beruhigen sie sich, zudem nehmen sie keine Bewegungen, Schattenwurf und ähnliches aus der Außenwelt war, was sie für Bedrohungen halten könnten.
    • Lasst Euch vom Vorbesitzer Wasser aus dem vorherigen Zuhause des Fischs mitgeben (möglichst auch zusätzlich zum Transportbehälter). So könnt Ihr die Neuzugänge langsam an das neue Beckenwasser gewöhnen und habt keinen Zeitdruck.
    • Setzt die Fische am Zielort mit dem Wasser aus dem früheren Aquarium in eine Wanne oder ein Becken mit Sauerstoffpumpe. Gebt langsam Wasser aus dem neuen Zuhause hinzu, um die Tierchen daran zu gewöhnen.

    Was ist ein Salzwasserfisch?

    Wie der Name schon sagt leben Salzwasserfische in salzigem Wasser. Das kann im Meer oder auch in Salzseen und anderen Gewässern mit hohem Salzanteil sein. Bei Aquaristen sind tropische Meerwasserfische wegen ihrer bunten Farbpracht und auffälligem Äußeren beliebt. Für die Haltung von Aquarienfischen ist es sehr wichtig, zu wissen, woher genau sie stammen und welche Bedingungen sie bevorzugen. Meer- und Salzwasseraquarien sind ein weitaus anspruchsvolleres Hobby als Süßwasseraquarien und daher nicht für Anfänger geeignet.

    Welche Salzwasserfische passen zusammen?

    Genau wie bei allen Aquariengesellschaften gilt es auch im Salzwasseraquarium Fische zu finden, die ähnliche Wasserqualität, Temperatur, Salzgehalt und Aquarieneinrichtung bevorzugen. Da gerade in den tropischen Meeren die Bedingungen relativ vergleichbar sind, lassen sich Arten aus diesen Gewässern generell unkompliziert zusammen halten.

    • Besetzt das Becken mit Fischarten, die ungefähr gleich schnell fressen, damit alle genügend Futter abbekommen. Wer Schnell- und Langsamfresser mischt, riskiert, dass die langsameren Fische nach und nach verhungern.
    • Achtet darauf, Meerwasserfische mit den passenden Wirbellosen zu vergesellschaften. So braucht der Falsche Clownfisch („Nemo“) seine Anemone, andere Fische verstecken sich gerne zwischen weichen Korallen oder Steinkorallen, einige Meeresfische wie die Partnergrundeln leben mit Krebsen in Symbiose.

    Welche Salzwasserfische gibt es?

    Etwa die Hälfte aller Fischarten der Erde sind Salzwasserfische, dementsprechend gibt es Tausende von Salzwasserfischarten. In der Aquaristik sind vor allem die farbenfrohen, hübsch anzusehenden Arten der tropischen Meere beliebt, von denen Ihr um die 50 im Aquarium halten könnt. Darunter Doktorfische, Clownfische und andere Anemonenfische, Grundeln, Korallenwächter, Kugelfische sowie Barscharten.

    Clownfisch
    Clownfische zählen zu den beliebtesten Salzwasserfischarten. Bildquelle: © fridzema | pixabay.com

    Warum stirbt ein Salzwasserfisch im Süßwasser, warum ein Süßwasserfisch in Salzwasser?

    Wasser hat für Fische die gleiche Bedeutung wie Luft für Landlebewesen. Nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Medium, durch das sie Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid an die Umwelt abgeben, sie brauchen es also für die Atmung. Da Fische im Wasser leben, hat die Wasserbeschaffenheit erhebliche Auswirkungen auf ihren Stoffwechsel.
    Grob gesagt hat Salz die Eigenschaft, Wasser anzuziehen. Würde der Stoffwechsel eines Salzwasserfisches nicht gegen diesen Effekt wirken, würde das meiste Wasser aus seinem Körper in das Meerwasser gezogen. Obwohl die Fische im Wasser schwimmen, würden sie also ohne ihre speziellen Fähigkeiten austrocknen. Im Laufe der Evolution haben diese Organismen sogar Wege gefunden, ihren Flüssigkeitsbedarf zusätzlich zum Trinken über die Kiemen zu decken. Diese funktionieren bei Meeresfischen wie Meerwasserentsalzungsanlagen. Setzt man diese Tiere in Süßwasser, würden sie schnell viel zu viel Wasser aufnehmen, es nicht schnell genug ausscheiden können und sterben.
    Bei Süßwasserfischen ist es umgekehrt. Bei ihnen ist die Salzkonzentration im Körper größer als im Umgebungswasser, sie müssen durch Stoffwechselprozesse dafür sorgen, das hineindrängende Wasser auszuscheiden. In Salzwasser würden sie daher austrocknen.

    Was muss man bei Meerwasser-Aquarien beachten?

    • Einige Meerwasserfische brauchen viel Platz im Becken. Dazu gehören vor allem Freiwasserarten wie die Doktorfische.
    • Viele Meeresfischarten leben in Symbiose mit Wirbellosen wie Krebsen, Korallen oder Anemonen. Diese Partner brauchen sie auch in Gefangenschaft.
    • Je größer das Aquarium, desto stabiler das enthaltene Ökosystem. Daher sind für Anfänger der Meerwasseraquaristik Aquarien ab 250 l Volumen zu empfehlen.
    • Die Einrichtung eines Meerwasseraquariums braucht noch mehr Zeit als die eines Süßwasserbeckens. Rechnet mit bis zu fünf Wochen, bis Ihr die ersten Fische ins Wasser setzen könnt.
    Krabbe
    Viele Meeresfischarten leben in Symbiose mit Wirbellosen, Korallen oder Anemonen. Bildquelle: © jean wimmerlin | unspalsh.com

    Wie salzig muss das Wasser im Salzwasser-Aquarium sein?

    Meerwasser weist eine Salzkonzentration von 35 ppm (parts per million), also 35 Millionsteln, auf. Da Ihr die Anzahl von Salzmolekülen in Eurem Becken nicht zählen könnt, hilft Euch ein Trick über den Umweg der Wasserdichte. Diese beträgt bei Meerwasser 1,025 bei einer Temperatur von 20 °C. Die Dichte messt Ihr mit einem speziellen Refraktometer. Wer das Salzwasser selbst mischt, sollte diesen Wert und die Wassertemperatur einen Tag nach dem Anmischen erneut überprüfen.
    Tipp: Messt auch im fertigen Aquarium regelmäßig die Wasserdichte, denn Salz kann im Gegensatz zu Wasser nicht verdunsten. Dadurch wird der Salzgehalt im Becken mit der Zeit immer höher und irgendwann auch zu hoch.

    Welches Futter für Salzwasserfische?

    Wie auch Süßwasserfische gibt es auch im Meerwasser Friedfische und Raubfische, als Pflanzen- und Fleischfresser. Je nach Art mögen Sie in der Natur Algen, Zooplankton, Garnelen und sogar kleine Fische. Meerwasserfische brauchen im Aquarium Frostfutter, vegetarisches Fischfutter, Futterflocken oder Granulat für Raubfische. Manche Arten Filtern den Aquarienboden nach Fressbarem oder saugen den Aufwuchs von Steinen und Pflanzen ab, diese solltet Ihr ausschließlich in gut gereifte, eingefahrene Aquarien setzen, die schon eine Weile bestehen.
    Sind Salzwasserfische oder Süßwasserfische besser für ein Aquarium geeignet?
    Unter den Fischen, die in Gefangenschaft gehalten werden können, sind viele, aber nicht alle, Süßwasserfische meist kleiner und pflegeleichter als Salzwasserfische. Das macht sie in den meisten Fällen zu den geeigneteren Aquarienbewohnern. Generell können erfahrene Aquaristen aber auch Meeresfische in entsprechend großen und gut gepflegten Becken halten.

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