Kalaydoskop

Den richtigen Babysitter finden – mit Checkliste

Der Gedanke, das eigene Kind einer fremden Person in Obhut zu geben, ist gerade für junge Eltern manchmal ganz schön aufreibend. Man hört ja so Einiges. Andererseits sind kinderfreie Auszeiten ein Segen für die Beziehung, sorgen für mehr Entfaltungsmöglichkeiten im Job und fördern die Entwicklung des Nachwuchses.

Welche Ausbildung braucht ein Babysitter?

Generell ist für stundenweises Babysitten keine Berufsausbildung vorgeschrieben. Erfahrung und Kinderliebe sind oft ausreichend. Zusatzqualifikationen können jedoch die Arbeit der Nanny in gesundheitlichen, erzieherischen und pflegerischen Bereichen qualitativ verbessern.

  • Organisationen wie das DRK, der Kinderschutzbund, Fachhochschulen und kirchliche Bildungseinrichtungen bieten Babysitterkurse an. Die Teilnehmer lernen pädagogische Grundlagen, Baby- und Kinderpflege, Erste Hilfe bei Krankheiten oder Unfällen und Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Wer sich als Tagesmutter oder Erzieher um Babys und Kleinkinder kümmert, sollte einen U3-Kurs absolviert haben. Für nebenberufliche Babysitter reichen Kurse in Säuglingspflege oder Vorkenntnisse durch den Umgang mit eigenen Kindern oder Geschwistern.

Wo und wie findet Ihr einen Babysitter?

Für alle, die über Freunde, Familie und Kindergarten nicht fündig werden, sind Agenturen für die Vermittlung von Babysittern brauchbare Fundgruben. Bevorzugt solche, die von ihren zu vermittelnden Betreuern Nachweise über Erfahrungen verlangen. So müsst Ihr keine langwierige Vorauswahl mehr treffen, die Nieten sind bereits aussortiert. Sollte auch die Bezahlung und Versicherung über die Vermittlungsagentur durchgeführt werden, achtet auf faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung für den Babysitter. Einige Anbieter von Babysitterlehrgängen vermitteln gerne ihre ehemaligen Kursteilnehmer. Je nach Region sind das DRK, kirchliche Organisationen, Fachhochschulen oder Weiterbildungszentren.

Auch Teenies können hervorragende Kinderbetreuer sein. Schön ist es, wenn die Pänz die Person schon kennen. Beispielsweise aus der Nachbarschaft oder dem Verwandten- und Freundeskreis. Sie sollten schon auf jüngere Geschwister aufgepasst haben oder andere Praxiserfahrungen mitbringen. Jugendliche Babysitter sollten nicht jünger als 14 Jahre alt sein, je nach Alter der Kinder und Dauer der Abwesenheit der Eltern nicht unter 16.

Verlässliche Nannys mit Erfahrung finden sich auch in den regionalen Anzeigen bei kalaydo.de. Bei diesen Kandidaten solltet Ihr Euch Nachweise über Ausbildung oder Kurse, Arbeitszeugnisse oder Referenzen nennen lassen. Gibt es keine schriftlichen Dokumente, sollte der neue Babysitter beim ersten Telefonkontakt und beim Kennenlernen spontan Fragen, beispielsweise zur Babypflege, Notfallsituationen oder den Lieblingsspielen mit Kindern, beantworten können.

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Die Chemie zwischen den Kindern und dem Babysitter muss stimmen. Bildquelle: © antoniodiaz / shutterstock.com

Geheimtipp:

Auszubildende, die ihr Jahrespraktikum in den Kitas machen, sind oft dankbar für einen kleinen Zusatzjob und besitzen durch die schulische und praktische Berufsausbildung bereits die richtigen Kenntnisse für den Babysitterjob. Ruhig auch bei den Erzieherinnen nachfragen, ob kürzlich eine Praktikantin dort war, die möglicherweise einen Nebenjob sucht. Ebenfalls geeignet sind Studenten von Fächern, die sich mit Kindererziehung beschäftigen. Beispielsweise Erziehungswissenschaftler oder angehende Grundschullehrer. An die kommt Ihr über Aushänge in den Fakultäten oder Mensen der örtlichen Uni oder Fachhochschule.

Ist Euer Kind darauf vorbereitet, Zeit mit der Nanny zu verbringen?

Die beste Ausbildung und der makelloseste Charakter helfen bei der Kinderbetreuung nicht, wenn der Schützling selbst nicht an andere Personen gewöhnt ist. Übt Wochen und Monate vor dem ersten Kennenlerntermin schon, den Nachwuchs mit Euren guten Freunden, Mitarbeitern in der Krabbelgruppe oder Opa und Oma für einige Minuten, später auch längere Zeit, allein zu lassen. So machen Kinder die Erfahrung, dass Papa und Mama immer wieder zurückkommen und sie anderen Menschen vertrauen können. So eine Eingewöhnungsphase macht auch mit dem Babysitter Sinn. Beginnt erst gemeinsam, verlasst Kinder und Betreuer dann zunächst für kurze Zeit. Am Ende dieser Phase könnt Ihr dann einige Stunden fortbleiben, ohne, dass es Tränen gibt.

Checkliste: Babysitter finden

  • Die oder den Richtigen findet Ihr über Aushänge in Kindergarten und Schule, über Empfehlungen von Freunden, Bekannten oder von Erzieherinnen sowie Hebammen, auf Internetportalen, über Agenturen oder Kleinanzeigen.
  • Fragt nach Kursen, Fortbildungen sowie privaten oder beruflichen Praxiserfahrungen mit Kindern der betreffenden Altersklasse. Ob Ihr persönlich lieber auf Zertifikate oder Erfahrungen setzt, bleibt Eurer Intuition überlassen. Lasst Euer Bauchgefühl mitentscheiden.
  • In Notsituationen muss der Betreuer der Kinder schnell schalten. Hilfreich ist deshalb ein nicht zu lange zurückliegender Kurs in Erster Hilfe. Stellt gezielt Fragen darüber, was in gewissen Notfällen zu tun wäre, um herauszufinden, ob der Kandidat solchen Situationen gewachsen ist.
  • Die Chemie muss stimmen. Vereinbart einen Kennenlerntermin. Dabei sollte nicht nur Euch der Babysitter sympathisch sein, sondern auch den Kindern.
  • Mindestens das erste Kennenlernen sollte gemeinsam mit den Eltern stattfinden. Je nach Charakter des Kindes sind mehrere Kennenlernstunden notwendig.
  • Lasst die potenzielle neue Nanny alle nötigen Aufgaben wie Wickeln, Füttern, Aufwärmen von Mahlzeiten oder Spiele selbst durchführen und achtet dabei darauf, ob eine gewisse Routine und Erfahrung erkennbar ist oder der Kandidat überfordert wirkt.
  • Kümmert Euch im Vorfeld um bürokratische Fragen. Babysitter und Kindermädchen, die unter 450 Euro im Monat verdienen, müssen bei der Minijobzentrale angemeldet werden. Alles darüber könnte bereits unter ein richtiges Angestelltenverhältnis fallen.
  • Passt beispielsweise das Nachbarsmädchen nur ab und zu auf die Kinder auf, reicht die private Haftpflichtversicherung der jeweiligen Person. Verbringt der Babysitter regelmäßig Zeit in der Familie und mit den Kindern, lohnt es sich, die Person in die Familienhaftpflicht mit aufzunehmen.

Ist der richtige Babysitter gefunden, kann es losgehen mit ein paar freien Stunden für Euch und Euren Partner oder mehr Zeit im Job. Hinterlasst immer einen Zettel mit wichtigen Telefonnummern. Beispielsweise der des Kinderarztes, von Oma und Opa, Notrufnummern und natürlich auch Eure eigene. Das einzig Schwere, was dann noch folgt, ist es, die Tür hinter sich zuzuziehen und allein weiterzugehen. Aber es lohnt sich und ist ja auch nicht für ewig. Probiert es aus!

Damit Ihr alles auch auf einen Blick hast, könnt Ihr Euch die Checkliste auch ausdrucken. Viel Erfolg bei der Suche!

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