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Bügeleisen – Informationen und Tipps zum Kauf

Entgegen landläufiger Meinungen lieben es zwei von drei Deutschen ausdrücklich, ein Bügeleisen zu schwingen, wie eine Umfrage vor wenigen Jahren zeigte. Gehört Ihr dazu oder seid Ihr eher der Bügel-Muffel? Egal, ob Ihr regelmäßig bügelt und vielleicht ein neues Gerät benötigt oder das erste Mal ein Bügeleisen kauft – hier findet Ihr alles, was Ihr zu diesem Thema wissen müsst.

Was sollte ein Bügeleisen-Modell mitbringen?

Je nach Inhalt des Kleiderschranks wird regelmäßiges Bügeln zur alltäglichen Notwendigkeit. Die meisten Kleidungsstücke, die aus Waschmaschine oder Trockner kommen, müssen danach dringend gebügelt werden, weil sie vollkommen zerknittert sind. Und selbst wer sich den Luxus einer professionellen Wäscherei gönnt, die alles penibel gebügelt ausliefert, kommt manchmal nicht umhin, mit dem eigenen Bügeleisen zwischendurch noch einmal nachzubessern.

Eine faltenfreie Kleidung gehört für viele unbedingt zum gepflegten Erscheinungsbild und wird ebenso häufig als beruflicher Erfolgsfaktor gesehen. Dementsprechend geben sich die Menschen Mühe mit dem Bügeln. Die meisten bügeln mindestens einmal in der Woche bis zu zwei Stunden, ein Fünftel sogar länger und Frauen häufiger als Männer. Damit ist das Bügelgerät zwar ähnlich häufig im Einsatz wie viele andere Haushaltshelfer, aber höchstens noch beim Staubsauger fällt die direkte Interaktion mit dem Gerät ähnlich hoch aus. Deswegen sollte jedes Eisen immer eine einfache und leichte Handhabung ermöglichen.

Die entsteht durch ein geringes Gewicht und einen ergonomisch geformten Griff, mit dem sich das Bügelgerät leicht, aber trotzdem sicher und präzise führen lässt. Die Eisen entwickeln in der höchsten Betriebsstufe Temperaturen von rund 220 Grad Celsius und selbst die kleinen Temperatureinstellungen erreichen schon ungefähr 80 bis 100 Grad Celsius. Ein versehentlicher Kontakt mit Fingern oder dem Rest der Hand führt deswegen sofort zu schweren Brandverletzungen. Auch die Wäsche verträgt solche Temperaturen nur bei kurzem Kontakt schadlos – mit einem zu schweren und unhandlichen Eisen sind Hitzeschäden an den Textilien deswegen vorprogrammiert.

Bügelsohle und Beschichtung

Wesentlich für ein gutes, sicheres Handling sind aber nicht nur Griff oder Gewicht. Auch der Boden des Eisens – die sogenannte Bügelsohle – hat daran entscheidenden Anteil. Ihr findet ihn bei diesen Haushaltsgeräten in Aluminium, Edelstahl oder Keramik gefertigt. Zu jedem Material zeigen die Hersteller dann noch einmal besondere Beschichtungen, beispielsweise mit Teflon. Die einzelnen Kombinationen sollen für ein leichtes Gleiten des Eisens über die Wäsche sorgen und dabei möglichst langlebig sein.

Ein Bügelgerät mit Aluminiumsohle bildet preislich den Einstieg bei diesen Haushaltsgeräten, zeigt aber nur mäßige Gleiteigenschaften. Ein Edelstahlbügeleisen kostet etwas mehr, bietet aber auch besseres Gleiten oder hohe Kratzfestigkeit und wird bei beiden Eigenschaften nur noch von Keramikbügeleisen übertroffen. Die Beschichtungen darüber tragen Namen wie Alumite, Durilium oder andere mehr. Sie vervollständigen die Grundeigenschaften aller Bügelsohlen.

Dabei spielt es aber keine Rolle, wie hochwertig Sohle und Beschichtung im fabrikneuen Zustand einmal waren: früher oder später werden sie alle durch Reibung stumpf. Wenn Euer Eisen solche Alterungserscheinungen zeigt oder Ihr ein abgestumpftes Bügeleisen gebraucht kauft, könnt Ihr Euch aber immer schnell helfen und müsst nicht gleich ein neues Gerät anschaffen. Silikonspray oder Zahnpasta verbessern die Gleiteigenschaften sofort und auch mehrmaliges Bügeln eines zerknitterten Stücks Alufolie wirkt hier wahre Wunder.

Der Dampf

Die perfekte Glättung Eurer Wäsche kann die Bügelsohle nicht allein leisten. Sie braucht dazu heißen Dampf als Partner. Ein Haushaltsbügeleisen muss deswegen immer einen Dampfstoß mitbringen – bei Reisebügeleisen geht es zugunsten kompakter Maße zwischendurch auch ohne. Wie viel Dampf ein Eisen produzieren kann, wird in Gramm pro Minute angegeben. Einsteigermodelle bringen es hier minütlich auf rund 40 Gramm Dampf, was für viele Stoffe – vor allem leichte Baumwolle – vollkommen ausreichend ist.

Ein schwerer Stoff wie Jeans oder Leinen glättet sich aber erst bei einer Dampfwirkung von rund 100 Gramm pro Minute und erfordert dann ein Modell mit höherer Dampfleistung. Ein gutes Bügelgerät braucht außerdem immer eine Dampfspitze, die Ihr im vorderen Teil der Bügelsohle findet. Da die Bügelsohle vorn häufig heißer wird als hinten, würdet Ihr ohne Dampf sonst immer nur über trockene Wäsche reiben, was die Textilstrukturen schnell beschädigt. Je mehr Dampf Ihr dabei abruft, desto schneller leert Ihr natürlich auch den Wassertank Eures Eisens. Bügelt Ihr viel am Stück oder überwiegend schweren Stoff, sollte der Tank deswegen immer großzügig dimensioniert sein oder Ihr greift statt zum Dampfbügeleisen gleich zur Dampfbügelstation.

Jeans bügeln
Schwere Stoffe wie Jeans benötigen ein Bügeleisen mit entsprechend hoher Dampfleistung. Bildquelle © gentle07 | pixabay.com

Dampfbügelstationen

Diese Modelle für Vielbügler bringen – neben dem bügeleisenähnlichen Handteil – eine externe Station mit. In dieser befinden sich ein großer Wassertank und eine Heizanlage, um den Dampf zu erzeugen. Dieser strömt dann über einen Druckschlauch in das Handteil und kann auf die Wäschestücke gegeben werden. Solche Dampfstationen arbeiten mit einem Druck von vier bis sechs bar und drücken fast permanent große Dampfmengen in das Gewebe Eurer Wäsche. Das Bügeln geht damit viel leichter und schneller von der Hand. Eine Zeitersparnis von 50 Prozent ist hier keine Seltenheit. Allerdings hat derartiger Komfort beim Bügeln auch seinen Preis – für eine Dampfbügelstation müsst Ihr häufig mit einer niedrigen dreistelligen Ausgabe rechnen, während Ihr erste günstige Dampfbügeleisen schon für deutlich weniger als 50 Euro erhaltet.

Welches Wasser nehmt Ihr am besten zum Bügeln: aus der Leitung oder destilliert?

Die Dampfbügelstation spielt hier noch einen weiteren Vorteil aus. Sie funktioniert mit Leitungswasser und destilliertem Wasser gleichermaßen, wenn das Leitungswasser nicht übermäßig hart ist. Vor Verkalkung schützen Entkalkungsfunktionen ähnlich wie bei einem Kaffeevollautomaten. Eine vergleichbare Selbstreinigung bringen Dampfbügeleisen aber nicht immer mit. Gerade günstige Modelle bieten keine Möglichkeit zur Entkalkung. Hier dürft Ihr deswegen ausschließlich destilliertes Wasser verwenden, weil ansonsten das Leitungssystem des Geräts schnell verkalkt und unbrauchbar wird. Destilliertes Wasser hat aber auch seine Vorteile – Ihr erhaltet unter der Bezeichnung Bügelwasser in vielen Supermärkten oder Drogerien auch aromatisierte Varianten.

Sicherheit beim Bügeleisenkauf – worauf Ihr achten solltet

Dampfbügeleisen oder Dampfbügelstation – bei beiden muss aufgrund der hohen Temperaturen, die hier entstehen, natürlich die Sicherheit stimmen. Diese Haushaltsgeräte sind zuerst beim Bügeln selbst mit Ihrer Hitze oder Ihrem Dampf eine unmittelbare Gefahr für Eure Hände. Genauso braucht Ihr aber auch einen festen Stand oder eine hitzebeständige Ablagefläche, wenn Ihr während des Bügelns ein fertiges Wäschestück gegen ein neues auf dem Bügelbrett austauscht.

In eine sichere Ablage gehört das Bügelgerät auch nach getaner Arbeit, denn es braucht noch viele Minuten, bis sich die Bügelsohle wieder vollständig abgekühlt hat. Leider bleiben diese Haushaltsgeräte auch mit solchen Sicherheitsvorkehrungen immer noch eine häufige Brandursache. Durch die extreme Erhitzung, die auch etwas ins Innere zu Elektronik und Elektrik der Geräte abstrahlt, besteht die Gefahr von elektrischen Defekten, die schnell das ganze Eisen in Brand setzen können. Achtet zu Eurer Sicherheit daher beim Bügeleisenkauf auf solche Extras wie Überhitzungsschutz oder Abschaltautomatik, die einige neuere Modelle sogar im Griff integriert haben – dort schaltet die Automatik das Eisen ab, sobald Ihr Eure Hand vom Griff nehmt. Älteren Geräten fehlen derartige Sicherheitsfunktionen oft. Lohnt es sich trotzdem, wenn Ihr ein altes Bügeleisen gebraucht kauft?

Bügelwäsche
Überhitzungsschutz und Abschaltautomatik sorgen für mehr Sicherheit. Bildquelle © congerdesign | pixabay.com

Bügeleisen gebraucht kaufen

Die Hauptmotivation für den Kauf gebrauchter Haushaltsgeräte liegt immer in der Kostenersparnis. Im Vergleich zu einem günstigen neuen Bügeleisen dürfte der Preisvorteil eines gebrauchten Einsteigergeräts aber eher zu vernachlässigen sein. Eine stumpfe Bügelsohle solcher Gebrauchtgeräte könnt Ihr dann vielleicht noch retten, aber bei einem verkalkten Dampfsystem wird das Schnäppchen dann schnell zum Fehlkauf.
Davor seid Ihr sicherlich auch nicht geschützt, wenn Ihr auf diesem Weg hochwertige Bügeleisen kauft oder Euch nach einer gebrauchten Dampfbügelstation umschaut. Aber hier wächst im Gegenzug zumindest der Preisvorteil gegenüber Neugeräten deutlich, wenn Ihr qualitativ hochwertige Bügeleisen gebraucht kauft.

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