Kalaydoskop

Das erste Kind – Checkliste für werdende Väter

Ein Baby ist für Mütter und Väter gleichzeitig Veränderung, Neuanfang und neuer Lebensmittelpunkt. Seine Ankunft kannst Du nicht üben, dir euer Leben danach nicht richtig vorstellen. Das kann bei werdenden Vätern Angst, Panik oder ein Gefühl von Hilflosigkeit verursachen. Arbeite unsere Liste ab und du bist super auf die Geburt deines Kindes vorbereitet.

Vorbereiten und gründlich über die Entbindung informieren

So mancher werdende Vater fühlt sich im Kreißsaal plötzlich ohnmächtig und überflüssig, während Geburtshelferin und Kindsmutter über alles Bescheid zu wissen scheinen. Dagegen hilft es, an Vorbereitungskursen teilzunehmen, Bücher über die Geburt zu lesen, bei ein paar Hebammen- oder Arztterminen dabei zu sein und Fragen zu stellen. Bitte die werdende Mutter, Dich mit allen möglichen Infos zu füttern. Vielleicht hat sie sogar spezielle Wünsche für den Geburtstermin?

Mahlzeiten zu zweit genießen

Gehe mit der Mutter noch einmal richtig schön essen und genießt die Zeit am Tisch zu zweit. Nach der Geburt steht wahrscheinlich während jedes Essens einer von euch beiden auf, um sich ums Baby zu kümmern.

Wünsche der Mutter erfüllen – rechtzeitig vor dem Geburtstermin

Auf alle Eventualitäten vorbereitet sein zu wollen gehört zu den Urinstinkten schwangerer Frauen. Deshalb möchte sie im dritten Monat, dass Du dein Zeug aus dem zukünftigen Babyzimmer ausräumst, will im fünften die Wickelkommode aufbauen und einen Kinderwagen kaufen. Tu es einfach! Es stärkt die Vorfreude, beruhigt und sorgt für mehr Harmonie in der Beziehung.

Wo steht die Krankenhaustasche?

Plane zusammen mit der Mutter den Tag der Entbindung. Ihr wisst nur ungefähr, wann die Wehen einsetzen, wie ab dann alles ablaufen wird. Es ist deshalb hilfreich wenigstens die Dinge, die sich planen lassen, vorzubereiten. Wo steht die Tasche für die Geburt bereit? Wie gelangt ihr zum Krankenhaus? Wer muss informiert werden? Sei vorbereitet, dann vergisst Du am Tag X nichts.

Den bürokratischen Teil erledigen

Wir wären nicht in Deutschland, würde ein neu geborener Mensch nicht jede Menge Verwaltungsaufwand verursachen. Informiere dich gemeinsam mit deiner Partnerin über Elternzeit, Mutterschafts- oder Kindergeld, Kündigungsschutz, die Krankenversicherung fürs Baby, eine Anerkennung der Vaterschaft und die Anmeldung des neuen Erdenbürgers beim Einwohnermeldeamt. All diese Dinge erfordern zu verschiedenen Zeitpunkten vor und nach der Geburt Schriftverkehr, persönliche Vorsprachen oder Anträge. Gut vorbereitet und informiert wird der Papierkram nicht zum Stress.

Geh noch einmal volltanken

Das Auto, nicht dich selbst! Eine leuchtende Benzinanzeige hat in der Geschichte der Menschheit noch nie beruhigend auf eine Frau in den Wehen gewirkt.

Umgang mit Baby-Equipment üben

Wie befestigt man den Maxi-Cosi auf dem Rücksitz, wie musst Du dein Baby darin anschnallen? Wie wird der Kinderwagen zusammengeklappt? Wie funktioniert das Babyfon? Probiere diese Dinge gemeinsam mit der Mutter aus. Keiner zweifelt an, dass Du diese Probleme schnell lösen kannst, aber es beruhigt ungemein, alles im Vorfeld zu üben. Außerdem schützt es vor Panikattacken auf dem Krankenhausparkplatz. Dieser Situation mit dem schreienden Baby, einer übermüdeten Frau und einer Babyschale, die einfach nicht in ihrer Halterung einrasten will.

In den ersten Wochen bist du moderner Jäger und Versorger …

… und verbringst deine Freizeit in Drogerien, Supermärkten, Babyläden und in der Schlange beim nächsten Schnellimbiss. Während die junge Mama stillt oder vielleicht noch einige Tage nicht aufstehen darf, bist Du für alle Angelegenheiten außer Haus zuständig. Dabei besorgst Du alles, von dem ihr niemals geahnt hättet, dass ihr es nach der Geburt braucht, wollt oder euch sehnlichst wünscht.

Erlebe möglichst viel mit Deinem Kind

Bildquelle: © Cindy Singleton / istock.com
Vater und Tochter, Bildquelle: © Cindy Singleton / istock.com

Eine Sache, in der sich alle Eltern einig sind, ist diese: „Sie werden so schnell groß“. Übernimm deshalb Aufgaben wie Wickeln, Baden, gegebenenfalls das Fläschchengeben und bringe Dein Baby ins Bett. Das baut eine starke Vater-Kind-Beziehung auf und Du wirst dich später immer wieder an diese Momente zurückerinnern.

Finde dein Vatertalent

Männer können genau so gut mit Babys und Kindern umgehen wie Frauen. Lasse Dir wichtige Handgriffe von Mama und Oma erklären und zeigen, bringe Dich voll in die Vaterrolle ein. Halte Dein Kind, pflege Dein Kind. Deine Partnerin wird Dir dankbar sein. Dein Baby auch.

Läuft bei Dir – bereit für neue und alte Aufgaben

Essen auf den Tisch bringen, den Haushalt schmeißen und die Dinge voranbringen. Auch das gehört zu den Vater-Aufgaben. Teile die anfallenden Tätigkeiten mit der Mutter, nimm ihr ungefragt Arbeit ab. Ihr müsst gemeinsam durch diese harte, aber auch unglaublich schöne, erfüllende Zeit.

Zombiealarm: mit Schlafmangel umgehen

Egal, ob Du Elternzeit nimmst oder während der Babyzeit voll arbeiten gehst, der Schlafmangel wird Dich so oder so aus den Socken hauen. Mit Deinen Augenringen und dem abwesenden Blick wirst Du Deine Kollegen an eine Gestalt aus der Serie „The Walking Dead“ erinnern. Vierstündiger Schlaf am Stück bringt dann ähnliche Glücksgefühle wie ein Lottogewinn. Der Trick ist, die Rollen abzuwechseln, Deiner Frau durch Deinen Einsatz vor oder nach der Arbeit ein paar Stunden Schlaf zu verschaffen. Dann ist sie ausgeruht, um Dir ebenfalls für einige Zeit den Rücken frei zu halten, damit Du nicht am nächsten Tag am Schreibtisch einschläfst.

Und zu guter Letzt

Bleib ruhig und lasse auch ein paar Dinge einfach auf Dich zukommen. Wir wurden über Jahrtausende von der Natur dafür geformt, genau diese Aufgabe zu erledigen. Höre auch mal auf Deinen Vaterinstinkt und lasse den neuen Menschen in Deinem Leben für eine Weile das Ruder übernehmen. Im Notfall gibt es immer noch Tausende von Babybüchern, Kinderärzten, Hebammen und Deine Partnerin.

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