Kalaydoskop

Checkliste für Gartenarbeiten im Winter

Morgens ist es nebelig und dunkel. Der Herbst neigt sich dem Ende zu und der Winter zieht über das Land. Mit ihm kommen die kurzen, dunklen Tage und die langen, kalten Nächte. Im Garten scheint alles zu ruhen. Die Blumen und Stauden sind beschnitten, die Erde in den Beeten wurde gehakt, sie glänzt dunkel und ist frei von Unkraut. Auch der Rasen wurde zum Herbstsende noch ein letztes Mal gemäht. Trotzdem solltet Ihr den Garten nicht ganz dem Winterschlaf überlassen. Selbst in den kalten Monaten braucht er ein liebevolles Händchen und hin und wieder einen prüfenden Blick. Damit Ihr auch alle wichtigen Punkte immer zur Hand habt, haben wir hier noch eine Checkliste für Euch, die Ihr Euch gerne ausdrucken könnt.

1. Die Rasenpflege

    • Der Schnitt

Den Rasen solltet Ihr vor Winterbeginn ein letztes Mal gemäht haben. Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Grundsätzlich empfehlen wir Euch, den Rasen vor der ersten Frostnacht noch ein letztes Mal auf eine passende Länge zu bringen. Falls im Rasen im Frühjahr Krokusse blühen sollen, lohnt es sich, den Schnitt sehr kurz zu halten. So kann der erste Frühjahrsschnitt so weit wie möglich hinausgezögert werden und die Krokusse dürfen lange stehen. Überhaupt solltet Ihr den Rasen beim letzten Schnitt kürzer als sonst halten. Andernfalls können die Halme durch das Gewicht des Schnees gedrückt und zerstört werden.

    • Betreten verboten

2. Kübelpflanzen – draußen und drinnen

Wenn es draußen eiskalt und frostig ist, sollte der Rasen so wenig wie möglich betreten werden. Gefrorene Halme brechen bei Druck ab und bilden im Frühjahr dunkle Flecken.

    • Schön verpacken und richtig stellen

Kübelblumen werden schon vor dem ersten Frost winterfest gemacht. Besonders wichtig ist es, dass kälteempfindliche Pflanzen wie Zitrusfrüchte und Hibiskus schon dann in die Wärme kommen, wenn die Temperaturen noch bei 10 bis 15 Grad liegen. Alle anderen Kübel könnt Ihr noch länger draußen lassen. Kübelpflanzen, die den ganzen Winter im Garten bleiben – z.B. Bambus oder Hortensien – müssen mit Luftpolsterkissen gegen die schlimmste Kälte geschützt werden. Mit Jutesäcken oder Hanfmatten könnt Ihr sie abschließend so verpacken, dass sie hübsch aussehen. Wichtig ist, dass die Kübel im Halbschatten stehen. Im Winter können die Temperaturen im Schatten extrem tief sinken, während sie in der prallen Sonne auf bis zu 20 Grad ansteigen können. Einige Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf diese extremen Temperaturschwankungen.

    • Die richtige Pflege

Kübelpflanzen, die draußen bleiben, müsst Ihr nicht gießen. Kübelpflanzen, die in einem hellen Kellerraum oder Wintergarten überwintern, brauchen dagegen einmal in der Woche Wasser. Einmal am Tag solltet Ihr den Raum für etwa 10-15 Minuten lüften, damit die Pflanzen gegen Schädlinge immun werden. Auch die Blätter müssen überprüft werden. Befallene, gelbe oder braune Blätter solltet Ihr sofort entfernen und entsorgen.

3. Beete und Blumen

    • Schutz vor dem Wintereinbruch

Die Beete sollten vor Eintritt des Winters gehakt worden sein. Falls die Beete empfindliche Pflanzen beherbergen, könnt Ihr sie mit einer Plane oder mit Reisig schützen. Ansonsten ist nun die Zeit des Winterschlafs. Nur bei extremer Trockenheit und in frostfreien Wochen ohne Regen solltet Ihr im Winter hin und wieder gießen. Bei einzelnstehenden Beet-Rosen und anderen empfindlichen Blumen kann kurz vor Einsetzen der ersten wirklich strengen Fröste Erde angehäufelt werden. Jede Pflanze könnt Ihr mit einem halben Eimer Erde und einigen Zweigen locker abdecken und so vor der Witterung schützen.

Schubkarre
Das Stutzen der Pflanzen nicht vergessen. Bildquelle: © Antranias / pixabay.com

4. Bäume, Sträucher und Hecken

    • Stutzen

Bäume und Sträucher werden bereits im Herbst gestutzt, erhalten aber Ende des Winters den abschließenden Schnitt. Besonders Obstbäume solltest Du Ende Februar/Anfang März endgültig zurückschneiden.

    • Vorsicht Streusalz!

Hecken und Sträucher, die nahe an Gehwegen und Straßen stehen, können im Winter leicht Opfer von Streusalz werden. Das Salz entzieht den Pflanzen Wasser, die unteren Äste und Blätter werden braun. Falls Ihr Schäden feststellt, könnt Ihr nur abwarten, bis der Frost vorbei ist und dann ausgiebig und übermäßig gießen. So wird das Salz aus der Erde weggespült. Rhododendren und Thujen sind besonders gefährdet und sollten am besten überhaupt nicht in Bereichen gepflanzt werden, in denen gestreut wird.

    • Schnee entfernen

Große Schneemengen können Bäume und Sträucher stark belasten. Wenn sehr viel Schnee gefallen ist, solltet Ihr ihn deshalb mit einem Besen entfernen. Auch Äste und Zweige können unter der Schneelast im Winter einknicken und müssen deshalb von großen Schneemengen befreit werden.

5. Der Gartenteich

    • Säubern und vorbereiten

Bevor der Winter endgültig kommt, solltet Ihr unbedingt alle Blätter aus dem Teich entfernen, die der Spätherbst über die Landschaft weht. Wenn Ihr sehr viele Blätter befürchtet, könnt Ihr am besten schon zu Herbstbeginn ein Netz über den Teich spannen. Im Teich sollte nach der Säuberung ein Eisfreihalter angebracht werden. Früher verwendete man dazu ein Bündel Stroh. Da Stroh in milden Wintern verfaulen kann, empfiehlt sich ein Eisfreihalter aus Styropor. Der Eisfreihalter wird an der tiefsten Stelle des Teichs eingesetzt und ist wichtig, damit die Faulgase aus einem zugefrorenen Teich entweichen können. Manche Teichbesitzer halten den Teich mit der laufenden Pumpe eisfrei. Davon wird abgeraten, da die Kleintiere im Teich darunter leiden. Am besten entfernt man die Pumpe völlig und verwendet einen Eisfreihalter.

    • Fische im Teich, was nun?

Fische können meist im Teich bleiben, sie fallen in eine Winterstarre. Nur in kleinen Teichen müssen die Fische in ein Winterquartier umziehen, da bei kleinen Teichen die Gefahr besteht, dass sie völlig zufrieren und es keine freie Schicht Wasser mehr gibt. Schlafende Fische sind geräuschempfindlich. Deshalb sollte niemand auf dem Eis herumlaufen oder sogar ein Loch in das Eis hacken. Wenn ein Fisch aus seinem Winterschlaf aufwacht, verbraucht er so viel Energie, dass er dann leider erfrieren kann. Teiche mit sehr kostbaren und empfindlichen Fischen wie Kois haben meist eine Heizanlage, damit der Koi den Winter in gemäßigten Temperaturen überstehen kann.

Rechen
Gartengeräte gehören ordentlich verräumt
Bildquelle:
© skdunning / pixabay.com

6. Geräte und Regenfass

    • Immer schön putzen!

Säubert Eure Geräte vor dem Wintereinbruch und stellt sie in einem Geräteraum winterfest unter.
Am besten ist es, wenn Ihr alle Geräte, die in Kontakt mit Pflanzen gekommen sind, mit heißem Wasser reinigst oder desinfizierst. Nur so können Bakterien, Pilze und andere Schädlinge entfernt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Krankheit mit den ersten Arbeiten im Frühjahr wieder neu übertragen wird.

    • Richtige Pflege der Motorengeräte

Rasenmäher und andere Geräte mit einem Diesel- oder Benzinmotor sollten von Euch besonders ordentlich gesäubert werden. Außerdem muss der letzte Rest Treibstoff entfernt werden, da er im Laufe der Wintermonate seine Zündfähigkeit verliert und dies zu Problemen beim Neustart führen kann. Der Ölstand sollte gut sein. Manchmal empfiehlt sich vor der Winter-Einlagerung noch ein Ölwechsel, dann kommt das Gerät besonders gut durch die Kälte. Motorengeräte gehören in einen trockenen und staubfreien Raum und müssen abgedeckt werden. Geräte mit Batterien solltet Ihr unbedingt frostfrei aufbewahren, weil die Batterie bei Frost kaputtgehen kann. Einige Motoren-Geräte haben Start-Batterien – auch an sie müsst Ihr bei der Einlagerung in frostfreien Räumen denken.

    • Tonne ohne Sprünge

Ein besonders liebevolles Händchen braucht die Regenwasser-Tonne. Einige Kunststoff-Tonnen sind nicht frostfest. Vor Wintereinbruch müsst Ihr sie unbedingt leeren und so aufstellen, dass kein neues Regenwasser hineinläuft. Falls das Wasser nicht abgelassen werden kann, empfiehlt es sich, eine Styropor-Platte oder eine leichte, schwimmende Holzplatte ins Fass zu legen. Dadurch kann das Wasser nicht gefrieren. Bei Eisbildung bekommen diese Tonnen sonst Sprünge und gehen kaputt.

7. Was sonst noch zu beachten ist

Einige Steinplatten bekommen bei Frost eine rutschige Oberfläche. Wichtige Wege müssen deshalb mit speziellen Matten ausgelegt werden. Gartenmöbel gehören natürlich abgedeckt und, wenn möglich, in den Keller oder in das Gartenhäuschen. Holzmöbel, die unter einer Plane im Garten bleiben, sollten noch einmal eingeölt werden, damit sie den Winter gut überstehen. Außerdem freuen sich die Vögel über ein Futterhäuschen, das regelmäßig gefüllt wird.

Welche Gartenarbeiten im Frühling, im Sommer und im Herbst anstehen, erfahrt Ihr in diesen Ratgebern.

Hinterlasse einen Kommentar