Kalaydoskop

Checkliste für den Hausbootskauf

Auf einem Hausboot wohnst Du in einem sanft schaukelnden, schwimmenden Haus, genießt die Ruhe und Schönheit der Natur und erlebst eine unvergleichliche Fluss- und Hafenromantik. Der Wohnraum auf dem Wasser bietet Dir einen einzigartigen Lebensstil. Du bist der Kapitän und schipperst gemütlich über Seen und Flüsse. Bequem und entspannt kannst Du Ziele in Deutschland oder ganz Europa anfahren. Selbst ein Umzug ist jederzeit möglich. Das Häuschen auf dem Wasser ist eine bezahlbare Alternative zu einem Wassergrundstück. Im Übrigen sind Hausboote von Grundsteuer und Grunderwerbssteuer befreit.

Folgende Punkte beim Kauf eines gebrauchten Hausbootes beachten

Damit Du alle wichtigen Punkte auch zur Hand hast, haben wir eine kostenlose PDF-Checkliste erstellt. Hier findest Du alle Informationen und Tipps auf einen Blick.

Bestehen Du und Deine Familie den persönlichen Eignungstest?

Der Kauf eines Hausbootes sollte gut überlegt und mit der Familie besprochen werden. Welche Vorstellungen hat der Partner? Teilt er den Traum von einem Leben auf dem Wasser? Der Alltag ist etwas anders als in einem Haus. So ist z. B. die Wasser- und Stromversorgung sowie die Abwasserentsorgung relativ aufwendig und auf einem Boot fallen regelmäßige Wartungsarbeiten an. Ohne eine Grundausstattung an Werkzeug, verschiedenen Farben und Pinseln kommt kein Hausbootbesitzer aus. Für Familien mit kleinen Kindern sind Hausboote weniger geeignet. Selbst bei dauerhafter Beaufsichtigung ist die Nähe zum Wasser immer gefährlich. Wenn Du unsicher bist, ob das Leben auf dem Wasser für Dich und Deine Familie das Richtige ist, probiere es einfach aus und buche den kommenden Urlaub auf einem Hausboot.

Hafen
Finde den passenden Hafen für dein Hausboot
Bildquelle: © werner22brigitte / pixabay.com

Finde den passenden Heimathafen für Dein Zuhause

Bevor Du ein Hausboot kaufst, solltest Du Dich nach einem passenden Liegeplatz umschauen. Er kann in zentraler Lage an Flüssen, die durch Großstädte fließen oder an Seen liegen. Auch ein Ankerplatz im Yachthafen bietet sich an. Die Liegeplatzgebühr hängt von der Größe des Bootes und der Lage der Liegeplätze oder des Hafens ab. Die Nebenkosten für Strom, Wasser, Abwasser und Müllentsorgung werden Dir, wie auch die Platzgebühr, vom Verpächter in Rechnung gestellt. Du solltest die Regeln vor allem von Yachthäfen, Marinas genannt, genau abfragen. Zum Beispiel schließen manche Häfen in den Wintermonaten. Wasser, Abwasser und Stromversorgung sind dann eventuell nicht garantiert. Andere Häfen bestehen darauf, Wartungsarbeiten nur in der eigenen Werft durchführen zu lassen.

Dein Hausboot – ein Heim zu jeder Jahreszeit

Ein Hausboot bietet Dir die Möglichkeit, dauerhaft auf dem Wasser heimisch zu werden. Statt einem eigenen Garten oder Balkon bieten die meisten Hausboote genügend Platz zum Entspannen und Sonnenbaden auf dem Schiffsdeck. Selbst ein kleiner Blumen- oder Kräutergarten muss nicht fehlen und nicht wenige Ausflügler und Spaziergänger werden Dich darum beneiden. Ein zufriedenstellendes Leben in einem Boot erfordert einige Ausstattungen, die den Anschaffungspreis erhöhen oder einer späteren Modernisierung bedürfen. So sorgen gedämmte Wände und eine Wärmepumpe inklusive Wärmetauscher für wohlige Wärme im Winter und angenehme Kühle im Sommer. Die Warmwasserversorgung kann ein Boiler oder Durchlauferhitzer garantieren. Eine kleine Biokläranlage ist nicht billig, aber eine Alternative zu einem Schmutzwassertank, der häufig geleert werden muss. In manchen Häfen gibt es allerdings schon spezielle Absauganlagen. Einen Großteil des notwendigen Stromes kannst Du mit Photovoltaik-Modulen auf dem Oberdeck oder einer kleinen Windkraftanlage erzeugen.

Nur Wohnen oder auch Reisen?

Es gibt Hausboote, die keinen Motor besitzen und ständig vor Anker liegen. Sie werden Wohnboote genannt. Um sie zu bewegen, müssen sie geschleppt werden. Meist bestehen sie aus einem Holzhaus, welches auf schwimmenden Beton- oder Stahlpontons sitzt. Motorisierte, fahrbereite Hausboote fallen unter die Sportbootrichtlinie. Du kannst auf solch einem Boot leben, mit ihm reisen und überall vor Anker gehen. Diese Hausboote bieten zwei Unterscheidungen: Boote bis 5 PS und einer geringeren Länge als 15 Meter dürfen ohne Führerschein gefahren werden. Für Boote mit mehr als 5 PS benötigst Du einen Sportbootführerschein.

Hausboot
Das Hausboot: Wohnen auf dem Wasser
Bildquelle: © ArdenSt / istockphoto.com

Darum prüfe, wer sich ewig bindet

Folgende Dinge solltest Du beim Kauf eines gebrauchten Hausbootes berücksichtigen und prüfen:

  • Zuerst solltest Du erfragen, warum das Boot zum Verkauf steht und welche Reparaturen bereits vorgenommen wurden.
  • Schaue Dir die Ausstattung und Beschaffenheit des Salons und der Kabinen, besonders aber der Küche und der sanitären Anlagen an.
  • Lasse Dir jede Einzelheit der Betriebsanlagen zeigen und erklären, den Diesel- und Wassertank, die Heizung, den Warmwasseranschluss, den Anker, die Taue und nicht zuletzt den 12 Volt batteriebetriebenen Stromanschluss und wenn vorhanden, den Landstromanschluss für 220 Volt.
  • Frage auch nach dem Dieselverbrauch. Unbedingt solltest Du auf die Stabilität des Rumpfes und der Aufbauten achten. Boote mit einem Stahlrumpf und Holzaufbau sind in der Anschaffung günstig, aber in der Wartung aufwendig. Jedoch wirst Du mit einem gepflegten Holzaufbau immer Bewunderung ernten.
  • Kontrolliere beim Kauf Deines Hausbootes, dass bau- und wasserrechtliche Auflagen sowie Umweltschutzauflagen erfüllt sind.
  • Schaue die Bootspapiere genau durch. Die Motor- und Verarbeitungsdaten dürfen nicht fehlen. Im Zweifelsfalle lasse Dich von einem Fachmann beraten und die Papiere prüfen.

Zum Schluss noch einige wichtige und interessante Hinweise

  • Hausboote auf Ponton-Basis benötigen einen Schwimmfähigkeitsnachweis. Dieser wird ähnlich wie beim TÜV für Deinen Pkw erteilt. Die Prüfintervalle richten sich nach dem Alter des Bootes.
  • Eine Versicherung für Dein Hausboot solltest Du nicht außer Acht lassen. Neben den Leistungen der gewöhnlichen Hausrat- und Gebäudeversicherung ist eine Versicherung gegen Havarie, Leckagen und Feuer sinnvoll.
  • Wenn Du mit Deinem Hausboot Reisen unternimmst, kannst Du durch die Installation eines GPS-Empfängers mit Satellitenhilfe jederzeit auch ohne Landsicht Deinen Standort bestimmen.
  • Auch ein Echolot ist empfehlenswert. Es erleichtert die Navigation und hilft Anglern, reichhaltige Fanggründe zu finden.

Kommentare1 Kommentar

  1. Fritz Pieters

    Ihre Aussage, das Hausboote bis 5 PS Führerschein frei betrieben werden dürfen, sind meiner Meinung nach falsch. Eine Neuregelung besagt, das alle Boote/Schiffe bis zu einer Länge von 15 Meter bis 15 PS auf Binnengewässer (ausgenommen ist der Rhein) betrieben werden dürfen.

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