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DIY Gartenteich

Ruhe und Gelassenheit findest Du nicht nur auf der Yogamatte und im Meditationsraum. Auch andere Hobbys können sich als vielseitig und entspannend erweisen. Gartenpflege muss beispielsweise keine nervtötende Arbeit sein, die man lieber an den Nachwuchs abgibt. Im Gegenteil kann sie sogar Kreativität und Fantasie freisetzen. Warum nicht also selbst einmal Hand anlegen und sich einen Gartenteich bauen?

Fische füttern
Nach getaner Arbeit gibt es keinen besseren Ort zum Entspannen.
Bildquelle: © Martinan / iStockphoto.com

Im Folgenden haben wir Dir eine Anleitung für einen Gartenteich-Bau zusammengestellt. Da es recht viele Teichvarianten gibt, sei erwähnt, dass sich unsere Tipps und Tricks auf die Planung eines Folienteichs beziehen, der sowohl Pflanzen als auch Fische enthalten soll. Folienteiche eignen sich besonders dann, wenn eine Größe von 5 qm überschritten wird. Die Anleitung muss also überdacht werden, wenn Du Dir einen Schwimm-, Koi-, oder einen kleinformatigen Fertigteich zulegen möchtest.

Was Du brauchst:

  • Richtschnur / Messlatte
  • Spaten
  • Folie
  • Schutzvlies
  • Sand
  • Kies
  • Natur- oder Kunststeinplatten
  • Kükendrahtgitter
  • Pflanzen
  • Fische
  • bei Bedarf: Pumpe, Filter

1. Standort

Wichtig ist die Standortwahl, denn sie trägt entscheidend dazu bei, das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Sie unterliegt außerdem bestimmten gesetzlichen Reglementierungen: Sowohl zur Straße als auch zum Nachbargrundstück ist ein gewisser Mindestabstand einzuhalten, der je nach Bundesland anders ausfällt.  Am besten also das Bauamt konsultieren! Eventuell wird sogar eine Baugenehmigung benötigt, wenn der Teich ein bestimmtes Wasservolumen übersteigen sollte.
Wenn Du in Deinem neuen Teich Fische ansiedeln willst, muss auf jeden Fall mindestens ein Drittel von Schatten bedeckt sein. Andernfalls würde sich das Wasser im Sommer zu stark aufheizen und Lebensgefahr für sämtliche Einwohner bedeuten. Obacht ist geboten, wenn sich Laubbäume in der Nähe befinden. Chinaschilf, Pampasgras, Bambus oder Nadelbäume würden sich hier besser als direkte Nachbarn eignen, weil Du so kein fallendes Laub aus dem Teich fischen musst.
Je größer der Teich  werden soll, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du für ein biologisches Gleichgewicht keine zusätzlichen Pumpen, Filter oder chemischen Stoffe mehr verwenden musst. Sollte er jedoch eher klein ausfallen und/oder sehr viele Fische enthalten, muss sich ein Stromanschluss in der Nähe befinden, um zusätzliche Pumpsysteme anzuschließen. Am besten zückst Du Geodreieck und Bleistift, bevor es an den tatsächlichen Bau geht, und bringst erst mal eine Skizze zu Papier, in der Du alle hier genannten Kriterien mit einbeziehst:

  • Standort: Ein Drittel von Schatten bedeckt?
  • Mindestabstand zur Grundstücksgrenze und zur Straße?
  • Laubbäume in unmittelbarer Nähe?
  • Stromanschluss für Filter- und Pumpanlagen?
Gartenteich ausheben
Ein Gartenteich benötigt verschiedene Ebenen und Zonen.
Bildquelle: © brizmaker / fotolia.com

2. Aushebung

Nachdem Du Deine Pläne zu Papier gebracht hast, wirst Du hoffentlich die optimale Lage gefunden haben und kannst mit der Aushebung beginnen. Am besten markierst Du den Umriss auf dem Boden, bevor Du Dich ans Werk machst. Die ausgehobene Erde kann dann als Uferböschung genutzt werden. Wichtig ist, dass die Grube stufenweise tiefer wird, angepasst an die verschiedenen Zonen, die ein natürliches Gewässer nachahmen.

3. Die verschiedenen Zonen

  1. Teichrand
  2. Uferrand
  3. Flachwasserzone
  4. Tiefenzone

Teichrand

Häufigste Stolperfalle ist eine zu knapp bemessene Folie. Pflanzen wachsen dann von außen in den Teich hinein und entziehen diesem dadurch Wasser. Deshalb ist es notwendig, eine Kapillarsperre zu errichten, z.B. durch eine Kieselschüttung. Um den Teich herum hebst Du also einen Graben aus, der in etwa 10-15 cm tief und breit ist und rechnest daher zusätzliche 50 cm auf die Folie drauf.

Uferrand

An dieser Stelle sollte die Tiefe max. 10-20 cm bemessen, da sie verschiedenen Tieren als Einstieg ins Gewässer dient. Zwar berücksichtigen viele Hobbygärtner die vier Zonen bei der Aushebung, schaffen dann jedoch keinen Übergang zwischen den Höhenunterschieden. Sogar rechtwinklig abfallende Ufer findet man immer wieder. Dies ist nicht nur gefährlich für Tiere und Kinder, sondern führt obendrein dazu, dass sich keine Pflanzen auf dem Untergrund ansiedeln.

Flachwasserzone

Abhilfe schaffst Du, indem die verschiedenen Zonen also fließend ineinander übergehen. Daraus ergibt sich eine Mindestbreite von 50 cm für den Bereich des Flachwassers. Ist die Zone erheblich kürzer, wird sie zu steil, denn sie sollte an ihrer flachsten Stelle circa 20 cm tief sein und bis auf 50 cm abfallen.

Tiefenzone

Sowohl von Insekten als auch von Pflanzen und Fischen wird diese Ebene als Lager für den Winter genutzt. Daher sollte der Teich auf keinen Fall so klein sein, dass er bis zum Grund zufrieren kann. Dies umgehst Du, indem mindestens 100 – 120 cm tief gebuddelt wird, auf einer Fläche von 2 qm.

Folie

Foliengartenteich
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Bildquelle: © WoGi / fotolia.com

Wieviel Folie benötigt wird, berechnest Du am besten nach der Formel Längenmaß x Breitenmaß:

      • Länge + 2 x Tiefe + 2 x 50 cm Rand = Längenmaß
      • Breite + 2 x Tiefe + 2 x 50 cm Rand = Breitenmaß

Beispiel:

      • 400 cm Länge + 2 x 75 cm + 2 x 50 cm Rand = 650 cm Längenmaß
      • 400 cm Breite + 2 x 75 cm + 2 x 50 cm Rand = 650 cm Breitenmaß
      • Längenmaß x Breitenmaß = 650 cm x 650 cm = 422500 qcm= 42,25 qm

Ein paar Gedanken zur passenden Folie (hier gibt es große Qualitätsunterschiede!) und schon kann der Baumarkt leer gekauft werden! Für unser Vorhaben eignet sich künstlicher Kautschuk am besten. Auch wenn diese EDPM-Folien das Portemonnaie doch etwas mehr beanspruchen als die Varianten aus PVC oder PE, tust Du Dir mit dieser Wahl sicher einen Gefallen. Sie ist besonders dehnbar, umweltfreundlich und kann auch an kälteren Tagen verarbeitet werden. Außerdem können ihr UV-Strahlen nichts anhaben.

5. Bau

Bevor Du mit der Auslegung der Folie beginnen kannst, muss auf jeden Fall überprüft werden, wie es um den Boden bestellt ist. Ragen spitze Steine, Wurzeln oder anderes Geäst markant hervor, so wirst Du nicht drum herumkommen, diese Unebenheiten vorher gründlich zu glätten. Alles, was dem Teich schaden könnte, wird erbarmungslos weggejätet. Im Anschluss schüttest Du einige Zentimeter Sand auf oder besorgst Dir einen speziellen Teichvlies, der im Fachhandel passgenau zugeschnitten wird. Um Nagetieren und anderen unerwünschten Eindringlingen einen Riegel vorzuschieben, kann in die Sandschicht ein Kükendrahtgitter aus Kunststoff eingefügt werden. Wenn Du dann die Folie auslegst, achte darauf, so wenig Falten wie möglich entstehen zu lassen. Dies trägt nämlich nicht unbedingt zur Stabilität bei. Wenn die Kapillarsperre errichtet ist und immer noch einiges an Folie übersteht, kannst Du sie am elegantesten mit Böschungsmatten kaschieren.

Wird der Gartenteich im April angelegt, kann ohne Umwege mit der weiteren Bepflanzung losgelegt werden. Tipps zur Bepflanzung geben wir Dir in unserem Ratgeber zu Teichpflanzen. Dabei ist natürlich zu beachten, dass unterschiedliche Flora unterschiedliche Zonen bevorzugt. Während sich Röhrichtpflanzen beispielsweise am wohlsten fühlen, wenn sie im Flachwasser angesiedelt sind, gehören Seerosen in Kübeln auf den Grund. Nach ein bis zwei Wochen sind auch die Fische einzugsbereit und können in ihre neue Behausung gelassen werden.

Das klingt natürlich alles nach ordentlich Arbeit, doch wer sich ihr einmal verschrieben hat, wird immerhin auch gebührend belohnt. Gartenzwerge und Konsorten sind vielleicht eine traditionsreiche Dekoration, Blumentöpfe sind damit aber nicht zu gewinnen. Ein prächtiger Teich macht da gleich viel mehr her und wird bei richtiger Pflege zum Juwel des Grundstücks. Zur richtigen Pflege Deines Gartenteichs erfährst Du mehr in unserem Ratgeber Gartenteich reinigen – Wichtige Tipps. In unserem Gartenteich-Ratgeber findest Du neben Tipps zur Reinigung des Teiches auch noch viele weitere wissenswerte Informationen rund um den Gartenteich.

Kommentare3 Kommentare

  1. Vorsicht bei Schilf, da es sich unterirdisch ausbreitet! Dadurch wurdedie Folie meines Bachlaufes durchlöchert und der Teich wäre beinahe leergelaufen! Bei der Bepflanzung eher sparsam sein, denn viele Pflanzen breiten sich recht schnell aus. Dann muss man nach kurzer Zeit wieder ausdünnen, was schade ist. Ansonsten viel Spaß bei der Planung und Durchführung.

  2. Toll und Detailiert. Ich habe seit einigen Wochen das Problem, dass ein Graureiher meine Goldfische fängt.

    Habt Ihr auch ein paar Tipps eventuell zu Pflanzen was kann ich am besten am Teichrand einpflanzen. Nicht zu hoch aber dennoch bunt um die Besuche des ungebetenen Gastes zu unterbinden ?

    Mit einem Reiher aus Plastik habe ich es bereits versucht, leider Hilflos.

    Viele Grüße

    • Anne

      Hallo,
      vielen Dank für Dein Feedback.
      Wir würden Dir Pfeilkraut /weiße Blüte), Hechtkraut (blaue Blüte), Schwanenblume (rosa Blüte) und Kalmus (grüne Blüte) als Pflanzen für den Teichrand empfehlen.
      Wir drücken Dir die Daumen, dass der Graureiher dann bald der Vergangenheit angehört 🙂
      Viele Grüße,
      Dein kalaydo.de-Team

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