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Fahrradträger – worauf beim Kauf achten

Der Sommer steht bereits in den Startlöchern und das schöne Wetter lädt quasi dazu ein, schöne Touren mit dem Fahrrad zu unternehmen. Wer allerdings nicht nur in der heimischen Region mit dem Bike unterwegs sein und die Gegenden fernab seiner Heimat entdecken will, braucht für sein Auto einen Fahrradträger. Was es bei der Anschaffung zu beachten gilt und welcher Fahrradträger für welches Auto geeignet ist, verraten wir hier.

Dach, Heck oder Kupplung

Mit einem Fahrradträger für das Auto kann man sein Bike bequem überall hin mitnehmen. Doch es gibt verschiedene Vorrichtungen für das Auto, nämlich Dach-, Heck- und Kupplungsträger. Bei einer Neuanschaffung sollte man sich zunächst einmal Gedanken darüber machen, welches System für die eigenen Bedürfnisse am besten geeignet ist. Außerdem ist nicht jedes Trägermodell für jedes Auto geeignet. Jede Art des Transports hat zudem seine Vor- und Nachteile. Wir werfen einen Blick auf die unterschiedlichen Träger-Systeme.

Fahrradträger auf dem Dach

Dachträger sind die gängigste Methode, um Fahrräder zu transportieren. Außerdem sind sie häufig günstiger als andere Systeme. Dachträger lassen sich bereits für weniger als 70 Euro erwerben, allerdings wird zusätzlich noch ein Grundträger benötigt, um den Aufsatz für das Dach erst anbringen zu können. Dieser schlägt noch einmal mit rund 100 Euro zu Buche. Durch das veränderte Fahrverhalten aufgrund der Beladung steigt außerdem der Kraftstoff-Verbrauch. Außerdem sollte eine Geschwindigkeit von 130 km/h nicht überschritten werden. Je nach Höhe des Autos kann auch die Beladung der Dachträger schwerfallen, beispielsweise bei einem SUV oder Van. Darüber hinaus müssen Autofahrer auch die erweiterte Höhe beim Durchqueren von Tunneln oder dem Einparken in einer Garage beachten. Der Vorteil: Je nach Dachträger können bis zu fünf Zweiräder auf dem Dach mitgeführt werden.

Fahrrad-Dachträger
Dachträger können mehrere Fahrräder gleichzeitig transportieren. Bildquelle © Chrisetchris | pixabay.com

Fahrradträger am Heck

Eine Alternative zu Dachträgern sind Fahrradträger, die am Heck angebracht werden. Ein gutes System kostet etwa 250 Euro. Heckträger lassen sich an nahezu jedem Automodell anbringen und sind sogar für Cabrios oder Geländewagen geeignet. Dafür werden sie einfach mithilfe eines Schnellbefestigungssystems bestehend aus Polsterrollen und Spannbändern am Heck des Autos angebracht. Anders als Dachträger sind sie spritsparender und schonen den Drahtesel, da dieser im Windschatten mitgeführt wird. Allerdings kann dem Fahrer die Sicht nach hinten versperrt werden. Durch die Bewegung der Fahrräder während der Fahrt können zudem Lackschäden am Fahrzeug entstehen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass sich die Spanngurte des Systems während der Fahrt lösen. Je nach Beladung kann sich auch ein hecklastiges Fahrverhalten einstellen. Der Zugriff auf den Kofferraum ist darüber hinaus eingeschränkt.

Fahrradträger für die Kupplung

Kupplungsträger sind laut ADAC die sicherste Variante für den Transport von Fahrrädern, noch dazu sind sie günstiger als Heckträger. In der Regel werden für ein solches System etwa 200 Euro fällig. Dieses besteht aus einem Adapter für die Kupplungskugel und dem Träger für die Fahrräder. Generell überwiegen bei Kupplungsträgern die Vorteile. Nur bei sehr schwerer Beladung ist das Fahrverhalten hecklastig und die Benutzung des Kofferraums wird ebenfalls nicht behindert. Da die Zweiräder im Windschatten transportiert werden, ist auch der Kraftstoff-Verbrauch gering. Außerdem können mehrere Fahrräder gleichzeitig transportiert werden, denn Kupplungsträger sind ausgesprochen stabil. Alles weitere was Ihr noch über Anhängerkupplungen wissen solltet, könnt Ihr in unserem Ratgeber zur Anhängerkupplung nachlesen.

Was wiegt ein Fahrradträger?

Gut zu wissen: Ein Fahrradträger bringt im Normalfall zwischen zwölf und 20 Kilogramm Eigengewicht auf die Waage. Systeme aus Aluminium sind in der Regel am leichtesten. Allerdings kommt es nicht nur auf das Material, sondern auch auf die Größe des Fahrradträgers an. Grundsätzlich gilt: Je größer das Modell, desto schwerer ist es auch. Unabhängig vom Eigengewicht müssen die Träger auch eine gewisse Tragkraft vorweisen. Das heißt, dass Systeme, die große und schwere Fahrräder transportieren müssen, in der Regel auch im oberen Gewichtsbereich liegen. Sprich: Fahrradträger für den Transport von Kinderfahrrädern sind leichter als solche, auf denen E-Bikes angebracht werden.

Wie funktionieren die verschiedenen Systeme?

Die meisten Dachträger sind nur für Fahrzeuge geeignet, die eine Dachreling oder entsprechende Aufnahmen besitzen. Bei der Wahl des Befestigungssystems sollte darauf geachtet werden, dass dieses auch zum Fahrzeug passt. Die gängigste Methode ist die Befestigung an der Dachreling. Dabei handelt es sich um eine schienenähnliche Konstruktion, die seitlich auf dem Fahrzeugdach montiert ist. Zur Montage des Trägers muss zunächst ein Querträgersystem, bestehend aus zwei Querträgern, angebracht werden. Anschließend lassen sich die einzelnen Fahrradträger aufsetzen – entweder werden diese verschraubt oder mit einem speziellen Klemmsystem an den Querträgern montiert. Fahrrad-Heckträger werden, wie bereits der Name sagt, an der Heckklappe des eigenen Fahrzeugs befestigt. Dies geschieht über Haken, die oben an der Heckklappe fixiert werden. An der Unterseite des Trägers befinden sich gummierte Auflagen, die die Last stützen und gleichzeitig ein Verkratzen des Lacks verhindern sollen. Die Drahtesel werden dann quer nebeneinander auf die einzelnen Schienen gestellt und mit Haltgurten fest verzurrt. Die Montage des Anhängerkupplungsträgers ist am leichtesten. Bei dieser Variante wird der Fahrradträger einfach auf den Kugelkopf der Anhängerkupplung aufgesetzt und anschließend fixiert.

Dachreling
Die meisten Dachträger sind nur für Fahrzeuge geeignet, die eine Dachreling oder entsprechende Aufnahmen besitzen. Bildquelle © analogicus | pixabay.com

Welche Stützlast muss beachtet werden?

Um Fahrräder sicher zu transportieren, muss man die Stützlast beachten. Wird diese überschritten, gefährdet man nicht nur die eigene Sicherheit, es ist auch mit Bußgeldern und unter Umständen sogar einem Punkt in Flensburg zu rechnen. Aber was ist die Stützlast eigentlich? Kurzum: Die Stützlast bezeichnet die Kraft, die vertikal auf die Anhängerkupplung wirkt. Für jedes Fahrzeug und jeden Anhänger sind Maximalwerte festgelegt, die in der der Regel in der Zulassungsbescheinigung zu finden sind. Auch bei Fahrradträgern, die am Heck eines Fahrzeuges angebracht sind, muss die Stützlast beachtet werden.

Muss man Fahrradträger versichern?

Wenn ein Fahrradträger ordnungsgemäß am Fahrzeug angebracht worden ist, dann sind selbst verursachte Schäden durch die eigene Autoversicherung abgedeckt. Denn grundsätzlich sind alle fest mit dem Auto verbundenen Teile automatisch mitversichert. Dies gilt jedoch nicht für die darauf befestigten Fahrräder. Wenn jedoch ein anderer Fahrer den Unfall verursacht hat, können Schadenersatzansprüche sowohl für die beschädigten Fahrräder als auch für den Fahrradträger bei der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung geltend gemacht werden. Wer seine Fahrräder zusätzlich gegen Diebstahl versichert wissen möchte, sollte seine Hausratversicherung überprüfen, denn hier lässt sich ein Fahrraddiebstahl separat absichern. Wichtig: Nicht bei jeder Hausratversicherung ist der Schutz auch dann gewährleistet, wenn sich das Fahrrad auf einem Fahrradträger befindet. Außerdem darf der Besitzer eines Fahrradträgers nicht fahrlässig handeln. Die ordnungsgemäße Anbringung von Trägersystem und Fahrrädern ist Voraussetzung, damit eine Versicherung zahlt. Wird das Fahrzeug irgendwo abgestellt, sollten die Fahrräder zudem vom Träger genommen werden.

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