Kalaydoskop

Gartenhaus selber bauen – das müsst Ihr wissen

Sie gehört zu vielen deutschen Gärten so fest dazu wie Gartenzwerge, Grills und grüner Rasen: die Laube. Gerätelager, Fahrradschuppen oder Wochenendhäuschen im Schrebergarten, für Gartenhäuser gibt es haufenweise Nutzungsmöglichkeiten. Was Ihr beim Eigenbau beachten müsst, verraten wir Euch hier.

Vor Baubeginn: Genehmigung, Nachbarschaft und Baugrenzen

Dürft Ihr das Gartenhaus überhaupt aufstellen? Die Antwort kann Euch nicht der Verkäufer im Baumarkt geben, auch, wenn das gerne so einfach dargestellt wird. Welche Regeln für Euch und Euer Grundstück gelten, ist nämlich je nach Baugebiet, Gemeinde und Bebauungsplan ganz unterschiedlich.
Ob sogenannte „Nebenanlagen“, darunter können neben Gartenhäuschen auch Garagen, Terrassenüberdachungen oder Carports fallen, in dem Wohngebiet auf Bauland erlaubt sind, steht meist im zugehörigen Bebauungsplan. Wer in der letzten Zeit gerade erst gebaut hat, findet diesen sicher noch in den Unterlagen, alle anderen können diesen zur Not auch bei Stadt oder Gemeinde einsehen oder nachfragen, wie es mit Nebengebäuden aussieht. Hier werden auch die Vorgaben zu eventueller Grenzbebauung, Bodenversiegelung, Baufenstern oder einzuhaltenden Abständen erläutert. Die Maßgaben aus dem B-Plan sind immer alle zu befolgen, auch, wenn es sich um ein sogenanntes „genehmigungsfreies“ Häuschen handelt.

Eine Baugenehmigung braucht Ihr für Gartenlauben ab 30 Kubikmeter, das Ergebnis der Rechnung Breite x Länge x Höhe (in Metern) darf also die Zahl 30 nicht überschreiten, ansonsten müsst Ihr den Umweg über die Genehmigung vom Amt gehen. Ebenso braucht Ihr eine Genehmigung für Lauben, in denen Aufenthaltsräume untergebracht werden sollen. Beispielsweise Arbeitszimmer, Gästezimmer oder Kaminzimmer.

Wer Streit von vorneherein vermeiden möchte, spricht vor Aufstellen eines grenznahen oder sehr großen Gartenhauses die Pläne mit den Nachbarn durch. Auch, wenn man völlig im Recht ist und einem eigentlich niemand den Bau verbieten könnte, sorgt es immer für eine bessere Atmosphäre, wenn die Besitzer anliegender Grundstücke informiert werden und Bedenken vortragen können.

Gartenschuppen
Häufig wird ein Gartenhaus als Geräteschuppen genutzt. Bildquelle: © LaMiaFotografia | shutterstock.com

Gartenhaus selber bauen – die drei Möglichkeiten

Mit einem eigenen oder aus dem Internet herausgesuchten Bauplan könnt Ihr vom ersten Spatenstich bis zur Dachpappe das gesamte Haus selbst aufstellen. Hierbei bietet sich die Option, wiederverwertete Materialien zu nutzen oder Teile von abgerissenen Gebäuden zu verwenden. Wichtige Bauteile wie Fenster, Türen oder Dachschindeln finden sich oft auf dem Gebrauchtmarkt. Allerdings ist hierbei die Planungsphase aufwendig und langwierig und es können viele unerwartete Probleme auftauchen. Nur für sehr erfahrene Heimwerker zu empfehlen.
Bau- und Heimwerkermärkte bieten zahlreiche Modelle an Gartenschuppen und -häuschen. Die Varianten gibt es für alle Geschmäcker und in vielen Größen als Bausatz. Diese lassen sich nach Anleitung zusammenbauen, alle erforderlichen Teile sind dabei. Achtet darauf, ob beim ausgewählten Haus ein Fundamentrahmen mitgeliefert wird oder Ihr Euch noch selbst darum kümmern müsst. Empfehlenswert für geübte Einsteiger.
Es muss nicht immer brandneu sein. Bausatzhäuschen lassen sich genau so gut wieder abbauen, wie sie sich aufbauen lassen. Wer sparen möchte, durchforstet die Kleinanzeigen, beispielsweise auf kalaydo.de und kann so einige Angebote für Gartenhäuser entdecken, die zur Abholung bereitstehen. Geeignet für geübte Heimwerker, die für ein Schnäppchen gerne Zeit aufbringen sowie ein Transportmittel zur Verfügung haben.

Fundament fürs Gartenhäuschen

Eine gute Basis ist auch bei kleinen Gebäuden unverzichtbar. Ein stabiler Unterbau schützt Garten- und Gewächshäuser vor Sturmschäden, sorgt dafür, dass sich das Häuschen nicht verzieht und hält es auch bei Starkregen und Wind fest im Boden verankert. Bei kleinen Abstellhäuschen reichen Punktfundamente, größere Konstruktionen brauchen die Stabilität eines Streifenfundamentes. Wer ein Bausatzhäuschen aufbaut, kann auf die passenden vorgefertigten Fundamentrahmen aus dem Baumarkt zurückgreifen.

  • Alle tragenden Wände des Gartenhäuschens müssen durch ein Fundament gestützt werden, meist handelt es sich dabei um die Außenwände. Bei mehreren Räumen brauchen auch hier die Wände eine belastbare Basis.
  • Streifenfundamente sind die stabilste Variante. Dazu steckt Ihr die Grundfläche des Häuschens genau ab, hebt einen Graben für das Fundament aus, verschalt ihn mit Holzbrettern und gießt das Ganze mit Beton aus. Auf dieser Unterkonstruktion wird die Laube aufgebaut und mit ihr verbunden.

Was Ihr beim Bau des Gartenhauses sonst noch beachten solltet

Ebenso wichtig wie ein ordentliches Fundament ist eine dichte, stabile und belastbare Dachkonstruktion. Diese hält Feuchtigkeit ab, die ansonsten nach und nach das gesamte Gebäude zerstören würde. Wer nicht weiß, wie er seine Materialien zu einem wetterfesten Dach zusammenbaut, sollte sich daher von erfahrenen Heimwerkern beraten lassen.
Wer das Häuschen als Werkstatt oder Hobbyraum nutzt und deshalb im Winter mit einem Ofen heizen möchte, muss diesen – ganz genau wie in einem Wohnhaus – vor der ersten Inbetriebnahme vom Schornsteinfeger abnehmen lassen. Ansonsten ist der Betrieb eines Kamins illegal.
Die meisten Hausratversicherungen verlangen eine abgeschlossene Tür und verschlossene Fenster am Gartenhaus, wenn eingelagerte Gegenstände bei Diebstahl oder sonstigen Fällen mit gedeckt sein sollen. Wer also Fahrräder oder teure Gartengeräte im Häuschen aufbewahren möchte, sollte ein Schloss an der Tür und von innen verriegelbare Fenster einplanen.

Kommentare3 Kommentare

  1. Hey Maria,

    danke für deine genaue Anleitung um ein Gartenhaus zu bauen. Vor allem das Fundament gefällt mir sehr gut! Was hast du denn für Schraubenschlüssel verwendet?

    LG Werklertim12

  2. Hallo,
    toller Artikel. Hier erfährt man wirklich viel, was man tun muss, um eine schöne Gartenlaube zu haben. Ich finde es toll solche Anregungen zu bekommen, da es einem selbst hilft, vor allem, wenn man beispielsweise seine eigene Laube neu gestalten will oder umbauen oder neu bauen. Das sind super tolle Arbeiten. Man kann sich im Internet viele Tipps und Anregungen zum Thema Gartenlaube und Garten holen. Ich habe noch einen zusätzlichen exotischen Tipp als kleine Ergänzung zu diesem tollen Blog. Ich schaue mir immer Lauben und Einrichtungen bei Immobilienratgeberseiten an und hole mir dort Anregungen für meine eigenen vier Wände und meinen Garten. Eine gute Beispielseite dafür ist:
    http://immobilie-verkaufen-muenchen.com/mehrfamilienhaus-verkaufen-muenchen
    Bei den Exposes gibt es immer wieder mal gute Anregungen für die Wohnung. Ich hoffe, es hilft euch so, wie es mir damals bei meiner Wohnung und meiner Garten Neugestaltung geholfen hat.
    Viele Grüße
    Oliver Felinger

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