Kalaydoskop

Hasenstall selber bauen – einfach und artgerecht

Zu klein, zu langweilig, zu gefängnisartig. Wer sich in der Kleintierabteilung der Zoohandlungen nach Ställen oder Käfigen für Kaninchen umsieht, findet nur eine geringe Auswahl an wirklich tiergerechten Modellen. Dabei haben gerade unsere Hoppelhasen einen hohen Bewegungsdrang, lieben es, die Umgebung zu erkunden und zu spielen. Ein durchdachtes, gut geplantes Kaninchengehege fördert das angeborene Verhalten, statt es zu unterdrücken. Wenn Ihr einen solchen, exakt an die Bedürfnisse der Tiere angepassten, Stall möchtet, bleibt noch die Option, ihn selbst zu bauen. Wir erklären, worauf Ihr achten solltet.

Hasenstall selber bauen – Planung im Vorfeld

Eine große DIY-Aktion kann einem über den Kopf wachsen. Beantwortet vorab einige Fragen, damit Ihr nicht am Ende mit einem halb fertigen Hasenstall und haufenweise ungenutztem Material dasteht. Habt Ihr Zeit für den Bau? Handwerkliche Projekte nehmen einiges an Freizeit in Anspruch. Kalkuliert genügend Geld ein, Materialkosten können höher sein als der Preis von Käfigen aus dem Handel. Gibt es einen Platz zum Arbeiten im Garten, in einem Schuppen oder im Keller? Wie das berühmte Sprichwort sagt, fallen bei der Holzbearbeitung Späne und Staub an. Elektrowerkzeuge sind teilweise laut. Stellt sicher, dass sich niemand gestört fühlt. Besitzt Ihr das nötige Werkzeug oder könnt Ihr welches ausleihen? Wenn diese Punkte geklärt sind, kann es losgehen.

Art des Kaninchenstalls bestimmen

Für jede Heimwerkeraktion ist gute Vorbereitung wichtig. Das spart Kosten, Zeit und Frust. Folgende Fragen solltet Ihr für die Planung beantworten:

  • Soll der Stall drinnen oder draußen genutzt werden?
  • Wie groß ist der vorgesehene Platz für den Stall? Unbedingt genau ausmessen.
  • Außengehege brauchen einen wetterfesten Stallbereich mit drei geschlossenen Seiten und Dach.
  • Bei Innenkäfigen reichen Häuschen, Röhren und Tunnel als Unterschlupf.
  • Wie viele Tiere soll der Stall beherbergen?
  • Soll ein Auslauf direkt angeschlossen werden?
  • Ist der Bereich, in dem das Gehege genutzt wird, überdacht? Braucht es ein eigenes Dach?
  • Welches Material steht bereits zur Verfügung, wie könnt Ihr es in den neuen Hasenstall integrieren?

Benötigte Gehegegröße berechnen

Wilde Kaninchen legen jeden Tag mehrere Kilometer zurück, die Artgenossen in Haushaltung haben da einen weitaus begrenzteren Lebensraum. Um die Mindestanforderungen zu erfüllen, sollten Kleintiergehege eine gewisse Fläche bieten, zusätzlich brauchen die Tiere Auslauf.

  • Für zwei Kaninchen mit täglichem mehrstündigem Freilauf ist eine Käfigfläche von 4 m² ausreichend.
  • Jedes weitere Karnickel braucht 2 m² zusätzlich.
  • Gehören die Tiere einer großen Rasse an, muss nochmals pro Kaninchen 1 m² hinzugerechnet werden.
  • Gibt es nicht jeden Tag mehrere Stunden freie Bewegung, sollte der Stall 3 m³ pro Tier bieten, bei großen Fellnasen entsprechend mehr.

Da die Einzelhaltung von Kaninchen nicht artgerecht ist, benötigt jeder Halter für seine Schützlinge einen Käfig von mindestens 4 m² Fläche für ein Pärchen. Nicht jeder Teil davon muss überdacht sein, die Tiere sollten sich in ihrem Bereich jedoch frei bewegen können und dabei jederzeit geschützt sein.

Materialien für den Bau von Kleintierställen

Für einen Kaninchenstall verwendetes Holz muss auf der Innenseite immer unbehandelt sein, weil die Tiere gerne daran knabbern. Für außen eignen sich ungiftige Lacke und Lasuren. Super sind Produkte, die auch für Kinderspielzeug geeignet sind.
Um die Mümmler am Ausbrechen zu hindern, ist beim DIY-Stallbau Kaninchendraht oder engmaschiger Gitterdraht aus dem Baumarkt gut geeignet. Er lässt Licht und Luft in den Stall und ist resistent gegen nagende Hasenzähnchen.
Ausgediente Möbel aus unlackiertem, unbeschichtetem Holz sind super für einen Upcycling-Kaninchenstall geeignet. So bildet ein auf die Seite gelegtes Vorratsregal ein gutes Grundgerüst für einen Käfig. Eine Kommode ohne Türen und Schubladen könnt Ihr zu einem Kaninchenhaus umbauen.

Diese Materialien braucht Ihr für einen selbst gebauten Hasenstall:

  • Vierkanthölzer, Holzplatten oder naturbelassene Holzreste.
  • Für den Boden eignen sich Stein- oder Terrassenplatten, im Häuschen auch Holzbretter.
  • Außenställe bekommt Ihr mit Dachpappe dicht.
  • Nägel zum Anbringen von Dachpappe oder Drahtnetzen.
  • Holzschrauben für die gesamte Konstruktion.
  • Scharniere, Türverschlüsse oder Verschlusshaken für Türen und Klappen.
  • Gegebenenfalls Winkelverbinder, um instabile Ecken zu verstärken.
  • Leim zum Festigen von Verbindungen.
  • Handtacker und Tackerklammern, um den Draht zu befestigen.
  • Sandpapier oder Schleifgerät, um Kanten zu glätten.

Einfaches Beispiel für ein Kaninchengehege mit Häuschen

Das simpelste Kleintiergehege besteht aus einem Auslaufbereich, der an allen Seiten und von oben durch Drahtgitter begrenzt wird sowie einem überdachten, wetterfesten Häuschen.
Das Grundgerüst für die Voliere bildet ein Gestell aus Vierkanthölzern, dieses wird mit Kaninchendraht verkleidet. Wer bequem reinigen möchte, baut das Gehege entweder auf Standhöhe und setzt eine Tür ein oder baut bei niedrigeren Varianten Reinigungsklappen mit Scharnieren ein. Ein fester Boden aus Steinplatten ist einfach sauber zu halten. Wer möchte, kann Naturboden nutzen, in diesen solltet Ihr ein Drahtnetz gegen Ausbuddeln eingraben. Die Erde muss für eine optimale Hygiene alle paar Monate ausgetauscht werden.
Ein Kaninchenhaus könnt Ihr ebenfalls aus einer Konstruktion aus Vierkanthölzern bauen. Wer den vorderen Bereich ein paar Zentimeter höher anlegt und alle Eckpfeiler im gleichen Winkel oben absägt, kann ein Pultdach aufsetzen, von dem Regenwasser nach hinten abfließt. So bleibt der Boden im Eingangsbereich auch bei schlechtem Wetter trocken. Wenn Ihr das Dach mit Scharnieren und Verschlusshaken als Klappe anlegt, habt Ihr es später bei der Reinigung des Stalls einfacher. Das Haus an drei Seiten mit Holzbrettern verkleiden, an der Vorderseite nur eine Hälfte abdecken oder einen Eingang in eine vierte Platte sägen und dann anbringen. In Gehegen mit Bodenplatten ist kein Bodenbelag für das Haus nötig, bei Naturboden bietet sich eine Holzplatte an.

Ausstattung fürs Kaninchenparadies

  • Wassernapf oder Trinkflasche
  • Heuraufe
  • Schutzhäuschen
  • Bei Steinboden im Gehege: eine Buddelkiste mit Sand oder Erde

Sicherheitshinweise für Kleintiergehege

  • Es dürfen keine Nägel, Schrauben, Drahtstücke oder grobe Holzsplitter irgendwo herausschauen, sonst droht Verletzungsgefahr für Tier und Besitzer.
  • Klappen, die Ihr nur mit einem Stein beschwert oder einer dünnen Schnur befestigt, könnten Marder oder Füchse unter Umständen öffnen.
  • Kaninchenhaltung ist nicht auf Terrassen und Balkonen mit Süd- oder Westausrichtung möglich – auch nicht mit Markisen oder Sonnenschirmen. Diese werden im Sommer zur heiß, was den Tieren gesundheitlich erheblich schaden kann.

Hier findet Ihr eine Anregung bei Youtube:

Bitte akzeptieren Sie YouTube-Cookies, um dieses Video abzuspielen. Wenn Sie akzeptieren, werden Sie auf Inhalte von YouTube zugreifen, die von einem externen Drittanbieter bereitgestellt werden.

Datenschutzrichtlinie für YouTube

Nutzungsbedingungen YouTube

Wenn Sie diesen Hinweis akzeptieren, wird Ihre Auswahl gespeichert und die Seite wird aktualisiert.

Wenn Ihr Anregungen sucht, wie Ihr Eure Hoppelhasen beschäftigen könnt, geben unsere Ratgeber Kaninchenspielzeug und DIY Kaninchenspielzeug sicher Tipps und Inspirationen.

Kommentare1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar