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Heizkosten – Alles was Ihr wissen müsst

Jedes Jahr kommt dieser Moment für Mieter aufs Neue: Ihr öffnet Euren Briefkasten und findet die Heiz- und Hauskostennebenabrechnung. Wie sich der zu zahlende Betrag zusammen setzt ist für viele jedoch ein Rätsel. Wir verraten Euch alles zum Thema Heizkosten und natürlich auch, wie Ihr diese verringern könnt.

Was sind Heizkosten und wer kommt für sie auf?

In den Heizkosten sind alle Kosten enthalten, die beim Heizen anfallen. Dazu gehören also nicht nur die unmittelbaren Kosten für den Rohstoff, mit dem geheizt wird, wie Heizöl, Gas oder Heizpellets, sondern auch die Beträge, die für das Drumherum anfallen. Diese Heizungsbetriebskosten sind beispielsweise Betriebsstrom, Reinigung der Anlagen, Kontrolle durch den Schornsteinfeger, Brennerwartung und die Verbrauchserfassung an den einzelnen Heizkörpern. Zusatzkosten können anfallen, wenn die Heizkostenverteiler vom Hauseigentümer nur gemietet und nicht gekauft wurden. Bei einer Wärmepumpe oder einem Anschluss an ein Wärmenetz fallen die Kosten für Rohstoffe weg und die Berechnung der Kosten gestaltet sich anders. Da diese Systeme jedoch weniger verbreitet sind, beziehen wir uns im Folgenden meist auf Öl- und Gas-Brennerwertheizungen.
Bei allen Anlieferungen sowie Wartungsarbeiten geht zunächst der Vermieter in Vorkasse. Durch den monatlichen Fixbetrag für Heizkosten in der Warmmiete und die jährliche Heiz-und Hauskostennebenabrechnung werden die angefallenen Kosten mithilfe eines Verteilungsschlüssels verrechnet. Letztendlich müssen also die Mieter selbst für die Kosten aufkommen.

Wie werden Heizkosten berechnet?

Einmal jährlich werden die Verbrauchsmengen an den einzelnen Einheiten, also Heizkörpern, von einem Fachmann abgelesen. Dieser wird vom Vermieter engagiert und nimmt wiederum Kontakt mit den einzelnen Mietern, bzw. dem Hausmeister auf, um einen Termin zum Ablesen der Messgeräte, welche sich unmittelbar an den Heizkörpern befinden, zu vereinbaren. Dieser Termin muss mindestens 10-14 Tage im Voraus angegeben werden, damit Mieter den Termin fristgerecht absagen bzw. verschieben können. Könnt Ihr die Terminvorschläge der Firma nicht wahrnehmen, darf auf den 2. und 3. abgesagten Termin keine extra Gebühr erhoben werden, wenn Ihr bei allen Terminen rechtzeitig Bescheid gebt. Die Ersatztermine müssen ebenfalls mindestens 14 Tage Abstand zum jeweils vorherigen Termin haben. Bei dem Termin selber, liest der Heizungsableser die entsprechenden Verbrauchswerte seit der letzten Messung an jedem Heizkörper einzeln ab. Dazu werden entsprechende Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler benötigt, welche durchgehend an den Heizkörpern montiert sein müssen. Um die Heizkostennebenabrechnung später auf Ihre Richtigkeit prüfen zu können, könnt Ihr den Ableser um einen Beleg des gemessenen Verbrauchs bitten.
Die Firma übermittelt die gemessenen Daten an den Vermieter und erstellt die Heiz-und Hauskostennebenabrechnung für ihn. Den Zeitpunkt, zu dem jährlich der Verbrauch gemessen und die Rechnung erstellt wird, legt der Vermieter eigenständig fest. In der Heiz- und Hauskostennebenabrechnung seht Ihr sowohl den gesamten Verbrauch an benötigten Brennstoffen, als auch den eigenen Verbrauch und die Aufzählung der Heizungsbetriebskosten. Nachdem alle anfallenden Kosten addiert wurden, werden diese mithilfe eines Verteilungsschlüssels auf die einzelnen Mietparteien umgelegt.
Welcher Verteilungsschlüssel dafür genutzt wird, ist dem Vermieter überlassen. Gesetzlich vorgegeben ist, dass die gesamten Kosten zunächst in Grund- und Verbrauchskosten aufgeteilt werden. 30-50% werden dabei als Grundkosten festgelegt. Wenn beispielsweise 30% der Kosten zu Grundkosten werden, werden diese zunächst durch die gesamte Wohnfläche des Hauses geteilt und der daraus entstehende Preis mit den eigenen Quadratmetern multipliziert. Anschließend würden die verbleibenden 70% Verbrauchskosten durch die Kosten je Einheit (z.B. Liter Öl) dividiert und der errechnete Preis wiederum mit dem eigenen Verbrauch, welcher durch das Ablesen der Messgeräte ermittelt wurde, multipliziert. Die Ergebnisse beider Rechnungen stellen dann den zu zahlenden Betrag für die entsprechende Mieteinheit dar. Dieser Verteilungsschlüssel ist jedoch nur eine mögliche Variante, nach welcher Methode bzw. welchem Verhältnis genau berechnet wird, ist Entscheidung des Vermieters.

Der Anzeige an der zentralen Heizungsanlage gibt Aufschluss über alle wichtigen Daten. Bildquelle: © avantrend | pixabay.com

Welche Heizkosten sind umlagefähig?

Kosten umzulegen bedeutet, diese aufzuteilen. Heizkosten sind also dann umlagefähig, wenn diese auf die verschiedenen Mietparteien aufgeteilt werden können. Kosten welche für fest installiertes Inventar aufkommen, werden jedoch nicht von den Mietern bezahlt, sondern vom Hauseigentümer. Dazu gehören beispielsweise aufkommende Kosten für den Austausch eines Heizkessels oder den/die Heizkörper in den Wohnräumen. Umlagefähig sind Kosten, welche für die Instandhaltung und Wärme selbst bezahlt werden müssen. Beispiele dafür sind Betriebsstrom, Reinigungen, Inspektion durch den Schornsteinfeger, Brennerwartung, Brennstoff und die Verbrauchserfassung. Umgelegt werden diese in der Heizkostennebenabrechnung nach dem oben genannten Prinzip.

Wie werden Heizkosten bezahlt?

Insofern das Haus, in dem Ihr als Mieter wohnt, über eine Zentralheizung und mehrere bewohnbare Parteien verfügt, wird monatlich ein fixer Betrag für Heizkosten über die Nebenkostenvorauszahlung gezahlt. Die Heizkosten sind also schon in der Miete enthalten. Genauer gesagt in der Warmmiete, da in dieser alle Nebenkosten enthalten sind. Erscheint die jährliche Heizkostennebenabrechnung, wird innerhalb dieser ermittelt, ob die bereits gezahlten Beträge den Verbrauch abdecken oder nicht. Gegebenenfalls müsst Ihr nachzahlen oder bekommt im besten Fall Geld vom Vermieter zurück, weil ihr einen niedrigeren Verbrauch habt. Und dadurch, dass die Heizkosten in der Miete enthalten sind, werden sie bei Hartz IV Anträgen automatisch mitberücksichtigt.

Welche Heizkosten sind normal?

Die durchschnittlichen Heizkosten hängen von vielen Faktoren ab. Handelt es sich um ein Ein- bzw. Zweifamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus? Ist man Wohnungseigentümer oder Mieter? Verfügt das Haus über Zentral-, Etagen- oder Nachtheizung? Womit wird geheizt? Wann wurde das Gebäude erbaut? Wie gut ist es isoliert? Und natürlich: Wie viele Quadratmeter werden beheizt? Eine pauschale Antwort, welche Heizkosten völlig im normalen Rahmen liegen, lässt sich also schwer geben. Festhalten lässt sich jedoch, dass die durchschnittlichen Heizkosten im Jahr 2017 in Deutschland bei ca. 11,30 €/qm für Erdöl als Energieträger, bei ca. 10,70 €/qm für Heizöl und bei ca. 12,80 €/qm für Fernwärme lagen. Wenn Ihr Euch unsicher seid, ob Eure Heizkosten den verhältnismäßigen Rahmen sprengen, könnt Ihr eine Vergleichsseite im Internet aufrufen, welche Eure Daten einzeln abfragt und Euch anschließend einen Richtwert liefert.

Vergesst nicht, Eure Heizung regelmäßig und gründlich zu reinigen. Bildquelle: © Arcaion | pixabay.com

Warum steigen Heizkosten?

Ein banaler Grund ist natürlich die Außentemperatur – ist es draußen kälter, wird in Wohnräumen mehr geheizt. Der Hauptgrund sind jedoch steigende Großhandelspreise, vor allem für Heizöl. Diese führen in Verbindung mit einem schwachen Euro dazu, dass Ihr als Mieter mehr Geld für Heizkosten einplanen müsst als zuvor.
Hier ein paar Tricks und Tipps um an den Heizkosten zu sparen:

  • Gleichmäßig Heizen: Lasst Euer Heim nicht vollkommen Auskühlen, um dann wieder auf höchster Stufe zu heißen. Schneller warm wird es durchs volle Aufdrehen der Heizung ohnehin nicht, da sich dadurch lediglich die Zieltemperatur erhöht. Stellt Ihr Eure Heizung auf 3, ist dies im Normalfall völlig ausreichend für einen gemütlichen Wohnraum.
  • Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften spart ebenfalls Heizkosten ein, da sauerstoffreiche Luft Wärme besser transportiert.
  • Gute Isolierung: Fenster und Wände sollten über eine gute Dämmung verfügen, damit Ihr nicht nach außen heizt.
  • Heizung nicht zustellen: Wenn Ihr große Möbel unmittelbar vor die Heizung stellt, wird die Wärme zum größten Teil an diese abgegeben, anstatt in den Raum geleitet.
  • Heizung entlüften: Ihr solltet in regelmäßigen Abständen von etwa einem Jahr Eure Heizung entlüften, da der Heizkörper sonst nicht vollständig genutzt werden kann. Spätestens wenn der Heizkörper an manchen Stellen nicht mehr richtig heiß wird und Ihr glucksende Geräusche hört, solltet Ihr Euch an die Entlüftung machen. Die Heizung muss dabei an sein, damit das Wasser die Luft verdrängen kann. Öffnet vorsichtig das Ventil, welches sich am entgegengesetzten Ende des Thermostatkopfes befindet und stellt zur Vorsicht einen Eimer unter. Kommt Wasser aus dem Ventil, ist alle Luft entwichen und Ihr könnt es wieder schließen. Doch Vorsicht: während des gesamten Vorgangs besteht Verbrühungsgefahr!
  • Heizung putzen: Die Heizungsleistung kann bis zu 30% nachlassen, wenn Staub und Schmutz die Wärmeabgabe in den Raum verhindern.
  • Wohnungslage: Indirekt spart Ihr natürlich ein paar Euro, wenn Eure Wohnung zwischen anderen liegt, also beispielsweise nicht im Erdgeschoss über dem Keller, da Ihr so einen kleinen Teil der Wärme Eurer Nachbarn abbekommt.
  • Sammelbestellungen: Wenn Ihr selbst Hausbesitzer seid und z.B. mit Öl heizt, lohnt es sich, mit Nachbarn zusammen zu bestellen, da bei größeren Mengen der Ölpreis sinkt.



Tipp: Damit Ihr es im Winter so richtig kuschelig habt, solltet Ihr unseren Ratgeber Gemütlich einheizen – Alternativen zum Holzkamin nicht verpassen.

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