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Ratgeber Holzblasinstrumente

Holzblasinstrumente erfreuen sich schon seit der Antike großer Beliebtheit und sind auch heute aus keinem klassischen Orchester und keiner Big Band wegzudenken. Wollt Ihr gerne ein Instrument lernen, sind Holzbläser im Allgemeinen eine gute Wahl. Teilweise günstiger und in jedem Fall platzsparender als ein Klavier oder Schlagzeug, bieten sie Euch die Möglichkeit, sowohl solistisch, als auch im Ensemble musikalisch tätig zu werden. Wie alle Instrumente fördert das Lernen nicht nur Taktgefühl, sondern auch Koordination, Konzentration, Durchhalte- und Einfühlungsvermögen. Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass das Musizieren dabei hilft, geistig und körperlich fit zu bleiben und das Gehirn vor Demenz schützen kann. Es gibt also viele gute Gründe, sich mit einem Holzbläserinstrument zu beschäftigen. Wir stellen Euch im Folgenden die Holzbläserfamilie vor und verraten Euch, worauf es bei der Auswahl eines Instruments ankommt.

Holzblasinstrumente im Überblick

Unter Holzblasinstrumenten versteht man gemeinhin Instrumente, bei denen mittels eines Luft- oder Rohrblatts Schwingungen der Luftsäule erzeugt werden, die wiederum den Ton des Instruments ausmachen. Das trifft jedoch auf viele verschiedene Instrumente zu, weshalb eine exakte Abgrenzung gar nicht so einfach ist. So gehören im weitesten Sinne auch Panflöten, sowie auch Instrumente, die nicht mit dem Mund geblasen werden, zu den Holzblasinstrumenten, wie zum Beispiel die Orgel.
In diesem Beitrag möchten wir Euch jedoch nur die typischen Holzblasinstrumente vorstellen. Dazu gehören Sopran- und Altblockflöte, Querflöte, Klarinette, Oboe, Fagott und Saxophon. All diese Instrumente haben Folgendes gemeinsam: Ihr blast sie am sogenannten Mundstück unmittelbar mit dem Mund an und beeinflusst dabei durch das Schließen und Öffnen der Tonlöcher die Länge der Luftsäule. Dies geschieht, je nach Instrument, indem Ihr entweder Finger auf die Tonlöcher legt oder die Klappen des Instruments mit den Fingern schließt. Indem Ihr also die Länge der Luftsäule verändert, erzeugt Ihr Töne in unterschiedlichen Höhen und Tiefen. Sind alle Tonlöcher geschlossen, erzielt Ihr den tiefsten Ton – umgekehrt erklingt der höchste Ton des Instruments, wenn alle Löcher geöffnet sind.
Obwohl der Begriff vermuten lässt, dass Holzblasinstrumente aus Holz sind, trifft dies nicht auf alle Instrumente zu, so zum Beispiel auf das Saxophon. Zudem werden viele Instrumente heutzutage aus Kunststoff oder Metall gebaut, gehören aber trotzdem zu den Holzblasinstrumenten. Dies liegt daran, dass sie zum einen ursprünglich aus Holz gefertigt wurden, dass die Schwingung auf die im folgenden Absatz beschriebene Art und Weise erzeugt wird oder aber daran, dass das tonerzeugende Bauteil aus Holz ist.

Die verschiedenen Holzblasinstrumente von Flöte bis Fagott

Zu den typischen Holzblasinstrumenten gehören wie eingangs bereits erwähnt Flöte und Klarinette, Oboe, Fagott und Saxophon. Diese verschiedenen Instrumente lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Bei der Flöte beispielsweise trifft das sogenannte Luftblatt, ein von Euch erzeugter Luftstrom, auf das Labium, die Anblaskante, wo es ins Schwingen gerät und einen Ton erzeugt. Anders ist dies bei der Klarinette und beim Saxophon: Hier ist es ein im Mundstück verbautes Rohrblatt, das durch das Anblasen gegen die Öffnung schwingt und dabei den Ton hervorbringt. Ähnlich verhält es sich beim Fagott und der Oboe, bei denen je zwei Rohrblätter gegeneinander schwingen, sobald Ihr sie anblast.
Wie hoch oder tief ein Holzblasinstrument klingt, hängt nicht nur vom Spiel, sondern vor allem von der Länge der Luftsäule und der Bauart zusammen. Selbst wenn Ihr also beim Spielen alle Löcher der Flöte schließt, die grundsätzlich am höchsten klingt, wird sie niemals einen so tiefen Ton erreichen, wie das Fagott, welches am tiefsten von den Holzblasinstrumenten klingt. Im Allgemeinen ist die Wellenlänge des Grundtons eines Holzblasinstruments doppelt so groß wie die Länge seiner Luftsäule. Das bedeutet: je länger die Luftsäule, desto tiefer der Ton. Eine Ausnahme bilden Rohrblattinstrumente, die eine zylindrische Bohrung aufweisen, so etwa die Klarinette. Hier ist der Grundton viermal so groß wie die Luftsäule, weshalb die Klarinette einen tieferen Grundton aufweist als eine Flöte, obwohl sie ähnlich groß ist.

Welches Holzblasinstrument am besten zu Euch passt

Geht es an die Wahl des passenden Holzinstruments, gilt es, mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Die wohl wichtigste Frage lautet: Welches Instrument klingt in Euren Ohren am besten? Auch die Musikrichtung spielt eine entscheidende Rolle. Mögt Ihr Jazz, werdet Ihr mit einem Saxophon oder einer Klarinette sicher glücklicher als mit einer Sopranblockflöte. Grundsätzlich lassen sich alle Holzbläserinstrumente sowohl im Ensemble als auch solistisch spielen. Der Unterricht gestaltet sich jedoch durchaus unterschiedlich: Während Blockflöte gerne in Gruppen unterrichtet wird, wird beispielsweise beim Saxophon Einzelunterricht erteilt.
Ein letzter, aber nicht zu vernachlässigender Punkt ist natürlich Euer Budget. So sind gute Blockflöten bereits ab circa 30 Euro erhältlich und lohnen die Anschaffung auch bei unregelmäßigem Spiel. Klarinetten und Saxophone sind ab etwa 130, beziehungsweise 250 Euro erhältlich und liegen somit im preislichen Mittelfeld. Wer sich für eine Oboe oder ein Fagott entscheidet, muss deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen: Zwischen 1000 und 3000 Euro kosten gute Instrumente aus dem Musikfachhandel.
Seid Ihr Euch bezüglich der Wahl unsicher, solltet Ihr erst einmal verschiedene Instrumente probieren, bevor Ihr Euch für eines entscheidet. Besucht beispielsweise den Tag der offenen Tür einer Musikschule oder nehmt an teilweise kostenlosen Schnupperstunden teil, um Euch mit den Holzblasinstrumenten vertraut zu machen. Übrigens bieten viele Schulen einen Leihservice an, der vor allem zu Beginn Eurer Musikkarriere praktisch ist: So könnt Ihr mehrere Stunden lang ausprobieren, ob Euch ein Instrument zusagt, bevor Ihr Euch ein eigenes anschafft. Dies solltet Ihr nach einer gewissen Zeit auf jeden Fall; schließlich wollt Ihr auch zu Hause üben oder mit der Familie musizieren.

Bestens geeignet für Kinder und Anfänger: die Blockflöte. Bildquelle: © congerdesign | pixabay.com

Das richtige Holzblasinstrument für Kinder und Anfänger

Geht es um die Wahl des richtigen Holzblasinstruments für Eure Kinder, ist die Blockflöte zu empfehlen. Selbst Kinder, die noch nicht genau wissen, welches Instrument sie am liebsten mögen oder deren Lieblingsinstrument noch zu schwer für sie ist, profitieren vom Flötenunterricht. Hier erlernen sie musikalische Grundkenntnisse wie bspw. Noten lesen, die sie später auf das Spiel mit anderen Instrumenten anwenden können und haben im Gruppenunterricht zudem Spaß mit Gleichaltrigen. Blockflöte können Eure Kinder direkt im Anschluss an die musikalische Früherziehung oder aber mit dem Eintritt in die erste Klasse, also ab sechs Jahren erlernen. Das Flötenspiel ist vergleichsweise einfach zu lernen, doch wie immer gilt: Übung macht den Meister! Entscheidet Ihr Euch gegen die Blockflöte, solltet Ihr unseren Ratgeber Hier spielt die Musik – Instrumente für Kinder nicht verpassen.
Auch erwachsene Anfänger sind mit einer Blockflöte gut beraten, dürfen sich aber ruhig auch am Spiel weiterer Holzblasinstrumente versuchen. Da die Flöte vergleichsweise günstig in der Anschaffung ist, sich aufgrund ihrer geringen Größe einfach greifen und sich ihr dementsprechend leicht ein schöner Ton entlocken lässt, erweist sie sich als gutes Einsteigerinstrument – vor allem dann, wenn Ihr neben dem Spiel erst einmal lernen müsst, Noten zu lesen. Solide Grundkenntnisse der Musik werden Euch anschließend den Einstieg mit einem anderen Holzblasinstrument erleichtern, egal, ob Ihr Euch für eine Oboe, Klarinette, ein Saxophon oder Fagott entscheidet.

Ihr möchtet gerne ein Instrument lernen, aber Holzinstrumente sagen Euch nicht zu? In unseren Beiträgen Ratgeber Keyboard und Ratgeber Gitarre stellen wir Euch die Musikinstrumente Gitarre und Keyboard ausführlich vor.

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