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Gemütlich einheizen – Alternativen zum Holzkamin

Bei dem nasskalten Wetter Lust auf ein behagliches Kaminfeuer? Die Möglichkeit hat nicht jeder. Man kann schließlich nicht alles haben – oder etwa doch? Wer in Haus oder Wohnung keinen Holzkamin betreiben kann, hat trotzdem zahlreiche Möglichkeiten, knisternd flackernde Flammen und wohlige Wärme zu genießen. Wir stellen Euch drei Alternativen zum Holzfeuer vor, auf die Kaminfans mal einen Blick werfen sollten.

Warum kein Holzkamin?

Wer nicht schon einen Kaminofen besitzt oder einen bei Neubau oder Sanierung eingeplant hat, hat auf dem Weg zum gemütlichen Feuer einige Hürden zu überwinden. Der Einbau eines Schornsteins, Abnahme durch den Schornsteinfeger, teilweise nervige Sicherheitsmaßnahmen durch eingebauten Richtwächter bei nachträglichen Einbauten, ein feuerfester Untergrund am Aufstellort und nicht zuletzt beträchtliche Kosten. Während Hausbesitzer auf erhebliche Probleme stoßen, haben Bewohner von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in den meisten Fällen gar keine Möglichkeit, endlich einen gemütlichen Abend am knisternden Holzfeuer zu genießen.
Tipp: Hier findet Ihr Infos zu Ofenarten, baulichen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen.
Ob bauliche Gründe, mangelndes Budget, die Angst vor echtem Feuer im Haus oder zu wenig Platz – für alle, bei denen die Bedingungen für einen richtigen Kachelofen nicht erfüllt sind, gibt es trotzdem einige Alternativen. So könnt Ihr behagliche Winterromantik genießen, teilweise sogar mit erheblich weniger Aufwand als beim Holzfeuer.

Einfach und gut – Bioethanolofen

Echtes Feuer ganz ohne Schornstein, Bauvorschriften und Holzschleppen. Den Bioethanolkamin könnt Ihr Euch vorstellen wie eine überdimensionierte Flamme unter dem Fonduetopf. Eine Möglichkeit, Abgase loszuwerden, braucht Ihr nicht, jedoch solltet Ihr beim Feuern mit Ethanol regelmäßig lüften. Zwar ist Bioethanol der vergleichsweise teuerste Brennstoff für alternative Kaminlösungen, allerdings gleicht sich dies durch günstige Anschaffungskosten beim Kamin wieder aus.
Je nach Geschmack und Platzangebot habt Ihr die Wahl zwischen Wand- oder Tischkaminen sowie freistehenden Öfen. Die Ausführungen reichen von einfachen Brennschalen bis zu rustikal oder modern aussehenden Designs, die Holzkaminen täuschend ähnlich sehen. Die Flammenhöhe lässt sich über Schiebeklappen regulieren. Einzig die Heizleistung eines echten Holzfeuers erreicht Ihr mit den Ethanolflammen nicht. Ein wenig gemütliche Wärme ist hier das Maximum.
Achtet beim Kauf darauf, Modelle zu wählen, die der ab 2018 geltenden EU-Norm entsprechen. Nur so ist ein sicherer Betrieb gewährleistet.

Vorteile Bioethanolofen:

  • echte Flammen
  • sauber
  • leicht erhältlicher Brennstoff (in Flaschen)
  • keine baulichen Veränderungen nötig
  • günstig in der Anschaffung (ab 300 Euro)

Nachteile Bioethanolofen:

  • kann rußen, regelmäßig lüften erforderlich
  • schlechte Heizleistung, nicht zum Heizen geeignet
  • keine typische Holzfeueratmosphäre
  • Brennstoff pro Betriebsstunde am teuersten (etwa 75 Cent pro Stunde)
Es gibt sehr viele Alternativen zum Holzfeuer.
Es gibt viele schöne Alternativen zum Holzfeuer. Bildquelle: © Adi Goldstein | unsplash.com

Chic, modern und angenehme Wärme – Gaskamin

Gaskaminöfen waren hierzulande lange eine Seltenheit. In den letzten Jahren steigt jedoch die Nachfrage. Kein Wunder, denn Gaskaminöfen sind nicht nur im Betrieb bequem, sondern auch in der Versorgung mit Brennstoff – vorausgesetzt Haus oder Wohnung verfügen über einen Gasanschluss und die Möglichkeit ein verhältnismäßig kleines Abluftrohr einzubauen. Zudem braucht Ihr in Energiesparhäusern eine automatische Frischluftzufuhr.
Bei hochwertigen, modernen Modellen wird über eine geregelte Luftzufuhr erreicht, dass möglichst große, gelbe Flammen zu sehen sind. So könnt Ihr mit dem Gaskamin die klassische Kaminatmosphäre genießen, ohne sauber machen oder Holz schleppen zu müssen.
Das Beste am Gasofen: Ihr könnt damit sogar heizen, denn leistungsstarke, an die Größe des Raumes angepasste Modelle sind durchaus in der Lage die Raumluft effizient auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Technisch ausgereifte Varianten lassen sich per Thermostat und sogar über Apps mobil steuern. Im dicht isolierten Energiesparhaus könnt Ihr dabei die Flammen so regulieren, dass es Euch nicht zu warm wird.

Vorteile Gasofen:

  • günstiger Brennstoff (etwa 50 Cent pro Stunde)
  • kein Holzlager nötig
  • saubere, umweltfreundliche Verbrennung
  • für einzelne Räume zum Heizen geeignet
  • echte Flammen, gemütliche Atmosphäre
  • Kaminatmosphäre auf Knopfdruck
  • sauber, keine aufwendige Reinigung
  • hervorragend für gewerbliche Gebäude geeignet

Nachteile Gasofen:

  • Schornstein oder Abgasrohr und Abnahme vom Schornsteinfeger erforderlich
  • Gasanschluss benötigt
  • teuerste Alternative zum Holzkamin (ab 5000 Euro)
  • keine knisternden Scheite
  • geregelte Frischluftzufuhr und/oder Richtwächter vorgeschrieben
Kamin
Besonders in den Wintermonaten macht ein Kamin viel her. Bildquelle: © Element5 Digital | unsplash.com

Täuschend echt – Elektroofen

Für alle, die vor realen Flammen zu viel Respekt haben oder Kinder und Haustiere vor Verletzungen durch Hitze bewahren wollen, sind Elektrokamine ideal. Spitzenmodelle erzeugen eine naturgetreue Flammensimulation, die nicht nur das Aussehen echter Flammen nachahmt, sondern auch Knistergeräusche erzeugt. Dies geschieht je nach Modell und Hersteller mithilfe von LED-Leuchten oder Hallogenlampen, ausgeklügelter Spiegeltechnik, Projektion und sogar Dampf und Luftgebläsen, was aufsteigenden Rauch imitiert. Auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick lassen sich kaum noch Unterschiede zum Holzfeuer erkennen.
Für gut isolierte Niedrigenergiehäuser lohnen sich Varianten mit zuschaltbarer, regulierbarer Heizfunktion. So erhaltet Ihr Kaminromantik und gemütliche Wärme, ohne nach kurzer Zeit in überhitzten Räumen zu sitzen.

Vorteile Elektrokamin:

  • sauber
  • kein Zukauf von Brennstoffen
  • realistische Flammensimulation bei hochwertigen Modellen
  • sicher
  • Wärme auf Wunsch zuschaltbar
  • kein Schornstein nötig, kein Einbau
  • Heizfunktion abschaltbar
  • Kosten von etwa 60 Cent pro Betriebsstunde

Nachteile Elektrokamin:

  • keine echten Flammen
  • hochwertige Modelle teuer (ab 1000 Euro, bis zu 5000 Euro)



Unsere Liste an Alternativen zeigt: Es muss nicht immer Holz sein. Auch mit Gas-, Bioethanol- und sogar Elektroöfen lässt sich dank moderner Technik romantische Winterstimmung zaubern. Und wer möchte, kann damit teilweise auch heizen.

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