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Kartenspiele – Spielen ist Trumpf

In fast jedem deutschen Haushalt befindet sich ein Kartenspiel. Ob das klassische Französische Blatt für Skat, Doppelkopf und MauMau oder andere moderne Varianten wie Uno, Wizard und Phase 10 – die Auswahl an Kartenspielen ist riesig und begeistert Jung und Alt. Wir stellen Euch die beliebtesten Kartenspiele vor und sagen Euch, warum diese Art des Gesellschaftsspiels nicht nur Spaß, sondern auch schlau macht.

Die lange Tradition der Kartenspiele

Bereits seit dem 14. Jahrhundert begeistern wir Europäer uns für Kartenspiele, also für Spiele, bei denen die Karten der hauptsächliche Bestandteil sind. Im Laufe der Zeit haben sich nicht nur die Karten verändert, sondern auch die Vielzahl an Spielmöglichkeiten. In erster Linie versteht man unter einem Kartenspiel das bekannte Französische Blatt aus den vier Farben Pik, Kreuz, Herz und Karo. Mit diesen Karten kann man unzählige Spiele, wie Skat, Doppelkopf, Rommé, Bridge und Canasta, spielen, deren Regeln sich über die Zeit hinweg und von Region zu Region weiterentwickelt haben. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Spielkartenpaketen, also der spezifischen Zusammenstellung der Karten: Gespielt wird entweder mit einem 32-er Blatt (z.B. Skat), einem 48-er Blatt (2 x 24 z.B. für Doppelkopf) oder gar einem 110-er Blatt (2 x 52 plus 6 Joker z.B. für Rommé).

All diese Kartenspiele haben eine lange Tradition und das Wissen darüber wird von Generation zu Generation weitergegeben. Neueren Ursprungs sind moderne Spielvarianten, deren Karten komplett anders aussehen und die mit ihrem modernen Design besonders eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Viele dieser zeitgemäßen Kartenspiele erinnern in ihren Regeln an die klassischen Vorgänger. Das seit nunmehr 20 Jahren sehr beliebte Spiel Wizard ist eine Abwandlung des altbewährten Sticheratens. Uno, das meistverkaufteste Kartenspiel der Welt, erinnert an den Kinderklassiker MauMau und der Bestseller Phase 10 hat große Ähnlichkeit mit Rommé.

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Warum sind Kartenspiele so wichtig?

Kartenspiele bringen einfach Spaß – und zwar der gesamten Familie. Sie sind eine gute Möglichkeit, um mehrere Generationen an den Tisch zu holen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Darüber hinaus trainieren und schulen sie wichtige Eigenschaften, wie zum Beispiel Konzentration, logisches und strategisches Denken, mathematische Fähigkeiten, Ausdauer und Auswendiglernen. Aber auch Sozialkompetenzen, wie Teamgeist und Empathie und der richtige Umgang mit Niederlagen, werden gefördert. Ein großer Vorteil von Kartenspielen im Vergleich zu anderen Gesellschaftsspielen ist, dass sie in der Regel wenig Geld kosten und durch ihre handliche Größe in jede Hosentasche passen. Ein weiterer Pluspunkt von Kartenspielen: Langeweile ist ausgeschlossen, denn vor allem das klassische Französische Kartenspielblatt weist eine Vielzahl an Spielmöglichkeiten auf.

Ab welchem Alter können Kinder Karten spielen?

Wie bei allen Gesellschaftsspielen ist es wichtig, die Kinder nicht zu überfordern und Kartenspiele auszuwählen, die dem Alter angepasst sind und deren Regeln die Kleinen verstehen können. Viele Spiele gibt es in mehrere Ausführungen und Designs, die jeweils auf eine bestimmte Altersgruppe ausgerichtet sind. Bei Kartenspielen für die 3- bis 5-Jährigen findet man beispielsweise statt Zahlen Symbole und die Regeln sind wesentlich überschaubarer. Vor dem 4. Lebensjahr ergibt es meistens noch keinen Sinn, Kartenspiele zu spielen, danach kann allerdings mit einfachen Spielen wie Schwarzer Peter und Quartett begonnen werden. Ab dem Grundschulalter verstehen die Kinder schwierigere Regeln und können besser mit Zahlen umgehen. Spielempfehlungen für dieses Alter sind zum Beispiel Uno, 6 nimmt, Elfer raus und Skip-Bo. Übrigens haben Kinderhände manchmal Schwierigkeiten, die Karten zu halten – Hilfe kann hier ein spezieller Kartenhalter leisten.

Uno-Karten
Uno mag wirklich jeder: es ist einfach zu verstehen und bereitet viel Spielspaß. Bildquelle: © Sofi Layla | pixabay.com

Die beliebtesten Kartenspiele

Ob altbekannte Spiele wie Skat und Doppelkopf oder moderne Varianten wie Uno und Wizard – Kartenspiele boomen und bescheren Spieleverlagen und -herstellern wie Amigo, Ravensburger, Mattel und Schmidt hohe Umsatzzahlen. Besonders beliebt sind folgende Kartenspiele:

Doppelkopf

Für dieses klassische Kartenspiel benötigt Ihr drei Mitspieler (es wird also zu viert gespielt) und in der Regel 48 Karten (2 × 24 Blatt) mit den Kartenwerten 9, 10, Bube, Dame, König und Ass, sprich ein gewöhnliches Französisches Blatt. Es ist wichtig, dass jede Karte doppelt vorhanden ist. Einige Doppelkopf-Spieler ziehen es vor, ohne Neunen zu spielen. Von Fuchs über Schweine bis hin zu Solos und gefangenem Karlchen – es gibt je nach Können (und nach Region) verschiedene Variationen, Begriffe und Zusatzregeln. Die „Standard“-Variante ist aber relativ schnell erlernt. Ziel des Spiels ist es, zusammen mit seinem Spielpartner möglichst viele Stiche zu erzielen.

Skat

Dieses weitverbreitete Kartenspiel, das zum deutschen Kulturerbe zählt, wird immer zu dritt gespielt – und zwar mit insgesamt 32 Karten mit den Kartenwerten 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König und Ass. Durch die Mischung aus Strategie- und Glücksspiel, das Reizen und die drei Spiel-Kategorien (Farbspiel, Grand und Nullspiel) ist es ein spannendes und unterhaltsames Spiel, bei dem am Ende derjenige gewinnt, der die meisten Stiche abkassiert hat.

Uno

Es ähnelt dem klassischen MauMau-Spiel, wird allerdings mit einem speziellen UNO-Blatt gespielt. Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell seine eigenen Karten loszuwerden. Normale Farbkarten und spezielle Aktionskarten müssen dafür passend auf einem Stapel in der Mitte abgelegt werden. Das Spiel überzeugt mit seinen klaren, einfachen Regeln auch jüngere Mitspieler und lässt sich gut in einer großen Runde spielen.

Wizard

Das Kartenspiel, das es mittlerweile in verschiedenen Variationen gibt, ähnelt dem klassischen Sticheraten. Gespielt wird in mehreren Runden, wobei jeder Spieler pro Runde eine weitere der mit mystischen Symbolen und magischen Zeichnungen designten Karten bekommt, sprich in der ersten Runde eine Karte, in der zweiten zwei etc. Jeder Spieler muss anhand seiner Karte(n) pro Runde voraussagen, wie viel Stiche er erzielen wird. Wer richtig rät, bekommt Punkte – und wird am Ende zum Sieger gekürt.

Kartenspiel
Ob alleine, zu zweit oder mit mehreren: Karten spielen geht immer und überall. Bildquelle: © Ines Ferreira | unsplash.com

Empfehlenswerte Kartenspiele für zwei Personen

Nicht immer versammelt sich die komplette Familie um den Spieltisch. Deshalb gibt es viele Spiele, die ab zwei Personen gespielt werden können. Empfehlenswert sind diese Klassiker und Bestseller:

Rommé

Das Kartenspiel für zwei bis sechs Spieler wird wahlweise mit einem oder mit zwei 52-er Blatt mit den Kartenwerten 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. 9, 10, Bube, Dame, König und Ass sowie jeweils drei Jokern gespielt. Ziel ist es, seine Karten in Sätzen oder Folgen auszulegen oder bei den Karten der anderen Mitspieler anzulegen, um so möglichst schnell alle Handkarten loszuwerden.

Phase 10

Dieses Legespiel für zwei bis sechs Spieler ähnelt Rommé, allerdings wird hier festgelegt, welche speziellen Folgen, Farben oder Kartensätze es auszulegen gilt. Zusatzkarten wie Joker und Aussetzen gestalten das Spiel noch interessanter. Wer zuerst alle zehn Phasen durchlaufen hat, gewinnt das Spiel.

Durak

Bei diesem traditionellen, russischen Kartenspiel, das mit zwei bis sechs Spielern gespielt wird, geht es darum, möglichst schnell, alle Karten loszuwerden. Benötigt wird ein Deck aus 36 Karten mit den Kartenwerten 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König und Ass. Wie bei vielen klassischen Kartenspielen gibt es hier eine Trumpffarbe und es gilt, die Gegner mit höheren Kartenwerten und Trümpfen zu schlagen. Für Könner gibt es eine Vielzahl an Sonderregeln.

MauMau

Fast jeder von uns ist mit diesem Auslegespiel groß geworden, bei dem es darum geht, seine Handkarten möglichst schnell passend auf dem Stapel in der Mitte abzulegen. In der Regel wird mit einem 32-er Blatt gespielt. Spielt man in großer Runde, kann man einfach zwei oder drei Blätter nehmen. Als Sonderkarten gelten die Karten mit dem Wert 7 (zwei Karten ziehen), 8 (aussetzen) und Bube (Farbe wünschen). Wer am Ende seine letzte Karte spielt und MauMau ruft, hat gewonnen.

Skip-Bo

Das Kartenspiel wird mit zwei bis sechs Spielern und den speziellen Skip-Bo-Karten gespielt. Ziel ist es, den eigenen Kartenstapel vollständig abzulegen – dies kann man reihum an vier Ablagestapeln versuchen, vorausgesetzt, man hat die passenden Karten oder genügend Skip-Bo (Joker) auf der Hand.

Kartenspiele, die man alleine spielen kann

Für lange Zugfahrten, einsame Feierabende oder als entspannendes Meditationsritual sind Spiele geeignet, die man alleine Spiele kann. Neben Kreuzworträtseln, Logikspielen und Denksportaufgaben sticht besonders ein Kartenspiel für eine Person hervor: Patience. Gespielt wird mit einem 52-er Blatt mit den Kartenwerten 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König und Ass. Ziel des Geduldsspieles ist es, alle Karten so lange um- oder abzulegen, bis sie in auf- oder absteigender Kartenfolge aufeinanderliegen. Wenn alle Karten verbraucht und abgelegt sind, ist eine Patience „aufgegangen“ und das Spiel beendet.

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