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Kasperletheater: der Kreativität freien Lauf lassen

Kasperletheater sind beliebt bei Kindern, denn sie bereiten ihnen viel Spaß und Freude. Für die Kleinen ist nicht nur das Anschauen eines Puppentheaterstücks ein echtes Highlight, sondern auch das eigenständige Spielen mit den Handpuppen. Sie schlüpfen gerne in Rollen von Helden und Schurken und erleben ihre eigenen aufregenden Abenteuer. Wie das Kasperletheater seine Verwendung findet, erfahrt ihr hier.

Die bunte Welt des Kasperletheaters

Das Kasperletheater ist eine Unterform des Puppentheaters. Sind klassische Puppentheater vor Jahrhunderten ursprünglich für religiöse und zeremonielle Feiern verwendet worden, dienten sie nach und nach der Unterhaltung Zuschauer sämtlichen Alters. Erst seit etwa zwei Jahrhunderten entwickelten sich Stücke speziell für Kinder. Naheliegend war es, die Figur Kasper, bzw. Kasperl oder Kasperle als Hauptperson zu verwenden – diente dieser schon der Unterhaltung von Erwachsenen und Jugendlichen in zahlreichen Stücken des Kaspertheaters. Bezüglich der Puppen sind verschiedene Modelle möglich. Von kleinen Fingerpuppen über Handpuppen, Tütenpuppen und Stabfiguren zu Marionetten, bieten sie zahlreiche Möglichkeiten. Für Kinder sind Handpuppen jedoch am besten geeignet.

Für mehr Spaß und Freude im Familienleben

Das theatralische Erzählen von Geschichten ist eine hervorragende soziale Aktivität, die einen hohen pädagogischen Wert hat. Neben der Kreativität und den motorischen Fertigkeiten, kurbelt das Spielen mit den Handpuppen die Fantasie, das Selbstbewusstsein sowie die Sprachfähigkeit der Kinder an. Ebenso wie beim Spielen im Kaufladen, versetzen sich Eure Sprösslinge immer wieder in die Rolle von neuen Figuren und Charakteren hinein und erkennen so, wie viel in ihnen steckt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es Kindern oftmals leichter fällt auch einmal untypische Rollen zu übernehmen. Die kleinen Puppen versteckt hinter den Theaterkulissen zu bewegen verleiht mehr Anonymität als in Rollenspielen, bei welchen man selbst im Vordergrund steht. So können Jungs auch mal eine Königin, oder Mädchen den Bösewicht übernehmen und so in ungewohnte Rollen schlüpfen.
Zum Spielen mit einem Kasperletheater eignen sich anfangs Geschichten, die Kinder vom Erzählen der Gute-Nacht-Geschichten kennen, wie z.B. das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Ihr könnt auch gemeinsam mit Euren Kindern an einem selbstkreierten Puppentheaterstück arbeiten. Unterstützt Eure Liebsten beim Einstudieren der Geschichten – so gelingt ihnen der Start in die Welt des Kasperletheaters viel einfacher. Egal, ob Ihr zusammen mit Euren Kindern eine eigne Fantasiewelt erschafft oder ein bekanntes Märchen einüben möchtet – Kasperletheater versüßen im Nu die gemeinsamen Familienabende. Und das Beste ist: Viele Kasperletheater sind mobil und flexibel einsetzbar – an sommerlichen Tagen könnt Ihr sie draußen im Freien aufstellen, und an kalt-nassen Tagen eignet sich das Wohn- oder Kinderzimmer als Spielort für theatralische Inszenierungen.

Tipp: Schaut doch auch mal in unserem Ratgeber Puppentheater selber bauen – DIY Ratgeber vorbei. Bei der eigenen Herstellung sind Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt und Ihr könnt die Lieblingsmotive Eurer Kinder aufgreifen.

Der klassische Kasper trägt stets eine rote Mütze und ein schelmische Grinsen. Bildquelle: © 4941 | pixabay.com

Theaterspaß ab welchem Alter?

Beginnen kann der Kontakt mit den lustigen und vielfältigen Figuren schon ab dem 2. Lebensjahr. Zwar können die Puppen noch nicht bespielt werden, sorgen aber dennoch für Interesse und Freude bei den Kleinsten. Insbesondere Tütenpuppen, welche sich in Windeseile in Ihrer Tüte verstecken und wieder hervorzaubern lassen, sorgen für Begeisterung. Wichtig ist dabei nur, dass die Puppen recht robust sind und keine verschluckbaren Einzelteile enthalten. Erwecken Eltern die Kasperlepuppen zum Leben und binden sie spielend in den Alltag ein, erwacht in Kindern schnell das Bedürfnis, am lustigen Treiben mitzuwirken. Besonders Situationen in welchen mal nicht die Kinder, sondern die Eltern durch die Puppen getadelt werden, bespaßen die Kleinen immens. Je älter die Kinder werden, desto wichtiger ist ihnen in der Regel die Struktur des Geschehens. Schulkindern verschafft es Beruhigung wenn alle Abläufe nach einem Schema, wie beispielsweise einem ganz bestimmten Theaterstück ablaufen, in welchem die Handlungen nicht verändert werden „dürfen“. Sie möchten eine perfekte Show inszenieren, die von den Zuschauern und besonders den Eltern gebührend bewundert wird. Jüngere Kinder sind hingegen meist spontaner während des Spiels, da es Ihnen vor allem um den Spielspaß um sich geht.

„Seid ihr alle da?“

Öffnet sich der Vorhang und der Ruf ertönt „Seid ihr alle da?“, steigt die Spannung und die Vorstellung beginnt endlich. Vor dem 2. Lebensjahr lohnt sich der Besuch eines Kasperletheaters meist allerdings nicht, da die Kleinen durch das vielfältige Geschehen oftmals überwältigt sind und sich nicht auf Spiel, Kulissen und Stimmen gleichzeitig konzentrieren können. Ab dem Altern von 3 Jahren kann der Besuch eines Kasperletheaters für Kinder jedoch sehr spaßig sein. Oftmals werden die Kleinen mit eingebunden und sollen/ dürfen tanzen, singen, laut rufen oder mit den Füßen stampfen, sodass die Zeit wie im Flug vorüber geht und keine Langeweile aufkommt. Generell ist es jedoch so, dass der Erfolg des Besuchs nicht nur von der Inszenierung, sondern auch von der Tagesform Eures Kindes und seinem generellen Interesse für Aufführungen abhängt. Dem Ganzen eine Chance zu geben lohnt sich in jedem Fall, da die meisten Aufführungen für kleine Kinder nur 3-6€ kosten. Ein Höchstalter für den Besuch von Kasperletheatern gibt es nicht. Ratsam ist es jedoch, auf die Altersangabe des jeweiligen Stücks zu achten. Aufführungen für Schulkinder sind weitaus komplexer gestaltet als Aufführungen für Kinder im Kindergartenalter.

Ältere Kinder spielen ganze Stücke nach oder denken sich komplexere Handlungen aus. Bildquelle: © Pezibear | pixabay.com

Welche Modelle gibt es zu kaufen?

Je nachdem wie viel Platz Ihr zur Verfügung habt, könnt Ihr Euch für ein kleines oder großes Kasperletheater entscheiden. Die kleinen Modelle bestehen in der Regel aus einer Teleskopstange und einem Vorhang, die Ihr im Türrahmen fixieren könnt. Die größeren Varianten haben Seitenteile, die sich zum Wegräumen zusammenklappen lassen. Während die kleinen Türrahmen-Theater leicht und platzsparend verstaut werden können, sind die größeren Modelle aus bunt bemaltem Holz viel robuster und hochwertiger. Des Weiteren gibt es kleine Modelle aus Holz, welche ebenfalls über klappbare Seitenteile verfügen, jedoch für die Benutzung auf Tischen vorgesehen sind. Diese verbinden den rustikalen Charme von Holzmodellen mit der praktischen Eigenschaft, dass sie wenig Platz benötigen. Egal für welches Kasperletheater Ihr Euch entscheidet, achtet beim Kauf auf einen einwandfreien Zustand der Materialien.
Zusätzlich benötigt Ihr für eine perfekte Vorführung vielfältige Kasperle Handpuppen und eine schöne Kulisse – denn was wäre ein Puppentheater ohne die auftretenden Charaktere oder die bunten Hintergrundmotive? Wählt spannende, abwechslungsreiche und schöne Kasperle Figuren aus, damit sich Eure Kinder beim Spielen nicht langweilen. Bei der Kulissenauswahl könnt Ihr entweder auf vorgefertigte Motive zurückgreifen oder Eurer Kreativität freien Lauf lassen und das Bühnenbild selber gestalten. Einige Kasperlefiguren und Puppentheater, die Ihr aus privater Hand kaufen könnt, werden im Set angeboten. Dadurch spart Ihr jede Menge Geld, Zeit und Mühe beim Zusammenstellen Eures Kasperletheaters.

Tipp: In unserem Ratgeber Kasperlepuppen selber machen – DIY Handpuppen-Anleitung zeigen wir Euch, wie Ihr das Kasperletheater Eurer Kinder mit tollen individuellen Figuren bevölkern könnt.

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