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Kinderwagen – die ideale Mobilität für den Nachwuchs

Ein Kinderwagen ist für junge Eltern eine unverzichtbare Anschaffung. Die Suche nach einem Kinderwagen kann werdenden Eltern jedoch schnell Schweißperlen auf die Stirn treiben. Im Dschungel aus Modellen, Marken und Funktionen behält kaum einer den Überblick. Die Preise für hochwertige Ausführungen tragen dazu auch nicht zur Entspannung bei. Wir klären auf und helfen, den Richtigen zu finden.

Verschiedene Kinderwagen – vom Sportler zum Alleskönner

Klassische- und Retro-Babywagen

Retrokinderwagen ohne Umbaufunktion gibt es heute kaum noch auf dem Markt, da Babys ihnen zu schnell entwachsen. Wer auf die schicken Designs der Stubenwagen aus vergangenen Jahrzehnten steht, findet bei gut sortierten Babyausstattern Wagen im Retrolook. Diese lassen sich so flexibel umbauen und nutzen wie die moderner wirkenden Varianten.
Der klassische Kinderwagen bietet Neugeborenen, neben Liegekomfort und Schutz vor Witterungseinflüssen, auch die notwendige Geborgenheit. Die robuste Rahmenkonstruktion besteht meist aus leichtem Metall (wie etwa Alu) und ist mit vier großen Rädern ausgestattet. Als Liegefläche dient häufig eine abnehmbare Tragetasche, die eine einfache Handhabung ermöglicht. Der Klassiker wird für die ersten Monate nach der Geburt verwendet und meist durch ein anderes Modell ersetzt, in dem das Kind etwas mehr von der Umgebung sieht. Sobald die neugierigen Entdecker sich für die Umwelt zu interessieren und nicht immer nur gelangweilt in der Tragetasche liegen möchten, ist es Zeit für einen Umstieg auf das nächste Modell. Wenn Ihr Euch diesen Wechsel ersparen möchtet, könnt Ihr einen praktischen Kombi-Kinderwagen kaufen.

Buggy: Leicht, platzsparend, günstig

Für Eltern von Kleinkindern sind handliche und leichte Buggys empfehlenswert. Die kompakten Buggys gibt es in jeder Preis- und Qualitätsklasse. Auch wenn Euer Baby bereits sicher sitzen kann, ist ein Buggy nicht die erste Wahl. Die noch nicht genügend ausgebildete Rückenmuskulatur kann hier nicht die notwendige Unterstützung erhalten, zu diesem Zeitpunkt ist daher ein Sportwagen deutlich empfehlenswerter. Ideal ist dieser Kinderwagen jedoch für Kleinkinder, die bereits die Umgebung auf eigenen Füßen erkunden und zwischen den Ausflügen ein wenig Erholung im Buggy suchen. Besonders praktisch ist dieses Modell für kurze Strecken, beispielsweise wenn Ihr mit Eurem kleinen Wirbelwind schnell in die Stadt zum Einkaufen oder zum Spielplatz gehen möchtet. Reine Buggykinderwagen lassen sich sehr klein zusammenklappen und nehmen so im Hausflur oder Kofferraum wenig Platz weg. Ideal auch für Eltern von zwei Babys oder Kleinkindern, bei denen das größere schon im Buggy sitzen kann und das kleinere in der Babywanne im Kombiwagen liegt.

Sportwagen für Läufer und Rollerblader

Die Begriffe „Sport“ und „Jogging“ werden in der Welt der Kinderwagen für die unterschiedlichsten Eigenschaften genutzt. Mal für die Eignung für verschiedene Untergründe, mal für die Sitzposition des Kindes und auch für Wagen, die sich für Sportler eignen, also zum Laufen und Skaten sowie für Wanderungen. Um Letztere soll es hier gehen. Jogger oder Sportwagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Insbesondere für aktive und sportliche Eltern sind sie interessant, da sie dank großer Reifen und stabiler Federung auf vielen unterschiedlichen Untergründen verwendet werden. Auch auf unebenen Gelände wie Wald- oder Feldwegen bieten sie dem Nachwuchs einen hohen Komfort. Sportkinderwagen zum Joggen und Inlineskaten sind geeignet für Babys von etwa 7 bis 9 Monaten, sie müssen auf jeden Fall bereits alleine sitzen können. Die Wagen besitzen meist drei Räder, das vordere ist in der Grundeinstellung schwenkbar und für flotte Läufe feststellbar. Bremsgriffe an der Schiebestange sowie eine Sicherheitsleine ermöglichen Notbremsungen bei Stürzen oder in Gefahrensituationen. Für sicheren Halt sorgt das integrierte Gurtsystem, und die Verstellmöglichkeiten bei Fußstütze und Sitz ermöglichen eine Anpassung an die individuelle Körpergröße des Kindes. Dazu verfügen die sportlichen Ausführungen über eine starke, belastbare Federung, die Stöße auf unebenen Untergründen ausgleicht, sowie dick gepolsterte Rückenlehnen.

Mutter mit Sportkinderwagen
Ein Sportkinderwagen macht das Joggen mit Baby oder Kleinkind möglich. Bildquelle: © ESB Essentials | shutterstock.com

Kombikinderwagen: Das Multitalent

Einer für alles! Multifunktions- oder Kombikinderwagen sind die erste Wahl vieler Familien. Sie bieten Schutz und eine gute Liegeposition für das Neugeborene und wachsen mit bis ins Kleinkindalter. In dieser Zeit sind sie mit dem Sportaufsatz als praktischer Buggy nutzbar (normalerweise bis zum Alter von 18, 24 oder 36 Monaten). Je nach Bauart ist eine Befestigungsmöglichkeit für Autositze vorhanden, die sich mit dem passenden Adapter meist für verschiedene Marken und Versionen nutzen lässt. Das ist beispielsweise praktisch, wenn das Baby während der Autofahrt eingeschlafen ist und der Weg vom Parkplatz bis zum Ziel mit der Babyschale allein zu schwer zu bewältigen wäre. Manche Kinderwagen verfügen über eine drehbare Sitzeinheit, so kann das Kind mit oder gegen die Fahrtrichtung sitzen.

Geschwister- und Zwillingswagen: Mit Kind und Kegel

Wenn Euer Nachwuchs gleich im Doppelpack das Licht der Welt entdeckt hat, wird es erforderlich, einen entsprechend großen Kinderwagen zu kaufen. Auch für Geschwister mit geringem Altersunterschied ist die Anschaffung eines Zwillings- oder Geschwisterwagens sehr empfehlenswert. Für zwei Babys oder Kleinkinder in unterschiedlichen Altersklassen oder für Zwillinge und Drillinge gibt es Zweier- und Dreier-Kinderwagen. Angeboten werden sie als Tandem-Buggys, als Kombiwagen mit Sportsitz und Babywanne oder als side-by-side-Buggys. Wer den Zwillingswagen als Geschwisterwagen nutzen möchte, sollte darauf achten, dass sich beide Module unabhängig voneinander umbauen lassen, damit jedes Baby genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt mitfahren kann. Hersteller wie Teutonia, ABC Design, Hauck oder Bugaboo bieten Modelle an, bei denen beide Sitzplätze neben- oder hintereinander angeordnet sind. Welchen Kinderwagen Ihr kauft, ist in erster Linie von Eurer persönlichen Situation abhängig. Bei letzterer Sitzanordnung besitzt der Kinderwagen die gleiche Breite wie herkömmliche Modelle, ist aber deutlich länger. Im umgekehrten Fall nimmt der Zwillingswagen in der Breite sehr viel Platz in Anspruch. Hier können beide Kinder jedoch gut miteinander kommunizieren. Bei einer Sitzanordnung hintereinander könnt Ihr hingegen das jüngere Kind im hinteren Sitz unterbringen und ihm so etwas Ruhe bieten, während der größere Entdecker im Vordersitz die Welt erkundet.

Komfort und Schutz fürs Baby

  • Luftreifen sorgen für eine zusätzliche Federung und lassen sich bequemer über unebenes Gelände steuern.
  • Vollgummireifen sind robust, günstig und brauchen keine Wartung. Da sie sich etwas härter fahren, ist es sinnvoll, wenn Kinderwagen mit Vollgummibereifung über eine bessere Federung verfügen.
  • Eine gute Federung des Fahrgestells ist wichtig, damit Stöße durch Unebenheiten nicht dem empfindlichen Babyrücken schaden.
  • Eine Fußfeststellbremse sorgt für Sicherheit bei abgestelltem Wagen. Sportkinderwagen besitzen zusätzlich Handgriffbremsen, um auch bei flotter Fahrt schnell stoppen zu können.
Kind in Kinderwagen
Der Kinderwagen wird zum treuen Begleiter in den ersten Lebensjahren.
Bildquelle: © Elena Stepanova | shutterstock.com

Beim Kauf beachten

  • Die Kinderwagenart je nach Einsatzgebiet wählen (Einkaufen, Joggen, Spaziergänge).
  • Die empfohlenen Altersklassen berücksichtigen.
  • Passt der Anschluss für den Autositz zum gewählten Modell? Gibt es Adapter?
  • Nicht alle Kinderwagenmodelle, die das Wort „Jogger“ im Namen tragen, sind auch zum Laufen oder Rollerbladen geeignet. Unbedingt die Empfehlungen des Herstellers lesen oder den Verkäufer befragen.
  • Gewicht: Die Eltern sollten den Kinderwagen samt Baby allein manövrieren und anheben können.

Kinderwagen gebraucht kaufen

Bei den Preisen, die Babyfachgeschäfte für Markenmodelle aufrufen, kann es die Kasse werdender Eltern erheblich entlasten, wenn sie auf Gebrauchtware zurückgreifen. Dabei sollten sie sich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es noch Zubehör für den Wagen?
  • Passen neue Autositze noch auf das Modell oder ist ein gebrauchter, passender Sitz auffindbar?
  • Verfügt der Wagen über waschbare Bezüge?
  • Lassen sich alle Räder noch frei drehen? Fährt der Kinderwagen noch geradeaus oder zieht er in eine Richtung? Sind die Räder geschädigt, solltet Ihr von einem Kauf absehen.

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