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Puzzles – Pusher für die kindliche Entwicklung

Puzzlen macht schlau, glücklich und fördert die Konzentrationsfähigkeit. Nicht nur Kinder profitieren von diesem Klassiker unter den Lernspielzeugen, sondern auch Erwachsene. Wir erklären Euch, warum Puzzles für die Entwicklung so förderlich sind und was es zu beachten gilt …

Puzzles sind Gute-Laune-Garanten

Puzzlen ist auf den ersten Blick eine bizarre Art der Freizeitgestaltung: Man steckt minuten- oder gar stundenlang Teile zu einem Bild zusammen, um das vollendete Werk anschließend wieder in seine Einzelteile zu zerlegen und bei Gelegenheit von vorne zu beginnen. Doch man irrt, wenn man dieses Tun als sinnlos verurteilt! Puzzlen bringt viele positive Effekte mit sich. Besonders die kindliche Entwicklung profitiert von diesem Legespiel. Puzzlen trainiert nicht nur die Feinmotorik und die Augen-Hand-Koordination, sondern schult auch die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit und das räumliche Denken. Denn es gilt nicht nur, das Motiv und den Farbverlauf des einzelnen Teils wahrzunehmen und dieses dem Gesamtbild zuzuordnen, sondern auch die Form des Puzzleteils muss erkannt werden. Dafür muss man seine ganze Aufmerksamkeit fokussieren und sich voll und ganz auf diese Freizeitbeschäftigung einlassen. Dadurch werden auch die Konzentrationsfähigkeit und die Geduld gefördert. Jedes Puzzle stellt eine Herausforderung dar, weckt den Ehrgeiz und motiviert dazu, das gesetzte Ziel, nämlich die Fertigstellung, zu erreichen. Wird dieses Ziel erlangt, macht einen das stolz und zudem auch glücklich – das haben viele wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen. Das traditionsreiche Geduldsspiel ist somit ein Gute-Laune-Garant für jedes Alter.

Welches Puzzle ist für welches Alter geeignet?

Zwei Dinge vorneweg: Zum einen ist es nicht empfehlenswert, Kinder zum Puzzlen zu zwingen – die Motivation sollte alleine von den Kleinen kommen (natürlich dürft Ihr sie aber dazu ermuntern). Zum anderen sollten Kinder nicht unter- oder überfordert werden. Deshalb ist es wichtig, den Kindern Puzzlespiele anzubieten, die von der Anzahl der Teile, vom Motiv und vom Material auf das Alter und die Fähigkeiten der Kinder abgestimmt sind. Je besser das Bild den Kids gefällt, desto mehr Lust haben sie, das Puzzle auszuprobieren. Ideal sind solche mit Lieblingsfiguren aus Büchern oder Filmen sowie Puzzles in ansprechenden Farben und mit klaren, vertrauten Bildern. Achtet auf hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung, damit die Kinder möglichst lange was von dem Spielzeug haben. Bewährte Hersteller sind zum Beispiel Ravensburger, HABA, Schmidt und Castorland. Die Anzahl der Teile sollte so gewählt sein, dass das Puzzle zwar eine Herausforderung darstellt – jedoch eine, die (möglichst alleine) gemeistert werden kann.

  • Kleinkinder (ein bis drei Jahre): Für die ganz Kleinen sind Steckpuzzles mit weniger als zehn Teilen optimal. Besonders praktisch sind Knöpfe oder Griffe an den einzelnen Teilen – das erleichtert es den Kindern, die Puzzleteile festzuhalten und an der richtigen Stelle zu platzieren. Achtet darauf, dass die Teile so groß sind, dass sie nicht verschluckt werden können. Ideal sind Puzzles aus robustem Holz, denn die Kleinen puzzlen nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ – und Teile aus Pappe machen erfahrungsgemäß nur eine bestimmte Anzahl an Fehlversuchen mit.
  • 3-Jährige: Ab drei Jahren sind die Kinder in der Regel schon so fingerfertig, dass sie auch mit Puzzles aus fester Pappe zurechtkommen. Hilfreich ist es, wenn die Puzzles einen Rahmen haben – entweder mit Steckteilen oder schon mit typischen „verzahnbaren“ Teilen, die auf den vorgedruckten oder gestanzten Konturen nachgelegt werden können.
  • 4- und 5-Jährige: Rahmen und Konturen werden jetzt überflüssig, da die Kinder in diesem Alter schon viel bewusster schauen und koordinierter puzzlen. Die Anzahl der Teile sollte nicht zu hoch sein und zwischen 24 bis 100 Puzzleteile liegen.
  • Grundschulkinder: Um Kinder in diesem Alter nach wie vor vom Puzzlen zu begeistern, sind die Motive und auch die Puzzlearten entscheidend. Es eignen sich Puzzles zwischen 100 bis 200 Teilen.
Puzzlen macht in jedem Alter Spaß. Bildquelle: © MeHe | pixabay.com

Sind Puzzles nur was für Kinder oder auch für Erwachsene?

Puzzles gibt es für jedes Alter und immer mehr Erwachsene entdecken das Legespiel wieder für sich. In der heutigen Zeit, in der immer alles schnell und möglichst digital geschehen muss, wächst die Sehnsucht nach Entspannung und Ruhe. Puzzlen hat einen angenehm erholsamen Effekt und ist eine optimale Möglichkeit, um abzuschalten. Da man sich dabei voll und ganz auf das Motiv konzentrieren muss, kann man das Geduldsspiel schon fast als Achtsamkeits- oder Mediationsübung begreifen. Gedanken an den Alltag, an private oder berufliche Probleme treten in den Hintergrund. Wenn wir puzzlen, bringen wir Ordnung ins Chaos und erreichen ein Ziel, erledigen (ohne Stress) eine Aufgabe – das befreit und kann Glücksgefühle hervorrufen. Darüber hinaus trainiert Puzzlen auch bei uns Erwachsenen die Gedächtnisfähigkeit und Geschicklichkeit. Besonders für ältere Menschen kann dieses Hobby deshalb auch eine Art des Gehirnjoggings sein.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Puzzlearten, wie Puzzle-Bälle. Bildquelle: © Alexas_Fotos | pixabay.com

Welche verschiedenen Puzzle-Arten gibt es?

Ob Tiere, Filmhelden oder Landschaften – es gibt eine unendlich große Auswahl an Puzzlemotiven. Doch die Puzzlespiele unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Bilder und der Anzahl ihrer Teile, sondern auch in ihrer Form. Neben den Rahmen- und Steckpuzzles für kleinere Kinder, gibt es zudem eine Vielzahl an Puzzle-Arten für größere Kids, Teenager und Erwachsene. Besonders beliebt sind zum Beispiel Fotopuzzles, bei denen privat geschossene Fotos von verschiedenen Anbietern in ein Puzzle umfunktioniert werden – eine schöne, individuelle Geschenkideen zu Weihnachten oder Geburtstagen. Interaktive Puzzles, wie etwa die audiodigitalen Puzzles von Tiptoi®, bieten neben dem Puzzlevergnügen dank einiger Rate- und Suchspiele, Lieder und Geschichten auch eine Menge Spielspaß und sind ein tolles Lernspielzeug. Für besonders anspruchsvolle Puzzler mit Fingerspitzengefühl eignen sich 3D-Puzzles, bei denen dreidimensionale Objekte, beispielsweise berühmte Bauwerke wie der Eiffelturm, zusammengesetzt werden müssen. Eine ähnliche Variante sind Puzzlebälle: Fußbälle, Globen oder andere Bildmotive aus stabilen, gewölbten Kunststoff-Puzzleteilen werden ohne Kleber Stück für Stück zu einer Kugel zusammengefügt.

Tipps fürs Puzzlen

Damit das Puzzlen zum Vergnügen und nicht zu einer unüberwindbaren Aufgabe wird, haben wir ein paar Tipps für Euch:

  1. Wählt ein Puzzle aus, das Euren Fähigkeiten entspricht. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Teile, sondern auch das Motiv: Ein Bild in bunten Farben und mit klaren Konturen ist wesentlich einfacher zu legen als eines mit einer Landschaft bei Nacht.
  2. Stellt den Deckel der Puzzleschachtel so hin, dass Ihr das Motiv jederzeit gut sehen könnt, ohne den Kopf verrenken zu müssen.
  3. Schaut Euch das Motiv konzentriert an und prägt es Euch ein.
  4. Dreht vor Beginn alle Teile auf die richtige Seite.
  5. Bei einem Puzzle mit vielen Teilen ist es ratsam, erst einmal die Randteile auszusortieren und damit zu beginnen.
  6. Ordnet die übrigen Teile nach Farben.
  7. Für ein Puzzle mit vielen Teilen ist es sinnvoll, eine spezielle Puzzlematte zu benutzen – so kann man das Puzzle problemlos zwischendurch weglegen.



Auch Gesellschaftsspiele sind fördernd für die Entwicklung von Kindern, besonders in Hinblick auf Sozialkompetenzen. Welche Vorteile Gesellschaftsspiele mit sich bringen und was die Klassiker unter den Spielen sind, erfahrt Ihr in unserem Ratgeber.

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