Kalaydoskop

Kleingarten in Herbst und Winter

Mit dem Sommer endet bald auch die Gartensaison. Für Kleingartenbesitzer bedeutet das, den letzten Schwung Arbeit, bevor Ihr ein wenig verschnaufen könnt. Auf Euch wartet aber nicht nur anstrengende Gartenarbeit, sondern auch die Erntezeit. Welche Aufgaben im Herbst und Winter im Schrebergarten sonst noch anfallen, haben wir für Euch zusammengefasst.

Herbst – Zeit für Ernte und Lagerung

An Obstbäumen werden jetzt Birnen, Äpfel und Quitten reif. Die Früchte erntet Ihr am besten, wenn sie sich durch leichtes nach oben Biegen und Drehen vom Ast ablösen lassen. Einlagern könnt Ihr Äpfel und Birnen auf einer Lage Papier in luftigen Kisten, die Ihr an einem dunklen, kühlen Ort aufstellt. Stapelt die einzelnen Früchte nicht übereinander, sondern legt sie nebeneinander. Haltbar machen lassen sie sich als Trockenfrüchte, Mus oder Kompott, Gelee oder Saft. Tipp: Unser Ratgeber verrät Euch, wie Ihr Eure Ernte konservieren und damit lange haltbar machen könnt.

Ebenfalls erntebereit sind im Herbst Rüben, Kartoffeln sowie Kürbisse. Manche Kohlsorten schmecken nach dem ersten Frost noch besser, diese könnt Ihr also bis zum Spätherbst stehen lassen. Wer auch über den Winter Kräuter und Gewürze aus dem Garten genießen möchte, kann diese abernten und einfrieren oder trocknen.
Hier findet Ihr übrigens leckere Rezepte für die Herbsternte aus dem Garten.

Noch einmal anpacken – Kleingarten im Herbst

Von einjährigen Pflanzen lässt sich in den Spätsommer- und Herbstmonaten Saatgut einsammeln und lagern. Lagert es dunkel, trocken und luftig. Geeignet sind zum Beispiel Papierumschläge. Im Frühling könnt Ihr so Eure eigenen Blühpflanzen nachziehen. Über den Winter und im Frühjahr gibt es übrigens in immer mehr Regionen Saatguttauschbörsen, auch Kleingartenvereine veranstalten solche Börsen.

Sammelt regelmäßig Fallobst ein, um Schädlingsbefall zu vermindern. Für Igel und Vögel könnt Ihr aber ein paar Früchte liegen lassen.
Der Herbst ist die beste Zeit, um Apfel- und Birnbäume zu pflanzen. Sucht dafür einen sonnigen Standort aus, das sorgt für aromatische, vitaminreiche Früchte. Für den Kleingarten eignen sich spezielle Säulenbäume, aber auch konventionelle Formen passen gut in die Parzelle, wenn Ihr sie regelmäßig stutzt. Junge Bäume und Sträucher solltet Ihr in trockenen Phasen noch gießen, ältere Gehölze brauchen in der Regel kein zusätzliches Wasser mehr.

Wer im Frühling frisches Blattgemüse und jungen Salat genießen möchte, der kann im Folienbeet Feldsalat, Spinat oder Winter-Postelein (Winterportulak, Gewöhnliches Tellerkraut) aussäen. Auch Frühlingszwiebeln könnt Ihr hier jetzt setzen. Dekorative Zwiebelpflanzen müssen ebenfalls spätestens im Herbst in den Boden.

Umgraben müsst Ihr Eure Beete im Herbst im Übrigen meist nicht. Es reicht, Pflanzenreste und Laub im Frühjahr einzuarbeiten. Dies schützt das Bodenleben und sorgt für einen fruchtbaren Untergrund in der nächsten Saison. Eine Ausnahme bilden sehr schwere, lehmige Böden. Sie bekommen durch das Umgraben im Herbst und Frost im Winter eine verbesserte, feinkrümelige Struktur.

Gewächshaus
Das Gewächshaus kann auch in den kälteren Monaten bepflanzt werden. Bildquelle: © zanda_photography | unsplash.com

Garten auf den Winter vorbereiten

An einem trockenen Tag im Spätsommer oder Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um Zäune, Spielhäuser und Holzaufbauten mit Wetterschutzfarbe oder Imprägniermittel zu streichen. Teile, die schon lackiert waren, schleift Ihr davor am besten einmal an, wischt sie mit einem feuchten Tuch ab und streicht dann mit geeigneter Farbe darüber. Achtet besonders bei Schaukeln, Klettergerüsten und anderen Kinderspielgeräten darauf, ungiftige, spielzeuggeeignete Farben und Lacke zu verwenden. Für Zäune und Tore aus Eisenmetallen verwendet Ihr Rostschutzfarbe.

Bringt einen Kälteschutz an empfindlichen Pflanzen an. Dazu eignen sich Vlieshauben, Kokosmatten, Reisig und Hackschnitzel. In freiliegenden Anlagen wie Kleingärten ist dies noch wichtiger, weil die Parzellen dem Wetter mehr ausgesetzt sind als Hausgärten in dicht bebauten Wohngebieten.

Nicht winterfeste Kübelpflanzen wie Zitrus- und Olivenbäume bringt Ihr am besten in einem Abstellraum in der Laube oder (mit eingepacktem Kübel) im Gewächshaus unter. Winterharte Topfpflanzen stellt Ihr vor dem Winter wettergeschützt auf und bringt am Kübel einen isolierenden Schutz an, um die äußeren Wurzeln vor direktem Frost zu schützen.

Gerade in Kleingartenanlagen wird viel Wert auf ordentlich und gepflegt aussehende Gärten gelegt. Kehrt daher Laub und Reisig zusammen. Geringe Mengen könnt Ihr aber getrost auf Beeten und Rasen liegen lassen, die verrottenden Reste fördern das Bodenleben und dienen später als Dünger. Den größten Teil der Pflanzenabfälle lasst Ihr am besten in einer Kompostbox oder Miete kompostieren und arbeitet ihn im nächsten Jahr in den Boden ein.

Der späte Herbst ist ein idealer Zeitpunkt, um Gewächshäuser zu putzen, denn so gelangt in den ohnehin dunkleren Wintermonaten mehr Licht ins Haus. Ihr braucht dazu nur einen Eimer mit Wasser, einen Putzlappen und ein mildes Reinigungsmittel.

Wer einen Teich besitzt, sollte die Teichpumpe leer laufen lassen, abschalten und in der Laube oder einem frostfreien Ort bis zum nächsten Frühling einlagern. Mit Wasserspielen und Fontänen verfahrt Ihr genauso (Ausnahme: frostfreie Modelle). Im Herbst muss regelmäßig Laub von der Teichoberfläche abgesammelt werden, damit es nicht fault und der Wasserqualität schadet. Wasserpflanzen schneidet Ihr zurück, Röhricht lasst Ihr am besten teilweise stehen, um Insekten ein Winterquartier zu bieten. Auf Fischteiche mit geringer Wassertiefe (weniger als 80 Zentimeter) setzt Ihr einen Eisfreihalter, damit die Fische über den Winter genügend Sauerstoff bekommen.

Gartenzaun
Mit den richtigen Lacken überstehen Eure Gartenzäune Wind und Wetter. Bildquelle: © MyriRoet | pixabay.com

Laube auf den Winter vorbereiten

Um lange Freude an Eurer Gartenlaube zu haben, ist es wichtig, sie regelmäßig zu pflegen und zu warten. Das gilt vor allem im Herbst, denn kalte, feuchte Witterung kann das Häuschen angreifen und für Schäden sorgen.

Diese Arbeiten solltet Ihr unbedingt vor dem Winter erledigen:

  • Wasseranschlüsse abdrehen und trocken laufen lassen, damit die Leitungen nicht einfrieren und platzen. Denkt auch daran, die Schläuche von Bewässerungsanlagen zu leeren und gegebenenfalls über den Winter einzulagern.
  • Auch volle Regentonnen können bei Frost platzen. Prüft den Wasserstand und leert sie gegebenenfalls.
  • Regenrinnen überprüfen und reinigen. Falls noch Laub fällt, kann diese Arbeit auch öfter nötig sein.
  • Dachbalken, Giebel, Fensterrahmen und Träger mit Schutzfarbe oder -lasur streichen.
  • Prüft Fenster- und Türdichtungen sowie Dichtfugen auf Schwachstellen.
  • Holzlauben können Risse oder Spalten in den Wänden bekommen, da das Holz ständig arbeitet. Dichtet solche Stellen rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit ab.
  • Prüft das Dach auf Undichtigkeiten, schaut dazu auch mal an Regentagen vorbei und schaut Euch das Dach von innen und außen an. Führt Reparaturen unbedingt vor der Winterzeit durch, sonst drohen Wasserschäden und Schimmel.
  • Im Winter häufen sich in verwaisten Kleingartenanlagen die Einbrüche. Sichert Fenster und Türen mit Gittern, Fensterläden und Schlössern vor ungewollten Eindringlingen. Entfernt wertvolle Gegenstände aus der Laube. In Regionen, in denen sich Einbrüche häufen, lohnt sich zudem eine Alarmanlage.
  • Streicht Eisenteile an mit Rostschutzfarbe.

 
Während der Wintermonate sind Gartenlauben anfällig für Schimmelpilzbildung. Schaut deshalb regelmäßig zum Stoßlüften vorbei, am besten dafür sind trockene Tage.

Welche Arbeiten im Winter erledigen

Der Winter ist die ideale Zeit, um Bäume zu fällen, größere Baumpflegearbeiten an Euren Obstbäumen durchzuführen oder Hecken und Sträucher stark zurückzuschneiden oder zu entfernen. Tipps und Tricks zum Thema Bäume fällen, wie bspw. was überhaupt erlaubt ist, findet Ihr in unserem Ratgeber Bäume fällen. Erlaubt sind Arbeiten an Hecken wieder ab Oktober und bis Ende Februar, da zu dieser Zeit keine Vögel in den Gehölzen nisten und auch andere Tiere dann weniger gestört werden. Wann es mit der Baumpflege wieder losgehen kann, ist kommunal festgelegt. Genaueres erfahrt Ihr bei Eurem Kleingartenverein oder der zuständigen Behörde.

Klee
Klee sieht nicht nur schön aus und bringt Glück, sondern bereitet Euren Garten auch aufs Frühjahr vor. Bildquelle: © Pezibear | pixabay.com

Garten aufs Frühjahr vorbereiten

Eine Gründüngung im Herbst bereitet den Boden optimal auf das Gemüse der nächsten Saison vor. Dazu sät Ihr auf den abgeernteten Flächen beispielsweise Gelbsenf, Klee oder Lupinen aus. Im Zusammenspiel mit den Mikroorganismen im Boden binden diese Pflanzen wertvollen Stickstoff aus der Luft, dieser dient in der nächsten Gartensaison den Gemüsepflanzen als Dünger. Zudem lockern die Wurzeln die Erde auf. Arbeitet Ihr die Pflanzen später in den Boden ein, entsteht fruchtbarer Humus.

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