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Sommeraromen konservieren – Kräuter ernten und verarbeiten

Vom Pesto bis zum Erkältungstee, – aus Euren selbst angebauten Kräutern vom Balkon, der Fensterbank oder aus dem Garten lassen sich das ganze Jahr über leckere, delikate Gewürze, Saucen und Getränke zubereiten. Wie Ihr das aromatische Grün erntet, lagert und verarbeitet, erklären wir Euch hier.

Kräuter ernten – zupfen, schneiden, bündeln

Die intensivste Würzkraft haben Küchenkräuter im Hochsommer. Jetzt ist die beste Zeit, um Vorräte für die kalte Jahreszeit anzulegen. Daneben könnt Ihr Blättchen und Äste der Pflanzen auch während des gesamten Sommers und Herbstes immer wieder abzupfen, um sie sofort zu verwenden.

  • Zupft von Basilikum, Salbei oder Minze nach Bedarf einzelne Blätter ab. Minze und Salbei könnt Ihr außerdem als Strauß trocknen.
  • Schnittlauch wenige Zentimeter über der Wurzel als Bündel abschneiden.
  • Von Petersilie und Dill schneidet Ihr einzelne Ästchen mit Stängel ab, wenn Ihr wollt, dass weiter Triebe nachwachsen.
  • Ganze Zweige erntet Ihr auch von Majoran, Bohnenkraut, Lavendel, Oregano, Rosmarin oder Thymian.
  • Im Spätsommer oder frühen Herbst könnt Ihr Kräuter wenige Zentimeter über der Wurzel komplett abschneiden und verarbeiten. Ausnahmen sind mehrjährige Pflanzen wie Rosmarin oder Salbei. Diese brauchen ein wenig Substanz, um den Winter zu überstehen.
Wer Kräuter erntet und konserviert, kann das ganze Jahr lang leckere Aromen genießen. Bildquelle: © HypnoArt | pixabay.com

Kräuterbündel trocknen und lagern

Um Kräuter zu trocknen, schneidet Ihr sie als Ästchen von der Pflanze und bündelt sie mit einem Bindfaden oder Küchengummi. Dann in einem trockenen, nicht zu warmen, luftigen, dunklen Raum mit den Stielen nach oben aufhängen und mehrere Tage durchtrocknen lassen. Danach die Blätter abzupfen oder abklopfen und in Schraubgläsern oder luftdichten Vorratsdosen aufbewahren.

Tipp: Bindet die Sträuße lieber dünn als dick, um zu gewährleisten, dass sie auch in der Mitte vollständig durchtrocknen.

Gewürzmischung selbst herstellen

Aus den selbst angebauten, getrockneten Gartenkräutern lassen sich aromatische, einzigartige Würzmischungen zaubern. Diese könnt Ihr natürlich auch super verschenken. Für Kräuter der Provence Bohnenkraut, Rosmarin und Thymian mischen und nach Belieben Oregano oder Majoran hinzugeben. Eine italienische Kräutermischung erhaltet Ihr mit Basilikum, Oregano, Thymian und Salbei.

Gewürzmischungen selber kreieren:

  • Mahlt für Kräutersalz Eure Kräutermischung im Mixer, im Mörser oder im Multizerkleinerer und gebt dann die gewünschte Menge Salz hinzu.
  • Verfeinern lassen sich die Mischungen mit Knoblauch- oder Zwiebelgranulat, Zitrusschalen oder Chiliflakes.
  • Mit Rauchpaprika oder Räuchersalz gebt Ihr Euren Kreationen eine rauchige, herzhafte Note. Super für Steak- oder Grillgewürze.
  • Blumige Mischungen mit Lavendel lassen sich mit Vanille, Zitronenschalen, Minze, Zitronenmelisse oder einer Prise braunem Zucker abrunden.
Sobald Ihr Eure Kräuter vorbereitet habt, könnt Ihr Eure eigene Gewürzmischung kreieren. Bildquelle: © monicore | pixabay.com

Ganzjährig sommerlich genießen – Kräuter einfrieren

Am Geschmack frischer Gartenkräuter könnt Ihr Euch auch im Winter und im Frühjahr erfreuen. Dazu die Kräuter hacken und tiefkühlen. Harte Stängel vorher aussortieren. Besorgt Euch kleine Gefrierbehälter, die Ihr mit dem Namen des Krauts und dem Einfrierdatum beschriftet. Besonders geeignet dazu sind saftige, zarte Sorten wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Korianderblätter, Salbei, Zitronenmelisse oder Minze.

Holt die TK-Kräuter beim Kochen erst kurz vor Gebrauch aus dem Gefrierfach und gebt sie noch gefroren in die Gerichte. So erhaltet Ihr das volle frische Aroma.

Kräuterpesto selbst zubereiten

Leckeres Pesto ist nicht nur die perfekte Pastasauce für Tage, an denen es mal schnell gehen muss, sondern auch eine super Art, um eben geerntete Kräuter haltbar zu machen. Eingebettet in Öl bleiben diese nämlich frisch und entfalten ihr volles Aroma. Wer nur eine Portion möchte, kann die Würzsauce auch immer wieder neu zubereiten.

Pesto besteht immer aus folgenden Grundzutaten:

  • Kräuter, Pilze oder Gemüse;
  • Käse, meist Hartkäse;
  • Nüsse oder Kerne;
  • Pflanzenöl
  • Salz und Gewürze

Haltet Ihr Euch an dieses Grundgerüst fürs Pesto, könnt Ihr mit ein wenig Erfahrung auch ganz easy Eure eigenen Pestovarianten entwickeln. Beispielsweise mit getrockneten Tomaten, Chili, getrockneten Pilzen, Rucola oder anderen Kräutern. Veganer und Kuhmilchallergiker können statt echtem auch vegane Käseersatzprodukte oder Hefeflocken verwenden.

Als Grundrezept 1 Bund Kräuter, 2 EL Nüsse oder Kerne, 50 g Hartkäse, Gewürze und 125 ml Pflanzenöl im Mixer oder im Multizerkleinerer auf niedriger Geschwindigkeit zu einer Paste verarbeiten. Echte Profis nutzen dafür übrigens einen Mörser, damit die Zutaten möglichst schonend verarbeitet werden.

Das fertige Pesto in ein sauberes, ausgekochtes Schraubglas geben und mit Öl aufgießen. Wichtig ist, dass das Pesto im Behälter immer komplett mit Öl bedeckt ist. Nur so ist es im Kühlschrank mehrere Wochen haltbar.

Mit Euren geernteten Kräutern könnt Ihr ein leckeres Pesto ganz einfach selber machen. Bildquelle: © RitaE | pixabay.com

Wenn Ihr Euer Obst und Gemüse konservieren möchtet, dann schaut Euch auch unseren Beitrag zum Thema Ernte konservieren an. Dort findet Ihr weitere tolle Ideen und Inspirationen.

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