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Laminat richtig verlegen – so geht’s

Ein schöner Fußboden macht ein Zimmer erst so richtig gemütlich. Diesen neu zu gestalten, ist dank leicht zu verarbeitender Laminatsysteme relativ schnell und günstig möglich. Werkzeuge braucht man dazu nur wenige, Kenntnisse auf Einsteigerniveau reichen ebenfalls. Was Ihr benötigt, was Ihr wissen müsst und welche Kniffe es gibt, haben wir kompakt für Euch zusammengestellt.

Laminat – der richtige Untergrund

Der Boden im ausgewählten Raum sollte glatt und eben sein. Wenn Ihr eine Wasserwaage an verschiedenen Stellen ansetzt, entstehen unter der Waage höchstens Lücken von 1 bis 2 mm. Alles darüber ist zu uneben, solche Oberflächen sollten zunächst nachgebessert oder angeglichen werden. Bei leichten Wellen reicht eine spezielle ausgleichende Unterlage.

Die Trittschalldämmung isoliert den Fußboden vor eindringende Kälte und sorgt gleichzeitig dafür, dass nicht jeder Schritt im ganzen Haus zu hören ist. Laminat hat nämlich leider die Eigenschaft, Geräusche an andere Räume weiterzuleiten. Für Frieden mit den Nachbarn und gegen Fußkälte ist das schalldämmende Isoliermaterial deshalb in jedem Fall zu empfehlen.

Eine Dampfbremse schützt den Untergrund vor sich niederschlagendem Tau, der durch den Bodenbelag bis dorthin vordringend könnte. Langfristig kann dieser Schimmel verursachen. Zudem verformt sich das Laminat bei gestauter Feuchtigkeit unschön.

Eine gute Basis für Laminat gibt nicht nach und ist möglichst glatt. Je nach Ausgangssituation sind unterschiedliche Vorbereitungen nötig.

  • Auf rohem, gleichmäßigem Estrich liegt Laminatboden perfekt. Zusätzlich braucht Ihr hier eine Trittschalldämmung und eine Dampfbremse, die Ihr als Unterbau verlegt. Für diesen Zweck gibt es auch Kombiprodukte.
  • Fliesen und Steinfußböden eignen sich als Untergrund für Laminat, wenn sie sehr plan und ohne große Hubbel oder Kanten verlegt sind. Sind Unregelmäßigkeiten von mehreren Millimetern vorhanden, sorgt eine angleichende Dämmunterlage für eine glatte Basis. Eine Kombination aus Dampfschutz und Dämmung ist immer ratsam.
  • Auf flächig verklebten PVC-Fußböden, die keine Wellen oder Dellen haben, liegt Laminat sehr gut. Wenn die gesamte Fläche geklebt ist, braucht Ihr keine Dampffolie. Einzig eine Trittschalldämmung empfiehlt sich.
  • In Altbauten liegen oft Holzfußböden entweder aus Dielen, Sperrholz oder Montageholz. Diese sind bedingt für Laminat geeignet, wenn Ihr Unebenheiten mit einer Unterlage ausgleicht und auf jeden Fall eine Dampfbremse verlegt. Außerdem darf sich das Holz unter dem Laminatboden nicht bewegen. Vor dem Beginn der Arbeiten muss jedes knarrende oder flexible Teil befestigt oder ausgetauscht werden.
  • Teppich gibt durch seinen weichen Flor zu stark nach, um Laminat darauf zu verlegen. Mit der Zeit geben die Verbindungsteile des neuen Bodens nach, es entstehen Risse. Trotzdem wird sehr oft Laminat auf Auslegware verlegt. Das kann auf sehr kurzflorigem Teppich für eine Weile gut aussehen, als langfristige Lösung ist es aber nicht ratsam.

Arten von Laminat – Stärke entscheidet über Robustheit

Laminat gibt es im Handel in Stärken von sechs bis zwölf Millimetern. Grundsätzlich gilt: Je dicker, desto robuster. Zusätzlich gibt die Dicke der Nutzschicht die Strapazierfähigkeit des Fußbodenbelags an. Die Klasse NK 22 eignet sich beispielsweise für ein Wohnzimmer, NK 23 für stark benutzte Räume. Sehr beanspruchte Fußböden in gewerblich genutzten Räumlichkeiten wie Praxen, Büros oder Geschäften brauchen Klassen von NK 31 oder höher.

Bei den Designs gibt es keine Grenzen. Neben mannigfaltigen Ausführungen von Holzoptik gibt es sogar Dekore mit dem Aussehen von Fließen, Naturstein oder in verschiedene Trendfarben.

Werkzeuge für das Verlegen von Laminat:

  • Stichsäge, Laminatschneider oder Handkreissäge
  • Schlagholz (je nach Typ)
  • Winkelschneider
  • Teppichmesser
  • Wasserwaage

Was Ihr sonst noch braucht:

  • Abstandshalter
  • Fußleisten
  • Silikon oder Acrylmasse in Laminatfarbe
  • optional: Übergangsschienen für den Türbereich

Anleitung – so verlegt Ihr Laminat richtig

Errechnet zu Beginn des Projekts die Quadratmeterzahl des Zimmers. Achtet beim Laminatkauf darauf, zusätzlich noch 5 bis 10 Prozent Reserve einzuplanen. Je verwinkelter ein Zimmer und je ungeübter der Heimwerker, desto mehr Vorrat für Verschnitt braucht Ihr.

Die Vorbereitung

Lagert das Laminat einen oder zwei Tage flach liegend in dem Raum, in dem es verlegt werden soll. So passt es sich an das Raumklima an und verzieht sich später weniger.

Letzter Schritt, bevor es richtig losgehen kann, ist die gründliche Reinigung des Untergrundes. Steinchen, kleine Holzteile und Ähnliches müssen weg, sonst können sie den fertigen Fußboden später von unten beschädigen. Danach sind Dampfbremse sowie Trittschalldämmung dran. Hier die Herstellerangaben befolgen, die sich meist in Broschüren oder auf der Website des Herstellers oder Händlers finden.

Die Verlegerichtung wählte man früher längs zum Lichteinfall der Fenster, um einen Schattenwurf der Verbindungsstellen auszuschließen. Bei sehr billigem Laminat ist das weiterhin eine gute Strategie. Hochwertige Varianten haben meist keine sichtbaren Fugen mehr. Dieses verlegt man am besten parallel zur schmalen Raumseite, so wirkt der Raum größer, außerdem lässt sich mit Laminat an kurzen Seiten entlang einfacher arbeiten.
Tipp: Öffnet zum Start zwei bis drei Verpackungen mit Laminat und nehmt den Nachschub abwechselnd aus den verschiedenen Paketen. So vermeidet Ihr, dass feine Unterschiede, die in verschiedenen Produktionsschargen entstehen können, als abgeschlossene Segmente auf dem fertigen Fußboden sichtbar werden.

Laminat verlegen
Laminat lässt sich mit etwas Geschick einfach selbst verlegen.
Bildquelle: © l i g h t p o e t / shutterstock.com

Das Verlegen

Die Verbindung der einzelnen Laminatbretter beruht auf einem Lock- oder Klicksystem. Es ist kein Leim und keine andere Befestigung nötig. Welches System Ihr genau erwischt habt, erfahrt Ihr spätestens auf dem beigelegten Hinweiszettel in der Verpackung. Haltet Euch beim Verlegen an diese Anweisungen, denn die Funktionsweise der Verbindungssysteme und die Arbeitsrichtung ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Laminat wird schwimmend verlegt. Das heißt, es besteht ein Abstand von 8 bis 15 Millimetern (an der Stärke der Fußleisten orientieren) zur Wand, der durch die Leisten verdeckt wird. So kann sich der Fußbodenbelag in alle Richtungen ausdehnen oder zusammenziehen, ohne, dass Wellen oder Lücken entstehen. Lasst also beim Verarbeiten niemals auch nur kleine Ecken der Laminatbretter eine Wand berühren.

Sobald Ihr am Ende vor einer Wand angekommen seid, werdet Ihr zum ersten Mal schneiden müssen. Markiert Euch dazu die benötigte Länge am nächsten Brett, achtet dabei weiter auf die Arbeitsrichtung, damit das gekürzte Teil später an den Anschluss passt. Den Schnitt könnt Ihr mit einer Stichsäge, Handkreissäge oder einem Laminatschneider machen, am besten von unten, damit das Dekor nicht ausreißt. Die zweite Reihe beginnt immer mit dem übriggebliebenen Stück aus der vorherigen Reihe. Voraussetzung ist, dass dieses nicht unter 30 cm lang ist. So erreicht Ihr eine gleichmäßige Verteilung der Längsverbindungen und mehr Stabilität. Generell sollten die Längskanten mindestens 30 cm auseinanderliegen (Verpackungsangaben beachten).

Aussparungen für Heizungsrohre sägt man mit der Stichsäge, kaschieren lassen sich diese mit Verblendaufsätzen oder mit Silikon. Für die letzte Reihe ist es vermutlich nötig, die Bretter quer abzuschneiden. Dazu die erforderliche Breite markieren und mit der Stich- oder Handkreissäge zuschneiden. Zum Abschluss bringt Ihr die Fußleisten sowie Türschienen an. Leisten aus Holz in den Ecken mit einem Winkelschneider anpassen, die Befestigung ist typabhängig.

Hier habt Ihr noch eine Anleitung in Videoform:

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Kommentare2 Kommentare

  1. Wir sind auch grad dabei unser Esszimmer neu zu gestalten. Da kommt dieser Beitrag gerade recht. Die Ideen und Tipps sind auf jeden Fall sehr hilfreich.

  2. Hello!

    Also ich habe das Laminat verlegen jetzt auch schon dreimal hinter mir und kann dazu nur sagen, dass für mich bei den nächsten Malen definitiv nur noch ein Klick-Laminat in Frage kommt.

    Alles Andere ist mir als Laie viel zu zeitaufwendig und wird dann auch meistens nicht so genau, wie ich das gerne hätte.

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