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Nähste bitte – Nähmaschinen im Überblick

Ausgebuchte Nähkurse, unzählige DIY-Videos im Internet sowie Näh-Shows im Fernsehen zeigen, dass die Kunst des Schneiderns seit einigen Jahren wieder voll im Trend liegt. Immer mehr Menschen entdecken das Hobby aus Großmutters Zeiten für sich und finden es toll, mit den eigenen Händen etwas Kreatives zu erschaffen. Doch welche Nähmaschine eignet sich für Anfänger und welche ist die richtige für ambitionierte Hobbyschneider? Wir stellen Euch verschiedene Modelle vor und zeigen Euch, welches Equipment Ihr fürs Trend-Hobby Nähen noch benötigt.

Welche Nähmaschine passt zu mir?

Das Schöne am Nähen ist, dass man, wenn man den Dreh erstmal raus hat, nach relativ kurzer Zeit ein schönes Ergebnis in den Händen hält. Darüber hinaus bringt dieses Hobby noch viele weitere Vorteile mit sich: Es schult die Feinmotorik und die Konzentration, es verfeinert Euer Gespür für Stil und Farben und es lehrt einen, Textilien, die man im Laden kauft, mehr wertzuschätzen. Doch bei all den Vorteilen gibt es auch einen Nachteil: Nähen ist kein günstiges Hobby. Zum einen braucht man das nötige Zubehör, wie Schere, Nadeln, Stoffe und Co., und zum anderen natürlich eine Nähmaschine. Vor allem bei Letzterem gibt es eine extrem große Preisspanne. Die soliden Einsteigermodelle liegen preislich bei knapp 100 Euro, wer eine luxuriöse Profi-Maschine möchte, kann auch gut und gerne weit über 1.000 Euro ausgeben.

Freiarm-Nähmaschinen für Anfänger

Nähen begeistert sehr viele junge und alte Menschen – doch was für die anderen gilt, muss nicht zwingend auch auf Euch zutreffen. Deshalb ist es sinnvoll und auch absolut ausreichend, wenn sich Anfänger für ein vergleichsweise günstiges Einsteigermodell entscheiden. Diese sind einfach zu bedienen, bieten ein überschaubares, aber zum Kennenlernen ausreichend vielfältiges Nähprogramm (Geradstich, Zickzackstich, Knopflochstich, Elastikstich, etc.) und arbeiten mit festen Baumwollstoffen ebenso solide wie mit elastischen Jerseys. Dank des Freiarms sind auch Arbeiten an Ärmeln und Hosenbeinen gut umsetzbar. Die Anfängermaschinen liegen preislich zwischen 100 bis 150 Euro und überzeugen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Modelle aus dieser Preis-Klasse sind unter anderem die Singer Mercury 8280, die Wertarbeit W6 N1800, die AEG 124, die Carina Classic und die Brother XN1700.

Kinder-Nähmaschinen

Auch bei Kindern ist Nähen sehr beliebt. Bevor Ihr Euren Kids eine Nähmaschine kauft, ist es ratsam, sie im Vorwege zu einem Schnupper-Kindernähkurs anzumelden. Eine weitere Möglichkeit zum Kennenlernen ist eine Näh-AG in der Nachmittagsbetreuung, die an vielen Schulen angeboten wird. Dort werden sie mit den Maschinen vertraut gemacht und erlernen die Grundlagen des Nähens – und können so besser einschätzen, ob dieses Hobby ihnen wirklich zusagt. Viele Nähmaschinenhersteller bieten extra Kindernähmaschinen an. Diese sind besonders übersichtlich, kinderleicht zu bedienen und in ihrer Größe und Kompaktheit auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet. Vor allem aber haben sie einen Nadelschutz, so dass die Kinderhände beim Nähen nicht gestochen werden können. Die Preise für die Kindernähmaschinen liegen zwischen 40 bis 120 Euro, zum Beispiel Playgo „Meine erste Nähmaschine“, Theo Klein 7901, AEG 525A, Janome SewMini DeLuxe DX-2. Der große Nachteil der Kindernähmaschinen ist, dass die Verarbeitung häufig sehr zu wünschen übrig lässt. Sie sind deshalb nur für kleinere Kinder zwischen 5 bis 8 Jahren, die die Nähmaschine eher als Spielzeug verstehen, zu empfehlen. Ältere Kinder sind – natürlich unter Aufsicht der Eltern – besser mit den Freiarm-Nähmaschinen für Anfänger bedient.

Computer-Nähmaschinen für ambitionierte Vielnäher

Wer besonders viel näht und Wert auf ein exaktes Design legt, der ist mit einer hochwertigen computergesteuerten Nähmaschine gut beraten. Im Gegensatz zur Einsteigermaschine überzeugen diese mit einer großen Funktionsvielfalt, einem umfangreichen Angebot an Zubehör, einem übersichtlichen Bedienfeld oder Touch-Screen und einer hochwertigen Verarbeitung. Ob dicke oder feine Stoffe, ob stundenlanges Nähvergnügen, ob symmetrische Stiche mit der Zwillingsnadel, ein eindrucksvoller Zierstich oder ein robuster Overlockstich – die Computer-Nähmaschinen rattern auch dann noch munter und sauber weiter, wenn die herkömmlichen Maschinen an ihre Grenzen stoßen. Dies zeigt sich allerdings auch im Preis. Die Preisspanne für Computer-Nähmaschinen beginnt bei circa 250 Euro. Modelle dieser Preisklasse sind zum Beispiel die Wertarbeit W6 N 5000 (für ca. 550 Euro), die Carina 291875 (für ca. 250 Euro), die Pfaff Ambition Essential (für ca. 600 Euro) und die Elna Experience 520 (für ca. 550 Euro).

Overlock-Nähmaschinen

Die Overlock-Maschine ist für alle geeignet, die besonders viel Wert auf qualitativ hochwertige Nähte legen. Dabei ist die Overlock im Normalfall eine Ergänzung zur normalen Nähmaschine, denn Dekostiche, Patchworkstiche, etc. könnt Ihr damit nicht machen. Mit dem Overlocker näht man immer am Stoffrand – und schafft damit ein professionelles Ergebnis, das sich von der Industrieware kaum unterscheidet. Vor allem zum Nähen von Kleidung aus Jersey wird die Overlock von Profis am liebsten benutzt, denn die Overlock näht und versäubert in einem Schritt. Diese so genannten Kettel-Nähmaschinen liegen in der Regel preislich zwischen 250 bis 700 Euro. Beliebte Modelle sind die Wertarbeit W6 N454D (für ca. 250 Euro), die Singer Professional 5 (für ca. 700 Euro), die Carina Overlock Toplock (für ca. 350 Euro) und die Bernina Overlock 700D (für ca. 500 Euro).

Das richtige Zubehör zum Nähen

Bei den meisten Nähmaschinen ist schon ein umfangreiches Zubehör im Lieferumfang enthalten. Dazu gehören zum Beispiel die unterschiedlichen Nähmaschinenfüßchen, Nadeln für verschiedene Materialien und mit unterschiedlicher Stärke sowie ein Nahtauftrenner. Dieses Equipment ist unerlässlich. Außerdem benötigt Ihr zum Nähen unbedingt eine Stoffschere (NIEMALS Papier damit schneiden!), eine Fadenschere und eine Papierschere (für die Schnittmuster etc.), Stecknadeln, Schneiderkreide oder einen so genannten Zauberstift (die Farbe verschwindet nach einiger Zeit von alleine) und natürlich eure Materialien wie Stoffe, Reißverschlüsse, Webbänder, Knöpfe, etc. – je nachdem, welches Nähprojekt Ihr angehen wollt. Hilfreich, aber kein Muss sind außerdem ein Patchworklineal, eine Schneidematte und ein Rollschneider. Wenn Ihr Nähmaschine, Zubehör, Materialien und ein wenig Kreativität besitzt, dann kann es auch schon losgehen. Sucht euch am besten für den Anfang ein leichtes Einsteigerprojekt, wie eine Handyhülle, ein Utensilo oder einen Einkaufsbeutel, aus. Denn auch beim Nähen gilt, wie fast immer im Leben: Übung macht den Meister.

Nähzubehör
Nähzubehör wie Schere, Nadeln und Co. dürfen in der Ausstattung nicht fehlen.
Bildquelle: © Annie Spratt | unsplash.com

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