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Papageien – Haltung und Tipps

Papageien sind beeindruckende Tiere. Vor allem aufgrund ihres bunten Gefieders sind sie bei Tierfreunden so beliebt. Wer sich einen Papageien anschaffen möchte, sollte sich dies vorab jedoch gut überlegen: Die Vögel stellen an ihre Halter eine Reihe von Anforderungen. Im Folgenden erklären wir Euch genau, was es bei der Haltung von Papageien zu beachten gibt.

Vor dem Kauf: Platz und Kosten

Bevor Ihr Euch für einen Papagei entscheidet, solltet Ihr den Platz, den Ihr zur Verfügung habt, sehr realistisch betrachten. Könnt Ihr nur eine kleine Voliere aufstellen oder könnt Ihr einen ganzen Raum für den Papagei einrichten? Graupapageien sind weniger anspruchsvoll als Aras. Kakadus beanspruchen dagegen besonders viel Platz. Holt Euch Rat bei einem Papageien-Kenner und denkt immer daran, dass zu viel Platz nicht schadet, zu wenig Platz und Freiraum Euren neuen gefiederten Freund jedoch schnell krank machen kann.

Beim Kauf spielen natürlich die Kosten auch eine große Rolle. Hier ist die Spanne extrem groß! Ein Graupapagei kostet zwischen 200 und 400 Euro. Aras kosten über 1000 Euro, seltene Aras werden für bis zu 20.000 Euros angeboten, da sie in der Gefangenschaft nur schwer zu züchten sind.

Papageienkauf

85 Papageienarten sind heute vom Aussterben bedroht, z. B. die Gelbkopfamazone, Soldatenaras, Goldsittiche und auch Eulenpapageien. Je nachdem, welchen Schutzstatus die Papageien unterliegen, gelten andere Einfuhr-, Zucht- und Haltungsbestimmungen, die Ihr unbedingt beachten müsst. Bei einem Kauf über das Internet solltet Ihr Euch also vorher genau informieren, welche Unterlagen Ihr benötigt und wo Ihr Euer Tier anmelden müsst. Achtet darauf, nur Tiere von seriösen Züchtern zu kaufen. Mehr Informationen findet Ihr auch in unserem Ratgeber Artenschutz beim Tierverkauf oder -kauf im Internet.

Papageien hassen die Einsamkeit

Papageien sind keine Einzelgänger, sondern leben in der freien Wildbahn in großen Schwärmen zusammen. Als verantwortungsvoller Papageien-Halter solltet Ihr das berücksichtigen. Wenn Ihr einen glücklichen Papagei haben möchtet, dann stellt Euch von Anfang an auf mindestens zwei Vögel ein. Bei einigen Papageien ist es egal, ob sie alle der gleichen Art angehören. Alle Ara-Arten vertragen sich gut untereinander. Andere Papageien betrachten nur Vögel ihrer eigenen Art als gleichwertige Partner. Dazu gehören beispielsweise die Kakadus und die Graupapageien.

Leider hält sich bis heute der Irrglaube, die menschliche Gesellschaft würde einem Papagei in Einzelhaltung ausreichen. Das ist nicht der Fall! Sie passen sich nur notgedrungen diesen Umständen an. Richtig glücklich sind sie dabei nicht. In einigen Ländern – u. a. in Schweden – ist die Einzelhaltung von Papageien inzwischen sogar verboten und wird als Tierquälerei betrachtet.

Papageien
Am liebsten leben Papageien zusammen. Bildquelle: © Hermes Rivera | unsplash.com

Warum können Papageien sprechen?

Wenn man an einen Papagei denkt, ist nach dem farbenfrohen Gefieder das bekannteste Bild wohl das des sprechenden Vogels. Doch wie kommt es eigentlich, dass Papageien im Gegensatz zu anderen Vögeln besonders gut Laute erlernen und nachahmen können?
Dafür sind mehrere Punkte ausschlaggebend: Als Grundvoraussetzung zählt Intelligenz: Neben den Rabenvögeln zählen Papageien zu den Vögeln mit der höchsten Intelligenz. Papageien und auch Krähen besitzen die Fähigkeit, ein Leben lang zu lernen, während andere Vögel nur ein kleines Zeitfenster haben, in dem sie Töne erlernen können. Zudem haben Papageien eine sehr dicke und bewegliche Zunge, sie ist viel muskulöser als die meisten anderen Vögel. Daher können sie ähnlich wie der Mensch mit der Zunge Laute formen, indem sie die Spitze der Zunge an bestimmte Positionen im Schnabel bewegen. Will ein Papagei mit einem bestimmten Artgenossen kommunizieren, ahmt er dessen Ruf nach, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Da Papageien sehr gesellige Vögel sind, die in großen Schwärmen leben, können sie daher ein unglaublich großes Ton-Repertoire entwickeln.

Wann spricht ein Papagei?

Nicht alle Papageienarten sind in der Lage, präzise Töne nachzuahmen. Am talentiertesten sind vor allem Vertreter größerer Arten wie Graupapageien, weniger talentiert sind kleinere Papageien wie Wellensittiche. Diese imitieren zwar auch Laute, jedoch gelingt es ihnen nicht so gut. Zu den bestsprechenden Papageienarten zählt damit: Rosakakadu, Halsbandsittich, Gelbbrustara, Graupapagei und Amazone.
Damit ein Papagei sprechen lernt, muss er sich für die Wörter interessieren. Dies erreicht man vor allem durch Rituale, begrüßt Euren Papagei beispielsweise jeden Morgen zur gleichen Zeit mit „Hallo“ oder verbindet Wörter mit einer bestimmten Tätigkeit. Das passiert oft auch von selbst, indem der Vogel bestimmte Abläufe im Alltag mitkriegt und nachahmt, wenn Ihr beispielsweise stolpert und „Autsch“ von Euch gebt.

Das neue Zuhause einrichten

Egal ob Käfig, Voliere oder eigenes Papageienzimmer: Papageien brauchen Platz und viel Freiheit, um Ihre Flügel ausstrecken zu können. Wenn Ihr z. B. kein Papageienzimmer einrichten könnt, müsst Ihr Euren neuen Liebling jeden Tag in der Wohnung oder im Haus frei herumfliegen lassen. Vögel die ausschließlich drinnen gehalten werden, benötigen zudem eine spezielle Beleuchtung, die das Sonnenlicht wiedergibt und für den Stoffwechsel wichtig ist (UV-Vogellampe o. Ä.).

  • Sitz- und Klettermöglichkeiten

Wenn Ihr das neue Heim einrichtet, solltet Ihr auf ausreichende Sitz- und Klettermöglichkeiten achten. Eine zentral platzierte Sitzstange und einige weitere Äste an unterschiedlichen Stellen im Käfig, Voliere oder Zimmer bieten viele Möglichkeiten zum Toben, Entspannen und schlafen. Tipp: Eine Sitzstange solltet Ihr möglichst weit oben anbringen, denn Papageien suchen sich häufig den höchstmöglichen Sitzplatz aus.

Klettermöglichkeiten
Die Tiere sollten im Käfig genügend Klettermöglichkeiten haben. Bildquelle: © Congerdesign | pixabay.com
  • Futter und Wasser

Des Weiteren braucht Ihr mindestens zwei Schalen für Wasser und Futter. Außerdem benötigen Papageien regelmäßig frisches Obst, so dass es sich lohnt, eine weitere Schale oder ein extra Behälter für die Käfigwand auf der mittleren Ebene anzubringen. Übrigens knabbern Papageien gerne, weshalb sich besonders Schalen aus Metall anbieten.

  • Einstreu und Boden

Die meisten Käfige und Volieren haben einen herausziehbaren Boden, den Ihr mit speziellen Papageiengranualt oder Sand befüllen könnt. Ebenso wie die Futter- und Wasserschalen solltet Ihr den Boden mindestens zwei Mal in der Woche reinigen, denn Papageien halten sich gerne auf dem Boden auf und stöbern nach heruntergefallenem Futter. Von Käfigen und Volieren mit Bodengitter solltet Ihr abstand nehmen, diese entsprechen nicht dem natürlichen Umfeld der Tiere. Auch Zeitungen solltet Ihr keinesfalls zum Auskleiden des Bodens verwenden, denn das Papier und die Druckerschwärze sind ungesund für Papageien.

  • Vogelpflege

Zu guter Letzt freut sich Euer Papagei sicherlich auch über einen Wetzstein, der ihm bei seiner Schnabelpflege hilft, sowie ein Badehäuschen, in das er sich bei warmen Wetter abkühlen kann.

Was frisst ein Papagei?

Papageien fressen Körner und Obst. Und davon jede Menge! Damit sie keine Mangelerscheinungen erleiden, muss das Futter so optimal wie möglich zusammengestellt sein und der jeweiligen Art angepasst werden. Als Grundnahrungsmittel reicht normales Körnerfutter aus. Daneben gibt es Erdnüsse und täglich frisches Obst und Gemüse. Sie lieben Äpfel, Birnen, Gurken und Mais. Viele zupfen auch gerne an Blumen und freuen sich über frisch gepflückten Löwenzahn. Hin und wieder benötigen sie jedoch auch Proteine. In der freien Natur schnappen sie sich manchmal eine Schnecke oder einen Wurm. In Gefangenschaft freuen sie sich über Quark und Joghurt. Da sie an allen Pflanzen knabbern, ist es wichtig, keine giftigen Topfpflanzen im Wintergarten und im Wohnzimmer aufzustellen. Die Liste der für Vögel giftigen Pflanzen ist lang. Jeder Vogelbesitzer sollte sich damit genau auseinandersetzen! Besonders giftig und trotzdem in deutschen Wohnungen sehr beliebt sind beispielsweise die Weihnachtssterne und der Oleander, der oft als Kübelpflanze verwendet wird.

Der Papagei muss beschäftigt werden!

In der freien Wildbahn sind Papageien den ganzen Tag mit Futtersuche beschäftigt. In der Gefangenschaft langweilen sie sich deshalb schnell und leicht. Dann knabbern sie auch Dinge an, von denen sie besser den Schnabel halten sollten. Wenn Ihr Eure Wohnung genauso liebt, wie Euren Papagei, dann sorgt für ausreichend Beschäftigung. Ihr könnt z. B. aus Sisalseilen und Holzrinde eigene Spielzeuge basteln oder kleine Holzkisten aufstellen, in denen Ihr Leckereien versteckt. Auch Leitern, Glöckchen und andere Spielzeuge könnt Ihr benutzen, um Euren Papagei auf Trab zu halten.

Wichtig ist vor allem ein Punkt: Papageien sind klug und neugierig und immer bereit, neue Dinge genau zu untersuchen.

Grüner Papagei
Um zu verhindern, dass Euer Papagei zuhause alles anknabbert, solltet Ihr ihn genügend beschäftigen. Bildquelle: © Sven Scheuermeier | unsplash.com

Wie zähmt man einen Papagei?

Wenn Ihr Euch einen zutraulichen Papagei wünscht, der sich auch von Euch anfassen lässt, ist viel Geduld gefragt. Papageien gehören zu den Fluchttieren, daher sind sie von Natur aus misstrauisch und man muss viel Zeit und Geduld aufbringen. Das Zähmen eines Vogels kann mehrere Monate in Anspruch nehmen und lässt sich nicht erzwingen, nicht bei jedem Papagei klappt es. Einige Tipps, die Ihr beherzigen könnt:

  • Ein junger Papagei ist besser geeignet, er kann sich noch leichter einleben und an Euch gewöhnen als ältere Vögel
  • Lockt Euren Papagei aber bedrängt ihn niemals, zuerst sollten Leckereien nur an den Stäben des Käfigs befestigt werden während Ihr Euch in der Nähe aufhaltet, erst allmählich solltet Ihr Eure Hand mit ins Spiel bringen, Leckereien zuerst immer auf dem Handrücken
  • Sprecht mit Eurem Vogel und nennt ihn immer wieder beim Namen
  • Generell ist es wichtig, dass Ihr Euch sehr viel mit Eurem Papagei beschäftigt

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