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Bitte lächeln – alles über Polaroidkameras

Sie gilt als Wunder der Technik und hat heute längst Kultstatus erreicht: die Polaroidkamera. Das Besondere an der Kamera ist, dass sie die Bilder sekundenschnell ausdruckt und mit einem unmittelbaren und vor allem beständigen Fotoerlebnis begeistert. In unserem Ratgeber erfahrt Ihr alles über Sofortbildkameras – von heute und von früher.

Was ist eine Polaroidkamera?

Eine Polaroidkamera ist genau genommen eine Kamera des amerikanischen Unternehmens Polaroid; der Begriff wird heute aber oft als Synonym für Sofortbildkameras benutzt. Die Firma Polaroid galt lange Zeit als Pionier der Sofortbildfotografie. Als ihr Firmengründer Edwin Herbert Land 1933 das Polarisationsverfahren entwickelte und patentieren ließ, gelangten er und seine Polaroid-Produkte schnell zu internationaler Popularität. Der erste Schwarz-Weiß-Film kam dann in den 1940er Jahren und der erste Farbfilm 1963 auf den Markt. Ab dem Zeitpunkt lösten Polaroidfotos einen regelrechten Trend aus, denn viele fanden es faszinierend, einen Moment mit der Kamera festzuhalten und ihn einige Sekunden später unmittelbar als Foto in Papierform in der Hand zu halten. Mit der Entwicklung der technisch weitaus innovativeren Digitalkamera Mitte der 1970er Jahre wurde die Polaroidkamera dann immer stärker vom Markt verdrängt. Doch gerade das Beständige an den Polaroidfotos und auch der aktuelle Retro-Hype haben dafür gesorgt, dass die Sofortbildkameras wieder zu Liebhaberstücken avancierten. Mittlerweile gibt es Sofortbildkameras von den unterschiedlichsten Herstellern. In unserem Ratgeber Digitalkamera kaufen verraten wir, worauf Ihr beim Kauf einer Digitalkamera achten solltet, wenn Sofortbildkameras nicht Euer Ding sind.

Wie funktionieren Polaroidkameras?

Knipsen, warten, fertig! Das Besondere an Sofortbildkameras ist, dass sie die Bilder unmittelbar ausdrucken, dass sich in der Kamera selbst also eine Art kleines Fotolabor befindet. Dieses Wunder der Technik ist eigentlich viel eher das Wunder eines chemischen Prozesses. Funktionieren kann das nur mit dem richtigen Film bzw. dem richtigen Papier in der Kamera, denn dieses ist mit den notwendigen Chemikalien präpariert. Vereinfacht gesagt, wird das klassische Polaroidfoto an dem charakteristischen weißen Rahmen aus der Kamera gezogen. Dabei wird es durch zwei Walzen geführt, die die sogenannte Entwicklerpaste zwischen dem aufgenommenen Negativ und dem zu entwickelnden Foto verteilen. Zusätzlich wird noch Wärme benötigt – dazu reicht in der Regel aber die Außentemperatur aus. Dieses Verfahren, das einst von Edwin Herbert Land erfunden wurde, wurde mittlerweile weiterentwickelt. Heutzutage besteht das spezielle Fotopapier aus verschiedenen Emulsionsschichten mit winzig kleinen Kristallen, die die unterschiedlichen Grundfarben beinhalten und auf entsprechende Wärme-Impulse reagieren. Je nach Temperatur und Einwirkdauer verfärben sich die entsprechenden Kristalle und lassen so das Motiv entstehen.

Welche Polaroidkamera sollte ich kaufen?

Anders als bei Digitalkameras steht bei Sofortbildkameras der eine perfekte Moment im Fokus. Denn Sofortbilder sind Unikate und in der Regel nicht replizierbar. Während man mit der Digitalkamera unzählige Fotos knipsen und sie anschließend auf dem Display auswählen kann, gilt es bei der Polaroidkamera genau abzuwägen, welches Motiv gut ist, ob die Distanz, die Beleuchtung und der Winkel richtig sind. Dabei ist die Bildqualität bei einer Digital- oder digitalen Spiegelreflexkamera häufig wesentlich besser als bei Sofortbildkameras, aber gerade diese besondere Ästhetik, das Nicht-Perfekte und das Einzigartige machen den Charme der Sofortbildkamera aus – und auch den Preis. Neue Sofortbildkameras von Polaroid, Fujifilm, Leica, Kodak und Rollei kosten in der Regel zwischen 100 bis 500 Euro. Wenn Ihr erst einmal ausprobieren möchtet, ob Euch diese nostalgische Form der analogen Kamera zusagt, lohnt es sich nach gebrauchten Modellen zu schauen. Die bekommt Ihr schon für weniger als 50 Euro.

Instax und Polaroidbilder
Mit einer Polaroidkamera wie der Instax sind die Bilder sofort verfügbar. Bildquelle: © Farica Yang | unsplash.com

Was kosten Polaroid-Filme und welchen Film brauche ich für meine Polaroidkamera?

Die Filme für Polaroid- bzw. Sofortbildkameras sind chemische Meisterleistungen und haben deshalb durchaus ihren Preis. Die Filme enthalten meistens zwischen zehn bis 20 Bilder und kosten im Durchschnitt zwischen 50 Cent und einem Euro pro Foto. Achtet darauf, dass der Film von dem gleichen Hersteller ist wie die Kamera, damit er auch in die Kamera passt. Manche Hersteller bieten unterschiedliche Kameras mit verschiedenen Formaten an – achtet darauf, dass das Filmformat mit Eurer Kamera kompatibel ist. Zudem werden sowohl Schwarz-Weiß- als auch Farb-Filme angeboten.

Wo kann man Polaroidfilme kaufen?

Polaroidfilme kann man im Internet bei diversen Anbietern oder direkt beim Hersteller bestellen oder im Fotoatelier bzw. Fotofachgeschäft und im Elektrofachmarkt kaufen.

Wie lange müssen Polaroids entwickeln?

Die Entwicklungszeit hängt zum einen davon ab, ob es sich um ein Schwarz-Weiß-Bild oder um ein Farbfoto handelt. Während Schwarz-Weiß-Aufnahmen meistens nur einige Sekunden benötigen, kann die Entwicklung eines Farbfotos mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Zum anderen spielt auch die Temperatur eine Rolle: Draußen haben die Fotos eine längere Entwicklungszeit als im beheizten Wohnzimmer. Übrigens verschnellert sich der Prozess nicht, wenn man mit dem Bild wedelt. Ganz im Gegenteil: Darunter leidet die Bildqualität.

Wie lange sind Polaroidfotos haltbar?

Die Haltbarkeit der Fotos hängt von der Qualität des Papiers und von der Lagerung ab. Wenn Fotos trocken und ohne direkte Sonneneinstrahlung, zum Beispiel in Fotoalben, aufbewahrt werden, bleiben sie über viele Jahrzehnte schön. Viele der ersten Polaroidfotos aus den 1950er Jahren sehen heute unverändert aus; andere hingegen haben einen leichten Farbstich. Photographica, also (meist ältere) Sammelstücke rund um die Fotografie sind daher beliebt wie eh und je.

Tipp: Ihr habt Lust auf analoge Fotografie bekommen? In unseren Beiträgen Ratgeber analoge Kamera und Ratgeber analoge Spiegelreflexkamera stellen wir Euch die Analogfotografie und die zugehörigen Kameras ausführlich vor.

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