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Raclette und Fondue: alles über die Klassiker an Silvester

Sie sind die kulinarischen Highlights an Silvester, aber auch zu anderen Anlässen ein Genuss: Raclette und Fondue. Ob köstlich befüllte Pfännchen oder kleine Leckereien, die zum Brutzeln in den Topf gehalten werden – beide Zubereitungsarten versprechen Geschmacksvielfalt und Geselligkeit. Wir verraten Euch alles Wissenswerte über diese zwei beliebten Gerichte.

Warum sind Raclette und Fondue an Silvester so verbreitet?

Raclette und Fondue sind ganz besondere Festessen, denn sie unterscheiden sich in vielen Punkten von anderen Speisen oder Menüs. Das Wichtigste: Niemand muss in der Küche stehen und die anderen bekochen, sondern die Zubereitung geschieht direkt am Tisch. Beim Raclette befüllt jeder sein eigenes Pfännchen mit den Zutaten, die auf dem Tisch bereitstehen, und beim Fondue steckt sich jeder Fleisch, Brot oder andere Leckereien auf seine Fonduegabel und hält diese in den Fonduetopf. Dadurch ist diese Art des Essens besonders gesellig und dauert mitunter viele Stunden – genau das Richtige für einen netten Silvesterabend mit Freunden, aber auch für ein romantisches Dinner zu zweit. Wie partytauglich Raclette und Fondue sind, zeigt sich aber nicht nur daran, dass sich die Gerichte variabel auf die Anzahl der Gäste ausrichten lassen, sondern auch an der Genussvielfalt. Die Zutaten können nach Lust und Laune variiert werden, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Was ist Raclette und woher kommt es?

Seinen Ursprung hat Raclette in der Schweiz und in Frankreich. Das dortige traditionelle Käseraclette hat jedoch wenig mit dem bei uns bekannten Raclettegerät gemeinsam. Raclette kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie „schaben“ oder „wischen“. In seiner ursprünglichen Form wird ein halber Laib Raclettekäse (ein sehr kräftiger Kuhmilchkäse) nahe ans offene Feuer gelegt, zum Beispiel an einen offenen Kamin oder ans Lagerfeuer. Es gibt aber auch spezielle Schweizer Racletteöfen, die mit einer strombetriebenen Grilllampe ausgestattet sind und auf die man den Käselaib legen bzw. stecken kann. Dabei wird der Käse geschmolzen, erhält aber gleichzeitig auch sein typisches Rauch- bzw. Grill-Aroma. Der geschmolzene Käse wird nach und nach abgeschabt und zu Brot, Pellkartoffeln, sauren Gurken oder eingelegten Zwiebeln serviert.

Das Raclette, das wir gewöhnlicherweise in Deutschland zubereiten, unterscheidet sich davon etwas. Zwar bildet der typische Raclettekäse auch eine zentrale Rolle, aber viel mehr geht es darum, die Pfännchen mit allerlei Rohkost, Pellkartoffeln, Fleisch etc. zu füllen, mit einer großen Scheibe Raclettekäse zu belegen und anschließend unter die Heizstäbe des Raclettegeräts zu schieben. Je nach Größe des Geräts gibt es zwei bis 16 Pfannen. Wenn der Käse geschmolzen und das Essen in der Pfanne erhitzt wird, schabt man den Inhalt der Pfanne auf seinen Teller und genießt das aromatische Essen.

Welches Essen eignet sich fürs Raclette und was braucht man?

Mit was Ihr die Pfannen befüllen wollt, ist Geschmackssache. Wer es traditionell mag, kann schlicht eine Scheibe Raclettekäse in die Pfanne geben und diese dann im geschmolzenen Zustand über Baguette oder Pellkartoffeln geben und dazu in Essig eingelegtes Gemüse verspeisen. Wer es jedoch etwas kreativer und abwechslungsreicher angehen möchte, kann sein Pfännchen auch mit Gemüse, wie Erbsen, Mais, Pilzen und Paprika, sowie mit Fleisch, wie beispielsweise Salami, Kochschinken, kleinen gerillten Putenbruststreifen oder angebratenem Hackfleisch, befüllen und mit Käse belegen. Auch ausgefallene Variationen wie Garnelen mit Ananas, Birne mit Gorgonzola und Preiselbeeren, Avocado mit Tomaten und Ziegenkäse, oder Rinderfilet mit Mango und Fetakäse sind empfehlenswert.

Tipp: Sowohl Raclette als auch Fondue verlangen nach leckeren Soßen um Fleisch, Garnelen, Brot und Gemüse zu verfeinern. Unser Ratgeber Grillsaucen selber machen – vier leckere Rezepte ist nicht nur im Sommer interessant – die Soßen lassen sich auch super zum Raclette dazureichen.

Raclette lässt sich super vorbereiten, sodass alle gemeinsam und gemütlich essen können. Bildquelle: © veve | pixabay.com

Wie viel Käse sollte ich für eine Person einplanen?

Wie viel Käse Ihr benötigt, hängt natürlich auch davon ab, welche Zutaten Ihr sonst noch zur Verfügung stellt. Mit 250 Gramm pro Person ist man immer gut beraten – beim traditionellen Raclette, zu dem es nicht so viele Beilagen gibt, solltet Ihr etwas mehr einplanen; wenn Ihr eine große Auswahl an Leckereien für Eure Pfännchen habt, könnt Ihr auch mit etwas weniger auskommen.

Ist ein Raclettegrill mit einem Raclettestein sinnvoll?

Die meisten Raclettegeräte sind mit einem Raclettestein oder einer beschichteten Teflonplatte oberhalb der Heizstäbe ausgestattet. Achtet darauf, dass es sich bei der Platte um einen Naturstein handelt, denn für diesen benötigt Ihr – ebenso wie fürs Teflon – kein Fett. Auf der Platte können Filetstreifen, Bacon, Garnelen oder auch Baguettescheiben, Pilze, Paprika oder Zucchini gegrillt werden, sodass das Festessen noch etwas opulenter ausfällt.

Wie reinige ich das Raclettegerät am besten?

Das Gerät an sich muss im Grunde gar nicht gereinigt werden – es sei denn, der Käse ist übergelaufen. Dann könnt Ihr den Schmutz einfach mit Spülmittel und einem feuchten Lappen abwischen. Die Raclettepfännchen können in der Regel in den Geschirrspüler oder alternativ in heißem Wasser und mit Spülmittel abgewaschen werden. Benutzt dabei jedoch eine weiche Bürste oder einen Lappen, damit die Teflonbeschichtung nicht zerkratzt wird. Die Teflonplatte solltet Ihr erst einmal im warmen Wasser einweichen und anschließend mit einem Holzschaber oder mit einem weichen Lappen von den Verschmutzungen befreien. Den Naturstein solltet Ihr hingegen nicht einweichen, weil dieser sonst Wasser aufsaugen und porös werden kann. Reinigt ihn mit heißem Wasser, Spülmittel und einem Schwamm.

Frisches Baguette oder Brot ist beim Raclette und Fondue unverzichtbar. Bildquelle: © kaboompics | pixabay.com

Was ist Fondue und wie macht man es?

Ebenso wie beim Raclette versammeln sich beim Fondue alle um einen Tisch. Auf diesem steht ein Fonduetopf, der entweder mit Strom, mit einer Brennpaste oder manchmal auch nur mit einem Teelicht erhitzt wird, sowie eine Auswahl an mundgerecht zugeschnittenen Zutaten. Diese werden auf einem Spieß in die erhitzte Flüssigkeit im Topf gehalten. Je nach Art des Fondues kann es sich dabei entweder um Fett, geschmolzenen Käse, Schokolade oder eine andere Flüssigkeit handeln. Beim heißen Fett oder Brühe geht es darum, dass die Zutaten darin frittiert bzw. gegart werden, bei Käse oder Schokolade werden sie nur erwärmt.

Welche Fonduearten gibt es und was brauche ich dafür?

Wer ein Fondue machen will, benötigt auf jeden Fall ein Fondueset, das in der Regel aus einem Topf und mehreren, häufig farblich markierten, Fonduegabeln besteht. Wird der Topf mit Brennpaste erhitzt, ist auch diese, sowie ein Rechaud und ein Brenner vonnöten. Es gibt aber auch elektrische Fonduesets sowie Fonduetöpfe – meistens für Schokoladen-Fondue –, die lediglich mithilfe eines Teelichts erwärmt werden. Besonders beliebt sind folgende Fonduearten:

  • Käsefondue: Die älteste Art des Fondues ist das klassische Käsefondue. Dabei werden kleine Brot- oder Kartoffelstücke in eine Tunke aus Käse, Weißwein oder Kirschwasser und Stärke getaucht. Passende Beilagen sind saure Gurken, Oliven und Silberzwiebeln, oder eine deftige Salami.
  • Fettfondue: Kleine Würfel Fleisch oder Fisch werden ins sehr heiße Fett gehalten und dadurch frittiert. Dazu sollten verschiedenen Saucen, Baguette, Pellkartoffeln, Salate oder eingelegtes Gemüse gereicht werden.
  • Brühefondue: In der heißen Brühe (Gemüse- oder Fleischbrühe) werden kleine Stücke Fisch oder Fleisch und auch Gemüsesticks gehalten und dadurch gegart. Das dauert länger als im Fett, ist aber auch sehr aromatisch. Dazu sollten die gleichen Beilagen wie zum Fettfondue serviert werden.
  • Weinfondue: Weißwein, ein wenig Brühe und Gewürze werden auf dem Herd aufgekocht und anschließend im Fonduetopf weiter erhitzt. Ebenso wie beim Brühefondue werden Fleisch- Fisch- oder Gemüsestücke in der Flüssigkeit gegart.
  • Schokoladenfondue: Geschmolzene Schokolade, Sahne und auf Wunsch ein Hauch Vanille, Zimt oder ein Schuss Orangensaft werden verrührt und im Fonduetopf flüssig und warm gehalten. Kleine Stückchen frisches oder getrocknetes Obst, Marshmallows, Baguette oder Kekse werden aufgespießt und einmal durch die süße Tunke gezogen.
Hier eine leichte Fondue-Variante mit Crackern und viel Obst. Bildquelle: © Brooke Lark | unsplash.com

Welches Fett oder Öl kann ich für Fondue nehmen?

Fürs klassische Fett- oder auch Fleischfondue könnt Ihr entweder Butterschmalz, Frittierfett und Kokosfett verwenden oder Ihr entscheidet Euch für ein Öl. Dabei ist es wichtig, dass Ihr ein raffiniertes, hoch erhitzbares Öl auswählt und auf keinen Fall ein kaltgepresstes. Möglich sind zum Beispiel Pflanzenfette, wie raffiniertes Sonnenblumen- oder Rapsöl. Butter oder Margarine sind hingegen nicht geeignet. Da das Fett circa 180° C heiß sein sollte, müsst Ihr aufpassen, dass es nicht spritzt. Dies passiert immer dann, wenn Wasser und heißes Öl aufeinandertreffen. Achtet also darauf, dass die Fleisch- und Fischstücke sowie die Gemüsesticks vorher gut trockengetupft werden.

Wie viel Fleisch benötige ich pro Person?

Wie viel Fleisch Ihr benötigt, hängt natürlich davon ab, wie viele zusätzliche Beilagen gereicht werden. Ihr solltet zwischen 250 bis 350 g pro Person einkalkulieren – natürlich könnt Ihr die Fleischsorten dabei variieren.

Tipp: Da bei einem guten Essen die Getränke selbstverständlich nicht fehlen dürfen, empfehlen wir Euch unseren Ratgeber Cocktails selber machen. So zaubert Ihr Euren Gästen ohne wirklichen Aufwand garantiert ein Lächeln ins Gesicht.

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