Kalaydoskop

Ratgeber Keyboard

Bei einem Keyboard handelt es sich um ein dem elektrischen Piano und der Orgel verwandten Instrument, das elektronische und digitale Töne erzeugt. Der Name ist dabei Programm: Keyboard bedeutet letztlich nichts anderes als Tastatur und verweist somit auf die Tasten, mit denen das Instrument gespielt wird.

Die Geschichte des Keyboards

Die Frage, wann und von wem das Keyboard erfunden wurde, ist nicht ganz eindeutig zu beantworten. Das Tasteninstrument vollzog nämlich im Laufe der Jahre eine Entwicklung: Bereits im Jahr 1885 erfand Edward Norton Lorenz das erste elektromechanische Instrument überhaupt, 1897 folgte Thaddeus Cahills Dynamophon genannter Synthesizer. Nachdem 1906 die Elektronenröhre erfunden wurde, baute Friedrich Trautwein 1924 das erste Trautonium und 1934 entwickelte Laurens Hammond die berühmte Hammond-Orgel. Robert Moogs Minimoog von 1970 stellt einen weiteren Schritt in der Entwicklung zum Keyboard dar.
1981 schließlich brachte die Firma Casio das Modell V-1 auf den Markt: Dieses speziell für den Privatgebrauch entwickelte Keyboard steht exemplarisch für das Instrument, wie wir es heute kennen. In den 80ern schließlich traten Synthie-Klänge einen wahren Siegeszug an, waren sie doch aus keinem Popsong wegzudenken. Noch heute ist das Keyboard ein wichtiges Instrument der elektronischen Musik, wird aber auch besonders gerne von Entertainern und Alleinunterhaltern, von Familien zu Hause und von Musikpädagogen genutzt.

Der Unterschied zwischen dem Keyboard und dem Klavier

Im Unterschied zum akustischen Klavier, das mit 88 Tasten 6 Oktaven umfasst, weist ein Keyboard nur etwa 61 Tasten auf und deckt 4 oder 5 Oktaven ab. Somit ist das Instrument auch deutlich kleiner, leichter und unkompliziert zu transportieren. Auch sind die Tasten kleiner und leichter anzuschlagen, was sich vor allem für Kinderhände als günstig erweist.
Ein wichtiger Vorteil gegenüber dem Klavier ist, dass das digitale Keyboard eine weitreichende Klangpalette mitbringt und es Euch erlaubt, Klänge je nach Wunsch zu verändern und anzupassen. So könnt Ihr theoretisch mit Eurem Keyboard auch Geige oder Saxofon spielen, während das Klavier mittels eines Hammerschlags auf akustischem Wege seine spezifischen Töne erzeugt. Außerdem könnt Ihr Euer Keyboard via MIDI- oder USB an Euren Rechner anschließen, Songs aufnehmen und sie bearbeiten.

Die unterschiedlichen Keyboardarten

Keyboards lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien fassen: Das übliche Keyboard, wie wir es oben beschrieben haben und das E-Piano. Letzteres wird auch Digitalpiano oder Digitalklavier genannt und stellt vereint in sich Eigenschaften des Keyboards und des Klaviers. So sind sie größer als Keyboards und weisen dieselbe Tastenanzahl wie Klaviere auf, bieten jedoch eine deutlich größere Klangvariation, als das akustische Klavier. Üblicherweise weisen E-Pianos eingebaute Lautsprecher auf, was für eine hervorragende Klangqualität sorgt, das Instrument aber auch deutlich schwerer macht als ein Keyboard. Somit ist ein E-Piano nicht unter allen Umständen zum Transport geeignet, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Betrachtet man nun das Keyboard im Besonderen, gibt es verschiedene Modelle, die speziell für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis hergestellt werden. Im Gegensatz zu Einsteigermodellen weisen die Instrumente für fortgeschrittene Musiker größere Tasten, manchmal sogar mit Aftertouch, bessere Lautsprecher, eine größere Auswahl an Rhythmen, Sounds, Effekten und Live-Optionen auf, ebenso wie erweiterte Bedienelemente und Anschlussstellen.

Keyboard statt Klavier?

Wollt Ihr eigentlich am liebsten Klavier lernen, habt aber beispielsweise nicht das nötige Kleingeld, zu wenig Platz oder wollt ein transportables Instrument, kann ein Keyboard durchaus als Ersatz fungieren – es kommt nur auf das richtige Modell an, nämlich das eben besprochene E-Piano. Ein solches Instrument hat ebenso wie das Klavier 88 Tasten und mit seinen gewichteten Tasten eine hervorragende Anschlagsdynamik, sodass Ihr mal leichter, mal stärker auf die Tasten schlagen und so die musikalische Dynamik beeinflussen könnt. Die eingebauten Lautsprecher sorgen zudem für einen satten Klang.

Piano
Ein E-Piano kann als Ersatz für das klassische Klavier dienen. Bildquelle: © Gregory Hayes | unsplash.com

Keyboard spielen lernen

Es gibt viele Gründe, die dafürsprechen, das Keyboardspielen zu erlernen. Zum einen ist Musikmachen ein Hobby, das nicht nur Spaß macht, sondern auch den Geist wachhält. Zum anderen ist Keyboard spielen im Vergleich nicht besonders schwer, Einsteiger können also relativ schnell Fortschritte machen. Dennoch sollte man den alten Spruch immer im Gedächtnis behalten: Übung macht den Meister! Beim Keyboard geht es wie allgemein in der Musik darum, im Takt und harmonisch zu spielen. Außerdem müssen die Finger trainiert werden, damit Euch das Treffen der richtigen Tasten im Laufe der Zeit immer leichter fällt und Ihr die richtige Tastenstärke anschlagt.
Für den Anfang könnt Ihr Euch im Selbststudium mit Eurem Instrument beschäftigen: Es gibt zahlreiche Übungsbücher und Selbstlernprogramme, die Ihr zu Beginn durcharbeiten könnt. Wollt Ihr jedoch wirklich Keyboard spielen lernen, werdet Ihr im Alleingang schnell an Eure Grenzen stoßen. Auch wenn Ihr fleißig seid und täglich übt, ist das Feedback eines Profis unersetzlich. Außerdem kann Euch Euer Lehrer motivieren, Euch stetig zu verbessern – alleine ruht man sich schnell auf bereits erworbenen Lorbeeren aus. Für Anfänger reicht es, ein bis zweimal pro Woche Unterricht zu nehmen. Hände und Finger werden trainiert, darüber hinaus werden unterschiedliche Songs erarbeitet.

Was kostet Keyboard-Unterricht?

Es gibt keine festgelegten Preise für den Musikunterricht, zumal es verschiedene Möglichkeiten gibt: Beispielsweise könnt Ihr privaten Unterricht in Form von Einzelstunden bei einem professionellen Musiker nehmen und Euch so ganz auf Eure persönlichen Bedürfnisse konzentrieren. Das hat allerdings auch seinen Preis: Etwa 50 Euro pro Stunde solltet Ihr auf jeden Fall kalkulieren – der Musiklehrer muss schließlich von den Einnahmen leben.
Musikschulen bieten günstigeren Unterricht im Rahmen von Monatsverträgen an. Allerdings können auch hier die Preise variieren. Etwa 50 Euro pro Monat für eine Unterrichtsstunde von 30 Minuten einmal pro Woche sind der Durchschnitt, manche Schulen verlangen aber auch über 100 Euro pro Monat.
Deutlich günstiger ist der Unterricht an Volkshochschulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen. Je nach Stadt kostet ein 10 Wochen andauernder Kurs nur etwa 60 Euro. Außerdem bietet die VHS vergünstigte Preise für Schüler, Studenten, Rentner und Leistungsempfänger an – so haben auch Geringverdienende die Möglichkeit, Musikunterricht zu genießen!

Keyboard Unterricht
Bis zum Auftritt kann es einige Zeit dauern, Üben und Unterricht bringen Euch auf den richtigen Weg. Bildquelle: © NeONBRAND | unsplash.com

Das richtige Keyboard für Anfänger

Seid Ihr Einsteiger und auf der Suche nach dem passenden Keyboard, kann die große Auswahl an verschiedenen Modellen überwältigend wirken. Lasst Euch nicht verunsichern: Wenn Ihr folgende Punkte beachtet, findet Ihr auf jeden Fall ein gutes Instrument, das zu Euren Bedürfnissen passt und das Euch Freude bereiten wird!
Achtet zuallererst darauf, dass die Tasten eine normale Größe aufweisen, also nicht zu klein oder zu groß sind. Darüber hinaus sollten sie stabil und griffig sein, probiert sie also ruhig aus! Hochwertige Tasten sind leichter zu spielen und werden Euch den Einstieg ungemein erleichtern. Des Weiteren spielt auch der Tonumfang eine wichtige Rolle: Es gibt zwar Keyboards, die 4 Oktaven umfassen, Ihr solltet Euch allerdings für ein Modell mit 5 Oktaven entscheiden.
Damit der Spaß am Lernen lange anhält, sollte Euch das Instrument ausreichend verschiedene Sounds und Stile bieten. Vergleicht also verschiedene Modelle und wählt lieber eines mit einem diversen und umfangreichen Programm. Zu guter Letzt kommt es auch auf die Ausstattung an: Neben einem MIDI-Anschluss und einem Lautsprecher sollte Euer Keyboard auch einen Kopfhöreranschluss aufweisen, damit Ihr in Ruhe zu jeder Zeit üben könnt, ohne Eure Mitbewohner oder gar die Nachbarn zu stören.
Was den Preis angeht, solltet Ihr nicht allzu sparsam sein, denn gute Qualität kostet auch etwas. Für etwa 200 Euro erhaltet Ihr im Handel ein hochwertiges Keyboard für Einsteiger, das allen Anforderungen gerecht wird und an dem Ihr lange Spaß haben werdet.

Keyboards für Kinder

Ein Keyboard ist ein großartiges Instrument für Kinder, das es Ihnen bereits ab sechs Monaten erlaubt, Freude an Musik zu entwickeln und sich auszuprobieren. Da Kinder gerne einmal ihre Meinung ändern oder die Lust an einer Sache verlieren, kaufen Eltern oft günstige Spielzeuginstrumente. Dient das Instrument nur dem Spiel und Spaß, reicht das natürlich völlig aus. Abzuraten ist allerdings von einem solchen Modell, wenn sich Eure Kleinen ernsthaft für die Musik interessieren, vor allem dann, wenn das Keyboard als Einstiegsinstrument für das spätere Klavierspiel dienen soll. In diesem Fall ist es absolut entscheidend, dass Ihr ein Kinder-Keyboard mit Standardmaßen wählt, sodass sich die jungen Musiker schon einmal einspielen.
Ansonsten kommt es ganz darauf an, wie groß Euer Kind schon ist und wie ernsthaft es üben möchte. Will Euer Kind tatsächlich musizieren und nimmt vielleicht auch schon Unterricht, lohnt sich die Anschaffung eines Modells, das auch für Erwachsene geeignet ist. Keyboards für Kinder kommen jedoch oft mit erweiterten Funktionen, die den Einstieg deutlich erleichtern. So zum Beispiel gibt es Keyboards mit Leuchttasten für kleinere Kinder und solche mit integrierten Lernprogrammen für etwas größere Kinder und Jugendliche, die mithilfe dieser Programme ganz einfach neue Musikstücke erlernen. Achtet also beim Einkauf für Euer Kind auf hochwertige Tasten, einen Umfang von 5 Oktaven, auf eine gute Ausstattung wie bei Keyboards für erwachsene Einsteiger und die notwendigen Zusatzfunktionen.

Der passende Verstärker für Euer Keyboard

Zwar ist in Keyboard immer auch ein Lautsprecher integriert, für den besten Klang sorgt er allerdings nicht. Wollt Ihr beispielsweise bei einer Familienfeier ein Lied zum Besten geben oder sogar als Alleinunterhalter eine ganze Party bespaßen, benötigt Ihr unbedingt einen Keyboard-Verstärker. Da vor allem günstige Verstärker oftmals rauschen und Störgeräusche vor allem beim Klaviersound verursachen, könnt Ihr alternativ auch auf ein Mischpult und hochwertige Boxen setzen.
Wenn es trotzdem ein Verstärker sein soll, gilt hier wie im Allgemeinen, wenn es um Musikzubehör geht: Qualität hat ihren Preis. Dieser liegt für einen ordentlichen Verstärker auf jeden Fall über 300 bis 500 Euro, lohnt sich aber auch. Schließlich wollt Ihr nicht nur einen ausgewogenen, satten Klang ohne Stör- und Belüftungsgeräusche, sondern benötigt möglicherweise einen Anschluss fürs Mikrofon oder aber weitere Instrumente.

Verstärker
Wenn Euch guter Klang wichtig ist, investiert in einen Verstärker zusätzlich zu den integrierten Lautsprechern. Bildquelle: © Thor Alvis | unsplash.com

Was kostet ein Keyboard?

Möchtet Ihr ein neues Keyboard kaufen, solltet Ihr als Einsteiger ab 200 Euro aufwärts einkalkulieren. Günstigere Instrumente weisen oft eine schlechte Qualität auf und verderben Euch bald den Spaß am Musizieren. Im Keyboard-Vergleich konnten beispielsweise das Yamaha P SR-F50 für 242,73 Euro als Preis-Leistungs-Sieger und das Yamaha PSR-E443 Keyboard Deluxe Set für 374,14 Euro als Vergleichssieger punkten, wobei Letzteres mit seinen 755 Sounds und 200 Rhythmen schon als Arranger-Keyboard gilt. Möchtet Ihr Euer Keyboard als Klavierersatz nutzen, sollte Eure Wahl in zweifelsohne auf ein E-Piano fallen, das mit etwa 500 Euro zu Buche schlägt. Instrumente für fortgeschrittene Keyboarder und Profis bewegen sich preislich ab etwa 500 bis hin zu mehreren Tausend Euro.

Was Ihr beim Keyboardkauf beachten solltet

Möchtet Ihr ein neues Keyboard kaufen, solltet Ihr vor allem auf gute Qualität achten. Es lohnt sich durchaus, ein paar Euro mehr auszugeben, wenn das Instrument dafür hochwertig verarbeitet ist und euch lange Freude bereitet. Knöpfe und Tasten sollten nicht bereits nach kurzer Zeit wackeln oder schlimmstenfalls kaputtgehen. Markenhersteller wie etwa Yamaha und Casio stehen seit vielen Jahren für hochwertige Instrumente und bieten Euch gute Instrumente für Anfänger und Fortgeschrittene in jeder Preisklasse. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Ausstattung und Funktionen des Keyboards: Gibt es einen Kopfhöreranschluss und eine USB-Schnittstelle; ist ein Lernprogramm installiert? Überlegt, welche Ausstattungsmerkmale und Funktionen notwendig sind und auf welche Ihr verzichten könnt. Zu guter Letzt kommt es natürlich auf die Klangqualität an: Gefällt Euch, was Ihr hört? Probiert das Keyboard also vor dem Kauf unbedingt selbst aus!
Über die Eigenschaften des Instruments hinaus gibt es weitere wichtige Faktoren, die es beim Keyboardkauf zu beachten gilt. So zum Beispiel ist entscheidend, wo Ihr Keyboard spielen und wieviel Platz Ihr in dem Raum zur Verfügung habt. Auch Euer Budget spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl; wollt Ihr beispielsweise nur rund 200 Euro ausgeben, müsst Ihr bei der Ausstattung Abstriche machen – was gerade bei Einsteigermodellen völlig in Ordnung ist. Das Niveau, auf dem Ihr spielt und die Intensität Eures Hobbys sollte auf jeden Fall mitberücksichtigt werden, wenn Ihr Euch ein neues Instrument zulegen wollt. Wollt Ihr beispielsweise erst einmal ausprobieren, ob ein Keyboard das richtige Instrument für Euch ist oder spielt Ihr nur ab und zu, könnt Ihr viel Geld sparen, indem Ihr ein gebrauchtes Keyboard kauft.

Ein Keyboard gebraucht kaufen

Habt Ihr Euch für den Gebrauchtkauf eines Keyboards entschieden, gibt es neben den grundlegenden Kriterien weitere Faktoren zu beachten. Dazu gehört beispielsweise das Alter des Keyboards: Wie bei allen elektronischen Geräten macht es sich schnell bemerkbar, wenn das Instrument veraltet ist. Lest Euch die Anzeige sorgfältig durch und prüft, ob das Keyboard gegebenenfalls reparaturbedürftig ist. Ist dies der Fall, können die anfallenden Reparaturkosten den Kauf eines gebrauchten Instruments hinfällig machen. Auch die Transportkosten solltet Ihr übrigens in Euren Preisvergleich miteinbeziehen!
Ein weiteres Kriterium ist das Zubehör: Bietet der Verkäufer zum Keyboard auch einen Keyboard- und Notenständer, ein Netzteil, einen Hocker und vielleicht sogar Übungsbücher an? Hat jemand sein Hobby aufgegeben und möchte sein Instrument verkaufen, könnt Ihr mit ein bisschen Glück die ganze Ausstattung erwerben und so ein richtiges Schnäppchen machen! Seht Euch gleich in unseren Kleinanzeigen um und sucht Euch das passende Keyboard samt Zubehör aus!

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