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Sommerreifen – kann ich sie noch nutzen?

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Es wird immer sehr viel über die Sicherheit von Winterreifen diskutiert. Sommerreifen sind allerdings genauso wichtig, deshalb solltet Ihr vor dem Reifenwechsel die Qualität der Sommerreifen überprüfen. Das sollte möglichst schon frühzeitig geschehen und nicht erst bei der Montage. Nur dadurch habt Ihr die Möglichkeit, noch neue Reifen für den Sommer zu bekommen. Mitunter lassen sich Reifen aber auch kostengünstig reparieren.

Die Sichtkontrolle ist der erste Schritt

Es macht durchaus Sinn, die Sommerreifen bereits im März näher in Augenschein zu nehmen. Dadurch werden Schäden an den Felgen und den Reifen leicht erkannt. Mit beschädigten Felgen zu fahren, ist sehr gefährlich. Mitunter findet Ihr auch an den seitlichen Flanken der Reifen Schäden, die auf Berührungen mit Bordsteinen oder ähnlichen Hindernissen zurückzuführen sind. Solche Schäden führen dazu, dass die Stabilität der Reifen stark beeinträchtigt ist.

Grundsätzlich gilt, dass Reifen, die Risse oder poröse Bereiche aufweisen, nicht mehr benutzt werden sollten. Sie stellen ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Bei einer auftretenden Belastung, wie beispielsweise beim Bremsen, besteht bei porösen Sommerreifen die Gefahr, dass sie platzen. Dann kann das Fahrzeug nicht mehr kontrolliert werden und ein Unfall kann die Folge sein.

Reifenprofil
Die Profiltiefe darf niemals weniger als 1,6 Millimeter betragen
Bildquelle: © PIX1861 / pixabay.com

Die Profiltiefe messen

Sind keine sichtbaren Schäden an den Sommerreifen zu erkennen, solltet Ihr als nächstes die Profiltiefe messen. Laut gesetzlicher Vorschrift sollte diese mindestens 1,6 Millimeter betragen. Liegt sie unter diesem Wert, dürfen die Reifen nicht mehr benutzt werden. Viele Fachleute empfehlen allerdings eine Profiltiefe von mindestens zwei bis drei Millimetern. Im Sommer muss zu jeder Zeit damit gerechnet werden, dass ein Gewitter mit Starkregen aufkommt. Eine zu geringe Profiltiefe führt dazu, dass nicht genug Wasser von der Fahrbahn verdrängt werden kann. Dann schwimmt der Reifen auf dem Wasser. Dieses Phänomen wird Aquaplaning genannt und ist äußerst gefährlich.

Die Profiltiefe wird immer an der am stärksten abgenutzten Fläche des Reifens gemessen. Ihr braucht jetzt allerdings nicht gleich ein Messgerät zu kaufen, denn die Messung funktioniert auch mit einer 1-Euro-Münze. Die Münze wird einfach in eine Profilrille gesteckt. Das Profil sollte dabei den goldfarbenen Rand verdecken. Dann ist der Reifen noch sicher.

Der Reifendruck sollte überprüft werden

Ventil Autoreifen
Wenn das Ventil defekt ist, kann Luft austreten.
Bildquelle: © Hans / pixabay.com

Ganz wichtig ist dann noch, dass Ihr überprüft, ob noch genug Druck auf Eurem Reifen ist. Das könnt Ihr an jeder Tankstelle machen. Wie viel Druck auf den Reifen Eures Autos sein sollte, könnt Ihr ganz einfach im Handbuch nachlesen. Es ist dabei ganz normal, dass die Sommerreifen während der Wintermonate etwas an Druck verlieren. Der Druckverlust kann in dieser Zeit bis zu einem bar betragen. Ist der Druck jedoch bei einem der vier Reifen deutlich abgefallen, sollte der Reifen vom Fachmann überprüft werden.

Für einen übermäßigen Druckverlust gibt es unterschiedliche Gründe. Beispielsweise kann der Ventileinsatz defekt sein. Mitunter hat sich aber auch Korrosion am Felgenhorn gebildet. Die Korrosion führt dazu, dass die Reifenflanke an der Felge nicht mehr korrekt abgedichtet wird. Eine weitere Möglichkeit für einen Druckverlust im Reifen sind Fremdkörper, die durch die Reifendecke eingedrungen sind.

Sommerreifen unterliegen auch einem Alterungsprozess

Moderne Sommerreifen weisen eine hohe Laufleistung auf. Sie kann durchaus 30.000 bis 40.000 Kilometer betragen. Falls Ihr mit Eurem Auto aber nur wenige Kilometer im Jahr zurücklegst, solltet Ihr die Reifen trotzdem nach ein paar Jahren austauschen. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn die Reifen noch gut aussehen und einen ordentlichen Eindruck machen.

Die Gummimischung der Sommerreifen unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess. Das Material wird im Laufe der Zeit immer härter. Dadurch verringert sich nicht nur der Fahrkomfort, sondern auch die Sicherheit. Eine verhärtete Gummimischung ist natürlich nicht so flexibel wie eine elastische weiche Mischung. Das führt zu einer Verringerung der Bodenhaftung.

Solltet Ihr nicht mehr genau wissen, wann Ihr die Sommerreifen gekauft habt, braucht Ihr nur die so genannte DOT-Nummer ansehen. Diese befindet sich zumeist hinter der Größenangabe der Sommerreifen an der seitlichen Flanke. Steht dort beispielsweise die Zahl 3004, bedeutet dies, dass dieser Reifen in der 30. Kalenderwoche im Jahre 2004 hergestellt wurde. Mit einem solchen Reifen sollte inzwischen nicht mehr gefahren werden, da die grundsätzliche Lebensdauer maximal 10 Jahre beträgt – natürlich abhängig davon, wie viele Kilometer Ihr mit Eurem Auto im Jahr zurücklegt!

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Kommentare5 Kommentare

  1. H.J. HÖNSCHEID

    BEI DER MONTAGE DER SOMMERRÄDER,SOLLTE AUCH IMMER DARAUF
    GEACHTET WERDEN-DASS DER GESCHWINDIGSKEITSINDEX STIMMT—-
    UND DIE LAUFRICHTUNG.BEI FRÜHERER MONTAGE KÖNNEN DA DURCH
    AUS FEHLER PASSIEREN-DESHALB IMMER KONTROLLIEREN.EBENFALLS
    IST WICHTIG,OB STAHLVENTILE VERBAUT SIND ODER GUMMIVENTILE,
    WAS AUCH HÄÜFIG PASSIERT,IST DAS DIE GRÖSSE DER REIFEN NICHT —–
    STIMMT,MIT DEN ANGEGEBENEN GRÖSSEN AUF DEM EUROBLATT. IM KFZ-
    SCHEIN IST NUR NOCH EINE GRÖSSE ANGEGEBEN.STAHLVENTILE MÜSSEN
    AB DER GESCHWINDIGSKEITGRUPPE (V) VERWENDET WERDEN.WENN SIE
    IHRE RÄDER SELBST ANSCHRAUBEN-SIND DIESE DINGE ALLE SEHR WICHTIG.
    EINSEITIGE ABGEFAHRENE REIFEN DEUTEN ÜBRIGENS AUF EINE ACHSVER-
    STELLUNG HIN.AUCH DIE RADBOLZEN SOLLTEN GEPRÜFT WERDEN-ES GIBT
    KEGELBUNDSCHRAUBEN UND RUNDKOPFSCHRAUBEN.DIESE DINGE SIND FÜR
    SIE DANN ALLE WICHTIG,WENN SIE DIE RÄDER SELBST WECHSELN-UND NICHT
    EINE FACHWERKSTATT(BEI GEBRAUCHTWAGENKAUF DRAUF ACHTEN)OB DIE
    RICHTIGEN WINTERÄDER ODER SOMMERRÄDER BEIGEPACKT SIND.

    SO, DASS WARS.ES GIBT NOCH MEHR ZUM REIFEN ZU SAGEN,ABER DAS WICHTIGSTE
    IST GESAGT

  2. Wow, ich versuche mal, ohne Feststelltaste zu kommentieren. Ich hoffe, das geht hier!

    Als jemand, der sich viel mit Reifen, Felgen und Auto“gesundheit“ auseinandersetzt (beruflich und privat), ordne ich Ratgeber wie diesen sehr hoch ein. Es erschüttert mich regelrecht, wie Leute zum Teil mit ihren vier Rädern umgehen, selbst in meinem Bekanntenkreis. Muss mich teilweise arg zurückhalten, um nicht mit verbalen Schellen um mich zu schmeißen.

    Dass man den Winter durch mit Sommerreifen fährt, ist mir bislang zum Glück nicht zu Ohren gekommen, aber ein Bekannter mir ist erst neue Sommerreifen kaufen gegangen, als das Profil auf weniger auf 1mm runtergefahren war. Achja, und nachdem ich ihn mal darauf aufmerksam gemacht habe, warum Reifen Profile haben und was passiert, wenn Reifen keine Profile haben.

    Kenne auch Leute, die den Reifendruck nicht überprüfen, wenn sie Reifen wechseln und ihre Sommerreifen, die ein halbes Jahr eingelagert waren, wieder auf den Wagen stecken.

    Und da sagt man immer, dem Deutschen sei sein Auto das liebste Kind 🙁

  3. Hallo zusammen,
    vielen Dank für den sehr interessanten Artikel über Sommerreifen. Ich werde die Tipps beim nächsten Wechsel beachten.
    LG
    Nadine

  4. Hallo Anne,

    super Übersicht. ich danke.
    Kennst du dich denn zufällig auch mit Felgen aus? Ich habe mir jetzt überlegt, mir knalligere Felgen zu holen, also die Felgen pulverbeschichten zu lassen. Kennst du dich damit aus? Hast du zufällig schon Erfahrungen mit diesem speziellen Anbieter gemacht? http://mainhattan-wheels.de/felgen-pulverbeschichten
    Oder auch andere Nutzer?

    Ich wäre dankbar für eure ehrlichen Meinungen.

    Grüße, Susi

    • Anne

      Hallo Susi,
      ich habe weder mit dem Anbieter noch mit pulverbeschichteten Felgen Erfahrungen gemacht und kann daher leider keine Tipps geben. Aber vielleicht ja andere Nutzer 🙂
      Viele Grüße,
      Anne | kalaydo.de

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