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Richtig tapezieren – Tapetenwechsel leicht gemacht

Zeit für eine neue Wandgestaltung? Ob Laie oder Renovierungsprofi: Dank neuen Tapetenarten und der korrekten Technik geht das Tapezieren ganz einfach. Wir zeigen Euch, wie es geht.

Tapetenvarianten – Ihr habt die Qual der Wahl

Nicht nur die Optik ist entscheidend. Ob Ihr die Zimmerwand oder die Tapetenbahn einkleistern müsst, auf dem Tisch oder direkt an der Wand zuschneidet oder die Tapete einweichen muss, hängt von der gewählten Variante ab.

Papiertapete

Die Papiertapete besteht meist aus recyceltem Altpapier und ist uni oder mit Musterdrucken erhältlich. Zugeschnitten und eingekleistert wird auf dem Tapeziertisch.

Raufasertapete

Die Raufasertapete ist der Klassiker für alle, die nach dem Tapezieren noch streichen wollen. Durch ins Papier eingearbeitete Holzstückchen und Fasern bekommt die Wand Struktur. Wird verarbeitet wie Papiertapete. Sehr gut überstreichbar.

Vliestapete

Die Vliestapete wird aus einer Mischung aus organischem Zellstoff und Kunstfasern aus Polyester hergestellt. Sie kann kleine Unebenheiten im Putz kaschieren und lässt sich einfach an der eingekleisterten Wand anbringen und zuschneiden.

Textiltapete

Die Textiltapete besteht aus einer Basis aus Papier und ist mit Kettfaden oder Webtextilien kaschiert. Je nach Art werden diese Edeltapeten verschieden angebracht, dazu die Angaben auf der Verpackung beachten.

Vinyltapeten

Der Kunststoff Vinyl ist das Trendmaterial in der Inneneinrichtung und auch bei der Wandgestaltung nicht mehr wegzudenken. Vinyltapeten sind abwaschbar und lassen sich sogar scheuern. Der Tipp für Haushalte mit vielen Kindern, Haustieren oder gewerblich genutzte Räume mit hohen Ansprüchen. Verarbeiten nach Herstellerangaben.

Wand tapezieren – das benötigt Ihr:

  • Tapete
  • Tapeziertisch
  • Bleistift
  • Eimer
  • Maßband oder Zollstock
  • Kleister für die gewählte Tapetenart
  • Wasser zum Anrühren
  • Kleisterquaste
  • Spachtel
  • Teppichmesser und Schere
  • Schneidekante
  • Tapezierbürste
  • Wasserwaage
  • Leiter oder Trittleiter

Zusätzlich für Vliestapeten:

  • eine Walze mit kurzem Flor

Zum Entfernen von alter Tapete:

  • Stachelwalze oder Cutter
  • Sprühflasche mit Wasser
  • Spülmittel

Eine gute Basis: den Untergrund vorbereiten

Wer gerade baut, saniert oder eine Wohnung mit roher Wand übernommen hat, kann direkt loslegen. Vor allen Arbeiten zunächst den Strom abschalten, Abdeckungen von Steckdosen und Lichtschaltern entfernen, die Anschlüsse abkleben. Praktisch aber nicht unbedingt notwendig ist es auch, eventuell vorhandene Fußleisten abzunehmen. Das geht bei Leisten mit Klicksystem besonders einfach.

Meistens heißt es jedoch erstmal: runter mit der bestehenden Tapete. Das klappt am besten, indem Ihr sie aufweicht und dann mit einem Spachtel anhebt und abzieht. Dazu eine Sprühflasche mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel füllen, die Alttapete mit einem Stachelroller oder (günstiger, aber aufwändiger) einem Messer gut perforieren und dann großzügig einsprühen. Nach einer Einwirkzeit von fünf bis 15 Minuten sind die alten Tapetenbahnen aufgeweicht und Ihr könnt beginnen, sie mit dem Spachtel abzukratzen. Nach Bedarf immer wieder neu besprühen. Wurde die Wand mehrmals überstrichen, in Lagen tapeziert oder mit einer minderwertigen Makulaturschicht beklebt, kann sich diese Arbeit leider als sehr schwierig gestalten und sich je nach Raumgröße über Stunden oder einige Tage hinziehen.

Tapete abziehen
Bevor Ihr tapezieren könnt, muss die alte Tapete ab. Bildquelle: © Michael Schütze | fotolia.com

Tapezieren – so macht Ihr es richtig

Ist die alte Wanddeko runter (oder Ihr habt gleich mit einer unbehandelten Wand gestartet), ist es Zeit für Spachtelarbeiten und die Grundierung. Eine Tapetengrundierung empfiehlt sich zum Beispiel in Altbauten mit sandhaltigen Putzarten. Eine glatte Wand mit stabilem Putz ohne Bohrlöcher oder Risse ist der perfekte Untergrund für die neue Tapete.

Rührt als erstes den Kleister nach Anleitung auf der Verpackung an, denn er muss noch eine Weile quellen. In der Zwischenzeit könnt Ihr andere Vorbereitungen treffen. Achtet darauf, bei Vlies- oder Textiltapeten Spezialkleister zu benutzen, und auf die Verarbeitungsangaben des Herstellers zu achten. Bevor Ihr loslegt, ist es ratsam, Boden und Decke abzukleben, damit Ihr später keine hässlichen Kleisterflecke findet.

Schneidet nun die Tapeten auf die Länge der Wand zu, plant zusätzlich fünf Zentimeter Überstand ein. Dann den Kleister auftragen und für einige Minuten einweichen lassen. Die einzelnen Tapetenbahnen mit der Oberkante oben an der Wand anlegen, ausrichten, andrücken und mit der Bürste langsam von oben nach unten ausstreichen, Blasen nach außen wischen. Zum Schluss den Überstand zurechtschneiden.

tapezieren
Achtet bei dem Tapezieren darauf, dass die Tapete keine Wellen schlägt. Bildquelle: © dieter76 | fotolia.com

Vliestapete anbringen: nichts einfacher als das

Die neuen Vliestapeten machen die Renovierung noch einfacher. Den zugehörigen Spezialkleister mit einem Quastenpinsel auf die Wand auftragen, dann die Tapetenrolle oben an der Wand ansetzen, abrollen und andrücken, unten passgenau abschneiden. Falls noch Blasen vorhanden sind, einmal mit der Walze drüber rollen, fertig.

Wichtige Tipps:

  • Messt die Höhe der Wand aus. Bei den einzelnen Tapetenbahnen schneidet Ihr dieses Wandmaß plus fünf Zentimeter ab. Bei Mustertapeten zusätzliche Länge einplanen (genannt: Rapport), um das Muster Stoß an Stoß legen zu können. Oft ist der Rapport auf der Mustertapete gekennzeichnet.
  • Fangt bei Muster- oder Fototapeten in der Wandmitte an, so könnt Ihr die angrenzenden Bahnen leichter ausrichten. Markiert Euch für die erste Bahn mithilfe der Wasserwaage die Senkrechte, damit die Tapete später nicht schief hängt.
  • Je nach Tapete lässt sich das Material gut um Außenecken legen. Bei Innenecken den Abstand von der Ecke bis zur letzten Bahnkante ausmessen, beim Zuschneiden noch zwei Zentimeter zu dieser Breite hinzugeben. Dann die Eckbahn aufkleben und überstehende Reste abschneiden. Diese Technik funktioniert auch am Übergang zu Dachschrägen.
  • Das beste Klima zum Tapezieren habt Ihr bei geschlossenen Fenstern und ausgeschalteter Heizung.


Tipp: Tipps und Tricks zum Streichen Eurer Wände verraten wir Euch in unserem Ratgeber Wohnung streichen.

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