Kalaydoskop

Umweltfreundlich Weihnachten feiern – so geht’s

Konsumrausch, Müllberge und haufenweiße unnütze Geschenke – die Kehrseite von Weihnachten in vielen Haushalten. Dabei geht es auch anders. Es ist gar nicht so schwer, weniger Müll zu verursachen, nachhaltig einzukaufen und zu kochen und umweltschonend zu schenken und dekorieren. Vom wirklich „grünen“ Weihnachtsbaum bis hin zum Weihnachtsmenü haben wir viele einfach umzusetzende Umwelttipps für Euch.

Weihnachtsbaum aus der Natur für die Natur

Baum ist Baum? Das gilt an Weihnachten leider nicht ganz. Die meisten der in Deutschland verkauften Tannenbäume kommen aus Osteuropa und Skandinavien. Sie haben nicht nur bereits eine weite Strecke hinter sich, sondern wurden auch meist ordentlich mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und synthetisch gedüngt. Gute Alternativen sind Angebote vom örtlichen Förster und Bio-Weihnachtsbäume mit Siegel.
Wiederverwendbare Bäume aus Kunststoff sind nur dann ökologisch sinnvoll, wenn Ihr sie über viele Jahre nutzt. Leider halten die meisten Modelle nicht so lange. Wer hier in Nachhaltigkeit investieren möchte, sollte einen hochwertigen, langlebigen Kunstbaum besorgen. In Sachen biologischer Abbaubarkeit haben Naturbäume jedoch immer die Nase vorn. Sie sind die umweltfreundlichere Wahl.

Weihnachtsdeko und Baumschmuck aus Naturmaterialien

Kunststoff und schwer wiederverwertbare Materialien zu vermeiden, ist beim Baumschmuck gar nicht so kompliziert. Dafür müsst Ihr auch nicht selbst basteln. Auf Weihnachtsmärkten und in den Deko-Abteilungen gibt es Strohsterne, Holzanhänger und Schleifen aus Leinen oder Baumwolle. Auf Glanz und Glimmer müsst Ihr nicht verzichten. Bevorzugt Weihnachtsbaumkugeln aus Glas und lasst solche aus Kunststoff links liegen. Ebenfalls meiden sollten umweltbewusste Christkinder Lametta und anderen Kunststoffschmuck.
Wer gerne selbst werkelt hat unendlich viele Möglichkeiten, nachhaltigen Weihnachtsbaumschmuck herzustellen. Leicht zu verarbeitende Naturmaterialien sind Stroh, Holz, Tannenzapfen, Kastanien, Eicheln, Zimtstangen, getrocknete Früchte, Zweige, Ton oder Salzteig.
In unserem DIY-Guide finden Ihr Tipps, wie Ihr Baumschmuck einfach selbst herstellt.

Nachhaltig Freude verbreiten – grüne Weihnachtsgeschenke

Konsumrausch oder bewusst schenken? Wer zu den Weihnachtsfeiertagen mit einem klaren Kopf einkauft und konsumiert, kann helfen, Natur und Klima nicht unnötig zu belasten.

  • Kauft einen Großteil der Geschenke von regionalen Herstellern, örtlichen Anbietern und Kunsthandwerkern. Diese findet Ihr auf kleinen Weihnachtsmärkten, in lokalen Boutiquen und oft auch in den Geschäften karitativer Einrichtungen. Wer beim Einkauf weite Transportwege vermeidet, hilft, das Klima zu schonen.
  • Achtet darauf, dass die Materialien für die Weihnachtsgeschenke aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Bei Kinderspielzeug kann das beispielsweise Holz oder Hartpappe statt Plastik sein.
  • Produkte aus recycelten Wertstoffen sind als nachhaltige Geschenke ebenfalls gut geeignet.
  • Ob Ihr eine Wunschliste abarbeitet oder unter Zeitdruck steht, manchmal lassen sich Bestellungen nicht vermeiden. Achtet bei Onlineeinkäufe auf ähnliche Merkmale wie beim Einkauf vor Ort. Tätigt Sammelbestellungen mit Freunden, um Versandkosten zu sparen und das Klima zu schonen.

Weihnachtswerkstatt – Geschenke selbst herstellen

Viel persönlicher als Gekauftes sind selbst gebastelte, gebackene oder gefertigte Weihnachtsgeschenke. Nicht zuletzt schont Ihr damit in vielen Fällen auch die Umwelt, wenn Ihr bei Einkauf Eurer Werkstoffe und Zutaten auf regionale Produkte, natürliche Rohstoffe oder Recyclingmaterialien achtet.

  • Selbstgebackenes wie Kekse, Kuchen, Stollen oder persönlich zusammengerührte Backmischungen versüßen als kleine Präsente so manche Weihnachtsfeier.
  • Von der Dekoration für die Wohnung bis zum Kunstwerk, selbst basteln sorgt zu Weihnachten für große Freude bei Schenkern und Beschenkten.
  • Handwerksarbeiten sind perfekte Weihnachtsgeschenke, denn sie sind einzigartig, persönlich und spiegeln besondere Fähigkeiten wider, die nicht jeder hat. Beim Aufwerten von Möbeln, Laubsägearbeiten und Bauen von Gegenständen könnt Ihr nach Lust und Laune Wiederverwerten, Umfunktionieren und kreativ werden.
  • Vom Kissen über Beutel und Taschen bis hin zum Rock oder Sommerkleid, wer näht, hat unendliche Möglichkeiten bei der Fertigung von Weihnachtsgeschenken. Fürs Nähen könnt Ihr Stoffe aus regionaler Herstellung kaufen, auf Bio-Rohstoffe und schadstoffarme Textilfarben achten oder Stoffe und alte Kleidung wiederverwerten.

Tolle Rezepte und Ideen für essbare Weihnachtsgeschenke findet Ihr in unserem Ratgeber.

Pralinen
Pralinen sind eine tolle Idee für ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk. Bildquelle: © beatrize | pixabay.com

Geschenke umweltfreundlich verpacken

Berge von benutztem Geschenkpapier, Schleifenband und Zellophanfolie, – an Weihnachten ist das Müllaufkommen beachtlich. Schade eigentlich, das neue bunte Papier nur für den kurzen Auspackmoment zu kaufen und dann direkt wegzuschmeißen. Wenn Ihr auf Einpackmaterialien zurückgreift, die bereits einen Nutzen hatten, noch eine weitere Verwendung haben werden oder wiederverwertet wurden, reduziert Ihr das Müllaufkommen an den Feiertagen erheblich.

Diese Geschenkpapieralternativen helfen dabei, Müll zu sparen:

  • Altes Zeitungspapier macht sich super als Geschenkverpackung, ihr könnt es individuell bemalen, bekleben oder anders hübsch gestalten.
  • Packpapier lässt sich wiederverwenden, besteht meist aus recycelten Materialien und ist nicht mit umweltschädlichen Folienbeschichtungen belastet.
  • Geschenkpapier aus Recyclingpapier sieht heutzutage richtig schick aus und ist eine super Alternative für faule Weihnachtselfen.
  • Schuhkartons und andere Verpackungsboxen könnt Ihr hübsch bekleben und Eure Geschenke darin übergeben. Vorteil: Auch nach Weihnachten lassen sie sich noch als Aufbewahrungsschachtel nutzen.

Nachhaltig einkaufen und kochen fürs Weihnachtsmenü

Stress mit Hausputz, Dekoration und allen Vorbereitungen, – wer soll da noch an ein möglichst umweltfreundliches Festessen denken? Keine Sorge, wenn Ihr ein paar Tipps beachtet, könnt Ihr ganz nebenbei etwas für die Umwelt tun.

  • Kauft Lebensmittel regional ein. Beispielsweise in Hofläden, an Marktständen örtlicher Bauern, beim Metzger und Bäcker um die Ecke. Besonders nachhaltig produziert werden Bioprodukte. Tipp: vorbestellen und so Stress vermeiden.
  • Auch, wenn nicht in jedem Biobetrieb die Haltungsbedingungen wie in der romantischen Vorstellung vieler Kunden aussehen, haben tierische Produkte mit Biosiegel doch eine bessere Umweltbilanz. Wer es noch genauer wissen möchte, bestellt beim örtlichen Biofleischer oder Hofladen vor. Dort könnt Ihr dann auch sichergehen, dass die Tiere ein schönes Leben hatten.
  • Erdbeeren, tropische Früchte und zarte Frühlingsgemüsesorten sind zu Weihnachten etwas Besonderes, doch haben diese Lebensmittel im Winter lange Transportwege hinter sich. Umweltfreunde achten darauf, Zutaten der Saison zu verarbeiten. Das sorgt auch für ein volles Aroma der fertigen Speisen.
  • Achtet beim Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten auf das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), ein weißer Fisch auf blauem Grund. Das Zeichen bescheinigt nachhaltige Fischerei. Ebenfalls kennzeichnend für umweltschonende Produkte ist das Bio-Siegel, vom WWF empfohlene Fischsorten findet Ihr in Broschüren und auf der Website.
  • Hummer, exotische Meeresfrüchte und Delikatessen aus der ganzen Welt machen sich gut im Weihnachtsbuffet oder in Geschenkkörben, haben aber auch weite Transportwege hinter sich. Dem Klima zugute auf regionale Angebote ausweichen und Leckereien aus fernen Ländern nur sparsam verwenden.
Hofladen
Wer bei direkt beim Bio-Bauern im Hofladen kauft, der erhält nicht nur gute regionale Produkte, sondern unterstützt zusätzlich die lokalen Landwirte. Bildquelle: © NeONBRAND | unsplash.com
Um für noch mehr Umweltfreundlichkeit beim Weihnachtsmenü zu sorgen, plant Euer Menü so, dass Ihr den vorgeheizten Backofen für mehrere Gerichte nutzen könnt. Beispielsweise erst für Brot oder Kuchen, dann für Braten, dann zum Warmhalten.
Überlegt vor Einkauf und Zubereitung außerdem genau, wie viel Essen Ihr wirklich braucht, um Verschwendung zu vermeiden und nichts wegwerfen zu müssen.


Um Weihnachten umweltfreundlicher zu gestalten müsst Ihr nicht jeden einzelnen Tipp befolgen oder Euch unnötig stressen. Es reicht, hier und da ein paar kleine Veränderungen vorzunehmen und schon bereitet Ihr Eurer Familie, Euch selbst und unserer Umwelt ein besinnliches und nachhaltiges Fest.

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