Kalaydoskop

Wakeboard: Wassersport mit Spaßgarantie!

Bei den heißen Sommertagen verbringt man nur ungern seine freie Zeit zuhause. Ihr seid nun aber noch auf der Suche nach einem neuen Hobby, dem Ihr an der frischen Luft nachgehen könnt? Wakeboarding könnte genau das Richtige für Euch sein! Seit den 90er Jahren erfreut sich diese Wassersportart, die das Wellenreiten mit dem Wasserski verbindet, auch in Deutschland größter Beliebtheit. Wir verraten Euch, was es beim Kauf eines neuen oder gebrauchten Wakeboards zu beachten gibt und wie Ihr eine gute Figur auf dem Brett macht!

Was ist ein Wakeboard

Ähnlich wie ein Snowboard ist auch ein Wakeboard ein Brett, das Ihr Euch an die Füße schnallt und auf dem Ihr Euch fortbewegt – nur eben nicht auf einer winterlich verschneiten Piste, sondern auf dem Wasser, im besten Fall bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Dabei müsst Ihr Euch entweder von einem Wasserskilift (Cable), einem Motorboot oder Jetski ziehen lassen und erreicht dabei zwischen 25 und 40 Kilometer pro Stunde! Benannt wurde das Wakeboard nach der Kielwelle des Motorboots, die im Englischen wake heißt. Diese nutzt Ihr nämlich als Absprungrampe. Lasst Ihr Euch von einem Cable ziehen, dient eine Kicker genannte Schanze als Sprungbrett.
Wakeboards weisen eine Länge zwischen 111 und 151 Zentimetern und eine Breite zwischen 38 und 50 Zentimetern auf. Das Gewicht des Boards wird natürlich durch dessen Maße bestimmt. Da die Bretter jedoch schwimmfähig sein müssen und deshalb mit Holz-, Waben- oder Schaumkernen ausgestattet sind, ist auch das Gewicht recht niedrig. Weitere bestimmende Merkmale eines jeden Wakeboards sind die Biegungen (Rocker), Führungskanäle (Channels), die Heckfinnen und die Form. Während 3-Stage-Rocker-Boards an beiden Enden nach oben abgewinkelt sind, gibt es auch Wakeboards mit einer durchgehenden, weichen Biegung.

Wo kann man Wakeboard fahren?

Da das Wakeboarden in Deutschland mittlerweile zu den trendigsten Wassersportarten überhaupt gehört, werdet Ihr keine Schwierigkeiten haben, ein geeignetes Plätzchen auf einem Fluss oder See in Eurer Nähe zu finden. Und das Beste ist: Ihr benötigt nicht einmal ein Motorboot! Von Bayern bis Schleswig-Holstein gibt es insgesamt mehr als 70 Wakeboard-Anlagen, in denen Ihr Eurem neuen Hobby nach Herzenslust frönen könnt. Auf surfda.com beispielsweise findet Ihr eine übersichtliche Auflistung aller Anlagen in den jeweiligen Bundesländern und darüber hinaus. Ihr müsst nur noch Euren Lieblingsspot aussuchen und schon kann es losgehen!

Was es beim Einkauf eines Wakeboards zu beachten gilt

Eins der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des passenden Wakeboards ist nicht unbedingt Eure Körpergröße, sondern Euer Gewicht. So wählen Herren mit einem Gewicht zwischen 75 und 85 Kilogramm ein Wakeboard mit einer Länge von 137 bis 143 Zentimetern. Bei einem Gewicht zwischen 85 und 100 Kilogramm muss es schon ein 142 bis 146 Zentimeter langes Brett sein. Damen mit einem Gewicht von 55 bis 65 Kilogramm sind mit einem 132 bis 136 langen Brett gut beraten. Ab einem Gewicht von 65 Kilogramm empfiehlt sich ein Wakeboard mit einer Länge zwischen 136 bis 139 Zentimetern. Ebenfalls bestimmend für die Länge des Wakeboards ist dessen Flex (Härtegrad): Je weicher der Flex, desto länger sollte das Board sein. Nur so ist das Brett für Tricks wie etwa Nose- und Tail-Presses nutzbar.
Welches Wakeboard am besten zu Euch passt, wird außerdem dadurch bestimmt, wie Ihr mit dem Brett unterwegs sein möchtet: Wollt Ihr Euch von einem Motorboot ziehen lassen oder lieber Rampen und Trails entlang einer Seilbahn springen? Seid Ihr blutige Anfänger oder habt Ihr bereits auf dem Brett gestanden und wollt noch mehr Zeit in Euer Hobby investieren? Je nachdem, welcher Rider-Typ Ihr seid, entscheidet Ihr Euch für eine spezielle Form des Wakeboards. Steht Ihr noch am Anfang, sind gerade Bretter mit rechtwinkligen Kanten die beste Wahl, da sie sich gut kontrollieren lassen. Breite und eher bauchige Wakeboards mit abgerundeten Kanten wiederum verhalten sich besonders drehfreudig, lassen sich leicht wenden und sind somit hervorragend für Flips und Sprünge wie etwa Raleys geeignet. Solche Bretter sind auf jeden Fall für Fahrten am Cable (Seilbahn) zu empfehlen: Mit Ihnen überwindet man sogenannte Obstacles, also Hindernisse, am leichtesten.

Wakeboard
Welches Wakeboard am besten zu Euch passt, hängt davon wie und wo Ihr fahren möchtet. Bildquelle: © Jorgen Hendriksen | pixabay.com

Das optimale Wakeboard für Einsteiger und für Kinder

Für Anfänger empfiehlt sich wie gesagt ein gerades, etwas breiteres Brett mit einer Eurem Körpergewicht entsprechenden Länge. Im Zweifelsfall wählt Ihr lieber ein etwas längeres Brett, um optimalen Halt zu genießen. Achtet beim Einkauf auch auf montierbare Finnen für den Unterbau (Base) sowie tiefe Führungsrinnen (Channels). Die Rinnen garantieren die Spurtreue beim Fahren, während der Vorteil abnehmbarer Finnen darin liegt, dass Ihr später, wenn Ihr mehr Erfahrung habt, auch fortgeschrittene Tricks und Sprünge mit dem Board machen könnt.
Wählt am besten ein ganzes Set für Einsteiger, bei dem die Bindung ebenfalls dazugehört. So seid Ihr auf der sicheren Seite und könnt Euch unbesorgt dem Fahrspaß hingeben. Für Kinder gilt ebenfalls: Je stabiler und leichter zu kontrollieren, desto besser! Achtet beim Einkauf für die Kleinen darauf, ein Wakeboard mit verstellbarer Bindung zu wählen. Kinder wachsen schnell und verstellbare Bindungen lassen sich anpassen. So hat Euer Nachwuchs lange Freude an seinem Sportgerät und Ihr schont Euren Geldbeutel. Wer sich nicht direkt ins Wasser wagen möchte, kann auch zuerst mit Skateboardfahren anfangen. Die Sportarten sind zwar sehr unterschiedlich, jedoch hilft das Fahren auf einem Skateboard ein besseres Gleichgewichtsgefühl zu entwickeln. Beim Skaten sollte das passende Zubehör selbstverständlich auch nicht fehlen, da das Fallen zum Lernprozess dazugehört.

Wakeboards: Empfehlungen und Preise

Wakeboards gibt es zwar schon ab circa 200 Euro, jedoch sind solche Modelle meist nicht für Cables und auf Wakeboardanlagen zugelassen. Deshalb müsst Ihr selbst für Einsteigermodelle etwas tiefer in die Tasche greifen, wenn Ihr nicht nur ab und zu einen Ausflug mit dem Motorboot plant. Darüber hinaus lohnt es sich, in bekannte und bewährte Marken zu investieren: Sie garantieren nicht nur höchste Qualität, sondern auch einen hervorragenden Service. Zu den bekanntesten Wakeboardherstellern gehören unter anderem die Firmen Ronix, CTRL, Liquid Force und Hyperlite. Sie bieten Boards für Einsteiger und Profis und sowohl für die Fahrt mit dem Motorboot als auch am Cable.
Einer der Bestseller auf amazon.de, der darüber hinaus von Kunden mit 4 von 5 möglichen Sternen bewertet wurde, ist das WAKETEC Wakeboard WildRide mit OnSet-Bindung für 299,00 Euro. Zu den weiteren Empfehlungen gehören die Ronix Modello Surf Edition für 449,00 Euro, das Jobe BREACH Wakeboard 2017 zu einem Preis zwischen 329,90 und 459,95 Euro sowie das O’Brien Indie Impact Wakeboard 2018, welches preislich zwischen 489,95 und 599,90 Euro liegt.

Wakeboard
Beim Kauf eines Wakeboard lohnt es sich in bekanntere Marken zu investieren. Bildquelle: © dahancoo | pixabay.com

Das notwendige Wakeboarding-Zubehör

Habt Ihr Euch für ein Wakeboard-Modell entschieden, benötigt Ihr noch das passende Zubehör, bevor Ihr Euch endlich in die Wellen stürzen könnt. Falls die Bindung nicht Teil des Bretts war, solltet Ihr Euch zunächst um diese kümmern. Am besten lasst Ihr Euch beim Fachhändler beraten, wenn Ihr Euch nicht sicher seid, welche Bindung die Richtige für euch ist.
Des Weiteren benötigt Ihr einen Helm und eine Schutzweste. Ein Helm ist zwar in der Regel keine Pflicht in den Anlagen, sofern Ihr keine Obstacles fahrt, zur Sicherheit solltet Ihr aber einen tragen. Wählt unbedingt einen Helm mit Ohrenschutz (ca. 60 Euro), um Innenohrverletzungen bei einem Sturz zu vermeiden. Ebenfalls der Sicherheit dienen sogenannte Wakeboard-Impact-Westen: Sie schützen den unteren Oberkörper, also genau die Region, in der die Organe nicht von den Rippen umschlossen sind. Ein solcher Aufprallschutz (erhältlich ab ca. 89 Euro) kann sich als großer Vorteil erweisen, wenn Ihr bei hoher Geschwindigkeit fahrt oder Obstacles überwindet und aus Versehen stürzt!
Generell solltet Ihr beim Wakeboarden keine einfache Freizeitkleidung oder knappe Badehose tragen. Eine Boardshort mit einer gewissen Länge ist das Minimum, gerade aber bei niedrigeren Luft- und Wassertemperaturen empfiehlt sich ein Neoprenanzug, der mit etwa 70 bis 100 Euro zu Buche schlägt. Im Frühling und Sommer reicht ein sogenannter Shorty mit kurzen Ärmeln und Hosenbeinen. Wenn Ihr nicht so gerne barfuß in die Bindungen steigt, sind Neoprensocken eine gute Wahl. Sie schützen Eure Füße, sind aber dünn genug, damit Ihr die Füße trotzdem problemlos in die Bindungen bekommt.
Seid Ihr mit dem eigenen Motorboot unterwegs, ist auch der Kauf einer Leine inklusive Griff notwendig. Für diesen Posten solltet Ihr etwa 40 bis 50 Euro einkalkulieren. Mit einem Preis ab 700 Euro deutlich teurer, auf dem eigenen Boot jedoch unverzichtbar, ist ein Wakeboard Tower. Es handelt sich hierbei um ein Gestell, an dem Ihr das Zugseil zum Wakeboarden befestigt. Normale Ösen am Heck liegen zu tief und sind nicht zur Anbringung des Wakeboardseils geeignet. Trotz des recht hohen Preises lohnt sich die Anschaffung, denn Ihr könnt am Tower auch optionales Zubehör wie etwa Racks zur Aufbewahrung, Spiegel und Leuchten montieren.

Bevor Ihr mit dem Wakeboarden beginnt

Bevor Ihr Eure erste Fahrt unternehmt, solltet Ihr Euch erst einmal mit Eurem Wakeboard vertraut machen. Zuerst ermittelt Ihr, mit welchem Fuß Ihr vorne steht: Es sollte derjenige sein, mit dem Ihr üblicherweise den ersten Schritt macht, wenn Ihr beispielsweise aus dem Gleichgewicht geratet oder Euch jemand schubst.
Nun gilt es, die Position und den Winkel der Bindung zu ermitteln. Der Stance, also die Art, wie Ihr auf dem Brett steht, hat auch etwas mit Eurem Fahrniveau zu tun. Anfänger weisen einen anderen Stance auf als Fortgeschrittene. Letztlich müsst Ihr ausprobieren und entscheiden, in welcher Position Ihr Euch am sichersten und stabilsten fühlt. Eine gute Methode, den Bindungsabstand zu ermitteln, ist ein Sprung in die Luft. Spreizt die Beine und geht beim Landen leicht in die Hocke. Lasst den ungefähr schulterbreiten Abstand zwischen Euren Füßen von einem Helfer ausmessen und nutzt diesen zum Einstellen der Bindung.
Auf dem Wakeboard findet Ihr vorgebohrte Löcher, mit deren Hilfe Ihr die Bindung leicht einstellen oder auch verändern könnt. Bringt die hintere Bindung weit am Ende des Wakeboards an. So wird der größte Teil Eures Gewichts nach hinten verlagert und Ihr könnt das Board besser steuern. Je weiter hinten Ihr die Bindung anbringt, desto kleiner muss auch der Winkel sein. So beträgt er an der hintersten Position null Grad. Die vordere Bindung bringt Ihr entsprechend des vorab errechneten Abstands zwischen Euren Füßen an und wählt dabei einen Winkel zwischen 15 und 27 Grad.

Bevor Ihr mit dem Wakeboarden beginnt
Bevor Ihr Euch ins kalte Nass stürzt, solltet Ihr erstmals ein Gefühl dafür entwickeln, wie Ihr auf dem Brett am besten steht. Bildquelle: © B360RidingShirts | pixabay.com

So fahrt Ihr Wakeboard

Steigt in die Schuhe und befestigt sie an der Bindung, bevor Ihr Euch ins Wasser legt und dabei die Beine nach vorne ausstreckt. Das Wakeboard schwimmt auf dem Wasser und sollte sich dabei möglichst senkrecht zur Wasseroberfläche befinden. Ist dies der Fall, könnt Ihr loslegen. Nehmt jetzt den Griff des Wakeboardseils senkrecht in beide Hände. Ihr befindet Euch in der Hocke und haltet die Arme gerade ausgestreckt, während das Bott oder der Cable anfährt und Euch mitzieht.
Beugt die Knie und zieht die Fersen in Richtung Po, um das Board auf die Wasseroberfläche zu holen. Im weiteren Verlauf zieht Ihr die Knie zur Brust und haltet die Arme weiterhin gestreckt. Sobald das Board sich auf der Wasseroberfläche befindet, könnt Ihr die Beine langsam strecken – aber nicht durchstrecken! – und Euch aufrichten.
Nun bewegt Ihr den vorderen Fuß in Richtung des Boots und verlagert Euer Gewicht gleichzeitig nach hinten. So carvt Ihr durchs Wasser und könnt gut das Gleichgewicht halten. Achtet darauf, die Arme immer gestreckt und die Knie leicht gebeugt zu halten. Eure Schultern und Hüfte sollten jederzeit parallel zum Brett sein! Den Griff haltet Ihr immer auf der Seite des vorderen Fußes. Dabei sollte die Hüfte sich über dem vorderen Fuß befinden, die Schultern über dem hinteren Fuß.
Um nun das Wakeboard zu lenken und beispielsweise das Fahrwasser zu schneiden, dreht Ihr Schultern und Hüte ein wenig vom Boot weg und zieht ein wenig am Griff. Beachtet dabei, dass der Griff nur bedingt zum Lenken geeignet ist. Wichtiger ist der hintere Fuß, auf dem Euer Gewicht lastet. Mit diesem Fuß erziel Ihr eine effektivere und genauere Lenkung. Indem Ihr die Fersen belastet, während Ihr das Seil auf Hüfthöhe haltet, dreht Ihr das Wakeboard langsam in die gewünschte Richtung, sodass das Seil nicht an Spannung verliert.
Möchtet Ihr springen, lenkt Ihr das Wakeboard erst einmal etwa vier Meter aus der Heckwelle heraus. Dabei sollten Eure Zehen weg von der Welle zeigen. Nun schiebt Ihr Eure Hüfte über die Zehen und nähert Euch so wieder vorsichtig der Welle, bis Ihr ihren höchsten Punkt erreicht habt. Streckt die Beine aus und achtet darauf, dass das Seil immer gespannt bleibt. Wenn Ihr die Spitze der Welle erreicht, macht Ihr automatisch einen Sprung. Um länger zu fliegen, winkelt Ihr die Knie an und zieht das Board näher an Euren Körper. Auch bei der Landung solltet Ihr die Knie angewinkelt halten, um den Aufprall abzudämpfen.

Wakeboarden erlernen
Wer fleißig übt, kann nachher auch noch coole Tricks performen. Bildquelle: © kbatx | pixabay.com

Ab auf den See!

Mit unseren Tipps findet Ihr das passende Board für Eure Bedürfnisse, wisst welches Zubehör Ihr benötigt, wo Ihr Wakeboardanlagen findet und vor allem, wie Ihr eine gute Figur auf Eurem Wakeboard macht. Schnappt Euch Eure Ausrüstung und macht Euch auf den Weg zu nächstgelegenen Wakeboardanlage, um Euch ein erstes Mal über das Wasser ziehen zu lassen. Wir hoffen, dass Ihr Freude am Wakeboarden haben werdet und wünschen Euch viel Spaß auf dem Wasser!

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