Karrierekompass
Der Karriereguide von

5 Tipps für die Rückkehr nach der Elternzeit

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Eltern in Deutschland besitzen einen Rechtsanspruch auf Elternzeit. Er ist nicht an den Bezug von Elterngeld gebunden und umfasst für jedes Kind maximal drei Jahre. Ihre Rückkehr nach der Elternzeit sollten Sie so frühzeitig wie möglich planen.

Mit einem Kind beginnt für die Eltern ein völlig neuer Lebensabschnitt – der neue Erdenbürger verändert den gesamten Alltag und wird zunächst zum Mittelpunkt der Welt. Der Rechtsanspruch auf Elternzeit stellt sicher, dass sich Mütter – oder auch Väter – über einen kürzeren oder längeren Zeitraum völlig ungestört ihrem Sprössling widmen können. In der Praxis sind die Kinderbetreuung und damit diese Auszeit vom Beruf allerdings vor allem Frauensache. Die meisten Väter bleiben allenfalls einige Wochen oder Monate zu Hause.

Damit nach der Elternzeit die Rückkehr ins Unternehmen problemlos vor sich geht, ist gute Vorbereitung wichtig. Die Planung dafür sollten Sie so früh wie möglich mit Ihrem Arbeitgeber diskutieren.

1. Was sagt der Gesetzgeber zur Elternzeit?

Wenn Sie Elternzeit in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie Ihren Arbeitgeber spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn darüber schriftlich informieren. Wenn die Auszeit vom Beruf unmittelbar nach dem Auslaufen des Mutterschutzes beginnen soll, läuft diese Frist also zum Ende der ersten Lebenswoche Ihres Babys ab. Zu einer Tätigkeit im Unternehmen sind Sie für die Dauer der Elternzeit nicht verpflichtet. Eine Teilzeittätigkeit für Ihren bisherigen Arbeitgeber oder eine andere Firma ist bis zum Umfang von 30 Wochenstunden möglich und hat keinen Einfluss auf die Elternzeit. In Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern besitzen Sie ein Recht auf Teilzeitarbeit.

Bis zum Ende der Elternzeit besteht für Ihren Arbeitgeber ein Kündigungsverbot. Ihr Arbeitsverhältnis läuft danach also unverändert weiter, allerdings haben Sie keinen Rechtsanspruch auf Ihren früheren Arbeitsplatz. Zudem hat der Gesetzgeber den Unternehmen zum Ende der Elternzeit ein Sonderkündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten eingeräumt.

2. Fünf Tipps für eine erfolgreiche Rückkehr nach der Elternzeit

Für Ihre weitere berufliche Entwicklung, aber auch im Hinblick auf die Möglichkeit einer solchen Sonderkündigung ist wichtig, dass Ihr Chef und die Personalabteilung so früh wie möglich wissen, dass Sie auch nach der Elternzeit an einer Tätigkeit im Unternehmen interessiert sind. Die folgenden Tipps unterstützen Ihre Planung und sorgen für gutes Einvernehmen mit dem Arbeitgeber:

2.1. Den Wiedereinstieg nach der Elternzeit schon während der Schwangerschaft planen

Ihr Arbeitgeber ist auf eine langfristige Personalplanung angewiesen – die Zeit, in der er Ihre Stelle neu besetzen muss, umfasst nicht nur die Elternzeit, sondern auch Ihren Schwangerschaftsurlaub sowie den Mutterschutz. Es bietet sich also an, Ihre persönliche Planung für den Wiedereinstieg schon vor dem Beginn des Schwangerschaftsurlaubs zu besprechen. Natürlich kann es hier Unwägbarkeiten geben – beispielsweise, wenn zum anvisierten Wiedereinstiegstermin noch eine zuverlässige Kinderbetreuung fehlt oder Sie noch nicht wissen, welches Arbeitszeitmodell künftig für Sie passt. Aber: Der Anfang ist mit einem solchen Gespräch gemacht – möglicherweise hat Ihr Arbeitgeber ebenfalls wichtige Tipps für Sie.

2.2. Kontakt zum Unternehmen halten

Den Kontakt zu Ihrer Firma sollten Sie auch während der Elternzeit nicht aus dem Blick verlieren. Vielleicht schicken Sie in den ersten Wochen nach der Geburt zunächst ein Babyfoto ins Büro, später stellen Sie Ihr Kind Ihren Kollegen auch einmal persönlich vor.

Danach gilt: Bei Besuchen im Unternehmen sollte nicht im Fokus stehen, dass Sie jetzt Mutter (oder Vater) sind. Viel wichtiger ist, dass Sie deutlich machen, dass Sie an den Ereignissen, Abläufen und Themen in der Firma sowie an Ihren Kollegen interessiert sind.

Noch intensiver gestalten Sie die Beziehung zu Ihrem Arbeitgeber, wenn Sie an wichtigen Meetings, Fortbildungen und Firmenveranstaltungen teilnehmen, sofern das für Sie zeitlich möglich ist. Urlaubsvertretungen sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, auch während der Elternzeit „dicht am Job“ zu bleiben.

2.3. Die Elternzeit nicht zu lange ausdehnen

Hier spielt natürlich eine entscheidende Rolle, welche Pläne Sie selber für die Zukunft haben. Möchten Sie auch mit einem oder mehreren Kindern beruflichen Erfolg oder steht Ihre Familie für absehbare Zeit sehr stark im Vordergrund.

Fakt ist, dass Sie – und damit auch Ihre früheren Leistungen – in der Firma während einer zu langen Abwesenheit allmählich in Vergessenheit geraten. Auch Sie selbst stellen sich mental immer stärker auf ein Leben außerhalb der Arbeit ein. Mit Ihrer Stelle und Ihrem Unternehmen identifizieren Sie sich – wenn überhaupt – nur noch am Rande. Solche Brüche und den daraus resultierenden Karriereknick minimieren Sie, wenn sie Ihre Elternzeit auf maximal ein Jahr begrenzen. Gut ist, wenn Sie während der Elternzeit Ihre Qualifikationen erweitern und entwickeln – vielleicht finden Sie Zeit, eine Fortbildung zu absolvieren.

2.4. Vorschläge für die eigene Karriereplanung machen

Wenn Sie wissen, wo Ihre Prioritäten liegen und welches Maß an Engagement im Job Sie sich nach dem Wiedereinstieg wünschen, ist es an der Zeit, Ihrem Arbeitgeber eigene Vorschläge für Ihre weitere Karriere zu unterbreiten. Spätestens drei Monate vor Ihrer Rückkehr aus der Elternzeit sollten die Eckdaten für Ihren Wiedereinstieg unter Dach und Fach sein. Hier müssen Sie Ihrem Unternehmen Antworten auf eine ganze Reihe von Fragen liefern:

  • Wie bringe ich künftig trotz reduzierter Arbeitszeit meine wichtigsten Fähigkeiten in Arbeitsprozesse ein?
  • Welche Projekte kann ich übernehmen? (Und bringen mich diese Projekte perspektivisch in meiner persönlichen Karriereplanung weiter?)
  • Welches Arbeitszeitmodell ist für mich und die Firma optimal?
  • In welchem Umfang kommt Home-Office für mich in Frage?
  • Gibt es die Möglichkeit, ein Jobsharing-Modell in die Praxis umzusetzen?

Solche Lösungen kommen bisher vor allem für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte in Betracht. In diesem Fall stehen Sie vor der Aufgabe, eine Mitarbeiterin zu finden, deren Lebenssituation und deren Jobprofil exakt zu Ihnen passen. In der Praxis erfordern Jobsharing-Modelle exakte Absprachen und eine ebensolche Planung. Weit verbreitet sind sie bisher nicht – wo sie praktiziert werden, haben sie sich jedoch als Erfolgskonzept erwiesen.

2.5. Unterstützung finden

Berufstätige Eltern benötigen ein tragfähiges Netzwerk. Für berufstätige Frauen ist es mit Unterstützung durch den Partner meistens nicht getan. Zudem leben in der Elternzeit oft traditionelle Rollenmuster wieder auf.

Also: Wer kann Ihnen helfen, den Alltag mit Kind zu stemmen? Leben Großeltern in Ihrer Nähe, die diese Aufgabe gerne übernehmen? Kann ein Au-pair eine praktikable Lösung sein? Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

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