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Business Knigge: 10 goldene Regeln für gutes Benehmen im Geschäftsleben

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Im Beruf zählen nicht nur Fachwissen und inhaltliche Performance – auch gute Manieren können zu einem entscheidenden Karrierefaktor werden. Schließlich möchte Ihr Arbeitgeber, dass Sie mit Vorgesetzen und Kollegen ein rundum positives Verhältnis pflegen und das Unternehmen gegenüber Kunden und Geschäftspartnern so exzellent wie irgend möglich präsentieren. Wenn Sie den Business-Knigge beherrschen, bringen Sie folglich wichtige Schlüsselqualifikationen mit.

Aus Sicht vieler Unternehmen liegt im Hinblick auf den Business-Knigge heute einiges im Argen. Vor allem Berufsanfänger müssen oft erst lernen, welche Kommunikations- und Verhaltensregeln in der Geschäftswelt gelten. Die Crux dabei: Mit angemessenem Verhalten im privaten Leben sind sie oft nicht identisch, zudem sind wir heute meist an einen eher legeren Lebensstil gewöhnt. Junge Mitarbeiter müssen oft erst lernen, wie man eine Krawatte bindet oder wie man einen Kundenbesuch auch formal mit Bravour besteht. Einige Unternehmen haben in ihre Aus- und Weiterbildungsprogramme auch Benimmkurse integriert – Quellen für Konflikte und Fauxpas sollen damit so weit wie möglich ausgeschlossen werden.

1. Höflichkeitsregeln ermöglichen Orientierung

Genau darum – um Regeln für ein positives menschliches Zusammenleben – ging es übrigens auch Adolph Freiherr von Knigge (1752 – 1796), der heute als der Urvater aller Benimm- und Anstandsbücher gilt. Sein Werk „Über den Umgang mit Menschen“ zielte übrigens keineswegs nur auf die Etablierung strikter formaler Regeln, sondern darauf, dass sich auch Bürgerliche innerhalb des Regelkorsetts bei Hofe gut behaupten und ihre Interessen geltend machen konnten. An der Funktion von „Anstandsregeln“  inklusive des modernen Business-Knigges hat sich seitdem nichts geändert: Sie bieten Orientierung in konkreten Situationen. Oft sind sie Voraussetzung dafür, dass sich eine positive Beziehung überhaupt entwickeln kann. Zudem sind sie ein Ausdruck von Respekt, der – übrigens nicht nur im Beruf – auch formale Höflichkeit erfordert.

2. Zehn Regeln für Ihren professionellen Auftritt

Im Geschäftsleben werden Sie zu zahlreichen Anlässen mit Höflichkeitsregeln konfrontiert. Das Thema fängt beim Umgang mit Kollegen und angemessenem Gesprächsverhalten an. Einmal abgesehen von Start-ups erwarten die meisten Chefs, dass – bei aller Lockerheit in Verhalten und Kommunikation der Mitarbeiter –  Rangunterschiede eine Rolle spielen. Natürlich müssen Sie auch wissen, wie Sie sich bei einem Geschäftsessen verhalten sollten und was im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern angemessen ist. Hilfestellung dabei geben Ihnen unsere 10 goldenen Regeln für gutes Benehmen im Geschäftsleben.

2.1. Höflichkeit und Selbstkontrolle

Auch in Unternehmen treffen Menschen aufeinander – und manche Situationen können sie durchaus zur Weißglut treiben. Der Versuchung, Ihren momentanen Gefühlen in einem Konflikt oder einer Stresssituation Ausdruck zu verleihen, sollten Sie jedoch auf alle Fälle widerstehen. Gut ist, wenn Sie auch dann in der Lage sind, Ruhe zu bewahren und Ihrem Gegenüber zuzuhören. Mit Aggression und Schreien erreichen Sie normalerweise nichts, hinterlassen jedoch einen schlechten Eindruck, der oft lange anhält und schwer zu korrigieren ist.

Falls Sie berechtigte Kritik äußern möchten, sind dafür ein höflicher Ton und Diskretion erforderlich. Viele kontroverse Fragen lassen sich in einem Vier-Augen-Gespräch am besten klären.

2.2. Respektieren Sie Distanzen

Jeder Mensch hat eine Distanzzone und schätzt es nicht, wenn ihm andere allzu nahe auf die Pelle rücken. Im Berufsleben gilt dies in besonderem Maße. Angemessene Distanz im Gespräch sorgt für mentale Brücken. Berührungen und Körperkontakt werden in den allermeisten beruflichen Situationen als negativ empfunden.

2.3. Auf die richtige Begrüßung kommt es an

Im Privatleben sind Sie gewohnt, anwesende Damen oder ältere Menschen als erstes zu begrüßen. Im Beruf kommt dieses Privileg der anwesenden Person zu, die den höchsten beruflichen Rang besitzt. Danach begrüßen Sie ältere vor jüngeren Gesprächsteilnehmern und hier die Damen zuerst. Ausnahmen gelten, wenn einer der Anwesenden unabhängig von der „Rangfolge“ aufgrund seines Alters, seiner Verdienste oder anderer Faktoren besonderen Respekt erwarten kann.

„Küss die Hand, gnädige Frau“ oder gar ein echter Handkuss haben im Geschäftsleben – und auch in unserem sonstigen Alltag – nichts zu suchen. Veraltete Begrüßungsformeln und Verhaltensweisen wirken affektiert und hinterlassen keinen positiven Eindruck.

2.4. Smalltalk ist Beziehungspflege

Mit gekonntem Smalltalk bauen Sie eine positive Beziehung zu Ihrem Gesprächspartner auf. Kontroverse Themen, wie zum Beispiel Religion und Politik, Krankheit oder Sex sollten Sie jedoch vermeiden. Auch Kritik und Gerüchte haben nichts in der Unterhaltung zu suchen.

2.5. Akademische Titel nicht vergessen

Wichtig ist dagegen, dass Sie neue Gesprächspartner mit ihrem akademischen Titel ansprechen, falls Sie wissen, dass Sie einen Professor oder Doktor vor sich haben. Weggelassen werden kann der Titel, wenn Ihr Gesprächspartner sich das ausdrücklich wünscht.

2.6. Kleider machen Leute …

 … und haben durchaus etwas mit Höflichkeit zu tun. Wenn Sie sich mit Ihrer Kleidung nach dem Dresscodes Ihrer Firma richten, signalisieren Sie, dass Sie die Unternehmenskultur respektieren. Auch externe Gesprächspartner werden ein angemessenes Businessoutfit als Höflichkeit empfinden. Hier spielen natürlich auch der Anlass für das Treffen sowie die Branche, in der Sie arbeiten, eine Rolle: Eine Bank hat andere Dresscodes als ein IT-Start-up oder eine Werbeagentur.

2.7. Vom Umgang mit Visitenkarten

Ein Geschäftspartner überreicht Ihnen seine Visitenkarte und Sie stecken Sie ungelesen in die Jackentasche? Sie demonstrieren damit bemerkenswert wenig Interesse. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, um das Kärtchen auch zu lesen und deponieren Sie es in Ihren Unterlagen. Natürlich sollten Sie auch Ihre eigene Karte überreichen und damit zeigen, dass Sie an einem nachhaltigen Kontakt zu Ihrem Gegenüber interessiert sind.

2.8. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Gesprächspartner

Sie befinden sich im Gespräch und schauen alle zwei Minuten auf Ihr Smartphone – schließlich möchten Sie wichtige E-Mails auf keinen Fall verpassen. Wenn ein Anruf eingeht, unterbrechen Sie selbstverständlich das Gespräch sofort? Ihr Gegenüber wird dieses Verhalten sehr wahrscheinlich als grobe Unhöflichkeit empfinden. Sie machen damit überdeutlich, dass er und sein Thema auf Ihrer Prioritätenliste nicht ganz oben stehen.

2.9. Duzen ist nicht immer angemessen

Im Hinblick auf das berufliche „Du“ kommt es natürlich auf die Branche an. Auf jeden Fall sollten Sie sich dabei nach den Gepflogenheiten in Ihrem Unternehmen richten. In einigen Firmen duzen sich alle Mitarbeiter, auch bei externen Kontakten ist das „Du“ die Regel. In konservativen Unternehmen ist das Duzen dagegen ein sensibles Thema. Angeboten wird es in diesem Fall vom ranghöheren Mitarbeiter. Einen höheren Rang als Sie haben hier auch deutlich ältere Mitarbeiter sowie Kollegen, die schon lange in der Firma sind. Falls Ihnen das „Du“ in einer solchen Konstellation auf einer Feier oder während eines Ausflugs angeboten wird, sollten Sie – vor allem, wenn dabei Alkohol im Spiel war – warten, ob der Betreffende auch am nächsten Tag darauf zurückkommt.

2.10. Stolperfalle Geschäftsessen?

Das richtige Verhalten bei Geschäftsessen ist ein Thema, das sicher nicht mit wenigen Zeilen abzuhandeln ist. Beispielsweise bitten Unternehmen, die ihre Fach- und Führungskräfte über Personalberater rekrutieren, Kandidaten und Berater oft explizit zu Tisch. Der Business-Lunch oder das Abendessen sind keineswegs nur eine freundliche Aufmerksamkeit, sondern Bestandteil des Bewerbungsverfahrens – die Personalentscheider möchten wissen, ob der Bewerber sich auch in diesem Rahmen zu benehmen weiß.

Auf jeden Fall gehören professionelle Tischmanieren zum Business-Knigge und Sie sollten im Beruf auch darauf vorbereitet sein. Meist geht es dabei nur um Aufmerksamkeit sowie diverse Kleinigkeiten, die sich schnell und unkompliziert erlernen lassen.

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