Karrierekompass
Der Karriereguide von

Floskeln und Phrasen in Stellenanzeigen: So knacken Sie den Code

0

Der erste und der letzte Kontakt mit einem Arbeitgeber haben etwas gemein: Denn weder in Stellenanzeigen noch im Abschlusszeugnis wird Klartext geredet. Mit Floskeln und Phrasen wird nicht gegeizt und man muss zwischen den Zeilen lesen können, um herauszufinden, worum es eigentlich geht. Erfahren Sie, wie Sie Stellenanzeigen richtig lesen und die Floskeln der Arbeitgeber entschlüsseln.

Im Idealfall ist die Stellenanzeige eine Visitenkarte des Unternehmens. Sie soll einen realistischen Eindruck davon geben, was eine Firma Ihren Mitarbeitern zu bieten hat. Denn während die Arbeitslosigkeit in Deutschland immer weiter sinkt und Fachkräfte knapp sind, wird es für die Unternehmen immer wichtiger, sich mit einem guten ersten Eindruck bei den Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu platzieren.

Anders als beim Arbeitszeugnis gibt es für Stellenanzeigen allerdings keine gesetzlichen Vorgaben. Was die Firma von sich preis gibt – und was sie lieber nicht sagt – bleibt ganz ihr überlassen. Umso wichtiger ist es, hier genau hinzuschauen.

1. Zehn Dinge, die in jede Stellenanzeige gehören

Machen Sie den Check und überprüfen Sie die Stellenanzeige, auf die Sie sich bewerben möchten daraufhin, ob Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen bekommen:

1.1. Jobtitel und Beschreibung der Tätigkeit
Was sollen Sie bei dem Unternehmen tun? Welche Aufgaben haben Sie?

1.2. Position im Unternehmen
Sollen Sie Indianer oder Häuptling sein? Welche Verantwortung sollen Sie übernehmen? Bei einer Funktion mit Führungsverantwortung: Wem sind Sie unterstellt? An wen berichten Sie?

1.3. Dauer der Beschäftigung
Handelt es sich um ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis?

1.4. Einstellungstermin
So früh wie möglich oder zu einem bestimmten Zeitpunkt?

1.5. Voraussetzungen
Welche Qualifikation müssen Sie zwingend mitbringen? Welchen Erfahrungen oder Kenntnisse sollten Sie idealerweise mitbringen?

1.6. Zusatzqualifikationen und soziale Kompetenz
Was verlangt man neben der Ausbildung und fachlichen Kompetenz von Ihnen?

1.7. Leistungsversprechen
Was stellt man Ihnen in Aussicht? Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten oder Sonderleistungen? Wie ist es um Ihre Aufstiegschancen bestellt?

1.8. Profil des Unternehmens
Auch wenn der Name des Unternehmens nicht genannt wird, sollte klar sein, was die Firma tut, welche Stellung sie im Markt hat und welchen Anspruch sie an sich selbst stellt.

1.9. Bewerbungsprozess
Welche Unterlagen sind eventuell neben den Standardunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) gefordert? Steht es Ihnen frei, sich per Post, per E-Mail oder online zu bewerben?

1.10. Kontaktdaten
Im Idealfall ist hier nicht nur eine allgemeine Mail-Adresse genannt, sondern ein konkreter Ansprechpartner mit Telefonnummer für Rückfragen.

2. Was sagt die Stellenanzeige über die Firma aus?

Die Art und Weise, wie eine Stellenanzeige gestaltet ist, muss nicht unbedingt etwas über die Firma aussagen. Gerade größere Unternehmen müssen aufgrund von Wachstum, natürlicher Fluktuation und Umstrukturierungen laufend neue Stellen besetzen. Hier dürfen Sie also auch eine größere Routine voraussetzen.

Skeptisch sollten Sie werden, wenn eine Anzeige nur davon spricht, was von Ihnen erwartet wird, ohne dass man auf die Möglichkeiten für Sie eingeht. Sogar die Wortwahl kann einen Unterschied machen. Firmen, die in Stellenanzeigen davon reden, dass sie etwas „verlangen“ sind oft auch im tatsächlichen Alltag fordernder und kümmern sich weniger um die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

3. Der Bauch ist wichtiger als der Kopf

Wie bei jedem Kennenlernen ist auch bei einer Stellenanzeige der erste Eindruck besonders wichtig. Die meisten Firmen wissen das, gerade wenn sie vielleicht nicht jedem bekannt sind. Sie geben sich daher Mühe, sympathisch und nahbar rüberzukommen. Wenn Ihr Bauchgefühl Sie warnt, sollten Sie zusätzliche Informationen über das Unternehmen einzuholen. Überlegen Sie, ob Sie vielleicht Kontakt zu aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern aufnehmen können. Vielleicht sind Sie auf Xing oder Linkedin mit jemandem vernetzt, der die Firma von innen kennt?

4. Was man von Ihnen will

Die Liste der Anforderungen für die ausgeschriebene Stelle erfolgt in der Regel nach deren Wichtigkeit. Was an erster Stelle steht, müssen Sie mitbringen. Was weiter unten steht, ist weniger zwingend. Das lässt sich auch durch die Wortwahl unterstreichen. Muss-Anforderungen werden in der Regel mit Wörtern beschrieben wie „Voraussetzungen sind…“, „Wir erwarten von Ihnen…“ oder „…sind zwingend erforderlich“.

Kann-Anforderungen sind hingegen meist nur „wünschenswert“, „von Vorteil“ oder sollten „hinreichend vorhanden“ sein. Diese Qualifikationen können bei einem Gleichstand mit einem anderen Bewerber den Unterschied machen. Das muss aber nicht sein. Natürlich brauchen Sie sich nicht auf eine technische Stelle zu bewerben, wenn Sie die entsprechende Berufsausbildung nicht absolviert haben. Sie sollten aber bei einer Aufzählung von einem Dutzend Anforderungen keineswegs verzweifeln, wenn Ihnen vier oder fünf davon fehlen.

Viele Firmen haben auch völlig überzogene Anforderungen an Ihre Bewerber. Sie wollen jemanden zu einem Junior-Gehalt einstellen, erwarten aber einschlägige Praxiserfahrung – das geht nicht immer zusammen. Auf keinen Fall sollten Sie sich durch fehlende Kann-Qualifikationen davon abhalten lassen, sich auf eine Stelle zu bewerben. Wenn dann eine Absage kommt, haben Sie schließlich nichts verloren.

5. Vorsicht vor Betrug in Stellenanzeigen

Misstrauisch sollten Sie werden, wenn es sich Stellenanzeigen mit sehr vagen Informationen und vielen Floskeln handelt. Wenn man Ihnen mit blumigen Worten das große Geld in wenigen Wochen verspricht, ohne genau zu beschreiben, was man von Ihnen verlangt, will man Sie nur ködern. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag, wie Sie unseriöse Jobangebote erkennen und sich dafür schützen.

6. Stellenanzeigen: Das ABC der Floskeln und Phrasen

Wie bei Arbeitszeugnissen auch hat sich bei Stellenanzeigen eine gewisse Wortwahl etabliert. Darin wird jedoch nicht immer klar kommuniziert, was eigentlich von den Bewerbern verlangt wird und was sie in dem Unternehmen erwartet. Abgedroschene Floskeln, Verklausulierungen und nichtssagende Phrasen sollen die Stelle attraktiv erscheinen lassen. Aber was steckt wirklich dahinter?

6.1. A wie Angenehmes Betriebsklima

Hat man es wirklich nötig, dies zu betonen? Ein professionelles Arbeitsumfeld sollte selbstverständlich sein und nicht doppelt unterstrichen werden. Es könnte also bedeuten, dass es hier entweder besonders locker und ungezwungen zugeht, was nicht für jede Situation von Vorteil wäre. Oder man hört von der Firma vor allem das Gegenteil und sie versucht so, ihr Image aufzupolieren. So oder so: „Angenehm“ ist ein fließender Begriff. Wer schon mal eine ordentliche Lungenentzündung hatte, der wird verglichen damit eine Erkältung als angenehm empfinden.

6.2. B wie Belastbarkeit

Firmen, die einen belastbaren Mitarbeiter verlangen, haben weniger den Krankenstand im Kopf. Sie geben damit vielmehr zu, dass Überstunden hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein werden. Auch hier ist klar, dass kein Arbeitgeber nach Mitarbeitern sucht, die unter dem geringsten Druck zusammenbrechen.

6.3. C wie Chancen

Die Chance ist die kleine, hässliche Schwester der Perspektive. Während bei einer Perspektive die Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese erreichbar wird, ist eine Chance auch immer von anderen Faktoren abhängig. Ein Unternehmen, dass „Aufstiegschancen“ bietet, meint es damit vielleicht weniger ernst, als eine Firma, die Ihnen schon in der Stellenanzeige den nächsten Karriereschritt konkret beschreibt.

6.4. D wie Dynamik

Klingt erst mal positiv. Hier ist etwas in Bewegung, hier tut sich was. Doch Dynamik kann vieles bedeuten. Geht es um die Firma selbst, so ist Dynamik oft ein Zeichen dafür, dass die Firma stark und zügig wächst. Die meisten Firmen kommen dann oft nicht hinterher, neue Strukturen aufzubauen, die diesem Tempo standhalten. Wenn Ihnen ein bisschen Chaos zum Einstieg nichts ausmacht, sollten Sie sich davon aber nicht abschrecken lassen. Denn schnell wachsende Unternehmen suchen auch ständig neue Führungskräfte. Hier können Sie sich also wahrscheinlich schon in kurzer Zeit für höhere Aufgaben empfehlen.

Vorsichtig müssen Sie sein, wenn es ums Geld geht. Dynamische Lohnbestandteile bedeuten, dass Ihre Bezahlung zu einem größeren Teil vom Erfolg abhängt – vielleicht allein von Ihrem oder von dem der Firma. Doch wie viel liegt wirklich in Ihrer Hand? Und wie realistisch sind die Ziele, an denen Ihr Erfolg gemessen wird?

6.5. E wie Eingespieltes Team

Hier wird darauf verwiesen, dass Sie Teil einer Abteilung oder Firma werden, die in dieser Besetzung schon länger zusammenarbeitet. Das ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass man von Ihnen erwartet, sich hier nahtlos einzupassen und dass Sie vielleicht nur ein Abziehbild Ihres Vorgängers sein werden.

6.6. F wie Flache Hierarchie

Sie werden schnell in Entscheidungen eingebunden und müssen auch die Verantwortung dafür tragen. Wenn Sie diese Herausforderung annehmen wollen – tun Sie es. Viele Unternehmen schreiben sich aber auch flache Hierarchien auf die Fahne, weil sie glauben, dass dies bei Bewerbern besonders gut ankommt. Prüfen Sie daher, wie Ihr Gesamteindruck von der Firma ist.

6.7. G wie Großzügige Bezahlung

Wer damit prahlt, besonders attraktiv zu bezahlen, macht sich erst einmal verdächtig. Ob es nun eine attraktive, großzügige oder überdurchschnittliche Bezahlung ist, ist dabei völlig egal. Sie wollen nicht von einem Gönner bezahlt werden, dem Sie am Ende des Tages dafür danken müssen, dass Sie bei ihm arbeiten dürfen. Sie wollen gute Arbeit abliefern und dafür angemessen und fair entlohnt werden. Eine „Bezahlung nach Tarif“ ist da schon ein konkreterer Hinweis, was Sie erwarten dürfen. Die oben genannten Adjektive sind daher auch nur Floskeln. Nach welchem Durchschnitt richtet sich denn bitte die „überdurchschnittliche“ Bezahlung?

6.8. H wie Hohe Einsatzbereitschaft

Auch nichts anderes als die Belastbarkeit. Mit solchen Floskeln entlarven sich eher die Ausbeuter unter den Arbeitgebern. Hoher Einsatz sollte bei jedem, der einen neuen Job antritt, Voraussetzung sein. Er sollte daher auch nicht gesondert eingefordert werden müssen. Auch hier wird eher damit zu rechnen sein, dass die Firma mehr von Ihnen fordern will, als ihr eigentlich zusteht.

6.9. I wie Innovativ

Mit diesem Wort schmücken sich viele Unternehmen, ohne dass sie damit tatsächlich etwas über sich sagen. Denn weil Innovation kein fest stehender Begriff ist, der an eine gewisse Qualität gebunden ist, kann sich quasi jeder innovativ nennen. Es kann auch bedeuten, dass man von Ihnen viel Kreativität fordert, dass Sie ständig neue Ideen mitbringen und den Status Quo permanent hinterfragen sollen. Solche Maßstäbe erfüllt nicht jeder.

6.10. J wie Junges Team

Wenn der Firmenälteste gerade seinen 30. Geburtstag gefeiert hat, kann das zwei Gründe haben. Entweder die Firmengründer sind selbst noch recht jung und umgeben sich gerne mit Menschen ihres Alters. Oder aber, die Firma ist im positivsten Fall ein Karrieresprungbrett, was auf der anderen Seite heißen kann, dass es hier niemand lange aushält. Junge Mitarbeiter sind in der Regel auch unerfahrener und damit billiger.

6.11. J wie Junior

Viele Jobtitel kommen heute nur noch auf Englisch daher. Dabei tauchen immer wieder Attribute wie Junior und Senior auf. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie sich als Junior mit weniger Geld zufrieden geben müssen. Denn der Junior wird in der Regel schlechter bezahlt, da es sich um eine Einstiegsposition handelt. Das gilt auch, wenn sich ein „Manager“ anschließt, z. B. Junior Online Marketing Manager.

6.12. K wie Kommunikationsfähigkeit

Gehen Sie davon aus, dass Sie zwei Mal die Woche in einem Meeting sitzen werden. Auch werden Sie viel Telefonieren, Ihre Entscheidungen rechtfertigen und Protokolle schreiben müssen. Die oft so hoch geschätzte Kommunikation kann in einer Stellenanzeige zum echten Stimmungskiller mutieren. Denn dass man auf der Arbeit miteinander sprechen sollte, ist doch eigentlich selbstverständlich, oder?

6.13. L wie Leistung

Leistungsgerechte Bezahlung ist vielleicht für einen abgehalfterten Fußballprofi okay, der so das Risiko für den Verein gering hält, der ihm am Ende seiner Karriere noch mal eine Chance gibt. Für den normalen Arbeitnehmer ist sie aber ein Risiko, denn nicht immer ist klar, nach welchen Maßstäben Ihre Leistung eigentlich bewertet wird. Selbst wenn es um objektive Faktoren geht, etwa Verkaufszahlen, so wissen Sie ja noch nicht, welche Ziele sich überhaupt erreichen lassen. Sie sollten hier also vorsichtig sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass Arbeitgeber die Ziele zu hoch schrauben und der Arbeitnehmer am Ende nur mit einem mickrigen Grundgehalt nach Hause geht – ohne Bonus oder Provision. Überlegen Sie sich also, wie hoch Ihr Fixgehalt mindestens sein muss, wenn Sie sich auf eine Stelle mit leistungsabhängiger Bezahlung bewerben. In bestimmten Positionen, wie zum Beispiel im Vertrieb, werden Sie um eine leistungsabhängige Vergütung jedoch nicht drum herum kommen.

6.14. M wie Marktführer

Viele Unternehmen behaupten, dass sie der oder ein Marktführer sind. Das muss nicht viel heißen. Ein echter Marktführer ist wahrscheinlich so bekannt, dass er es gar nicht betonen muss. Oder prahlt Google damit, der Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen zu sein? Oft ist auch nicht ein Markt gemeint, sondern eine winzig kleine Nische in einem speziellen technischen Segment. Und dann ist da noch die Frage, welcher Markt denn konkret gemeint ist? Der Weltmarkt? Der europäische oder deutsche? Ist der Markt so kleingerechnet, dass es hier überhaupt nur drei relevante Anbieter gibt, von denen dieses Unternehmen vielleicht auch nur Platz drei erreicht, weil es die Produkte der beiden anderen kopiert?

6.15. N wie Nachhaltigkeit

Nachhaltig ist auch nicht viel besser als innovativ. Heute wollen alle nachhaltig sein. Sie produzieren sauberen Strom aus nachwachsenden Rohstoffen, stellen intelligente Produkte her, die biologisch voll abbaubar sind und ihre Kunden damit langfristig an sich binden. Ja, stimmt das denn alles überhaupt? Man weiß es nicht. Was man aber weiß: Wer zu viel prahlt, der hat es nötig. Seien Sie skeptisch und fragen Sie sich, ob das Unternehmen nur Phrasen drischt oder ob es auch noch echte Informationen in der Stellenanzeige bereit hält.

6.16. O wie Organisationstalent

Gehen Sie lieber davon aus, dass alle um Sie herum zur gleichen Zeit etwas von Ihnen wollen. Sie jonglieren bereits mit vier Bällen und plötzlich werden noch zwei andere dazu geworfen. Trotzdem darf keiner runterfallen. Organisatorisch stark zu sein, bedeutet auch, dass Sie spontan eine Lösung für ein Problem finden müssen, das Sie vorher noch nicht kannten.

6.17. P wie Pünktlichkeit

Gehört zum deutschen Dreisatz aus Ordentlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß. Aber selbstverständlich würden Sie in einem Bewerbungsschreiben nie von sich sagen, dass Sie pünktlich sind. Genau so, wie Sie nicht sagen würden, dass Sie sich jeden morgen und jeden Abend die Zähne putzen. Denn es gehört einfach dazu und sollte selbstverständlich für Sie sein. Von Ihnen wird hier also vor allem Disziplin erwartet.

6.18. R wie Reisebereitschaft

Aus der Bereitschaft kann schnell ein Dauerzustand werden. Überlegen Sie sich gut, ob das ständige Vagabundendasein mit Ihrer Lebensplanung zusammenpasst. Wenn Sie eine junge Familie haben, dürfte es durchaus zum Problem werden, wenn Sie diese nur noch am Wochenende sehen.

6.19. T wie Traditionsunternehmen

Firmen verweisen gerne auf Ihre Tradition. Hat ein Unternehmen eine lange Tradition, suggeriert das Sicherheit und Erfolg, denn sonst hätte sich die Firma ja nicht so lange gehalten. Seit 100 Jahren Traditionsunternehmen? Das bedeutet aber auch oft, dass man hier alles immer gleich macht und wenig Lust auf Neues hat.

6.20. U wie Unternehmerisches Denken

Was nach großer Freiheit und Eigenverantwortung klingt, kann häufig das genaue Gegenteil bedeuten. Unternehmer stellen sich nämlich oft nur eine Frage: Hat es sich für mich gelohnt? Im Zentrum Ihres Handelns soll daher die Wirtschaftlichkeit stehen. Das bedeutet auch: Sie werden in die Pflicht genommen und zur Verantwortung gezogen, wenn etwas nicht funktioniert.

6.21. Z wie Zuverlässigkeit

Haben Sie je gehört, dass eine Firma einen unzuverlässigen Mitarbeiter gesucht hat? Es ist also nur eine weitere Floskel, die das Selbstverständliche unterstreicht. Es kann auch bedeuten, dass man Ihnen ein enges Korsett anlegen wird und enge Regeln definiert, nach denen Sie zu funktionieren haben.

7. Fazit

Stolpern Sie in der Stellenanzeige über Phrasen und Floskeln, sollten Sie unbedingt prüfen, wie das Unternehmen insgesamt auf Sie wirkt. Stimmt der Eindruck, den die Firmenwebseite hinterlässt mit dem überein, was in der Stellenanzeigen angepriesen wird? Nutzen Sie auch Arbeitgeberbewertungsportale im Internet, um sich ein Bild zu machen, wie authentisch der potenzielle Arbeitgeber auftritt. Beschreibt sich das Unternehmen als besonders innovativ und wirbt mit viel Freiraum, eigene Ideen einbringen zu können, im Internet finden Sie aber zahlreiche Mitarbeiterbewertungen, die aussagen, dass es sich um einen erzkonservativen Laden mit strenger Hierarchie handelt, ist Vorsicht geboten.

Denken Sie auch daran, dass ein Unternehmen in seiner Stellenanzeige nicht nur Forderungen stellen, sondern auch darlegen sollte, was es seinen potenziellen neuen Mitarbeitern zu bieten hat. Schließlich bringen Sie als Bewerber wertvolle Kompetenzen mit und wollen auch überzeugt werden.

Hinterlasse eine Antwort