Karrierekompass

Vom Arbeitgeber fristlos gekündigt: Gründe, Konsequenzen & Verhaltenstipps

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Das war’s – und zwar endgültig! Der Job ist weg, man hat Ihnen fristlos gekündigt. Unter den ersten Schock mischen sich Angst und häufig auch Wut. Doch auch in dieser Extremsituation sollten Sie möglichst einen kühlen Kopf bewahren und nicht voreilig handeln, denn oftmals ist das letzte Wort bei genauerem Hinsehen noch nicht gesprochen.

1. Aufhebungsvertrag als letzten „Ausweg“ – wirklich die bessere Alternative?

Falls der Arbeitgeber Ihnen als „Ausweg“, um eine fristlose Kündigung zu umgehen, einen Aufhebungsvertrag anbietet, ist unbedingt Vorsicht geboten. Dieser bringt meist nur Vorteile für den Arbeitgeber, denn er umgeht damit eine mögliche Kündigungsschutzklage, von der er nicht weiß, ob sie nicht vielleicht zum Vorteil des Arbeitnehmers entschieden wird. Nicht selten stellen sich fristlose Kündigungen bei näherer Prüfung als rechtlich nicht haltbar heraus.

Daher sollten Sie sich Zeit nehmen, um die Inhalte in Ruhe zu prüfen. In der Regel geht ein Aufhebungsvertrag mit signifikanten Nachteilen für den Arbeitnehmer einher. Unterschreiben Sie also nichts in dieser aufgewühlten Gemütsverfassung, sonst kann es leicht passieren, dass Sie wichtige Details übersehen oder nicht bedenken.

Setzt Sie der Arbeitgeber unter Druck und möchte Sie zur Unterschrift drängen, sollten Sie erst recht davon Abstand nehmen. Es kann vorkommen, dass man Sie vor die Wahl stellt, entweder sofort den Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen oder die fristlose Kündigung zu erhalten. Trotzdem gilt: Finger weg von vorschnellen Entscheidungen. Lassen Sie es im Zweifel darauf ankommen. In den seltensten Fällen ist ein Aufhebungsvertrag – verglichen mit einer fristlosen Kündigung – die bessere Lösung.

1.1. Folgende Nachteile kann ein Aufhebungsvertrag mit sich bringen:

  • Sie verspielen Ihr Recht auf eine Kündigungsschutzklage, außer, Sie weisen Nötigung nach.
  • Sie haben keine Möglichkeit mehr, durch geschicktes Verhandeln noch eine Abfindung herauszuschlagen.
  • Die dreimonatige Sperre durch die Arbeitsagentur, in der Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, ist in der Regel unumgänglich.

1.2. Ruhe bewahren und überlegt handeln

Die vernünftigste Reaktion ist, die fristlose Kündigung zur Kenntnis zu nehmen und den Arbeitsplatz wie gewöhnlich zum Feierabend oder aber nach Absprache mit dem Arbeitgeber sofort zu verlassen. Liegt Ihnen ein Aufhebungsvertrag vor, nehmen Sie diesen mit nach Hause und ziehen Sie am besten einen Rechtsbeistand hinzu, denn zu weitreichend sind die Konsequenzen.

2. Grundlagen für eine fristlose Kündigung

Eine fristlose Kündigung, auch außerordentliche Kündigung genannt, bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis sofort endet. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen greifen bei einer fristlosen Kündigung nicht. Die rechtlichen Grundlagen für eine fristlose Kündigung sind im Bürgerlichen Gesetzbuch in Paragraf 626 Abs. 1 zu finden.

„§626 Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund:
(1) Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.“

In jedem Fall ist eine fristlose Kündigung nur wirksam, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Es liegt ein erheblicher Pflichtverstoß bzw. ein dringender Verdacht vor
    Wenn der Arbeitnehmer so schwer gegen seine Vertragspflichten verstößt, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber unzumutbar wird, kann eine fristlose Kündigung statthaft sein. Ein erheblicher Pflichtverstoß wäre zum Beispiel, wenn ein Mitarbeiter weniger Stunden arbeitet, als vertraglich vereinbart wurde.
  2. Es liegt vorsätzliches und rechtswidriges Handeln vor
    Wer vorsätzlich rechtswidrig gegen bestehende Pflichten und Regeln verstößt, kann außerordentlich gekündigt werden. Bei Diebstahl beispielsweise ist eine fristlose Kündigung oft gerechtfertigt.
  3. Die Interessen des Arbeitgebers überwiegen
    Bevor die Kündigung ausgesprochen wird, muss der Arbeitgeber beide Seiten betrachten und die Interessen gegeneinander abwägen. Überwiegen die Interessen des Arbeitgebers im Hinblick auf eine sofortige Vertragsbeendigung im Vergleich zur Kündigung unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen, ist eine außerordentliche Kündigung zulässig. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Verkaufsmitarbeiter im Geschäft Kunden beim Abkassieren betrügt.
  4. Eine ordentliche Kündigung ist nicht zumutbar
    Die außerordentliche Kündigung muss im Verhältnis zum Pflichtverstoß stehen. Das heißt, dass mildere Mittel, wie zum Beispiel eine ordentliche Kündigung, eine Abmahnung oder eine Versetzung nicht dazu beitragen würden, das Arbeitsverhältnis wieder „zu reparieren“.
  5. Zweiwöchige Frist
    Der Arbeitgeber kann nur dann außerordentlich kündigen, wenn der Grund dafür nicht länger als 2 Wochen zurückliegt. Kündigt er erst nach Ablauf der Frist aus eben diesem Grund, ist eine außerordentliche Kündigung nicht rechtens.

3. Abmahnung vor Kündigung

In der Regel ist vor einer fristlosen Kündigung eine Abmahnung erforderlich.

Nur in Ausnahmefällen kann eine außerordentliche Kündigung auch rechtens sein, ohne dass der Mitarbeiter vorher abgemahnt wurde. Ist der Verstoß so schwerwiegend, dass es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten ist, dem Mitarbeiter mit einer Abmahnung noch eine Chance einzuräumen, sein Verhalten zu bessern, kann eine fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung wirksam sein. Das gilt zum Beispiel dann, wenn der Arbeitnehmer Geld unterschlägt. Das Vertrauensverhältnis ist zerbrochen, der Arbeitgeber finanziell geschädigt und eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber unzumutbar.

4. Wann ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt?

Will ein Arbeitgeber fristlos kündigen, braucht er dafür gemäß Paragraf 626 BGB einen wichtigen Grund. Die Liste der Gründe, die zu einer fristlosen Kündigung führen können, ist lang. Die folgende Aufstellung zeigt eine Reihe von Gründen, auf deren Grundlage Arbeitgeber häufig eine fristlose Kündigung aussprechen können. Beachten Sie jedoch, dass es immer eine Einzelfallbeurteilung ist, ob eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist oder nicht.

Es ist zunächst einmal eine persönliche Ermessenssache Ihres Arbeitgebers, wann ein Grund aus seiner Sicht so schwer wiegt, dass er eine fristlose Kündigung ausspricht. Was der eine Chef mit einer Abmahnung quittieren würde, stuft der andere Chef als unumstößlichen fristlosen Kündigungsgrund ein.

5. Mögliche Gründe für eine fristlose Kündigung:

  • Gefälschter Lebenslauf oder gefälschte Bewerbungsunterlagen
  • Urkundenfälschung (z. B. eine gefälschte Approbation)
  • Lügen über betriebliche Umstände von erheblicher Bedeutung (z. B. wenn ein Mitarbeiter Falschinformationen in Zusammenhang mit einem geplanten Börsengang herausgibt, um die Aktienkurse zu beeinflussen)
  • Arbeitsverweigerung
  • Nicht abgesprochen Urlaub nehmen oder eigenmächtig Urlaub verlängern
  • Unberechtigte Anzeige des Arbeitgebers (z. B. wenn ein Mitarbeiter den Chef wegen Fahrerflucht, Diebstahl oder Körperverletzung anzeigt, obwohl der Chef nicht beteiligt war)
  • Diebstahl
  • Betrug in jeglicher Form, z. B. auch Arbeitszeitbetrug. Wenn Sie beispielsweise vortäuschen, keine Mittagspause gemacht zu haben, indem Sie sich nicht ausstempeln oder einem Kollegen Ihren Login-Schlüssel für das Zeiterfassungssystem überlassen, damit er Sie morgens früher einloggt oder abends später ausloggt, können Arbeitgeber das als Grund für eine fristlose Kündigung heranziehen.
  • Veruntreuung
  • Spionage
  • Datenlöschung
  • Alkohol – und Drogenmissbrauch
  • Verschwiegenheitspflichtverletzung
  • Tätlichkeiten/Handgreiflichkeiten wie Schläge, Prügeleien, Körperverletzung
  • Nicht genehmigte Nebentätigkeit
  • Krankheit vortäuschen
  • Angekündigte Krankheit (z. B. wenn Sie Ihrem Chef sagen, dass Sie morgen krank sein werden, falls er Ihnen den gewünschten Urlaubstag nicht genehmigt)
  • Ausschweifende private Telefonate
  • Exzessive private Nutzung von Internet, Mail etc. in der Arbeitszeit
  • Beleidigungen
  • Sexuelle Übergriffe
  • Rassistische Äußerungen
  • Sachbeschädigung
  • Rufschädigung
  • Geschäftsschädigendes Verhalten
  • Verletzung des Wettbewerbsverbots
  • Mobbing

Behalten Sie im Hinterkopf, dass es immer auf den individuellen Einzelfall ankommt, ob eine fristlose Kündigung wirklich die angemessene und rechtlich haltbare Reaktion auf einen der genannten Gründe ist. Es ist immer abzuwägen, ob die Interessen des Arbeitgebers an der Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Verhältnis zum Interesse des Arbeitnehmers, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, überwiegen. Doch ist die fristlose Kündigung (berechtigt oder unberechtigt) ausgesprochen, steht sie im Raum und Sie müssen reagieren. Im Zweifel führt Ihr Weg vor Gericht.

5.1. Fristlose Kündigungsgründe sind nicht universell anwendbar

Auch offenbar eindeutige Gründe sind generell zu hinterfragen. Der Sachverhalt muss glasklar sein und letztlich auch vor Gericht Bestand haben. Daran scheitern viele Arbeitgeber, denn die Rechtsprechung macht es ihnen zunehmend schwerer, Mitarbeitern fristlos zu kündigen. Ein Beispiel ist die Kassiererin Emmely, die zwei Pfandbons im Wert von 1,30 € unterschlug. An ihr statuierten die Gerichte ein Exempel. Die Kündigung durfte nicht fristlos erfolgen, der Arbeitgeber musste sie sogar wieder einstellen. Das Fazit daraus lautet: Diebstahl ist nicht gleich Diebstahl und eine fristlose Kündigung aufgrund eines Diebstahls ist nicht immer rechtens.

Die Auflistung der fristlosen Kündigungsgründe ist nicht abschließend, es gibt noch viele andere Gründe und Sachverhalte, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen können. Insbesondere in der Sparte „Vertrauensbruch“, in die die Gründe Spionage, Diebstahl und Betrug fallen, sind vielfältige Konstellationen und Sachverhalte denkbar, die zu einer fristlosen Kündigung führen können.

6. Prüfen Sie die Rechtmäßigkeit einer fristlosen Kündigung

Falls Sie in die Situation kommen, dass Ihnen eine fristlose Kündigung ausgesprochen wird, sollten Sie überprüfen, ob die wichtigsten Formalitäten seitens des Arbeitgebers eingehalten wurden. Ist das nämlich nicht der Fall, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie gegen die fristlose Kündigung anwaltlich mit Erfolg vorgehen können.

Überprüfen Sie eine fristlose Kündigung im Hinblick auf die folgenden Formvorschriften:

  • Die fristlose Kündigung muss schriftlich erfolgen, mit vollständigen Kontaktdaten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer versehen sein, den Kündigungstermin enthalten und im Original unterschrieben sein. Die Kündigung muss zudem einen Hinweis darauf enthalten, dass Sie sich arbeitssuchend melden müssen. Eine Kündigung, die im Auftrag unterschrieben wird, ist nur dann gültig, wenn die beauftragte Person ausdrücklich dazu bevollmächtigt ist.
  • Die fristlose Kündigung muss innerhalb einer Frist von zwei Wochen ausgesprochen werden, nachdem der wichtige Grund vorliegt. Warten Arbeitgeber länger, verwirken sie ihr Recht auf eine fristlose Kündigung.
  • Manche fristlosen Kündigungsgründe setzen vorab Abmahnungen voraus. Dazu gehören zum Beispiel wiederholte Unpünktlichkeit, verpasste Kundentermine oder private Internet- und Telefonnutzung. Fehlen die Abmahnungen, sind fristlose Kündigungen hinfällig.
  • Falls im Vorfeld Abmahnungen ausgesprochen wurden, müssen diese den immer gleichen Sachverhalt betreffen und inhaltlich sowie formal rechtsgültig sein. Ist das nicht der Fall, ist die Zulässigkeit einer fristlosen Kündigung zumindest zweifelhaft.
  • Gibt es einen Betriebsrat in der Firma, muss dieser vor Ausspruch der fristlosen Kündigung vom Arbeitgeber gehört werden. Ist das nicht geschehen, ist die fristlose Kündigung unwirksam.
  • In besonderen Fällen greifen besondere Formalien: Wird ein behinderter Mitarbeiter fristlos gekündigt, ohne dass zuvor die Zustimmung des Integrationsamtes eingeholt wurde, ist diese Kündigung ebenfalls nicht rechtens. Auch für Schwangere, Betriebsratsmitglieder, Angestellte in Elternzeit, Wehrdienstleistende und für unkündbare Mitarbeiter gelten spezielle Vorschriften.
  • Sind Sie schwanger, stehen unter Mutterschutz oder sind noch in der Ausbildung nach Ablauf der Probezeit, muss der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses genannt werden. Fehlt die Begründung, ist die fristlose Kündigung unwirksam.

7. Konsequenzen einer fristlosen Kündigung

Sie sollten generell darauf bedacht sein, Ihre finanziellen, persönlichen und beruflichen Interessen bestmöglich zu wahren. Das gilt in verstärktem Maße, wenn Sie mit einer fristlosen Kündigung konfrontiert werden. Sie müssen erhebliche Nachteile in Kauf nehmen, wenn Sie fristlos gekündigt werden:

  • Der Anspruch auf Ihr Gehalt endet mit sofortiger Wirkung.
  • Sie erhalten üblicherweise eine Sperre von 3 Monaten in Bezug auf das Arbeitslosengeld.
  • Es besteht die Gefahr, dass der Arbeitgeber Schadenersatz fordert.
  • Ihr Ruf ist empfindlich geschädigt. Das wirkt sich bei einer neuen Bewerbung unter Umständen nachteilig aus, vorausgesetzt, die Information gelangt bis zum neuen Chef.

8. Hinweise auf eine fristlose Kündigung im Arbeitszeugnis

Der Arbeitgeber darf im Arbeitszeugnis (dezente) Hinweise auf eine fristlose Kündigung geben, was Ihr weiteres Fortkommen im Beruf behindern kann:

„Wir trennten uns am 4. Mai 2017.“
„Das Arbeitsverhältnis endet am 22.7.2017.“

Erfolgt der Kündigungstermin zu einem unüblichen Zeitpunkt – weder zur Monatsmitte noch zum Monatsende, sondern zu einem „krummen“ Datum – deutet das auf eine fristlose Kündigung hin. Ferner gibt es in den Zeugniscodes der Personaler weitere Möglichkeiten, um negatives Verhalten wohlwollend klingend zu verpacken. Geübte Personaler können jedoch zwischen den Zeilen lesen.

Haben Sie ein von der Norm abweichendes Arbeitszeugnis erhalten und der neue Arbeitgeber kontaktiert Ihren alten Chef, um Erkundigungen über Sie einzuholen, dann ist die Situation für Sie unwägbar. Der Arbeitgeber muss nämlich generell die Balance zwischen Wahrheitspflicht und Wohlwollenspflicht wahren, so entschied das Bundesarbeitsgericht (BGH 26.11.1963 – VI ZR 221/62).

In einem Gespräch kann der Arbeitgeber durchblicken lassen, warum es zur Kündigung kam. Bei einer fristlosen Kündigung liegen aus Sicht des Arbeitgebers schwerwiegende Gründe vor, die er zwar nicht explizit und „schonungslos“ erläutern darf. Aber er darf auch nicht lügen. Zu welchen Redewendungen und Formulierungen er dabei greift, ist ihm überlassen – und genau das ist das Unwägbare für Sie.

Ob ein potenziell neuer Arbeitgeber überhaupt Erkundigungen bei Ihrem alten Arbeitgeber einholen darf, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Zwar gibt es dazu keine rechtlich eindeutigen Regelungen, aber es gibt das Recht auf informelle Selbstbestimmung. Es besagt, dass jeder selber bestimmen darf, ob die eigenen personenbezogene Daten preisgegeben und wofür sie verwendet werden dürfen. Das bedeutet, dass der mögliche neue Arbeitgeber zuerst bei Ihnen fragen muss, ob er sich über Sie beim alten Arbeitgeber erkundigen darf. Die Praxis zeigt allerdings, dass nicht jeder Arbeitgeber sich daran hält und ohne Absprache mit dem Bewerber seine eigenen Erkundigungen einzieht. Das Risiko, dass es dazu kommt, ist nicht wegzudiskutieren und Sie können im Grunde nicht verhindern, wenn es der neue Arbeitgeber hinter Ihrem Rücken tut.

9. Was können Sie tun, wenn Ihnen fristlos gekündigt wurde?

Wie bereits erwähnt, sind längst nicht alle fristlos ausgesprochenen Kündigungen rechtens. Bei genauer Betrachtung erweisen sich viele solcher Kündigungen als rechtlich nicht haltbar, doch das stellt sich in der Regel nur heraus, wenn ein erfahrener Profi den gesamten Sachverhalt prüft. Falls Sie von einer fristlosen Kündigung betroffen sind, sollten Sie also grundsätzlich anwaltlichen Rat einholen.

9.1. Kündigungsschutzklage einreichen:

Sie haben 3 Wochen Zeit, um gegen die fristlose Kündigung zu klagen. Die Aussichten auf eine Verbesserung Ihrer Situation sind gut. Arbeitsrechtler berichten davon, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Zuge des Verfahrens häufig auf eine fristgemäße Kündigung einigen. Gelingt es Ihnen, die fristlose Kündigung abzuwenden, hat das folgende Vorteile:

  • Sie haben weiterhin Anspruch auf Gehaltszahlungen.
  • Der Bezug von Arbeitslosengeld greift ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit, denn es wird keine Sperre verhängt.
  • Ihnen drohen keine Schadenersatzforderungen.
  • Sie erhalten möglicherweise eine Abfindung.
  • Ihr Arbeitszeugnis enthält keine Hinweise, die nachfolgende Arbeitgeber stutzig machen und einer Einstellung hinderlich sein könnten.

Wichtig: Alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine fristgerechte Kündigung zu erwirken
Die fristlose Kündigung in eine fristgerechte Kündigung umzuwandeln ist enorm wichtig für Sie. Sie sollten unbedingt versuchen, eine außerordentliche Kündigung abzuwenden, um sich auch zukünftig die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu sichern. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Gesetzgeber zum Schutz von Arbeitnehmern hohe Hürden für Arbeitgeber aufgebaut hat, um eine fristlose Kündigung zu erschweren, ist der Gang zum Anwalt sinnvoll investiertes Geld.

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