Karrierekompass
Der Karriereguide von

Soft Skills – Warum sie für die Karriere wichtig sind

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Soft Skills – die sozialen Fähigkeiten eines Menschen – werden in so gut wie jeder Stellenausschreibung explizit erwähnt. Im Beruf können sie den Ausschlag für eine erfolgreiche Karriere geben. Moderne Unternehmen wünschen sich Mitarbeiter und Führungskräfte, die mit ihren fachlichen Qualifikationen und ihren sozialen Kompetenzen überzeugen.

Die Anforderungen der Firmen an gute Mitarbeiter und Bewerber beschränken sich heute nicht mehr auf Fachwissen und praktische Erfahrung. Gefragt sind Teamplayer, die über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen, in der Lage sind, sich selbst und andere Mitarbeiter zu motivieren und deren soziale Beziehungen im Unternehmen von Empathie getragen sind. Natürlich ist ein solcher „idealer“ Mitarbeiter zuverlässig, leistungsbereit, beherrscht die Kunst des Selbst- und Zeitmanagements und agiert auch in Zeiten hoher Arbeitsbelastung positiv und produktiv.

Auf den ersten Blick hören sich solche Vorstellungen der Unternehmen wie der Wunsch nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ an, die sich durch eine einzelne Person kaum komplett erfüllen lassen. Trotzdem haben die Arbeitgeber für einen starken Fokus auf die Soft Skills gute Gründe. Eigenverantwortliche Projektarbeit, die Integration in flexibel aufgestellte Teams und viele andere Anforderungen der modernen Arbeitswelt lassen sich ohne solche persönlichkeitsbezogenen Fähigkeiten kaum realisieren. Als Arbeitnehmer gewinnen Sie durch Ihre Soft Skills Authentizität und schärfen Ihr berufliches Profil.

1. Was sind Soft Skills?

Soft Skills sind die nicht unmittelbar fachbezogenen und daher „weichen“ Fähigkeiten und Kompetenzen eines Mitarbeiters. Ihre Grundlagen gehen über den beruflichen Bereich hinaus. Vielmehr umfassen die Soft Skills eines Menschen die Gesamtheit seiner persönlichen Einstellungen und Werte sowie die Art und Weise, diese in praktisches Handeln umzusetzen. Im Beruf ermöglichen Soft Skills, individuelles Handeln mit den Aktionen und Zielen eines Teams sowie des gesamten Unternehmens zu verknüpfen. Erfolgreiche Teamarbeit ist letztlich ohne soziale Kompetenz nicht möglich.

2. Soft Skills – ein Wettbewerbsfaktor für agile Unternehmen

Relevant für die Karriere sind Soft Skills erst seit 25 bis 30 Jahren. Bis dahin waren die Unternehmen vor allem an Mitarbeitern interessiert, die neben ihren fachlichen Fähigkeiten in der Lage waren, die sogenannten Sekundärtugenden – Fleiß, Pünktlichkeit und Disziplin – zu praktizieren und in strikt hierarchischen Strukturen zu funktionieren.

Durch Globalisierung und Digitalisierung haben sich die Anforderungen an die Unternehmen und an ihre Mitarbeiter seitdem stark verändert. Viele Unternehmensprozesse verlaufen heute nicht mehr kontinuierlich, sondern projektbezogen. Innovation und permanenter Wandel prägen den Alltag in den Firmen, im Fokus stehen Produktexzellenz sowie die Bedürfnisse der Kunden. In der IT wurde dafür der Begriff der Agilität geprägt – agiles Arbeiten ist heute in den meisten Unternehmen der Normalfall. Für die Mitarbeiter bedeutet das, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und sich in wechselnde Prozesse auch als Individuen – mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und anderen Persönlichkeitseigenschaften – einzubringen. Ihre Soft Skills werden nicht nur für sie selbst, sondern für das gesamte Unternehmen zu unmittelbaren Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktoren.

3. Auf welche Soft Skills kommt es an?

Einige Soft Skills – beispielsweise angemessene Umgangsformen, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, die Fähigkeit sich selbst zu motivieren oder Loyalität zum Unternehmen – spielen auf jeder Stelle und unabhängig von der hierarchischen Position eine wesentliche Rolle. Hier wird auch deutlich, dass die alten Sekundärtugenden ihre Bedeutung im Arbeitsleben keineswegs verloren haben. Auch im Bewerbungsverfahren und in der Probezeit werden Arbeitgeber sehr stark auf solche Eigenschaften achten.

Bei vielen anderen „weichen“ Fähigkeiten kommt es auf die Stelle an, auf der Sie tätig sind, oder für die Sie sich bewerben. Beispielsweise sind für einen Vertriebsmitarbeiter exzellente kommunikative und analytische Kompetenzen sowie die Fähigkeit zur Teamarbeit erfolgsentscheidend. Im Marketing oder in Werbeagenturen sind neben Kommunikationsfähigkeit und Überzeugungskraft auch Ideenreichtum und Kreativität gefragt. Introvertierte Menschen bringen oft hervorragende Problemlösungsfähigkeiten und großes Einfühlungsvermögen mit und sind damit für Positionen in Forschung und Entwicklung oder im Personalbereich besonders gut geeignet.

Bei ihren Erwartungen an die Soft Skills von Mitarbeitern und Bewerbern werden sich Vorgesetzte und Personalentscheider grundsätzlich an den konkreten Stellenanforderungen orientieren. Anders gesagt: Auch in diesem Bereich muss nicht jeder alles gleichermaßen können.

3.1. Drei unterschiedliche Soft-Skills-Gruppen

Von Psychologen und Personalexperten werden die Soft Skills in drei verschiedene Gruppen unterteilt:

  • Die persönliche oder personale Kompetenz bezieht sich auf den Umgang eines Mitarbeiters mit sich selbst. Hier geht es beispielsweise um Persönlichkeitseigenschaften wie Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstdisziplin, Motivationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Auch Belastbarkeit, Flexibilität, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion fallen in diese Kategorie.
  • Ihre soziale Kompetenz äußert sich in der Interaktion mit anderen. Den Unternehmen geht es hier darum, dass Mitarbeiter fähig sind, sich in ein Team zu integrieren, über der jeweiligen Stelle angemessene Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten verfügen und auch in Konfliktsituationen produktiv agieren können. Weitere wichtige soziale Kompetenzen sind Kritikfähigkeit, Einfühlungsvermögen/ Empathie, Toleranz, die Fähigkeit, Wertschätzung und Respekt zu äußern sowie interkulturelle Sensibilität und Handlungsfähigkeit.
  • Methodenkompetenz ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Ihren Persönlichkeitseigenschaften und Ihren fachlichen Qualifikationen, in der Regel muss sie durch „hartes Wissen“ unterlegt sein. In diesen Bereich fallen beispielsweise das Beherrschen von Präsentationstechniken, rhetorische und analytische Fähigkeiten, Problemlösungskompetenz, Organisationsfähigkeit, Stressresistenz sowie die Fähigkeit zu zielorientierter, strukturierter Arbeit.

4. Soft Skills trainieren – ist das möglich?

Grundsätzlich ja. In gruppendynamischen Trainings und im Coaching geht es sehr häufig darum, bestimmte Soft Skills stärker zu entwickeln.

Ihre Soft Skills trainieren Sie vor allem im Alltag – „on the job“, jedoch auch im privaten Leben. Zum großen Teil geschieht das völlig unbewusst. Gut ist, wenn Sie sich von Zeit zu Zeit damit beschäftigen, Ihre berufsbezogenen Soft Skills etwas intensiver zu reflektieren: Welche „weichen“ Fähigkeiten benötigen Sie auf Ihrer aktuellen Position und für das Erreichen Ihrer längerfristigen Karriereziele?

Unser Tipp:
Falls Sie die Entwicklung Ihrer Soft Skills in ihr persönliches Weiterbildungsprogramm integrieren möchten, sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an. Viele Unternehmen stehen entsprechenden Coaching-Wünschen ihrer Mitarbeiter ausgesprochen offen gegenüber.

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