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Tabellarischer Lebenslauf – Tipps zum Aufbau

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Der Lebenslauf ist der zentrale Bestandteil Ihrer Bewerbung – ohne ihn geht gar nichts. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Lebenslauf aufzubauen. Hierzulande hat sich allerdings der tabellarische Lebenslauf als gängigste Form etabliert. Er bietet einen schnellen Überblick über die Qualifikation und Berufserfahrung des Bewerbers. Daher lesen ihn viele Personaler noch vor dem Bewerbungsschreiben und sortieren bereits nach der Sondierung des Werdegangs die ersten Kandidaten aus.

1. Aufbau des tabellarischen Lebenslaufs

In jeden Lebenslauf gehören persönliche Daten, Angaben zu Ihrer Person. Neue Arbeitgeber sollen anhand der bereitgestellten Informationen in die Lage versetzt werden, sich ein genaueres Bild von Ihnen zu machen. Für den Personaler, der Ihre Bewerbung bearbeitet, ist es wichtig, dass Sie die wesentlichen Informationen kompakt präsentieren. Dann muss er nicht umständlich im Lebenslauf suchen, um die relevanten Daten in sein System zu übernehmen.

Der tabellarische Lebenslauf präsentiert in übersichtlicher Form

  • die persönlichen Daten (Vor- und Nachname, ggf. Titel, Geburtsdatum und -ort, Anschrift, Telefon- und Mobilnummer, E-Mail-Adresse)
  • ein professionelles Bewerbungsfoto
  • den beruflichen Werdegang
  • die Ausbildung
  • Praktika
  • besondere Kenntnisse / Qualifikationen, Fortbildungen und Zertifikate (z. B. Sprachkenntnisse, EDV etc.)
  • persönliche Interessen (bei Führungskräften und Mitarbeitern mit langjähriger Berufserfahrung in der Regel nicht mehr von Interesse bei der Bewerbung)
  • Datum, Ort und Unterschrift

Die oben genannten Standardeinträge sollten Sie auch in dieser Reihenfolge auflisten. Ihren Familienstand und die Anzahl der Kinder müssen Sie nicht zwingend aufführen. Auch Ihre Staatsangehörigkeit und Konfession müssen nicht genannt werden. Allerdings ist es bei der Bewerbung bei einem kirchlichen Träger sinnvoll die Religionszugehörigkeit dennoch anzugeben, um die Chancen zu wahren. Schlussendlich gilt es, den gesunden Menschenverstand zu nutzen und die Angaben in Bezug auf die angestrebte Stelle situationsgerecht anzupassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie im Lebenslauf lügen sollten.

Ein professionelles Bewerbungsfoto – klassisch im Hochformat oben rechts auf der ersten Seite – gehört bei Bewerbungen in Deutschland immer noch zum Standard. Alternativ bietet sich die Platzierung des Fotos auf einem separaten Deckblatt an. Auch das ist erlaubt.

Tipp: Legen Sie unbedingt Wert auf ein gutes Foto vom Fotografen und vermeiden Sie peinliche Pannen beim Bewerbungsfoto.

Wichtig ist, dass Sie Ihren Lebenslauf mit dem aktuellen Datum versehen und unterschreiben. Das gilt auch für Online-Bewerbungen. Bewerber, die sich die Mühe machen, ihre Unterschrift einzuscannen und in das PDF-Dokument einzufügen, hinterlassen einen positiven Eindruck.

1.1. Amerikanischer Lebenslauf

Beim amerikanischen Lebenslauf beginnen Sie mit der aktuellen Tätigkeit und listen danach Ihre weiteren beruflichen Stationen auf. Die letzte Station in Ihrer Auflistung ist folglich diejenige, die am weitesten zurück liegt. Genauso verfahren Sie mit Ihrer Schulbildung, Ihren Weiterbildungen usw.. Diese Form hat sich bewährt und ist bei Bewerbern mit Berufserfahrung die beste Variante.

1.2. Chronologischer Lebenslauf

Bei dieser Variante beginnt Ihr Lebenslauf mit dem ältesten Eintrag und Sie listen daran anschließend chronologisch alle weiteren Stationen auf. Ihre aktuelle Position steht beim chronologischen Lebenslauf also an letzter Stelle. Wenn Sie allerdings auf eine lange berufliche Karriere zurückblicken, ist das nicht ratsam. Der neue Arbeitgeber interessiert sich in erster Linie für die letzten Jahre Ihrer Tätigkeit und erst in zweiter Linie für das, was Sie vor zehn oder zwanzig Jahren gemacht haben.

Für Schüler, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben oder für Berufseinsteiger ohne nennenswerte Erfahrung, ist ein chronologischer Lebenslauf hingegen durchaus legitim.

2. Übersichtlichkeit hat Vorrang vor Ausführlichkeit

Die einzelnen Stationen und Angaben sollten stichpunktartig formuliert sein und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Berufserfahrene sollten bedenken, dass es nicht reicht, einfach nur den Arbeitgeber, die Position und die Dauer der Beschäftigung aufzulisten. Geben Sie unbedingt stichpunktartig die wichtigsten Aufgaben und Projekte (und ggf. Ihre größten Erfolge) für jede Position an. So weiß Ihr Wunscharbeitgeber sofort, über welchen Erfahrungsschatz Sie verfügen und welches Know-How Sie mitbringen.

2.1. Besondere Kenntnisse, Qualifikationen, Weiterbildungen & Zertifikate

In diese Kategorie fallen auch Zertifikate und Zusatzqualifikationen, die Sie erworben haben sowie Sprach- und EDV-Kenntnisse. Geben Sie unbedingt das Level an, auf dem Sie eine Sprache sprechen und präzisieren Sie Ihre Computerkenntnisse. Es macht schließlich einen Unterschied, ob Sie verhandlungssicher englisch sprechen oder lediglich nach dem Weg fragen können, ob Sie mit Pivottabellen und komplexen Funktionen in Excel umgehen können oder nur einfache Filterfunktionen beherrschen.

3. Wie lang sollte der tabellarische Lebenslauf maximal sein?

Generell gilt, dass Sie Ihre Angaben so ausführlich wie nötig, aber so kurz wie möglich vornehmen sollten. Denn der tabellarische Lebenslauf sollte max. drei Seiten lang sein – und dass auch nur, wenn Sie auf wenigstens fünf Jahre Berufserfahrung zurückblicken oder häufig die Stelle gewechselt haben. Ansonsten sollten Sie sich auf eine bis zwei Seiten beschränken. Bedenken Sie auch, dass Sie mit der sorgfältigen Auswahl Ihrer Angaben beweisen, dass Sie Prioritäten setzen können und wissen, welche Informationen für Ihren neuen Arbeitgeber relevant sind.

Tipp: Weniger ist mehr – Nehmen Sie Ihre Angaben mit Bedacht vor
Passen Sie in jedem Fall Ihren Lebenslauf an die Anforderungen der angestrebten Stelle an. Nennen Sie nur Projekte und Qualifikationen, die Ihre Eignung für die angestrebte Stelle unterstreichen. Listen Sie bloß nicht sämtliche Aufgaben auf, wenn Sie für die neue Position keine Rolle spielen. Das „Gießkannenprinzip“ ist hier eindeutig fehl am Platz.

4. Der moderne Lebenslauf

Ein moderner Lebenslauf unterscheidet sich inhaltlich nicht vom tabellarischen Lebenslauf. Die Bezeichnung modern verdient er alleine durch seine Gestaltung und ein vergleichsweise aufwändiges Design. Moderne Lebensläufe setzen auf grafische Elemente, spielen mit Schriftarten, Symbolen und Mustern. Aber auch hier gilt: Übertreiben Sie es nicht. Ein übersichtliches Erscheinungsbild hat immer oberste Priorität.

Ziel eines modernen Lebenslaufes ist, die Individualität einer Person deutlich in den Vordergrund zu rücken. Mit der Wahl des Designs und der Grafiken verraten Sie so einiges über sich und Ihren Stil.

Der Vorteil eines individuell gestalteten modernen Lebenslaufs ist die Abgrenzung zur Konkurrenz. Sie können mit einer dezenten grafischen Gestaltung die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen und fallen eher auf. Dabei sollten Sie sich jedoch vor Augen halten, dass das Design zwar eine Rolle spielt, aber dass Ihre Qualifikationen und Ihr Werdegang immer noch die Hauptrolle spielen. Ein grellbunter Lebenslauf mit auffälligen Mustern wirkt im Zweifelsfall eher überladen und abschreckend, als dass er positive Beachtung findet. Falls Design und Grafik nicht Ihre Sache sind, sollten Sie auch nicht krampfhat nach einer optisch auffälligen Gestaltung streben, sondern beim altbewährten klassischen Lebenslauf bleiben.

Abgesehen davon ist ein moderner Lebenslauf für bestimmte Branchen ungeeignet. Bewerben Sie sich in einer Anwaltskanzlei, in einer Bank oder in einer anderen eher konservativen Branchen empfiehlt sich unbedingt eine zurückhaltende Aufmachung. Wollen Sie als Webdesigner arbeiten, dürfen Sie in Ihrem Lebenslauf schon eher kreativ werden.

5. Englischer Lebenslauf – geannt Curriculum Vitae (CV) oder Resume

Manchmal verlangen deutsche Firmen ein Curriculum Vitae bzw. ein Resume statt deutschen Lebenslaufs. Das kann vor allem bei international tätigen Unternehmen durchaus vorkommen. Curriculum Vitae, abgekürzt CV, bzw. Resume heißen ins Deutsche übersetzt „Lebenslauf“. Bewerben Sie sich in Großbritannien oder den USA wird ohnehin ein englischsprachiger Lebenslauf fällig.

Ein Curriculum Vitae wird oft von britischen Firmen verlangt, amerikanische Unternehmen fordern ein sogenanntes Resume an. Sie sollten die feinen Unterschiede zwischen diesen beiden Formen kennen und wissen, welche Abweichungen sie vom deutschen Lebenslauf haben – von der Sprache einmal abgesehen.

5.1. Besondere Merkmale von CV und Resume

CV enthält kein Foto, beschränkt sich auf maximal drei Seiten, macht keine Angaben zum Alter, zum Familienstand, zur Religionszugehörigkeit oder zum Geschlecht und kommt ohne Datum und Unterschrift aus.

Das amerikanische Resume hat ebenfalls kein Foto, beschränkt sich aber auf eine Seite. Hier fehlen Altersangaben, Geschlechtsangaben, Religionszugehörigkeit sowie Nationalität. Was allerdings zwingend erforderlich ist, sind Referenzen. Auch das Resume benötigt keine Unterschrift.

Vom Aufbau her folgen sowohl CV wie auch Resume der umgekehrten Timeline. Sie beginnen immer mit der aktuellsten Tätigkeit und listen dieser in die Vergangenheit führend auf.

Das fehlende Bewerbungsfoto ist wohl der augenfälligste Unterschied zum deutschen Lebenslauf. Dieses Merkmal soll die Chancengleichheit fördern. Das Weglassen von Alter, Geschlecht, Familienstand und Religion sowie Nationalität ist aus ähnlichen Gründen Standard bei CV und Resume. Damit sollen diskriminierende Gründe bei der Auswahl von geeigneten Bewerbern im Vorfeld verhindert werden.

Der zweitgrößte Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen bzw. britischen Lebensläufen ist, dass es Arbeitszeugnisse, wie sie in Deutschland an der Tagesordnung sind, im Ausland fast nicht existent sind. Aus diesem Grund sind Referenzen enorm wichtig. Aufgrund der fehlenden Arbeitszeugnisse ist es im Ausland üblich, dass die angegebenen Referenzen auch tatsächlich kontaktiert werden. Sie sollten also dafür sorgen, dass Ihre Referenzen über Ihre Bewerbung informiert sind und bei einem Anruf bereitwillig Auskunft geben.

6. Lebenslauf als Anlage per E-Mail versenden

Dateibezeichnung
Versenden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen per E-Mail, sollten die Anlage eine eindeutige Bezeichnung aufweisen. Da das ausschreibende Unternehmen mehrere Bewerbungen erhält, ist eine unverwechselbare Bezeichnung unverzichtbar.

  • Do: Professionell und vorausschauend ist es, die Datei wie folgt zu benennen:
    Lebenslauf _ IhrVornameNachname _AngestrebtePosition
    Daran lässt sich sofort erkennen, um welches Dokument es geht und wer sich auf welche Position bewirbt.
  • Don’t: Eine schlechte Wahl wäre es, wenn Sie Ihren Lebenslauf schlicht unter dem Dateinamen „Lebenslauf“ abspeichern. Die Bezeichnung ist zu allgemein.

Anzahl der Anlagen
Bitte speichern Sie alle Dateien Ihrer Bewerbung als eine PDF-Datei ab. Müssen Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse jeweils einzeln geöffnet werden, laufen Sie Gefahr, den Personalverantwortlichen, der Ihre Bewerbung bearbeitet, gehörig zu nerven. Ausnahme: Sie bewerben sich über ein Online-Bewerbungstool, in dem die einzelnen Dateien separat hochgeladen werden müssen. Dann verfahren Sie wie oben beschrieben mit sämtlichen Dateinamen.

Dateigröße beachten
Bei der Übertragung per E-Mail sollte die Größe Ihres Dateianhangs 3 MB nicht überschreiten. Manche Unternehmen arbeiten mit Spamfiltern, die bei großen Dateianhängen E-Mails automatisch in den Spam-Ordner verschieben. Gerade wenn Sie einen grafisch bearbeiteten Lebenslauf zusammen mit Ihrem Bewerbungsschreiben und den Zeugnissen versenden, kommen schnell einige MB zusammen. Überprüfen Sie die Größe der Anhänge im Vorfeld und verkleinern Sie sie ggf. angemessen.

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