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Tipps für das Telefoninterview: Wie Sie potentielle Arbeitgeber telefonisch überzeugen

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In modernen Personalabteilungen sind Telefoninterviews beliebt. Sie ermöglichen eine effiziente Personalauswahl, indem sie Zeit und Reisekosten sparen. Außerdem unterstützen sie eine neutrale, objektive Einschätzung geeigneter Bewerber. Umso wichtiger ist, dass Sie sich in einem Telefoninterview auf optimale Art und Weise präsentieren.

Sie haben als Antwort auf die Übersendung Ihrer Bewerbungsunterlagen eine Einladung zum Telefoninterview erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Damit haben Sie die erste Auswahlrunde zum Traumjob erfolgreich hinter sich gebracht – Ihr potentieller Arbeitgeber signalisiert damit grundsätzliches Interesse. Ob auf das Telefonat eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch folgt, haben Sie zu weiten Teilen selber in der Hand – wenn Sie sich am Telefon souverän behaupten.

1. Telefoninterviews – ein echtes Vorstellungsgespräch?

Ein Telefoninterview ist immer ein echtes Vorstellungsgespräch – ob Sie hier mit Ihren beruflichen Kompetenzen und Ihrem persönlichen Auftritt punkten können, entscheidet darüber, ob Sie mit Ihrer Bewerbung weiterhin „im Rennen“ sind.

Die Personalabteilungen schätzen Telefoninterviews unter verschiedenen Aspekten:

  • Möglicherweise werfen Ihre Bewerbungsunterlagen Fragen auf, die der Recruiter telefonisch klären möchte. Typische Beispiele hierfür sind Lücken in Ihrem Lebenslauf oder ein Abgleich Ihrer Qualifikationen oder Ihrer beruflichen Ziele mit den Anforderungen des Unternehmens und der ausgeschriebenen Stelle.
  • Falls die einstellende Fachabteilung bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt aktiv in das Bewerbungsverfahren involviert ist, bietet ein Telefoninterview eine effiziente Möglichkeit für eine frühzeitige Kontaktaufnahme.
  • Viele Unternehmen setzen Telefoninterviews auch in Form klassischer und somit längerer Bewerbungsgespräche ein.

Aufschluss darüber, mit welcher Tiefe eines Telefoninterviews Sie rechnen müssen, gibt die anvisierte Dauer des Gesprächs. Wenn Ihr potentieller Arbeitgeber einen 15-minütigen Telefontermin vereinbart, geht es lediglich darum, Basisinformationen einzuholen und einige Rückfragen zu Ihrem Lebenslauf zu stellen. Gespräche von 45 Minuten oder einer Stunde tragen den Charakter eines „echten“ Vorstellungsgespräches. Gut vorbereiten sollten Sie sich selbstverständlich auf beide Varianten.

2. Spontaninterviews oder Telefontermin?

Der Normalfall ist, dass die Personalabteilung Ihres Wunscharbeitgebers per E-Mail oder telefonisch einen Termin für das Interview vereinbart. Spontananrufe sind vergleichsweise selten, kommen aber vor.

Wenn Sie unterwegs sind, keine Möglichkeit haben, sich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen oder sich aus anderen Gründen nicht zu 100 Prozent auf den Anruf Ihres potentiellen Arbeitgebers konzentrieren können, bitten Sie um einen anderen Termin. Bei Ihrem Gesprächspartner hinterlassen Sie damit einen professionellen Eindruck und vermeiden außerdem, dass sich das Telefonat durch äußere Störungen zu einem Misserfolg entwickelt. Tabu ist natürlich auch ein Telefoninterview an Ihrem aktuellen Arbeitsplatz – hier sollten Sie die Bewerbung auf eine neue Stelle grundsätzlich mit Diskretion behandeln.

Gut ist, wenn Ihnen Ihr Gesprächspartner bereits vor dem Interview namentlich bekannt ist und Sie im Internet einige Informationen über sie oder ihn recherchieren konnten, durch die Sie während des Telefonats größere Sicherheit gewinnen.

3. Der erste Eindruck zählt – auch am Telefon

Für Bewerbungsgespräche gilt in besonders hohem Maße, dass der erste Eindruck zählt und Sie diesen später kaum noch korrigieren können. Schwierig erscheint auf den ersten Blick, dass Sie dafür am Telefon ausschließlich auf verbale Kommunikation angewiesen sind – Ihre Gestik oder Mimik spielen dabei keine Rolle.

Der US-amerikanische Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Albert Mehrabian hat in einer Studie festgestellt, dass es bei wirkungsvoller Kommunikation zu 55 Prozent auf die Körpersprache, zu 38 Prozent auf den Klang der Stimme sowie die Artikulation des Sprechers und nur zu sieben Prozent auf den Inhalt des Gesagten ankommt. Die gute Nachricht: Knapp die Hälfte dieser Ausdrucksmittel steht Ihnen auch während eines Telefongesprächs zur Verfügung. Umso wichtiger ist, dass Sie sich im Interview auf Ihre Stimme fokussieren und schaffen, konzentriert, aber auch natürlich und entspannt zu sprechen. Übrigens sollten Sie während eines Telefoninterviews trotzdem auf Ihre Mimik achten – ein Lächeln setzt sich auch in Ihrer Tonlage und Stimme fort.

Vorsicht bei einem ausgeprägten Dialekt: Im Bewerbungsverfahren ist normalerweise Hochdeutsch Pflicht. Auch eine allzu informelle Ausdrucksweise oder Slang haben in einem Telefoninterview nichts zu suchen.

4. Fremdsprachen im Telefoninterview?

Falls die ausgeschriebene Stelle Sprachkenntnisse erfordert und Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen beispielsweise sehr gutes oder verhandlungssicheres Englisch als Zusatzqualifikation angegeben haben, kann es passieren, dass Ihr Gesprächspartner mitten im Interview in die andere Sprache wechselt. Natürlich geht es dabei um einen Test, durch den Sie sich jedoch nicht verunsichern lassen sollten. Kleinere grammatische Fehler oder Umschreibungen, weil Ihnen der richtige Begriff gerade nicht einfällt, werden im Bewerbungsgespräch so gut wie nie als Nachteil ausgelegt.

5. Vorbereitung auf ein Telefoninterview

Für Ihre Vorbereitung auf ein Telefoninterview gelten die gleichen Regeln wie für persönliche Vorstellungstermine. Sie müssen darauf vorbereitet sein, Qualifikationen, berufliche Kompetenzen, Ihren beruflichen Werdegang, Ihre Bewerbungsmotivation und Ihre Eignung für die angestrebte Stelle darzulegen sowie souverän auf Fragen zu reagieren.

Wichtig ist natürlich auch, dass Sie ungestört und in einem ruhigen Raum telefonieren können, Ihr Telefon störungsfrei funktioniert und Sie Ihre Bewerbungsunterlagen, eventuell schriftlich vorbereitete Fragen, Schreibutensilien für Notizen und möglichst ein Glas Wasser bei sich haben.

6. Der Gesprächsverlauf

Ein klassisches (persönliches) Bewerbungsgespräch geht in fünf Phasen vor sich:

  • Smalltalk
  • Kennenlernen des Bewerbers durch gezielte Fragen der Personaler
  • Vorstellung des Unternehmens und insbesondere der Abteilung und der Stelle, auf der Sie tätig werden möchten
  • Zeit für Rückfragen Ihrerseits
  • Abschlussphase, Verabschiedung.

Ein längeres Telefoninterview wird im Wesentlichen diesem Ablauf folgen. Möglicherweise nehmen die einzelnen Gesprächsphasen jedoch weniger Zeit in Anspruch. Bei kürzeren Gesprächen wird der Recruiter sich auf die ihn besonders interessierenden Fragen konzentrieren.

Auf die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen, sollten Sie in einem Telefoninterview keinesfalls verzichten. Sie dokumentierten damit Ihre Vorbereitung auf das Gespräch sowie echtes Interesse an einer Tätigkeit in diesem Unternehmen. Doch bereiten Sie diese gut vor, denn es gibt auch Fragen, mit denen Sie sich im Bewerbungsgespräch schnell ins Aus katapultieren.

7. Was passiert nach einem Telefoninterview?

Anders als bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch erfahren Sie am Ende eines Telefongespräches meist sofort, wie es mit Ihrer Bewerbung weitergeht. Wenn das Interview erfolgreich war, können Sie in der Regel direkt mit einer Einladung zu einem Gespräch im Unternehmen rechnen. Ausnahmen davon gibt es vor allem dann, wenn der Recruiter sich noch mit Kollegen oder der Fachabteilung abzustimmen hat. Falls keine Einladung erfolgt, sollten Sie Ihren Gesprächspartner zum Abschluss nach dem weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens fragen. Wissenswertes rund um das Thema Vorstellungsgespräch gibt es in unserem Ratgeber.

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