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Einstiegsgehalt mit Bachelor- oder Master-Abschluss: Wo verdient man am besten?

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Immer mehr Menschen studieren – entweder direkt nach der Schule oder nach ein paar Jahren im Job. Die Motivation: Mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss schnell Verantwortung übernehmen zu können und mehr zu verdienen. Aber welche Studiengänge versprechen die höchsten Einstiegsgehälter? Lohnt es sich aus finanzieller Sicht, noch den Master zu machen? Und wie hoch sind die Unterschiede beim Einstiegsgehalt zwischen männlichen und weiblichen Berufseinsteigern?

1. Einstiegsgehalt wird immer wichtiger

Um Karriere zu machen, zügig Personalverantwortung zu erhalten, die eigenen Vorstellungen umzusetzen und natürlich auch von Beginn an ein wesentlich höheres Einstiegsgehalt zu bekommen, wählen immer mehr Menschen das Studium an einer öffentlichen Universität, einer privaten Hoch- oder Fachhochschule. Der Bachelor hat schon seit geraumer Zeit das Diplom ersetzt, als „Upgrade“ und fachliche Vertiefung dient der Master-Abschluss. Zwar sollte das Gehalt nicht der ausschlaggebende Grund für die Wahl des Studiengangs oder des anzustrebenden Abschlusses sein, die zukünftigen Absolventen behalten die finanziellen Perspektiven aber trotzdem sehr genau im Auge. Zu Recht, denn es gibt immer noch große Unterschiede.

2. Die höchstdotierten Jobs für Bachelor- und Master-Absolventen

Der enorme Bedarf der Wirtschaft an Absolventen der sogenannten MINT-Fächer (= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) legen es nahe: Als Ingenieur verdient man nach dem Studium mittlerweile am besten. Ein Einstiegsgehalt als Bachelor jenseits von 55.000 Euro ist keine Seltenheit, der Durchschnitt liegt bei ungefähr 48.000 Euro.

Auf Platz 2 befinden sich schon die Juristen, die durchschnittlich ca. 46.000 Euro p.a. erhalten, Spitzenverdienern mit hervorragenden Abschlüssen winken in renommierten Kanzleien sogar 100.000 Euro – im ersten Jahr!

Direkt danach liegen schon die Controller mit ca. 43.000 Euro im Jahr.

3. Welche Studienfächer führen zu den höchsten Einstiegsgehältern?

Vom Ranking der höchsten Einstiegsgehälter lässt sich direkt auf den „lukrativsten“ Studiengang schließen. Hier liegen wieder Ingenieurwissenschaften (inkl. Wirtschaftsingenieure) und Informatik mit einer Spanne von 52.000 bis 54.00 vorne. Dicht gefolgt von den Medizinern. Im Durchschnitt verdienen Absolventen dieser Fakultät 50.000 pro Jahr, das Ergebnis wird aber etwas durch die Tatsache verfälscht, dass der Prozentsatz der promovierten Berufseinsteiger in diesem Bereich natürlich sehr hoch liegt. Hat man hingegen als Jurist promoviert, steigt man mit ca. 59.000 Euro ein. Marketing und Personalwesen schlagen mit einem Verdienst von etwa 38.000 Euro zu buche. Weit abgeschlagen liegen die Geisteswissenschaften. Deren Absolventen gehen mit durchschnittlich 22.500 Euro im Jahr nach Hause.

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4. Einstiegsgehälter nach Branchen

Aber nicht nur Studiengang und gewählter Beruf wirken sich auf das zu erwartende Einstiegsgehalt aus, die Branche spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wer sich nach dem Studium von einer Bank anstellen lässt, kann sich über Spitzengehälter von 58.000 Euro, im Durchschnitt aber immer noch über 50.000 Euro freuen. Platz 2 wird von der Automobilindustrie belegt, die dringend benötigten Experten für die Mobilität der Zukunft lockt man mit Spitzengehältern von 53.000 Euro, der Schnitt hat sich bei 48.000 Euro p.a. eingependelt. Wen es in die Pharma-/Healthcare-Branche zieht, kann sich ebenfalls auf einen jährlichen Zahlungseingang von durchschnittlich 48.000 Euro einstellen, im Spitzenfeld sogar 53.000 Euro. Wenig lukrativ sind Einstiegspositionen für Akademiker in der Tourismus- oder Medien-/Werbe-Branche. Mehr als 36.000 Euro im Jahr sind selten drin, der Durchschnitt liegt lediglich bei 33.000 Euro.

5. Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern

Je nach Studie liegt der Gehaltsunterschied im Allgemeinen zwischen Männern und Frauen bei mindestens 6 und maximal 26 Prozent. Unabhängig von politischen Herangehensweisen lässt sich also immer noch ein deutlicher Unterschied feststellen. Tatsächlich scheint sich dieser „Gap“ zu vergrößern, je höher man auf der Karriereleiter steigt. Im Niedriglohn-Sektor schneiden Frauen und Männer gleichermaßen schlecht ab, wenn es um das Gehalt zu Beginn der beruflichen Laufbahn geht. Beim Einstiegsgehalt für Akademiker beginnt die Schere dann ordentlich auseinanderzuklappen, in Führungspositionen und in der Vorstandsetage sind die größten Differenzen erkennbar. Forscher führen die grundsätzlich eher zurückhaltende Art von Frauen bei der Gehaltsverhandlung als eine der Ursachen ins Feld, sehen in Frauenquoten und verbindlichen Mindestgehältern einen Ausweg. Erfreulicherweise lässt sich aber auch beobachten, dass sich diese Lücke – wenn auch ziemlich langsam – schließt. Gerade die nachrückenden Generationen sind in diesem Bereich sehr sensibilisiert, unabhängig vom Geschlecht. Zwar gibt es auch Berufe, in denen Frauen gehaltsmäßig vorne liegen (Maklerinnen, Friseurinnen, Physiotherapeutinnen, Sozialarbeiterinnen u.a.). Bei Akademikerinnen ist es aber immer noch so, dass sie schlechter als ihre männlichen Kollegen verdienen.

6. Lohnt sich ein Master-Abschluss finanziell?

Der Master wird in der Regel „draufgesattelt“, um sich noch detaillierter mit der Materie auseinander zu setzen und mit einer höheren Qualifikation in den Job einzusteigen. Das rentiert sich auch in finanzieller Hinsicht: Das Einstiegsgehalt als Master-Absolvent liegt fast immer höher als das Startgehalt mit einem Bachelor-Abschluss. Beispiel Einstiegsgehalt Bachelor Wirtschaftsingenieur: hier verdient man mit dem Master im Schnitt 7 Prozent mehr, dieser Wert gilt auch für das Einstiegsgehalt als Bachelor der Studienrichtung BWL.

Weitere spannende Tipps rund ums Thema Gehalt gibt es in unserem Gehaltsratgeber.

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