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Reifen kaufen: Auf diese 10 Punkte müssen Sie achten

Als Autobesitzer kommt das Thema Reifen kaufen alle paar Jahre auf Sie zu. Bei abgefahrener oder schlicht zu alter Bereifung müssen neue Reifen her. Die richtige Reifenwahl ist dabei sehr wichtig, denn schließlich sind die Gummis zentraler Sicherheitsbaustein jedes Fahrzeugs und außerdem haben sie mitentscheidenden Einfluss beim Kraftstoffverbrauch. Lernen Sie deswegen hier die 10 wichtigsten Punkte für den Reifenkauf kennen.

1. Reifengröße

Zunächst müssen Sie die technischen Daten eines Reifens einordnen, bevor Sie eine konkrete Auswahl hinsichtlich Fahreigenschaften oder Kraftstoffverbrauch treffen können. Diese technischen Daten beschreiben die Reifengröße – die Reifenbreite, die Flankenhöhe, die Breite der Lauffläche und den Innendurchmesser, der Ihrem Felgendurchmesser entspricht.

Welche Reifengrößen für Ihr Auto zugelassen sind, entnehmen Sie dem Betriebshandbuch, dem alten Fahrzeugschein oder der neueren Zulassungsbescheinigung Teil I. In dieser finden Sie allerdings immer nur die Angabe einer von mehreren erlaubten Reifengrößen. Sind Sie mit der aktuellen Reifengröße zufrieden, können Sie alle Daten auch direkt an der vorhandenen Bereifung ablesen. Dort steht an der Reifenwand zum Beispiel eine Bezeichnung wie diese: 205/55 R16 91H.

2. Reifenkennung

Sie haben damit einen Pneu vor sich, der an seiner breitesten Stelle – nicht an der Lauffläche – 205 Millimeter breit ist. Das Verhältnis der Höhe der Reifenflanke zur Reifenbreite beträgt hier 55 Prozent. Für einen gewöhnlichen Pkw ist so eine Reifenhöhe typisch. Für Sportwagen oder das Tuning wurden dagegen auch schon Bereifungen mit nur 15 oder 20 Prozent produziert, die fast schon zum Vollgummireifen werden. Der folgende Wert R16 gibt die radiale Bauweise auf einer 16 Zoll großen Felge an. Radialreifen sind heute Standard. Bei einem Oldtimer, der vor den Sechzigerjahren gebaut wurde, treffen Sie dann auch die zweite mögliche Reifenbauweise an: Diagonalreifen mit dem Kürzel D.

Der letzte Teil der Reifenkennung 91H gibt Ihnen dann noch Auskunft zur Belastbarkeit. Die Zahl bezieht sich dabei auf den Load Index, der eine Zuordnung trifft mit wie viel Kilogramm ein Gummi dieses Modells belastbar ist – hier wären das 615 Kilogramm. Aus dem folgenden Buchstaben entnehmen Sie dann die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Bereifung. Ein H zeigt eine maximale Geschwindigkeitsbelastung von 210 km/h an, ein V-Reifen verträgt auch Spitzengeschwindigkeiten bis zu 240 km/h und bei den Kürzeln W, Y oder ZR geht sogar noch mehr.

3. Reifenqualität

Der Blick auf die Reifenwand enthüllt aber noch mehr. Dort sind auch Informationen zur Reifenqualität oder seinem Leistungsniveau angegeben. Diese Klassifizierungen werden häufig UTQG-Angaben genannt, was für Uniform Tire Quality Grade steht und die herstellerübergreifende Vergleichbarkeit eines Reifens erleichtern soll. Dabei gibt es drei Kategorien: die Verschleißgeschwindigkeit (Treadwear), Haftung (Traction) und den Erwärmungswiderstand (Temperature). Beim Verschleiß gilt die Angabe im Maßstab zu einer normalen Abnutzung mit dem Wert 100. Üblich sind heute aber höhere Werte, die Ihnen mit steigender Zahl eine immer bessere Haltbarkeit signalisieren. Die Haftungseigenschaften sind in Buchstaben notiert. AA markiert den Bestwert, während C am Ende steht. Solche Buchstaben klassifizieren auch den Erwärmungswiderstand. Dieser beschreibt, wie gut ein Reifen während der Fahrt entstehende Wärme wieder abgibt. A ist die beste Einordnung und C entsprechend schlecht mit erhöhtem Risiko hitzebedingter Reifenschädigungen.

4. Lebensdauer

Selbst wenn Sie Autoreifen keinen einzigen Kilometer fahren, müssen Sie die Gummis nach etwa sechs bis acht Jahren austauschen. Das Material hat dann zu viel von seiner erforderlichen Elastizität verloren und die Haftungseigenschaften verschlechtern sich rapide. Natürlich werden Neureifen nicht direkt verkauft, wenn sie aus dem Werk kommen. Sie können bei den Reifenhändlern oder Reifen-Onlineshops durchaus einige Zeit einlagern. Wie alt ein Modell konkret ist, verrät Ihnen die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenwand. An deren Ende stehen immer vier Ziffern, die zuerst die Kalenderwoche und dann das Jahr der Herstellung angeben. Liegt diese Angabe schon drei oder vier Jahre zurück, müssen Sie sich dann auf ein eher kürzeres Reifenleben an Ihrem Auto einstellen.

5. EU-Reifenlabel

Seit November 2012 unterliegen alle Reifenhersteller in der EU einer erweiterten Kennzeichnungspflicht für ihre Produkte. Dieses sogenannte EU-Reifenlabel macht Angaben zur Energieeffizienz, zur Haftung bei Nässe und der Geräuschentwicklung bei Neureifen. In zwei Kategorien gibt es eine Bewertung von A für Bestwerte bis F oder G für unterdurchschnittliche Performance. Bei Energieeffizienz oder Kraftstoffverbrauch macht der Unterschied zwischen einer Kategorie und der nächsten einen Verbrauchsunterschied von 0,1 Liter pro 100 Kilometer aus. Der Unterschied bei der Haftung beträgt pro Kategorie rund drei Meter Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. In Sachen Geräuschentwicklung gibt es keine explizite Bewertung. Die symbolische Angabe zeigt Ihnen hier mit drei Schallwellen, ob das Reifenmodell die EU-Grenzwerte für Reifengeräuschemissionen von 2016 erreicht, oder gibt mit weniger Schallwellen an, dass dieses Gummi sogar leiser ist.

6. Profiltiefe

EU-weit gilt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter. Mit weniger Profil dürfen zumindest Pkw nicht mehr auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Die Profiltiefe wird dabei immer in der Mitte der Lauffläche gemessen. Haben Sie einmal keinen Profilmesser zur Hand, können Sie sich mit einer Ein-Euro-Münze behelfen. Schließt deren Messingrand exakt mit der Lauffläche ab, hat die Bereifung noch drei Millimeter Profil. Autoexperten raten übrigens bei Profiltiefen von vier Millimetern oder weniger zum Reifenkauf – besonders bei Winterreifen.

7. Sommer- und Winterreifen oder Ganzjahresreifen

Sommerreifen sind mit ihrer Gummimischung und ihrer Reifenprofilgestaltung für trockene oder nasse, aber immer schneefreie Straßen ausgelegt. Sie vertragen höhere Geschwindigkeiten und verändern ihre Materialstruktur auch bei hohen Temperaturen nur wenig. Das Gummi von Winterreifen ist dagegen darauf ausgelegt, vor allem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter optimale Eigenschaften zu zeigen. Winterreifen haben dazu ein viel ausgeprägteres Profil, um auch bei Eis und Schnee guten Grip entwickeln zu können. Weitere Informationen zu Winterreifen und Sommerreifen finden Sie in unseren Ratgebern.

Solche Wintereigenschaften wurden lange mit der Bezeichnung M+S für Matsch und Schnee gekennzeichnet. Damit sind aber keine Mindestanforderungen an die Winterreifen verknüpft. Diese Mindestanforderungen definiert aber ein amerikanischer Standard, dessen Einhaltung Reifenhersteller mit der Anbringung eines Piktogramms mit angedeutetem Berggipfel neben einer Schneeflocke dokumentieren. Ab 2018 dürfen in Deutschland auch nur noch diese Winterreifen genutzt werden. Für aktuelle M+S-Modelle, die vor dem Jahresbeginn 2018 hergestellt wurden, gilt aber eine Übergangsfrist zur Nutzung bis 2024. Eine explizite Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland übrigens nicht! Allerdings dürfen Sie bei winterlichen Straßenverhältnissen Ihren Wagen nur dann bewegen, wenn er auch passend bereift ist.

Mit Ganzjahresreifen haben Hersteller immer versucht, einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Anforderungen in Sommer und Winter zu finden. Für Sie als Autofahrer bedeuten diese Ganzjahresreifen weniger Kosten, weil Sie nur einen Satz benötigen. Außerdem sparen Sie Einlagerung und Reifenwechsel. Typischerweise waren Ganzjahresreifen immer M+S-Reifen. Nach den gesetzlichen Änderungen ab 2018 dürfen dann nur noch echte Winterreifen als Ganzjahresreifen genutzt werden. Gerade im Sommer führt das allerdings zu einem deutlichen Mehrverbrauch an Sprit, denn wo Winterreifen mit Haftung punkten, entsteht immer höherer Rollwiderstand und der schlägt sich schließlich negativ beim Verbrauch nieder.

8. Normal- und Breitreifen

Breitreifen verleihen selbst ohne begleitenden Fahrzeugumbau jedem Wagen eine ganze andere Optik. Zudem sind sie überwiegend für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt. Sie erlauben mit größerer Auflagefläche etwas bessere Beschleunigung und Kurvenhaftung und leicht verkürzte Bremswege. Das kommt einer sportlichen Fahrweise entgegen. Mit meist geringerer Profiltiefe fallen sie in puncto Haftung auf nassen Straßen aber gegenüber Normalreifen deutlich ab. Die größere Auflagefläche der Breitreifen erhöht zudem den Rollwiderstand und damit wieder den Kraftstoffverbrauch.

9. Reifen gebraucht kaufen

Wenn Sie Reifen gebraucht kaufen, sparen Sie gegenüber dem Reifenneukauf leicht ein Drittel oder auch die Hälfte des Kaufpreises ein. Ob dieses Schnäppchen dann länger Freude bereitet, hängt vom Zustand der Gebrauchtreifen ab. Sie dürfen nicht zu alt sein und auch die Profiltiefe sollte nur ein oder zwei Millimeter unter dem Durchschnitt fabrikneuer Gummis liegen, der sich bei sieben bis neun Millimeter bewegt. Entscheidend ist auch, wie die Gebrauchtreifen gelagert wurden. Lagen Sie beispielsweise unter einem Carport, hat ihre Gummimischung unter diesen Lagerungsbedingungen eine vorzeitige Alterung erfahren. Reifengummi sollte immer kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Auf einer Felge kann die Bereifung gestapelt werden, ohne Felge sollte sie aufgestellt bleiben.

Da von der Bereifung auch Ihre Sicherheit und Gesundheit – sowie die Ihrer Mitfahrer und anderer Verkehrsteilnehmer – abhängen, dürfen Gebrauchtreifen keinerlei größere Beschädigungen aufweisen. Sonst steigt das Risiko eines Reifenschadens in voller Fahrt enorm. Wenn Sie Reifen gebraucht kaufen, sollten Sie deswegen jeden Pneu gründlich auf Schäden untersuchen. Risse und Schnitte sind dann immer ein Warnsignal, wo nur noch Reifenprofis entscheiden können, ob diese Bereifung noch verwendbar ist oder nicht. Werden Ihnen Gebrauchtreifen auf Felgen angeboten, untersuchen Sie auch diese ganz genau. Offensichtliche Beschädigungen oder Roststellen am Felgenrand deuten Bordsteinkollisionen oder andere Unfälle an, deren Schaden sich auch auf das Reifeninnere erstrecken könnte.

10. Runderneuerte Reifen

Die Idee, Altreifen zu recyceln, ist im Sinne der Umwelt sicherlich lobenswert. Für Sie als Käufer bedeutet der Griff zum runderneuerten Modell außerdem eine Ersparnis von bis zu 50 Prozent. Allerdings ist es den Herstellern noch nicht gelungen, dabei aus den gealterten Gummimischungen wieder Neureifen zu gießen, die vergleichbare Belastbarkeitseigenschaften aufweisen wie ein frisches Gummi. Deswegen gilt für solche runderneuerten Angebote immer ein deutlich reduzierter Geschwindigkeitsindex. Auch einen um bis zu 30 Prozent erhöhten Verschleiß und schlechtere Fahreigenschaften müssen Sie laut Tests in Kauf nehmen, wenn Sie runderneuerte Reifen kaufen. Deswegen ist ihr Marktanteil auch eher gering und liegt bei Pkw klar unter fünf Prozent.