29 Angebote aus „Ganzjahresreifen“ gebraucht kaufen

Ähnliche Suchbegriffe

Ganzjahresreifen kaufen: Lohnt sich das für Sie?

Ganzjahresreifen werden immer beliebter. Laut Umfragen wollte 2017 schon fast jeder dritte Autofahrer mit ihnen auf den regelmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen verzichten. Aber bieten Ganzjahres- oder Allwetterreifen tatsächlich dermaßen überzeugende Vorteile? Lohnt sich der Kauf eines Ganzjahresreifen auch für Sie? Alle Antworten und auch Tipps zum Thema Ganzjahresreifen gebraucht kaufen lesen Sie hier.

Was sind Ganzjahres- oder Allwetterreifen überhaupt?

Allwetterreifen sind die Allrounder unter den Reifengummis. Diese Pneus kommen mit trockenen genauso wie mit nassen oder verschneiten Straßen gleichermaßen gut klar. Ihre Gummizusammensetzung ist auf eine breite Temperaturspanne ausgelegt und funktioniert bei plus 30 Grad noch genauso wie bei minus zehn Grad. Das Profil solcher Allwetterreifen enthält ein paar für Winterreifen charakteristische Lamellen zwecks optimalem Grip auf Schnee und Eis, zeigt aber ebenso die groben Profileinschnitte typischer Sommerreifen, mit denen sich diese Gummis auf trockenen oder auch sehr nassen Fahrbahnen souverän zeigen können.

Ganzjahres- oder Allwetterreifen bilden damit immer einen Kompromiss. Sie versuchen allen Erfordernissen, die an spezielle Saisonreifen gestellt werden, gerecht zu werden, erreichen aber bei Reifentests in keiner Disziplin die Performancewerte der individuell auf die Jahreszeit abgestimmten Reifen. Das ist aber wenig verwunderlich, denn zu gegensätzlich sind die Aufgabenstellungen der unterschiedlichen Saisonreifen. Sommerreifen sollen dem Untergrund möglichst wenig Widerstand bieten, während Winterreifen genau diesen Widerstand oder Kontakt für optimale Fahrsicherheit auf rutschigen Straßen benötigen.

Im Winter sind die Anforderungen, die ein Reifen bei Fahrverhalten und Fahrsicherheit erfüllen muss, immer höher. So richten die Hersteller von Allwetterreifen ihre Gummis bei Profil oder Gummimischung auch primär an dieser Jahreszeit aus. Ein Ganzjahres- oder Allwetterreifen tendiert bei seinen Eigenschaften deswegen immer stärker zum Winterreifen als zum Sommerreifen. Daher kommt auch die gängige Zusatzbezeichnung M+S.

M+S-Reifen: Was können solche Reifen?

M+S steht für Matsch und Schnee. Da es sich hier aber nur um einen abgespeckten Winterreifen handelt, eignet sich der M+S-Reifen auch nur für leicht winterliche Straßenverhältnisse. Leben Sie in einer eher schneearmen Region und fahren dort überwiegend auf den Hauptstraßen, wo bei eventuellem Schneefall auch zügig geräumt wird, kann der M+S-Reifen für Sie eine gute Wahl sein.

So sparen Sie sich einen zweiten Reifensatz, die entsprechenden Felgen, den Wechselaufwand und unter Umständen noch die Kosten einer Einlagerung der jeweils nicht benötigten Reifen. Auf der anderen Seite müssen Sie – Sommer wie Winter – immer etwas schlechtere Fahreigenschaften Ihrer Reifen gegenüber einem speziellen Saison-Modell akzeptieren. Das Gummi von Allwetterreifen tendiert zu einer weichen Zusammensetzung, um Flexibilität bei niedrigen Temperaturen zu gewährleisten. Damit sind M+S-Reifen genau wie Winterreifen bei Fahrten im Sommer sehr anfällig für erhöhten Verschleiß, weil sie sich zu stark aufheizen.

Gerade als Vielfahrer müssen Sie einen Reifen dann umso schneller austauschen. M+S-Reifen lohnen sich deswegen nur dann wirklich für Sie, wenn Sie nur eine mäßige Jahreskilometerleistung absolvieren. Ihre Wirkung auf den Benzinverbrauch ist zumindest im Sommer ebenfalls negativ im Vergleich zum Sommerreifen. Zwar zeigen sich neue allwettertaugliche Reifenmodelle mit immer weniger Rollwiderstand, trotzdem bleibt der Kraftstoffverbrauch mit M+S-Reifen noch ein paar Prozentpunkte über dem mit Sommerreifen. Sind Sie viele Kilometer mit dem Auto unterwegs, summiert sich das schnell.

Unabhängig von der Kilometerleistung entstehen mit Ganzjahres- oder Allwetterreifen in den Sommermonaten auch Nachteile bei Fahrverhalten und Fahrsicherheit. Grund dafür ist wieder die winterspezifische Gummimischung, die bei hohen Temperaturen keine optimalen Eigenschaften mehr zeigen kann. Das Fahrverhalten fällt dann etwas schwammiger aus und der Bremsweg verlängert sich um den einen oder anderen Meter. Bei einem Kleinwagen, den Sie nur in der Stadt oder auf kurzen Überlandfahrten bewegen, macht sich das kaum bemerkbar und kann vernachlässigt werden. Für einen leistungsstarken Wagen, den Sie auch entsprechend fahren, sind M+S-Reifen daher aber eher keine gute Wahl.

Neue gesetzliche Regelungen für Ganzjahres-, Allwetter- oder M+S-Reifen

In Deutschland existiert zwar keine Winterreifenpflicht, Sie sind aber gesetzlich angehalten, bei winterlichen Straßenverhältnissen nur mit der passenden Bereifung zu fahren. Unter passender Bereifung verstand der Gesetzgeber bis 2017 selbstverständlich den vollwertigen Winterreifen und auch einen M+S-Reifen. Zukünftig gelten die Allwetterreifen aber nicht mehr als adäquate Bereifung bei Eis und Schnee.

Diese geänderte Gesetzeslage hat weniger mit der tatsächlichen Wintereignung von Ganzjahresgummis zu tun. Sie ist eher eine Reaktion auf die zunehmend inflationäre Deklaration von Reifen als M+S-Reifen, da diese keine bestimmten Vorgaben erfüllen müssen. Gerade Billig-Hersteller aus Asien fielen dabei häufig negativ auf und brachten selbst reine Sommerreifen mit dem M+S-Label in den Umlauf. Ein anderes Label – das Alpine-Symbol – darf dagegen nur angebracht werden, wenn der Reifen mit Erfolg einen standardisierten Wintertest erfüllt hat. Dieses Alpine-Symbol zeigt eine Schneeflocke beziehungsweise ein Eiskristall umrahmt von einer Berg-Silhouette und kennzeichnet damit die einzigen Reifen, die nach 2017 noch im Winter erlaubt sind.

Nach dem 01. Januar 2018 produzierte M+S-Reifen dürfen damit zukünftig genau wie Sommerreifen bei verschneiten Straßen nicht mehr gefahren werden, wenn Sie kein Bußgeld oder Punkte im Verkehrszentralregister und versicherungstechnische Nachteile riskieren wollen. Wann ein Reifen hergestellt wurde, erkennen Sie an der DOT-Nummer, die Sie auf jeder Reifenwand finden. Deren letzte vier Ziffern geben Ihnen zuerst die Kalenderwoche und dann die Jahreszahl der Herstellung an. Sämtliche Reifen, die bis zum 31. Dezember 2017 die Fabriken der Hersteller verlassen haben, dürfen aber weiterhin verkauft und auch im Winter gefahren werden! Dies garantiert eine Übergangsfrist, die erst im September 2024 ausläuft.

Worauf Sie beim Kauf von M+S-Reifen oder Ganzjahresreifen achten müssen

Wie bei jedem Saisonreifen dürfen Sie Allwetterreifen natürlich auch nur in der für Ihr Fahrzeug zugelassenen Reifengröße montieren oder aufstecken lassen. Die Reifengröße wird seit 1978 nach einem einheitlichen System angegeben und sieht dann zum Beispiel so aus: 175/70 R14. Hier haben Sie eine Reifenbreite von 175 Millimeter für eine 14-Zoll-Felge mit einem Höhen-Breiten-Verhältnis von 70, was bedeutet, dass dieses Gummi etwa zwei Drittel der Reifenbreite in der Höhe misst.

Mit dieser Angabe starten Sie Ihren Reifenkauf. Sie steht auf Ihrem aktuellen Reifen an der Reifenwand gut ablesbar. Möchten Sie die Reifengröße bei dieser Gelegenheit gleich wechseln, verrät Ihnen die Betriebsanleitung des Wagens oder der alte Fahrzeugschein weitere erlaubte Reifendimensionen Ihres Wagens. Hat der bereits die neuere Zulassungsbescheinigung Teil I, steht dort nur noch eine einzige Reifengrößenangabe. Jeder Reifenhändler oder Online-Reifenshop bietet Ihnen aber auch die Möglichkeit, nach Fabrikat und Modell passende Reifengrößen auszuwählen. Zu jedem Neureifen gibt Ihnen das EU-Label dann weiteren Aufschluss zu den individuellen Eigenschaften des jeweiligen Gummis.

Welche Informationen zeigt das EU-Reifenlabel?

Das EU-Reifenlabel hängt seit Ende 2012 an jedem neuen Reifen im Handel. Mit dieser verbindlichen Auszeichnung wollte die EU-Kommission Verbrauchern einen kleinen Leitfaden für mehr Transparenz beim Reifenkauf an die Hand geben. Das Label enthält dafür Informationen zum Kraftstoffverbrauch, den Haftungseigenschaften bei Nässe und der Geräuschentwicklung eines Reifens.

Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung bewertet das Label in Kategorien von A bis G, wobei A die Bestmarke bildet. Die Geräuschentwicklung eines Reifens orientiert sich dagegen am geltenden EU-Grenzwert für Lärmemissionen bei Reifen. Ein Reifen, der diese erfüllt, erhält drei schwarze Schallwellen im EU-Reifenlabel. Weniger schwarze Schallwellen-Symbole kennzeichnen entsprechend leisere Reifen.

Für Sie persönlich sind der Kraftstoffverbrauch und die Haftungseigenschaften die wichtigsten Informationen aus dem EU-Reifenlabel. Hier geht es um Ihren Geldbeutel und um Ihre Sicherheit. So kosten Pkw-Reifen der Label-Klassen F oder G beispielsweise deutlich mehr als 0,1 Liter zusätzlichen Kraftstoff pro 100 Kilometer. Schlechte Bewertungen bei den Tests zur Nasshaftung machen dann bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h einen um fünf oder mehr Meter verlängerten Bremsweg aus. Das EU-Reifenlabel zeigt dabei immer wieder, dass sich keinesfalls automatisch von Preis oder Fabrikat die Qualität eines Reifens einschätzen lässt. Häufiger erscheinen Gummis von renommierten Markenherstellern, die hier schlecht abschneiden, oder umgekehrt günstige Reifen von eher unbekannten Firmen, die mit einer guten Bewertung im EU-Reifenlabel überzeugen können.

Ganzjahresreifen gebraucht kaufen: Ist das eine günstige Alternative beim Reifenkauf?

Im Internet oder in Kleinanzeigen entdecken Sie Unmengen von Angeboten für gebrauchte Reifen und können dort auch regelmäßig Ganzjahresreifen gebraucht kaufen. Für den Gebrauchtkauf von Ganzjahresreifen spricht in jedem Fall ein erheblicher Preisvorteil, der leicht die Hälfte oder mehr vom Neupreis betragen kann. Allerdings gibt es auch einiges zu beachten, wenn Sie Allwetterreifen gebraucht kaufen.

Zunächst sollten Sie den Allgemeinzustand der Reifen gründlich prüfen. Weisen die Gummis Beschädigungen wie Einschnitte, Risse oder Abschürfungen auf? Handelt es sich um oberflächliche Schäden oder können diese eventuell die Reifenstruktur beschädigt haben? Gerade bei Reifen ist es oft selbst für Fachleute schwierig, mit dem bloßen Auge ein abschließendes Urteil zu einer schadhaften Stelle zu treffen, da eventuell durch sie weitere Beeinträchtigungen des Gummis ausgelöst wurden, die nur ein technisches Gerät analysieren kann.

Gibt es an dieser Stelle nichts zu beanstanden, kontrollieren Sie im nächsten Schritt das Reifenprofil. Fabrikneu beträgt die Profiltiefe je nach Modell zwischen sieben und neun Millimeter. Unter vier Millimeter Restprofil lassen vor allem die Wintereigenschaften des Reifens zunehmend nach. Da Sie Ihren Allwetterreifen sehr wahrscheinlich das ganze Jahr fahren werden und dementsprechend ein höherer Verschleiß entsteht, darf das Profil des Gebrauchtreifens nicht zu knapp über der Vier-Millimeter-Grenze liegen. Ansonsten wird bald der nächste Reifenkauf fällig. Der wird ebenso schnell unausweichlich, wenn Sie Ganzjahresreifen kaufen, die vielleicht schon sieben bis acht Jahre alt sind oder keine fachgerechte – kühle, dunkle und trockene – Einlagerung erfahren haben. Passen auch diese ganzen Punkte alle, machen Sie mit dem Gebrauchtkauf sehr wahrscheinlich wenig falsch. Ansonsten kaufen Sie besser neue Allwetterreifen.

In unserem Ratgeber finden Sie übrigens auch weitere nützliche Tipps zum Thema Winterreifen oder Sommerreifen.