Der Dogo Canario

Allgemeine Informationen

  • Ursprungsland: Spanien
  • Fellfarben: gestromt, alle Schattierungen von Schwarz bis Sandfarben möglich, eventuell auch kleine weiße Flecken
  • Lebenserwartung: 9 - 11 Jahre
  • Gewicht: 50 - 59 kg (Rüden) bzw. 40 - 55 kg (Hündinnen)
  • Widerristhöhe: 60 - 66 cm (Rüden) bzw. 56 - 62 cm (Hündinnen)
  • Besonderheiten: familienfreundlicher Begleiter mit stark ausgeprägtem Schutzinstinkt
  • FCI-Standards: Nr. 346, Gruppe 2, Sektion 2.1 (Molossoide, Doggenartige Hunde)
 

Der Dogo Canario ist mit der Spanischen Dogge verwandt und wird auch als Presa Canario oder Perro de Presa bezeichnet. Es handelt sich um einen klassischen Molosser, der als Familienhund ebenso gut geeignet ist wie als Schutz- und Wachhund. Die eindrucksvollen Hunde sind jedoch ausgesprochen selbstständig und durchsetzungsstark. Als Anfängerhunde sind sie daher nur sehr bedingt geeignet.

Herkunft des Dogo Canario

Die Hunderasse Dogo Canario stammt vom Alano ab, einer sehr alten Hunderasse, die bereits im Mittelalter gezüchtet wurde. Vor allem im westlichen Mittelmeerraum - also in Spanien, Portugal, Süditalien und Südfrankreich - war die Rasse seit jeher weit verbreitet. Die genauen Wurzeln der Rasse liegen auf den Kanaren, wo der Dogo Canario als Wachhund sowie als leistungsfähiger Treibhund für Rinderherden Verwendung fand und nach wie vor findet. In Deutschland ist die Hunderasse noch weitgehend unbekannt. Die Tatsache, dass der Dogo Canario in mehreren Bundesländern unverständlicherweise als gefährlich eingestuft wird, verhindert zudem die weitere Ausbreitung dieser Rasse.

Typisches Erscheinungsbild

Der Dogo Canario erreicht eine Schulterhöhe zwischen 58 und 68 cm und wird zwischen 40 und 60 kg schwer. Er ist muskulös und stämmig, ohne jedoch schwerfällig zu wirken. Stattdessen macht der Dogo Canario einen athletischen, agilen Eindruck. Typisch ist zudem ein ausgeprägter, breiter Schädel mit mittelgroßen, fein behaarten Ohren. Die Rute hat einen breiten Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Pfoten weisen meist abgerundete Zehen und schwarze Ballen auf. Die Nägel sind meist dunkel. Das Fell des Dogo Canario ist kurz, rau und leicht glänzend. Es weist keine Unterwolle auf. Bezüglich der Farbgebung ist von Falb über Schwarz und Grau bis hin zu Rot alles möglich. Die meisten Vertreter der Rasse sind gestromt und weisen eine dunkle Maske auf. Da es sich beim Dogo Canario um eine relativ große Rasse handelt, ist die Lebenserwartung nicht so hoch wie bei kleinwüchsigen Hunden. Bei guter Haltung erreicht der Dogo Canario jedoch ein Alter zwischen 9 und 11 Jahren.

Charakter und Wesen des Dogo Canario

Der Dogo Canario zeichnet sich durch ein sehr ruhiges, ausgeglichenes und nervenstarkes Wesen aus. Die Hunde sind ausgesprochen gutmütig, geduldig und auch in schwierigen Situationen souverän und selbstsicher. Sie haben eine mittlere bis hohe Reizschwelle und ein hohes Durchsetzungsvermögen. Liebhaber der Rasse wissen vor allem zu schätzen, dass der Dogo Canario einerseits ein kinderlieber Familienhund ist, andererseits jedoch auch als mutiger und selbstsicherer Schutzhund zum Einsatz kommen kann. Fremden gegenüber ist der Dogo Canario zunächst distanziert, aber keinesfalls ängstlich oder gar aggressiv.

Ein weiterer Pluspunkt dieser Hunderasse ist ihre große Lernbegierde. Dogo Canarios sind sehr menschenbezogen und entwickeln eine starke Bindung an ihre Familie. Bei guter Sozialisierung sind sie auch mit anderen Haustieren verträglich - von anderen Tieren dominieren lässt sich der Dogo Canario jedoch nicht.

Für wen eignet sich ein Dogo Canario?

Der Dogo Canario sollte aufgrund seines starken Durchsetzungsvermögens und nicht zuletzt aufgrund seines kräftigen Körperbaus unbedingt in erfahrene Hände. Er ist sehr selbstständig und benötigt daher eine konsequente, aber zugleich liebevolle Erziehung. Der Besitzer sollte keinen Zweifel an seiner Führungsrolle aufkommen lassen. Sofern ihm das gelingt, hat er mit dem Dogo Canario einen treuen, zuverlässigen Begleiter.

Die Hunderasse ist absolut familien- und kindertauglich - vorausgesetzt, das Tier ist gut sozialisiert und ausgelastet. Die meisten Vertreter der Rasse lieben Kinder. Sofern der Dogo Canario ausreichend Bewegung und Beschäftigung im Freien hat, ist er zu Hause sehr genügsam und kuschelt auch gern einmal mit der Familie auf dem Sofa. Die ausgeprägten Schutzeigenschaften dieser Hunderasse müssen jedoch unbedingt in die richtigen Bahnen gelenkt werden, um Probleme von vornherein zu vermeiden. Vor allem dann, wenn dem großen Bewegungs- und Arbeitsdrang der Tiere nicht Rechnung getragen wird, entwickelt sich oft Frust, der zwangsläufig zu Problemen im Alltag führt. Für kleine Stadtwohnungen ist der Dogo Canario daher denkbar ungeeignet. Besser ist ein Haus mit einem großen Grundstück, auf dem sich der Vierbeiner frei bewegen und seinen Schutztrieb ausleben kann. Der Dogo Canario ist aufgrund seiner Lauffreudigkeit und seiner Intelligenz zudem für Hundesport - beispielsweise für Agility - prädestiniert.

Wer sich für einen Dogo Canario interessiert, sollte jedoch bedenken, dass die Rasse in Brandenburg und Bayern als "gefährlich" eingestuft wird - allerdings ohne nachvollziehbare Begründung. Es handelt sich also um einen sogenannten "Listenhund", dessen Haltung mit einigen Problemen und Einschränkungen verbunden ist. Ein Wesenstest ist in den genannten Bundesländern Pflicht.

Gesundheit und Pflege des Dogo Canario

Aufgrund seines kurzen Fells ist der Dogo Canario sehr pflegeleicht. In der Regel genügt es, das Fell regelmäßig auszubürsten, um Schmutz, Staub und lose Haare zu entfernen. Auch an die Ernährung stellt die Hunderasse keine besonderen Anforderungen. Wie bei allen Hunden sollte jedoch auf eine ausgewogene, artgerechte Fütterung mit einem hohen Fleischanteil geachtet werden.

Der Dogo Canario ist grundsätzlich sehr robust, allerdings gibt es einige Erkrankungen, die bei dieser Rasse gehäuft auftreten. Dazu zählen beispielsweise Hüft- und Ellbogendysplasie sowie krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zahnfehler sind nicht selten. Regelmäßige Kontrolltermine sind daher Pflicht, um Krankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Mindestens ebenso wichtig ist es, einen seriösen Züchter auszuwählen. Diese sind in Deutschland leider selten, und überhaupt ist die Hunderasse in Deutschland nicht so weit verbreitet wie beispielsweise im Mittelmeerraum. Die Kosten für einen Welpen liegen bei durchschnittlich 1.200 Euro.

Verwandte Hunderassen und Mischlingstypen

Der Dogo Canario ist eng mit dem Alano Español verwandt. Es handelt sich um zwei eigenständige Rassen, die häufig verwechselt werden. Meist wird der Dogo Canario mit ähnlichen Rassen gekreuzt, so etwa mit American Bulldogs oder Bullmastiffs, da diese ebenso robust sind.

Beschreibung analog zum Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)

  • Allgemein: mittelgroß, molossoid, gerades Profil, robust
  • Kopf: massig, kompakt
  • Hals: etwas kürzer als der Kopf, massiv und muskulös
  • Körper: robuster Körperbau, Körperlänge übertrifft Widerristhöhe
  • Rute: breiter Ansatz, der sich zur Spitze verjüngt
  • Pfoten: abgerundete Zehen, schwarze Ballen und dunkle Nägel
  • Haarkleid: kurz, rau, ohne Unterwolle