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Der Hovawart

Informationen

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Fellfarben: schwarz, blond, schwarzmarken (schwarz mit blonden Abzeichen)
  • Lebenserwartung: ca. 12 bis 15 Jahre
  • Gewicht: Hündinnen = 25 bis 35 kg, Rüden = 30 bis 40 kg
  • Widerristhöhe: Hündinnen = 58 bis 65 cm, Rüden = 63 bis 70 cm
  • Besonderheiten: zählt dank strenger Zuchtvorschriften zu den gesündesten Hunderassen
  • FCI-Standards: Nr. 190, Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.2 (Molossoide, Berghunde), mit Arbeitsprüfung
 

Der Hovawart zieht mit seinem attraktiven Aussehen und seiner stolzen Haltung schnell alle Blicke auf sich. Auch wenn er wie ein knuddeliger und braver Familienhund aussieht, verbirgt sich dahinter doch ein sehr eigensinniger Charakter mit einer eigenen Meinung. Bei richtiger Erziehung wird aus dem niedlichen Welpen jedoch ein zuverlässiges, beschützendes und überaus treues Familienmitglied.

Herkunft und Geschichte des Hovawart

Der Name Hovawart besteht aus den beiden mittelhochdeutschen Wörtern "hova" (Hof) und "wart" (Wächter). Dieser Name wird bereits in Schriften aus dem Mittelalter als Bezeichnung für Hofhunde erwähnt. Dazu gehören beispielsweise die Gesetzestexte des Lex Baiuvariorum sowie der um 1220 von dem Gelehrten Eike von Repgow verfasste Sachsenspiegel. Auch Albertus Magnus erwähnte diesen Hund in seinen Schriften und beschrieb ihn als einen "zotthaarigen und hängeohrigen Aufspürer von Dieben und Bösewichten". Als eigenständige Rasse können diese Hunde jedoch noch nicht betrachtet werden, da der Name Hovawart generell für alle Hofhunde verwendet wurde. In seinem zweibändigen Werk "Geschichte und Beschreibung der Rassen des Hundes" aus dem Jahr 1895 erwähnte der Schriftsteller Ludwig Beckmann den Namen Hovawart als allgemeine Bezeichnung für Hof- und Wachhunde, beschreibt diese Tiere jedoch nicht als eigenständige Rasse. Dieses Werk erregte vermutlich das Interesse von Bertram König, der sich um 1900 auf die Suche nach dem Hovawart machte. Er entdeckte im Schwarzwald einen kleineren Bestand von Bauernhunden, die er für Nachfahren der vermeintlich aus dem Mittelalter stammenden Hunderasse hielt. Er begann mit einer Zucht der Tiere, die jedoch durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs abrupt unterbrochen wurde. Zusammen mit seinem Sohn Kurt Friedrich König nahm er nach dem Ende des Krieges die Zucht wieder auf, daher gelten diese beiden Züchter heute als Begründer dieser relativ jungen Hunderasse mit dem mittelalterlichen Namen.

Aussehen und Körperbau des Hovawart

Der Hovawart ist ein mittelgroßer und kraftvoller Gebrauchshund mit harmonischen Proportionen und leicht gestrecktem Körperbau. Besonders die stolze und selbstbewusste Haltung ist ein charakteristisches Merkmal dieser Hunderasse. Sein langes und glänzendes Fell ist leicht gewellt und besitzt nur wenig Unterwolle. Im Rassestandard sind die drei Farbschläge schwarz, blond und schwarzmarken vorgeschrieben, einzelne weiße Flecke an der Brust sowie vereinzelte weiße Haare an den Zehen und der Rutenspitze sind jedoch statthaft. Das Aussehen kann jedoch variieren und ist in der Regel vom Zuchtziel des jeweiligen Züchters abhängig. So gibt es Tiere mit ruhigerem oder eher sportlich temperamentvollem Wesen, auch die Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild können vom schlanken Hund bis zum eher derben Vertreter reichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen sind beim Hovawart die geschlechtsspezifischen Unterschiede besonders deutlich sichtbar. Dies betrifft insbesondere Körpergröße, Kopfform und Körperbau, Hündinnen sind in der Regel kleiner und deutlich zierlicher als Rüden.

Wesen und Charakter des Hundes

Im Rassestandard des FCI wird der Hovawart als vielseitig einsetzbarer Gebrauchshund beschrieben, der über einen natürlichen Schutztrieb, Gutartigkeit sowie ein ausgeglichenes Wesen verfügt. Weiter wird ihm ein mittleres Temperament, Belastbarkeit sowie eine besonders enge Bindung an seine Familie attestiert. Diese Rasse gilt als besonders wesensfest, nervenstark und ausgeglichen. Allerdings sollten Sie nach dieser Beschreibung nicht dem Irrtum verfallen, der Hovawart sei ein von Natur aus pflegeleichter Zeitgenosse, der sich ideal für Anfänger eignet - dies ist keineswegs der Fall. Wenn Sie den Hovawart alleine aufgrund seines attraktiven Aussehens als neues Familienmitglied auswählen und aus Unerfahrenheit den Welpen beinahe schon nebenbei erziehen, könnten Sie sich schnell in der unterlegenen Position wiederfinden. Damit sich die positiven Grundanlagen dieser schönen Hunde ideal entwickeln können, müssen Sie sehr viel Erziehungsarbeit leisten. Der Hovawart besitzt nur einen mäßig ausgeprägten "Will-to-please" und zeigt sich häufig als dickköpfiger Sturkopf mit Hang zur Dominanz. Wenn Sie also nicht zum Lakaien eines selbstbewussten Rudelführers mit vier Pfoten werden möchten, ist liebevolle Konsequenz der wichtigste Grundpfeiler Ihrer Erziehungsarbeit. Wenn Sie eher nachgiebig sind und aus Zuneigung zu dem Tier häufig inkonsequent reagieren, wird Ihr intelligenter Vierbeiner dies möglicherweise skrupellos zu seinem eigenen Vorteil ausnutzen. Bereits im Welpenalter sollten Sie daher einen liebevollen aber konsequenten Umgang mit dem Tier pflegen.

Haltung & Pflege des Hovawart

Auch wenn er wie das Idealbild des gemütlichen und kuscheligen Familienhundes aussieht, ist der Hovawart dennoch in erster Linie ein Gebrauchshund. Er möchte gebraucht und beschäftigt werden, als "Nebenbei-Hund", der sich einfach unauffällig in den routinierten Familienalltag einfügt, eignet er sich eindeutig nicht. Die erfolgreiche Integration in die Familie und der Umgang mit den Kindern erfordert einiges an Erziehungsarbeit. Der Hovawart benötigt einen selbstbewussten Rudelführer, dem er sich bei entsprechender Konsequenz bereitwillig unterordnen kann. Übermäßige Strenge oder gar körperliche Züchtigung ist jedoch keinesfalls angebracht, da dies bei den empfindsamen und eigensinnigen Tieren schnell zu unerwünschten Verhaltensweisen führen kann. Bei erfahrenem Umgang und erfolgreicher Erziehung wird aus dem Hovawart ein treuer und ergebener Familienhund, der seine Familie und sein Territorium liebt, bewacht und beschützt. Der Hovawart ist im Hinblick auf seine Entwicklung ein Spätzünder, er ist erst im Alter von drei Jahren ausgewachsen und in seinem Wesen gefestigt. Für aktive und sportliche Familien ist der Hovawart der ideale Begleiter bei zahlreichen Aktivitäten wie Joggen, Wandern, Radfahren oder Reiten. Damit Ihr Hund zu einem ausgeglichenen und angenehmen Mitbewohner wird, sind neben liebevoller Konsequenz auch ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung notwendig. Er möchte gebraucht werden und wird daher auch seinem Namen als Hofwächter gerne gerecht. Neben den bereits erwähnten Aktivitäten eignen sich zur Beschäftigung des Hundes auch spezielle Hundesportarten wie beispielsweise Agility. Trotz seines eindrucksvollen Haarkleides benötigt der Hovawart im Gegensatz zu anderen langhaarigen Hunden einen erstaunlich geringen Pflegeaufwand. Selbst tägliches Bürsten ist nicht notwendig, da diese Hunderasse aufgrund der geringen Unterwolle nicht zu verfilzendem Fell neigt. Lediglich während des Fellwechsels in Frühjahr und Herbst ist das tägliche Bürsten empfehlenswert.

Der Hovawart: rassetypische Krankheiten

Dank besonders strenger Zuchtvorschriften zählt der Hovawart in der heutigen Zeit zu den gesündesten Hunderassen. Diese Vorgaben werden von den drei durch den VDH anerkannten Zuchtvereinen konsequent umgesetzt. Aus diesem Grund blieb der Hovawart von den bei anderen Rassen häufig auftretenden Erbkrankheiten glücklicherweise verschont. Selbst der Anteil der Hunde, die an der gefürchteten Hüftdysplasie (HD) erkranken, ist inzwischen verschwindend gering. In sehr seltenen Fällen kann die Degenerative Myelopathie (DM) auftreten (eine fortschreitende Schädigung der Nervendscheiden). Allerdings wurden bisher nur sehr wenige Fälle dieser Erkrankung bekannt. Weitere Erkrankungen, die vereinzelt beobachtet wurden, sind Katarakt (grauer Star) und Schilddrüsenunterfunktion.

Alles rund um die Zucht

Anfang der 1920er Jahre kreuzten Bertram König und sein Sohn Kurt Friedrich ihre "Bauernhunde" mit unterschiedlichen Hunderassen wie Neufundländer, Deutscher Schäferhund, Leonberger und Kuvasz. Den ersten Wurf ließ König 1922 in das Zuchtbuch eintragen und 1924 begann mit der Gründung des Hovawart-Schutzhunde-Vereins die eigentliche Reinzucht der Hunderasse. Für König stand bereits zu Beginn die Zucht einer "ausgesprochenen Polizei- und Zuchthunderasse" im Vordergrund. 1931 wurde der "Reichsverband der Schutzhund-Leistungszüchter" (RSL) gegründet und für die Zucht wurden nun insbesondere explizit ausgewählte Bauernhunde eingesetzt, die in erster Linie von entlegenen Höfen aus Odenwald, Harz und Schwarzwald stammten. Diese Entscheidung wurde bewusst getroffen, da diese zuverlässigen und robusten Hofhunde dem angestrebten Idealbild des mittelalterlichen Hovawarts sehr nahe kamen. Sie wurden mit unterschiedlichen Hunderassen gekreuzt, die bereits zu Beginn der 1920er in der Zucht von König eingesetzt worden waren. Neben Neufundländer, Kuvacz und weiteren kommt insbesondere dem langzotthaarigen Altdeutschen Schäferhund eine besondere Rolle zu. Dank strenger Auswahl wurde so ein robuster Gebrauchshund gezüchtet, der dem Zuchtziel im Hinblick auf Mut, Ausdauer, Widerstandsfähigkeit, Schärfe und Arbeitswille nahezu vollkommen entsprach. Die Anerkennung als eigenständige Rasse erfolgte im Jahr 1937. Der 2. Weltkrieg sorgte für einen Einschnitt der Zuchtlinie, nach Kriegsende sahen sich die Züchter mit einem stark dezimierten Bestand konfrontiert. Da die einzelnen Züchter die Zucht in den ersten Jahren auf eigene Faust fortführten, führte dies in einigen Regionen zur Entstehung unterschiedlicher Typen. Das ursprünglich von König angestrebte Zuchtziel wurde 1964 erreicht, als der Hovawart offiziell als 7. Dienstgebrauchshundrasse anerkannt wurde. Die erfolgreiche Bekämpfung der Hüftdysplasie durch strenge Zuchtauflagen begann bereits 1965 und wird bis heute erfolgreich fortgeführt. Häufig wird der Hovawart mit anderen Hunderassen gekreuzt, beliebte Mischlingsformen sind beispielsweise Kreuzungen mit Collie, Labrador, Neufundländer, Berner Sennenhund oder Golden Retriever.

Beschreibung analog zum Verband des Deutschen Hundewesens:

  • Allgemein: mittelgroß, leicht gestreckter Körperbau, langhaariger und kraftvoller Gebrauchshunde, Geschlechtsunterschiede sind deutlich erkennbar (insbesondere Kopfform und Körperbau)
  • Kopf: kräftiger Kopf mit breiter und gewölbter Stirn, kräftiger Fang (verjüngt sich von oben und von der Seite etwas), ovale Augen von mittel- bis dunkelbrauner Farbe, dicht anliegende Augenlider
  • Hals: mittellanger und kräftiger Hals, straff anliegende Kehlhaut
  • Körper: kräftige Lendenpartie (etwas länger als die Kruppe), gerader und fester Rücken, breite und kräftige Brust
  • Rute: buschig behaarte Rute, reicht nicht bis zum Boden (nur bis unterhalb des Sprunggelenkes), wird abhängig von der Stimmungslage gesenkt oder über den Rücken geschwungen
  • Pfoten: kräftige, rundliche und kompakte Pfoten mit eng liegenden, gewölbten Zehen
  • Haarkleid: langes, anliegendes, kräftiges und leicht gewelltes Haar mit geringer Unterwolle, Farbschläge: schwarzmarken, schwarz und blond