Der Malinois

Informationen

  • Ursprungsland: Belgien
  • Fellfarben: falb bis rotbraun, schwarze Maske, schwarze Wolkung
  • Lebenserwartung: 12 Jahre und mehr
  • Gewicht: 25 - 30 kg (Rüden), 20 - 25 kg (Hündinnen)
  • Widerristhöhe: circa 62 cm (Rüden), 58 cm (Hündinnen)
  • Besonderheiten: sehr intelligent und arbeitswillig
  • FCI-Standards: Nr. 15, Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 1 (Schäferhunde)
 

Der Malinois ist eine Variation des belgischen Schäferhunds. Sein Name leitet sich von der Stadt Mechelen (frz.: Malines) ab. Freunde der Rasse bezeichnen den Malinois auch ganz einfach als "Mali". Die agilen Vierbeiner sind ausgesprochen intelligent und leistungsfähig. Sie benötigen daher ein Zuhause, in dem ihrem großen Arbeitswillen Rechnung getragen wird. Sofern dies geschieht, sind Malinois angenehme Familienhunde.

Die Herkunft des Malinois

Der Malinois kam und kommt in Belgien auf vielfältige Weise zum Einsatz - unter anderem als klassischer Schäferhund, als Treibhund, Zughund oder auch als Wach- und Hofhund. In ihrer Heimat wurde die Hunderasse bereits um 1900 geformt und 1901 offiziell anerkannt. Der erste Klub für Belgische Schäferhunde entstand bereits zehn Jahre zuvor, und auch die erste Ausstellung mit 117 Hunden ließ nicht lange auf sich warten. Es gab jedoch noch keine verbindlichen Rassestandards, denn die westeuropäischen Schäferhunde wurden zu dieser Zeit noch nicht nach Ländern und Farbvarianten getrennt. Dies geschah erst später durch strenge Selektion, um ein einheitliches Aussehen herauszuzüchten. In Deutschland ist der Malinois erst seit den 1960er Jahren verbreitet.

Typisches Erscheinungsbild

Der Malinois ist mittelgroß (in etwa so groß wie ein Deutscher Schäferhund) und erreicht ein Gewicht zwischen 20 und 30 kg, je nach Geschlecht. Das Fell ist kurz und meist falb bis rotbraun. Typisch ist zudem eine schwarze Maske. Der Körperbau des Malinois ist robust, aber keinesfalls schwerfällig - im Gegenteil: Der belgische Schäferhund macht optisch einen sehr kernigen, flinken Eindruck. Er ist widerstandsfähig und an das Leben im Freien gewöhnt. Seine Lebenserwartung liegt bei guter Haltung bei zwölf Jahren und mehr.

Wesen und Charakter des Malinois

Der belgische Schäferhund ist zwar traditionell ein Hüte- und Treibhund, er findet jedoch auch im Rettungswesen sowie bei der Polizei und dem Zoll Verwendung. Außerdem ist der Malinois ein sehr guter Wächter und Schutzhund. Nicht zuletzt ist er für Hundesport wie Agility oder Obedience prädestiniert. Die Rasse ist nicht nur sehr robust und kräftig, sondern auch sehr lebhaft. Sie kommt daher nur für sehr aktive Menschen infrage, die dem Hund viel Bewegung und Beschäftigung bieten können. Der ausgeprägte Arbeitswille kann zur Herausforderung werden, und vor allem bei dauerhafter körperlicher und geistiger Unterforderung sind Probleme vorprogrammiert. Ein gut ausgelasteter Malinois ist hingegen ein angenehmer Begleiter und Familienhund. Bei kleineren Kindern ist jedoch Vorsicht geboten: Die Rasse ist sehr temperamentvoll und bisweilen stürmisch, sodass es zu Missverständnissen kommen kann.

Vertreter dieser Rasse sind sehr sensibel, aber nicht ängstlich. Sie benötigen eine konsequente, aber zugleich liebevolle Hand. Denn: Übertriebene Strenge verträgt der Malinois nicht. Diese ist auch gar nicht erforderlich, denn Vertreter dieser Hunderasse sind stets darauf bedacht, es ihrem Besitzer Recht zu machen. Halter eines Malinois müssen also lediglich die übersprudelnde Aktivität und den Arbeitseifer in die richtigen Bahnen lenken. Der Hund muss jedoch auch lernen, dass der Alltag nicht nur aus Action und Abenteuer besteht, sondern dass es auch Ruhezeiten geben muss. Die meisten Malinois benötigen daher einen geregelten Tagesablauf. Gegenüber Fremden ist der Malinois misstrauisch, aber nicht grundlos aggressiv. Er eignet sich daher sehr gut als Wach- und Schutzhund.

Ansprüche an die Haltung

In Bezug auf die äußeren Bedingungen ist der Malinois relativ anspruchslos. Die Rasse braucht jedoch immer wieder neue Herausforderungen und eine artgerechte Beschäftigung. Belgische Schäferhunde werden daher häufig zum Dienst- oder Rettungshund ausgebildet. Alternativ kann der Hund auch durch Hundesport ausgelastet werden. Zudem sind Malinois echte Wasserratten, und auch beim Joggen, Reiten oder Radfahren sind sie die perfekten Begleiter. Aufgrund ihres starken Bewegungsdrangs sollte die Umgebung eher ländlich sein. Der Belgische Schäferhund ist keinesfalls ein Sofahund, der sich mit entspannten Runden um den Block zufrieden gibt. Sofern er ausgelastet ist, kommt er jedoch sowohl mit anderen Haustieren als auch mit Kindern gut zurecht. Er ist dann verspielt, anhänglich und stets bereit, seine Familie im Ernstfall zu schützen. Bei artgerechter Haltung und intensiver Beschäftigung lässt sich der Malinois zudem leicht erziehen. Dennoch ist diese Rasse aufgrund ihres Temperaments und ihres Durchsetzungsvermögens nur sehr bedingt für Anfänger geeignet. Außerdem hat der Malinois eine vergleichsweise niedrige Reizschwelle. Eine gute Gewöhnung an die Umwelt ist daher im Welpen- und Junghundealter unbedingt erforderlich.

Gesundheit und Pflege

Aufgrund des kurzen Fells ist der Malinois sehr pflegeleicht. Lediglich während des Fellwechsels sollte das Fell regelmäßig ausgebürstet werden.

Wie bei fast allen Rassehunden so gibt es auch beim Malinois einige rassetypische Krankheiten, die gehäuft auftreten. Diese Krankheiten betreffen vorrangig den Bewegungsapparat. So leiden Malinois gelegentlich unter einer sogenannten Spondylose, das heißt unter einer Knochenzubildung an der Wirbelsäule. Die Genetik spielt in diesem Zusammenhang eine ebenso große Rolle wie äußere Einflüsse. Vor allem sehr starke körperliche Belastungen, wie sie beispielsweise im Hundesport entstehen, begünstigen die Entstehung von Spondylosen. Darüber hinaus erkranken Vertreter dieser Rasse häufiger an HD (Hüftgelenksdysplasie) und ED (Ellenbogengelenksdysplasie). Um das Risiko für eine Erkrankung des Bewegungsapparats zu reduzieren, sollten Besitzer vor allem darauf achten, dass der Hund kein Übergewicht entwickelt.

Des Weiteren kommt es gelegentlich zu einer gesteigerten Nervosität oder auch zu Aggressivität - dies allerdings nur bei Hunden aus unseriöser Zucht. Der Malinois stellt keine besonderen Ansprüche an die Ernährung. Vor allem dann, wenn er als Arbeitshund oder zum Hundesport eingesetzt wird, ist jedoch zu bedenken, dass ein erhöhter Energiebedarf besteht.

Verwandte Hunderassen

Der Malinois ist eng mit dem Deutschen Schäferhund verwandt. Auch zum französischen Briard besteht eine enge Verwandtschaft. Diese Rasse ist allerdings größer und weist ein sehr langes, pflegeintensives Fell auf. Gleiches gilt für den Berger Picard.

In Belgien gibt es neben dem Malinois drei weitere Schäferhundarten: den rauhaarigen Laekenois, den schwarzen, langhaarigen Groenendael und den ebenfalls langhaarigen Tervueren. Der Malinois ist der einzige Belgische Schäferhund mit kurzem Fell.

Allgemeine Beschreibung analog zum Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH)

  • Allgemein: mittelgroßer Hund mit harmonischem Gesamtbild
  • Kopf: gerade, nicht übertrieben lang, hoch getragen
  • Hals: länglich, aufgerichtet, muskulös, leicht gewölbter Nacken
  • Körper: kraftvoll, aber nicht schwerfällig
  • Rute: kräftige Basis, mittellang, meist hängend getragen
  • Pfoten: rund, gewölbte Zehen, dicke Ballen, dunkle Krallen
  • Haarkleid: kurz, dicht, anliegend, mit Unterwolle