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Die Maine-Coon

  • Ursprungsland: Bundesstaat Maine, Nordosten der USA
  • Fellfarben: alle Farbvarianten
  • Lebenserwartung: 12-16 Jahre
  • Gewicht: Katze 4 bis 7 kg, Kater 6 bis 10, maximal 12 kg
  • Widerristhöhe: bis zu 41 cm
  • Besonderheiten: langsame Entwicklung, auffallend wasserliebend, größte Hauskatzenrasse 
  • F.I.Fe-Standards: Kategorie II, MCO

Als größte Rasse unter den Hauskatzen wird die Maine-Coon von Liebhabern und Besitzern gerne als sanfter Riese bezeichnet. Ihr gutmütiges und ausgeglichenes Wesen macht sie zu einem ausgesprochen liebenswerten und unkomplizierten Haustier. Kaum eine Katzenrasse vereint Sanftmut mit Wildheit auf so eindrucksvolle Weise wie die Maine-Coon. Im Folgenden erfahren Sie, welche Charaktereigenschaften die Staatskatze des US-Bundesstaates Maine auszeichnet und was Sie bei der Anschaffung und Haltung beachten sollten. 

Herkunft und Entwicklung der Maine-Coon

Der Name Maine-Coon leitet sich einerseits vom Ursprungsland der Rasse, dem US-Bundesstaat Maine, andererseits von dem englischen Wort "racoon" für "Waschbär" ab. Um die Entstehung der Rasse ranken sich zahlreiche Mythen. Eine Legende besagt, dass die Maine-Coon einer Verpaarung zwischen einer Katze und einem Waschbären entstammt, wobei dies genetisch unmöglich ist. Tatsächlich erinnert die Maine-Coon jedoch im Verhalten und Aussehen an den Waschbären. Insbesondere der buschige lange Schwanz, ihre für Katzen eher ungewöhnliche Wasserliebe und ihre Eigenart, mit den Vorderpfoten zu arbeiten, scheinen diesen Entstehungsmythos inspiriert zu haben.

Ebenso unwahrscheinlich ist die These, dass die Maine-Coon durch die Kreuzung einer einheimischen Wildkatze mit einer in die Vereinigten Staaten verschifften Angorakatze der französischen Königin Marie-Antoinette entstand. Die genaue Herkunft der Rasse ist bis heute nicht gänzlich erforscht. Möglicherweise waren ihre Vorfahren norwegische Waldkatzen, die zu Beginn des 11. Jahrhunderts mit den Wikingern nach Nordamerika gelangten. Bei diesen Exemplaren könnten sich durch das kalte Klima im Nordosten der USA im Laufe der Jahrhunderte die robuste körperliche Konstitution sowie das dichte Fell herausgebildet haben. Es ist auch möglich, dass die direkten Vorfahren der Maine-Coon langhaarige Schiffskatzen waren, die im 18. Jahrhundert mit den Einwanderern aus Europa in die Vereinigten Staaten gelangten.

Historisch belegt ist lediglich die Tatsache, dass die Maine-Coon in ihrem Heimatland bereits im frühen 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Form als Hauskatze lebte und aufgrund ihrer widerstandfähigen und wetterfesten Konstitution von einheimischen Farmern als Jäger zur natürlichen Bekämpfung von Mäusen und Ratten eingesetzt wurde. Viele Exemplare wurden zudem schon um das Jahr 1850 im Rahmen von Ausstellungen präsentiert. Damit gilt die Maine-Coon heute als die älteste Ausstellungskatze in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Maine-Coon bereits in weiten Teilen der USA als Haus- und Ausstellungskatze beliebt. Das zunehmende Interesse an exotischen Katzenrassen ließ sie jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts, vor allem in den Fünfziger- und Sechzigerjahren, allmählich in Vergessenheit geraten. Seit den Achtzigerjahren erfreut sich die Maine-Coon jedoch auf internationaler Ebene wieder wachsender Beliebtheit, die vor allem auf ihren ausgeglichenen, unkomplizierten und friedlichen Charakter zurückzuführen ist.

Zucht und Rassestandards

Ab den Fünfzigerjahren waren Züchter aufgrund des Mangels an geeigneten Exemplaren gezwungen, auf Foundation-Tiere, das heißt der natürlichen Population entnommene Katzen mit den gewünschten Merkmalen zurückzugreifen. Zu Beginn war der Genpool von einem rund vierzigprozentigen Anteil an vielzehigen, sogenannten polydaktylen Exemplaren definiert. Noch heute kommt diese Besonderheit bei der gezielten Zucht gelegentlich vor. In Deutschland ist die Zulassung vielzehiger Katzen zur Zucht allerdings gesetzlich verboten und fällt unter Tierquälerei.

Als vollwertige Rassekatze wird die Maine-Coon in den Vereinigten Staaten seit den Siebzigerjahren geführt, wobei dies den Bemühungen der 1968 gegründeten Maine Coon Breeders & Fanciers Association, kurz MCBFA, zu verdanken ist. Noch heute gilt diese US-amerikanische Vereinigung als die weltweit bedeutendste unter den Züchterverbänden in Verbindung mit dieser Rasse. Erst im Jahr 1983 wurde die Maine-Coon von der F.I.Fe als eigenständige Rasse auf internationaler Ebene anerkannt. 

Die Rassestandards der einzelnen internationalen Vereinigungen unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Als Fehler werden insbesondere ein kleiner Körperbau, leichte Knochen, ein runder Kopf mit weit auseinanderstehenden Ohren sowie mandelförmige Augen definiert. Bei der Zucht muss die äußerst langsame körperliche Entwicklung der Maine-Coon berücksichtigt werden. Das Haarkleid ist erst im Alter von eineinhalb Jahren voll ausgebildet, die endgültige Statur der erwachsenen Katze im vierten Lebensjahr. 

Beschreibung und Erscheinungsbild der Maine-Coon

Mit einer Gesamtkörperlänge von bis zu 1,20 Metern und einer Widerristhöhe von bis zu vierzig Zentimetern gilt die Maine-Coon als die weltweit größte Hauskatzenrasse. Die Katzen erreichen ein durchschnittliches Körpergewicht von vier und sieben Kilogramm, die Kater können bis zu neun oder zehn Kilogramm, in Ausnahmefällen sogar bis zu zwölf Kilogramm wiegen. Die Maine-Coon ist von kräftigem, stämmigem und ausgesprochen muskulösem Körperbau.

Während der Kopf im Verhältnis zum Körper relativ klein ausfällt, ist der Schwanz mit einer Länge von bis zu 38 Zentimetern auffallend lang. Die Augen sind groß, eher weit auseinanderstehend, von leicht schräger Stellung und ovaler Form. Sie können in allen Farben erscheinen, wobei Blau und verschiedenfarbige Varianten äußerst selten vorkommen. Die hochangesetzten Ohren sind groß und spitz und zeigen bei vielen Exemplaren die charakteristischen "Luchspinsel". 

Als Halblanghaarkatze besitzt die Maine-Coon ein dichtes wetterfestes Fell, mit dem sie optimal an die rauen Witterungsbedingungen ihrer Heimat angepasst ist. Besonders im Winter bildet sich eine dichte und weiche Unterwolleheraus. Das glatte Fell ist in der kalten Jahreszeit deutlich üppiger ausgeprägt als im Sommer. Während das Haarkleid am Kopf und an der Schulter eher kurz erscheint, ist es am Rücken, an den Flanken und Hinterbeinen deutlich länger. Männliche Exemplare sind an ihrer dichten Halskrause deutlich zu erkennen. Auffällige Merkmale der Maine-Coon sind ihre Fellbüschel zwischen den Zehen, die in den Wintermonaten das Einsinken in der Schneedecke verhindern und ihr auch den Spitznamen "Snowshoe-Cat" oder "Schneeschuh-Katze" einbrachten. Mit Ausnahme von Colorpoints sind bei den Fellfarben alle natürlich vorkommenden Töne und Zeichnungen erlaubt. 

Charakter und Wesensmerkmale der Maine-Coon

Das Erscheinungsbild der Maine-Coon erinnert stark an jenes wildlebender Katzenarten, ihr Charakter entspricht jedoch dem einer liebenswürdigen und äußerst menschenorientierten Hauskatze. Aufgrund ihrer ausgeprägten Anhänglichkeit wird sie oft auch als "Hund unter den Hauskatzen" bezeichnet. Die Maine-Coon liebt die Zuwendung ihrer Bezugspersonen und fordert diese auf unaufdringliche Weise ein. Gleichzeitig zeigt sie sehr unabhängige Wesenszüge, was sie zu einem äußerst unkomplizierten Haustier macht. Die Maine-Coon hält sich gerne in der Gesellschaft ihrer Besitzer auf, ist jedoch keineswegs eine Schoßkatze. Lieber folgt sie aus Interesse ihren Bezugspersonen auf Schritt und Tritt, um an deren Tätigkeiten teilzuhaben und dabei neues zu entdecken.

Da sie von den Farmern in Maine vorrangig als Mäusejäger eingesetzt wurde, ist sie auffallend bodenorientiert. Mit ihrem verspielten Charakter und einer überraschend schnellen Reaktionsfähigkeit liebt sie es, Gegenständen nachzujagen und diese zu apportieren. Sie neigt dazu, ihre Vorderpfoten intensiv zu nutzen und hantiert auch leidenschaftlich gerne mit Wasser und Futter. 

Bei der Maine-Coon fallen starke geschlechtsbezogene Charakterunterschiede auf. Während die Weibchen ein liebevolles und eher ruhiges Wesen besitzen, sind die Kater bis ins hohe Alter ausgesprochen verspielt und möchten immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Sowohl die Katzen als auch die Kater sind im Umgang mit Menschen und anderen Haustieren in der Regel sehr geduldig und gutmütig, vorausgesetzt, sie sind von klein auf an das Zusammenleben gewöhnt.

Die richtige Haltung einer Maine-Coon

Mit ihrem entspannten und ausgeglichenen Wesen und ihrer grundsätzlich rücksichtvollen Art im Umgang mit kleinen Kindern ist die Maine-Coon die ideale Familienkatze. Durch ihr unaufdringliches und unkompliziertes Verhalten eignet sie sich auch für Menschen, die in der Katzenhaltung unerfahren sind. Die Maine-Coon fühlt sich in einem Haus mit Garten wohl, kann aber auch problemlos in einer großen Stadtwohnung gehalten werden. Wenn Sie Ihrer Maine-Coon genügend Abwechslung in Form von unterschiedlichen Spielen und Bewegungsmöglichkeiten bieten, können Sie diese Rasse auch bedenkenlos halten, wenn Sie beruflichen Verpflichtungen nachgehen. Dies ist auf ihr ausgeprägtes Schlaf- und Ruhebedürfnis zurückzuführen. Sie verbringt bis zu sechzehn Stunden pro Tag mit Schlafen und einer sorgfältigen Körperpflege. Sie sollten dennoch darauf achten, Ihre Maine-Coon nicht den ganzen Tag alleine zu lassen, um eine Vereinsamung dieser kontaktfreudigen Katze zu vermeiden. 

Pflege und gesundheitliche Probleme

Viele Menschen nehmen an, dass sich die Fellpflege der Maine-Coon aufgrund des dichten Haarkleides aufwendig gestaltet. Bei Wohnungskatzen reicht jedoch wöchentliches Durchbürsten vollkommen aus. Lediglich während des Fellwechsels empfiehlt es sich, täglich zu bürsten, um zu verhindern, dass die Katze im Rahmen ihrer eigenen Körperpflege zu viele Haare verschluckt. Wenn Sie möchten, dass Ihre Maine-Coon als Wohnungskatze ihr seidig dichtes Winterfell ausbildet, sollten Sie ihr gelegentlichen Auslauf oder Zugang zu einem abgesicherten Balkon ermöglichen.

An das Futter stellt die Maine-Coon grundsätzlich keine größeren Ansprüche als andere Katzenrassen. Allerdings sollten Sie bedenken, dass die meisten Futtermittel beziehungsweise Fütterungsempfehlungen auf Katzen mit durchschnittlicher Körpergröße abgestimmt sind. Daher kann es bei fehlender Anpassung an den Mehrbedarf bei einer Gabe von Fertigfutter zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen kommen. Achten Sie in jedem Fall auf hochwertige Produkte mit möglichst hohem Fleischanteil, damit ihre Maine-Coon die benötigten Proteine für ihren vergleichsweise hohen Energieverbrauch erhält.

Aufgrund der intensiven Züchtungsbestrebungen in Hinblick auf die Körpergröße und den Mangel an Zuchtexemplaren in der Anfangsphase der gezielten Zucht leidet die Maine-Coon heute unter einigen rassetypischen Erbkrankheiten. Vor allem die mit Lähmungserscheinungen einhergehende spinale Muskelatrophie, potentiell tödliche Zystenbildung an den Nieren, verschiedene Gelenksdysplasien und die Hypertrophe Kardiomyopathie gelten als schwerwiegende genetische Defekte. Deshalb sollten Sie bei der Anschaffung immer auf einen seriösen Züchter zurückgreifen und das Tier in jedem Fall in Hinblick auf dessen Gesundheit und nicht nach der Körpergröße auswählen. Bei artgerechter Haltung erreichen viele Maine-Coons dennoch ein für Hauskatzen beträchtliches Alter von bis zu siebzehn Jahren und darüber. 

F.I.Fe-Standards

  • Allgemein: großformatig mit kantigem Kopf und rechteckigem Körper 
  • Kopf: kantig, von mittlerer Größe, mit leicht gebogener Stirn und hervorgehobenen Wangenknochen
  • Hals: muskulös, insbesondere bei Katern
  • Körper: muskulös, mit breitem Brustkorb, starkem Skelett und kräftigen und mittellangen Gliedmaßen 
  • Schwanz: sehr lang und am Ansatz breit, spitz zulaufend und mit langem, wehendem Haar 
  • Pfoten: rund und groß, mit dichten Büscheln zwischen den Zehen
  • Haarkleid: dichtes und glattes Deckhaar, weiche und feine Unterwolle von seidiger Textur, an Kopf und Schultern kurz, am Rücken und den hinteren Seiten länger, mit Pluderhosen, bei Katern deutliche Halskrause