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Die Norwegische Waldkatze

  • Ursprungsland: Skandinavien, vor allem Norwegen
  • Fellfarben: alle Farbtöne mit Ausnahme von Pointierungen, Fawn, Cinnamon, Lilac und Chocolate 
  • Lebenserwartung: 10 bis 18 Jahre
  • Gewicht: Katze 3,5 bis 7 kg, Kater 5 bis 9,5 kg
  • Widerristhöhe: bis zu 45 cm
  • Besonderheiten: hervorragende Kletterin, robust, erst mit 3 oder 4 Jahren ausgewachsen
  • F.I.Fe-Standards: Kategorie II, NFO 
 

Die rauen klimatischen Verhältnisse in Skandinavien haben eine Naturkatze hervorgebracht, die sich durch eine ausgeprägte Intelligenz und einen agilen, anpassungsfähigen Charakter auszeichnet. Die Norwegische Waldkatze ist von imposanter Erscheinung, dabei sehr zutraulich und anhänglich. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich diese natürliche Rasse zu einer beliebten Hauskatze entwickelte und was beim Zusammenleben mit der robusten Schönheit zu beachten ist. 

Herkunft und Entwicklung der Norwegischen Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze, in ihrem Heimatland Norwegen Norsk Skogkatt oder liebevoll Trollkatze genannt, beschreibt eine natürliche Rasse, deren Geschichte als Hauskatze bis ins Mittelalter zurückreicht. Ihre genauen Ursprünge sind bis heute nicht wissenschaftlich belegt. Eine Theorie besagt, dass ihre Vorfahren Perserkatzen waren, die einst mit den Seefahrern nach Europa gelangten. Nordische Legenden, mythologische Darstellungen und Märchen deuten eher darauf hin, dass die Norwegische Waldkatze bereits von den Wikingern als Haustier gehalten wurde. Dies könnte erklären, warum sich Halblanghaarkatzen der wilden Form aufgrund der intensiven Reisetätigkeit der Wikinger auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten verbreiteten.

In schriftlichen Aufzeichnungen des dänischen Priesters und Gelehrten Peter Clausson Friis aus dem Jahr 1559 finden sich Beschreibungen des sogenannten "Katzen-Luchses", die stark an das Erscheinungsbild und Verhalten der Norwegischen Waldkatze erinnern. Auch wenn die Zuordnung zu den Luchsen durch Friis heute als unzulässig gilt, zeigen die von ihm beschriebenen Waldkatzen im Körperbau mit den hohen Beinen, den Ohrpinseln, ihrer Wasserliebe und Eigenart, in Bächen und Seen zu fischen, eine deutlich luchs-ähnliche Charakteristik. Es ist wahrscheinlich, dass ihre direkten Vorfahren aus Südeuropa eingewanderte Kurzhaarkatzen waren. Durch die harten klimatischen Verhältnisse in Skandinavien kam es im Laufe der Jahrhunderte zu einer allmählichen Anpassung mit einer deutlichen Zunahme der Körpergröße und der Ausbildung eines dichten, mehrlagigen Felles. 

Erst im frühen 20. Jahrhundert begannen die Norweger, sich für diese Naturkatze als Rasse zunehmend zu interessieren. Lange Zeit wurde die Norwegische Waldkatze überwiegend als Haustier und Mäusefänger an Bauerhöfen in den Fjorden gehalten. Der erfolgreiche, im Jahr 1912 erschienene Kinderroman "Sølvfaks" des norwegischen Schriftstellers Gabriel Scott handelt von einer Waldkatze als Titelheld und dürfte zur wachsenden Popularität der Rasse in ihrem Heimatland beigetragen haben.

In den Dreißigerjahren wurden erste Zuchtstandards aufgestellt, im Jahr 1938 einige Exemplare erstmals im Rahmen von Ausstellungen in Oslo präsentiert. Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs kamen die Zuchtbestrebungen wieder zum Erliegen, weshalb es bis in die Siebzigerjahre dauerte, bis die Norwegische Waldkatze auf internationaler Ebene als eigenständige Rasse anerkannt wurde und den Status der norwegischen Staatskatze erhielt. 

Zucht und Rassestandards

Im Jahr 1975 erfolgte die Gründung des Norwegischen Vereins Norsk Skokattring, der es sich zur Aufgabe machte, die Norwegische Waldkatze nach definierten Rassestandards planmäßig zu züchten. Bereits ein Jahr später wurde die Zucht von der F.I.Fe offiziell anerkannt. Noch heute gilt die Norwegische Waldkatze als die einzige gezüchtete Rasse, die auch in der freien Wildbahn im hohen Norden überleben kann.

Im Jahr 1991 feierte sie einen internationalen Durchbruch, als der erste Züchter von den F.I.Fe-Richtern zum Weltsieger ernannt wurde. Heute wird die Norwegische Waldkatze auf allen Kontinenten gezüchtet. Da sich die rassetypischen Charakteristika gänzlich ohne Zutun der Züchter, sondern ausschließlich durch natürliche Selektion herausbildeten, erfreut sich die Norwegische Waldkatze heute als ursprüngliche Naturrasse größter Beliebtheit. 

Beschreibung und Erscheinungsbild

Die Norwegische Waldkatze ist von großem, kräftigem und langgestrecktem Körperbau mit ausgeprägter Muskulatur und einem starken Knochenbau. Die Widerristhöhe beträgt mindestens vierzig Zentimeter, die Gesamtkörperlänge durchschnittlich einen Meter. Der lange und buschige Schwanz reicht, über den Rücken gelegt, bis zu den Schultern oder zum Nacken. Die Katzen werden maximal sieben Kilogramm schwer, Kater erreichen ein Körpergewicht von bis zu neuneinhalb Kilogramm.

Die Norwegische Waldkatze ist im Vergleich zur Maine-Coon hochbeiniger, wobei die Hinterbeine deutlich länger sind als die vorderen Gliedmaßen. Ihre langen Krallen machen die Norwegische Waldkatze zu einer exzellenten Kletterin. Zwischen den Ballen wachsen dichte Haarbüschel, die als Schneeschuhe bezeichnet werden und das Einsinken in die Schneedecke verhindern.

Sie besitzt einen dreieckigen Kopf mit einer leicht gerundeten Stirn, einem kräftigen Kinn und hoch angesetzten, spitz zulaufenden Ohren, an denen sich die charakteristischen Luchspinsel zeigen. Die großen ovalen, leicht schräg gestellten und gut geöffneten Augen verleihen ihr einen wachsamen Ausdruck. Die Färbung der Augen hängt von der Fellfarbe ab.

Das Haarkleid ist von halblanger Struktur und besteht aus einer weichen und dichten Unterwolle und einem wasserabweisenden, glänzenden und groben Deckhaar. Eine ausgewachsene Norwegische Waldkatze ist an ihrer ausgeprägten Halskrause, den Knickerbockern und der Hemdbrust zu erkennen. Mit Ausnahmen von Points, Cinammon, Fawn, Chocolate und Lilac sind alle Fellfarben und Zeichnungen erlaubt, wobei die meisten Exemplare getigert sind. Die Farbtöne Lightamber und Amber kommen nur bei dieser Rasse vor. Auch weiße Flammen und Einschläge an der Brust und an den Pfoten sind zugelassen. 

Charakter und Wesensmerkmale der Norwegischen Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze ist vor allem wegen ihrer ausgeprägten Intelligenz und ihres anpassungsfähigen und sanften Wesens beliebt. Sie ist äußerst anhänglich und baut zu ihren Bezugspersonen eine liebevolle und enge Beziehung auf. Während sie sich allen Familienmitgliedern gegenüber sehr freundlich verhält, zeigt sie sich fremden Personen gegenüber meist reserviert. Eine gut sozialisierte Norwegische Waldkatze ist äußerst kommunikationsfreudig und teilt sich gerne mit sanft gurrenden Lauten mit. Sie ist sehr verschmust und anschmiegsam, dabei aber nie aufdringlich. Gleichzeitig ist sie äußerst aktiv und meist bis ins hohe Alter bewegungsfreudig und verspielt. Als sehr geselliges und tolerantes Tier akzeptiert sie problemlos andere Katzen im Haushalt. Auch das Zusammenleben mit Hunden bereitet in der Regel keinerlei Probleme. 

Die richtige Haltung einer Norwegischen Waldkatze

Durch ihre ausgeprägte Bewegungsfreude eignet sich die Norwegische Waldkatze besonders für die Haltung in einem Haus mit Garten. Regelmäßiger Freigang entspricht ihrer Kletterlust und ihrer Eigenheit, stundenlang hoch oben in den Bäumen zu sitzen und das Geschehen zu überblicken. Grundsätzlich ist auch die Haltung in einer Wohnung möglich, allerdings benötigt sie ausreichend Raum. Idealerweise steht ein Balkon zur Verfügung. Wenn Sie in einer Wohnung wohnen und die Anschaffung einer Norwegischen Waldkatze in Erwägung ziehen, sollten Sie ihr einen hohen Kletterbaum zur Verfügung stellen, der idealerweise bis zur Decke reicht.

Durch ihr sanftes, tolerantes und verschmustes, Kindern gegenüber geduldiges Wesen eignet sich die Norwegische Waldkatze ideal für die Haltung in einer Familie. Allerdings ist zu beachten, dass sie dazu neigt, sich an eine Bezugsperson zu binden und mit den anderen Familienmitgliedern eine liebevolle, aber eher distanzierte Beziehung einzugehen. Wenn Sie berufstätig sind oder sie häufig alleine lassen müssen, empfiehlt sich die Haltung mit einer zweiten Katze, um ihrem geselligen Wesen Rechnung zu tragen und Vereinsamung zu verhindern.

In jedem Fall ist es wichtig, der temperamentvollen und aktiven Norwegischen Waldkatze viele Gelegenheiten zum Austoben zu bieten und ihr in Form von Spielen oder Auslauf Abwechslung zu ermöglichen. Da sie als Naturkatze einfallsreich und sehr lernfähig ist, sollte ihre mentale Entwicklung intensiv gefördert werden. Sie können ihr das Spazierengehen an der Leine ebenso beibringen wie das Apportieren von Gegenständen und auf Kommando ausgeführte Bewegungen. Durch regelmäßige Unternehmungen mit ihrer Bezugsperson entwickelt sich eine Norwegische Waldkatze zu einem interessanten, vielschichten und glücklichen Begleiter. Bei artgerechter und liebevoller Haltung kann sie ein Lebensalter von bis zu achtzehn Jahren erreichen. 

Pflege und Gesundheitliches

Obwohl die Norwegische Waldkatze ein ausgesprochen üppiges Fell besitzt, ist dessen Pflege mit relativ wenig Aufwand verbunden. Die Norwegische Waldkatze betreibt selbst eine sorgfältige Fellpflege. Daher reichen wöchentliches Bürsten und Kämmen aus, um Verfilzen zu verhindern und die weiche und glänzende Beschaffenheit des Haarkleides zu erhalten. Lediglich im Frühjahr während des Fellwechsels ist tägliches Kämmen unbedingt nötig, um einem Verschlucken der Haare und der Bildung von Haarbällen im Verdauungstrakt vorzubeugen. In den ersten wärmeren Frühlingswochen, wenn die Temperaturen bereits über 15° C liegen, wird innerhalb einiger Tage fast die gesamte Unterwolle abgestoßen. Die Verwendung eines Katzenkamms mit rotierenden Zinken und eines Kämmhilfe-Sprays kann die tägliche Pflege in dieser Phase erheblich erleichtern. 

Aufgrund der natürlichen Selektion gilt die Norwegische Waldkatze als äußerst robuste Rasse. Lediglich die sogenannte Glykogenose, eine durch einen angeborenen Enzymdefekt verursachte Stoffwechselerkrankung, ist als Erbkrankheit von Bedeutung. Obwohl die meisten von diesem Gendefekt betroffenen Jungtiere bereits in den ersten Lebenswochen sterben, überleben manche Exemplare mehrere Monate oder sogar das erste Jahr und verenden dann qualvoll. Jeder seriöse Züchter testet seine Tiere auf die beiden Gene HCM und GSD 4, die für die Erkrankung ausschlaggebend sind. Wenn Sie eine Norwegische Waldkatze vom Züchter erwerben möchten, sollten Sie unbedingt auf diesen Test bestehen. Kommt es zu einer Vererbung des Gens durch nur einem Elternteil, sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Solche Exemplare sind lediglich Trägertiere. Sie sollten daher nicht zur Zucht zugelassen werden, um die Chancen zu erhöhen, die Erbkrankheit langfristig zu eliminieren. 

F.I.Fe-Standards

  • Allgemein: groß, von kräftigem Körper- und Knochenbau
  • Kopf: von gleichseitig dreieckiger Form, gerades Profil, leicht gerundete Stirn
  • Hals: kräftig, mit ausgeprägter Krause
  • Körper: langgestreckt, muskelbetont, mit kräftigen und hohen Beinen 
  • Schwanz: sehr lang, mit buschigem Fell
  • Pfoten: groß, mit ausgeprägten Fellbüscheln
  • Haarkleid: alle Farben und Zeichnungen außer Points, alle Varianten mit Weiß, grobes und wasserabweisendes Deckhaar, wollig weiches und dichtes Unterfell, bei ausgewachsenen Tieren mit Hemdbrust, Knickerbocker und Halskrause