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Die Perserkatze

  • Ursprungsland: nach neuesten Erkenntnissen Russland / Osteuropa
  • Fellfarben: alle
  • Lebenserwartung: 13-18 Jahre
  • Gewicht: Kater 7 kg / Kätzin 3,5-6 kg
  • Widerristhöhe: rund 40 cm
  • Besonderheiten: pflegeintensiv

Charakterkopf mit eigenem Willen

Kaum eine Katzenrasse hat gegen so viele Vorurteile zu kämpfen wie die Perser. Doch die angeblich so divenhaften, stets etwas mürrisch blickenden Tiere gehören zu den sanftesten und unkompliziertesten Vertretern ihrer Art. Lediglich in Puncto Pflege stellt die Perserkatze ihre Besitzer/-innen vor eine echte Herausforderung. Inwiefern sich sonstige Meinungen widerlegen lassen, erfahren Sie hier.

Ein Irrtum großer Geister

Schon die Rasse-Bezeichnung ist grundlegend falsch, denn entgegen lange gehegter Vermutungen sind die Vorfahren der Perserkatze im nahöstlichen Raum zu suchen. Genetische Untersuchungen bestätigten, dass sie nicht der orientalischen Angora-Linie angehört, sondern aus Russland stammt. Ihre nächste Verwandte ist eine dort beheimatete Langhaar-Hauskatze.

Der folgenschwere Irrtum geht auf den französischen Gelehrten Nicolas Claude Fabri de Peiresc zurück, der einige der wuscheligen Samtpfoten mit nach Hause brachte. In der Annahme, ihre Muttertiere seien über Handelsstraßen nach Russland gelangt, etablierte er sie in Frankreich als "chat de persique" - "Katze aus Persien" bzw. "Perserkatze". Als solche erfreuten sie sich steigender Beliebtheit; hatten jedoch nur wenig Ähnlichkeit mit ihren heutigen Vertretern.

Vom Körperbau her erinnerten sie eher an Angorakatzen - und wurden selbst von Alfred Brehm als deren Angehörige interpretiert. Ihr deutlich längeres Fell ließ ihn keineswegs stutzen - er schrieb es einfach den klimatischen Bedingungen zu, unter denen die vermeintlich orientalisch-stämmigen Tiere in Russland hatten leben müssen.

Die Perserkatze als eigene Rasse

Einige Jahre nach Brehms Tod begannen europäische Zuchtvereine die Perserkatze gezielt zu verändern. Unter der nunmehr als Rasse-Name geltenden Bezeichnung verkürzten sich sowohl die Körper- als auch die Bein- und Schädellänge. Die Stirn zeigte gegenüber den Vorläufer-Tieren eine zunehmend runder werdende Form, das Fell und die Unterwolle nahmen von Generation zu Generation an Fülle zu.

Die Perserkatze hat ein wahrhaft prägendes Gesicht. Zum wohl typischsten Erkennungszeichen der neu "geformten" Perserkatze aber wurde das so genannte Peke-Face mit einer sehr breiten und extrem kurzen Nase, deren Spitze buchstäblich auf Augenhöhe liegt - nämlich "nicht unter den unteren und nicht über den oberen Lidern". Mit anderen Worten: Die rassekonforme Perserkatze zeigte bald eine überdeutlich ausgeprägte Stupsnase.

Das damit gegebene Kindchenschema bewirkte eine sprunghaft steigende Beliebtheit, so dass eine Massenzucht einsetzte. Durch verantwortungslose Einkreuzungen erreichten einzelne Exemplare in den 1970-er Jahren einen solchen Grad an Deformation, dass Tierfreunde die unkontrollierte Vermehrung der Perserkatze stoppten und strenge Auflagen für die Nachzucht des Schönheitsideals forderten. Dem entspricht die "Fédération Internationale Féline" (FIFe) mit folgenden Standards:

  • Allgemein: gedrungen, rundlich, etwas länger als hoch
  • Kopf: rund, massiv, breite Stirn
  • Gesicht: kräftige Kiefer, starkes Kinn, volle Wangen, Peke-Face mit gut geöffneten Nasenlöchern
  • Ohren: klein, weit auseinanderstehend, anliegend, abgerundete Spitzen, lange Ohrbüschel erwünscht
  • Hals: kurz, breit
  • Körper: mittel bis groß, breite Brust, muskulöse Schultern
  • Beine: kurz, stämmig
  • Pfoten: rund
  • Haarkleid: lang, seidig, dichte Unterwolle, üppiger Brustlatz, Büschel an den Ohren und zwischen den Zehen erwünscht
  • Schwanz: kurz, buschig, abgerundete Spitze

Kunterbunter Muster-Mix

Bei Farbe und Zeichnung haben Züchter dagegen völlig freie Hand. Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen darf die Perserkatze jede Tönung und jedes Muster zeigen.

Die Palette der zulässigen Schattierungen reicht von reinem Weiß und verschiedenen Creme-Nuancen über rot, blau und braun bis zu Graustufen und tiefstem Schwarz.

Ergänzt wird das üppige Farbenspiel durch Varianten wie Schildpatt, Golden- oder Silver-Shell sowie Bi- und Tricolor. Als "Tabby" darf die Perserkatze auch getupft, gestromt oder getigert sein. Auf viele Menschen wirkt ein so gezeichnetes Tier jedoch befremdlich, da die meisten das edle Fellknäuel solid (einfarbig) vor Augen haben bzw. Streifen und Tupfen "gewöhnliche(re)n" Rassen zurechnen.

Eine besondere Stellung nimmt die aus Siam- und Perserkatze entstandene Variante "Colourpoint" ein, die das Typischste beider Rassen vereint: Ohren, Gesicht, Beine und Schwanz sind (dunkel-)farbig, der übrige Körper nahezu weiß, die Augen strahlend blau; Statur und Fell entsprechen den Perser-Standards. Ähnlichkeit mit der Siam zeigt die Colourpoint allerdings nur äußerlich - vom Wesen her ist sie ganz und gar "persisch".

Grundlegender Charakter

Dass die Perser als besonders divenhafte Vertreterin ihrer Art gilt, hat viele Gründe - doch nicht einer davon rechtfertigt die leicht abfällige Meinung über diese Tiere. Ihr grundlegender Charakter ist von Ruhe und Zurückhaltung geprägt. Sie hat einen mäßigen Bewegungsdrang und ist buchstäblich häuslich. Wildes Herumspringen oder -laufen bzw. Spielen und Klettern stehen bei einer Perserkatze nicht auf dem Programm.

Ein willenloses Knäuel ist sie jedoch nicht. Im Gegenteil: Anders als eine echte Diva weiß die Perser GENAU was sie will - und setzt es auf ebenso charmante wie eindringliche Weise durch. Fremden gegenüber ist sie zunächst skeptisch. Sie beobachtet lange und viel und entscheidet nach ganz individuellen Maßstäben, wer zu ihr passt; vor allem aber, wer sie anfassen darf.

Diese Distanziertheit täuscht jedoch. Zu Familienmitgliedern baut die Perserkatze ein recht inniges Verhältnis auf und zeigt sich ausgewählten Personen gegenüber sogar ausgesprochen anhänglich. Anders als viele andere Rassen liebt sie "echt" - unabhängig von in Aussicht stehendem Lohn oder der Mühe, die sie dafür aufbringen muss. Insofern ist die oft unterstellte Divenhaftigkeit der Perserkatze alles andere als gerechtfertigt.

Ein Lebenslanger Pflegefall

In einem Punkt aber stimmt sie mit der Realität überein: Jedes einzelne Exemplar der Rasse bedarf regelmäßiger und intensiver Zuwendung. Weniger, was Aktivitäten wie Spielen angeht - sondern im Hinblick auf Haltung und Pflege. Die Perser ist zwar eine ausgezeichnete Wohnungskatze, die sich nicht aufdrängt, nicht tobt und kaum lautiert; sie hat jedoch ganz besondere Ansprüche.

Fell: Die Entscheidung, eine Perserkatze aufzunehmen, hängt maßgeblich von Ihrer Bereitschaft ab, sie von Kindes- bzw. Kittenbeinen an regelmäßig, gründlich und notfalls gegen ihren Widerstand zu kämmen. Ist Ihr Tier bereits von klein auf an diese Prozedur gewöhnt, gestaltet sie sich in der Regel problemlos - umso eher, wenn Sie dafür feste Zeiten einführen und / oder die Pflege durch Leckerlis, Gespräche oder Kuscheleinheiten zu einem angenehmen Ritual machen.

Die Notwendigkeit regelmäßigen Kämmens resultiert nicht allein aus dem langen seidigen Oberhaar der Tiere - sondern hat buchstäblich tieferliegende Gründe. Ausschlaggebend dafür, dass die charakteristische Körperbehaarung einer Perserkatze ihre Schönheit und Schutzfunktion behält, ist die auffallend dichte Unterwolle. Sie muss bei der Pflege miterfasst werden, da sich sonst Knötchen und Verfilzungen bilden, die dem Tier auf Dauer Schmerzen bereiten.

Ausscheidungen: Im direkten Zusammenhang damit sollten Sie bedenken, dass eine Perserkatze öfter bzw. mehr bricht als andere Rassen. Wie alle Vertreter ihrer Art nimmt auch sie beim Putzen Haare auf, die sich im Magen zu Ballen verdichten und ab einer bestimmten Größe ausgewürgt werden. Durch das lange Oberfell erfolgt dieser natürliche Vorgang in deutlich kürzeren Abständen als bei kurzhaarigen Katzen. Um ihn zu erleichtern bzw. zu fördern, sollten Sie Ihrer Perser entsprechende Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Anderenfalls neigen viele Tiere zu Verdauungsproblemen, die sich als Magen- oder Darmverschluss manifestieren können.

Ernährung: Auch die sonstige Ernährung einer Perserkatze stellt Sie als Besitzer/-in vor gewisse Herausforderungen. Als Rasse mit extrem verkürztem Fang nimmt sie ihr Futter überwiegend mit der Zunge auf. Größere Brocken und / oder eine sehr feste Konsistenz bereiten den meisten Tieren Probleme. Achten Sie also darauf, Ihrer Perser möglichst zart strukturiertes Futter zu servieren, das sie eher zerdrücken kann als zerbeißen muss.

Haben Sie sich für eine Ernährung via B.A.R.F. entschieden, sollten Sie die Komponenten gegebenenfalls nochmals wolfen. Parallel dazu erfordert weiche Kost eine regelmäßige Kontrolle des Gebisses bzw. zusätzliche Zahnpflege, da der natürliche Reinigungsvorgang durch Beißen und Kauen entfällt.

Krankheiten: Desweiteren sollten Sie vor der Anschaffung einer Perserkatze bedenken, dass sie zu einer Reihe rassetypischer Erkrankungen neigt. So kommt es durch die kurze Nase häufig zu verstopften Tränenkanälen - weswegen Sie die Augenwinkel Ihrer Katze regelmäßig mit einem feuchten sauberen Tuch auswischen müssen. Überdurchschnittlich viele Tiere leiden an angeborenen oder erworbenen Herz- und Nierenfehlern; männliche Exemplare häufig an Hodenhochstand. Zudem besteht die Gefahr einer zunehmenden Netzhaut-Verkümmerung, die zur vollständigen Erblindung Ihrer Perserkatze führen kann.

(K)ein Team-Player

Unter sozialen Aspekten sind die Tiere eher Autisten. Sie wollen ihre Ruhe und lieben Rituale - sind wie jede Katze aber ungern allein. Möchten Sie Ihrer Samtpfote einen Artgenossen zur Seite stellen, sollte es sich um ein Exemplar mit ähnlichen Eigenschaften handeln. Die Rasse spielt nur dann eine Rolle, wenn deren typische Charakterzüge stark von denen der Perserkatze abweichen. Mit einer lebhaften Bengal, einer geschwätzigen Siam oder einer clownesken Cornish Rex dürfte sie weniger gut klarkommen. Wie so oft entscheiden jedoch individuelle Gegebenheiten vor allgemeinen Empfehlungen.

Beachten Sie bei Vergesellschaftungs-Versuchen, dass die Perserkatze eine intelligente und aufmerksame Beobachterin ist. Sie kann Situationen schnell zu ihrem eigenen Vorteil verkehren - insbesondere dann, wenn sie glaubt, Ihre Zuneigung teilen bzw. zurückerobern zu müssen. Dann ist der Friede, den ein Katzenpaar ausstrahlt, oft ein trügerischer - und entpuppt sich hinter Ihrem Rücken als wahrer Kleinkrieg.