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Die Russisch Blau

  • Ursprungsland: Russland
  • Fellfarben: Blau, Solid
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Gewicht: drei bis vier Kilogramm (Katze) oder vier bis sechs Kilogramm (Kater)
  • Widerristhöhe: 30 bis 35 Zentimeter
  • Besonderheiten: Tabby-Zeichnung am Schwanz möglich; einzigartiges doppeltes Fell

FIFe-Standards:

  • Allgemeines: keine Vorgaben
  • Kopf: kurz und keilförmig; langer flacher Schädel; gerade Stirn und Nase; stark betontes Schnurrhaarkissen; große zugespitzte Ohren; durchsichtige Haut an den Ohren; große mandelförmige Augen mit Smaragdfarbe
  • Hals: lang und gerade
  • Körper: mittelstarker Knochenbau; graziler Gesamteindruck; feine hohe Beine
  • Schwanz: sehr lang; zu einer Spitze auslaufend
  • Pfoten: klein und oval
  • Haarkleid: kurz, dicht und sehr fein; leicht abstehend; seidige Haptik; doppeltes Fell; blaugraue Farbe mit einem deutlichen Silberschimmer

Auf Katzenliebhaber übt die Russisch Blau seit jeher eine besondere Faszination aus. Häufig wird diese Katzenrasse auch in Deutschland mit dem englischen Begriff "Russian Blue" bezeichnet. Bereits beim ersten Streicheln des Tieres bemerken viele Menschen, dass es sich um eine außergewöhnliche Rasse handelt. Die Russian Blue verfügt über ein doppeltes Fell, das unter allen Katzenrassen einzigartig ist. Die zweifache Struktur entsteht, weil sowohl Unterwolle als auch Deckhaar die gleiche Länge aufweisen. Dadurch kommt es zu einer samtweichen Haptik, die sonst nur bei Plüschtieren zu finden ist.

Das im Sonnenlicht metallisch funkelnde Fell benötigt kaum Pflege. Darüber hinaus begibt sich die Russian Blue nur sehr ungern in die Natur. Deshalb wird sie bereits seit vielen Jahren als die perfekte Wohnungskatze bezeichnet. Dennoch jagen sie gern einer Fliege in der Wohnung hinterher, wenn diese sie beim Schlafen stört. Aufgrund ihrer enormen Muskelkraft kann die Russian Blue meterhoch springen, um an ihre Beute zu gelangen.

Passt diese Katze zu mir und meiner Familie?

Die Russian Blue ist eine sehr sensible und anspruchsvolle Katze. Obwohl diese Rasse sehr anhänglich und ausgeglichen ist, stellt sie keine Familienkatze dar. Sie sollte daher nur von ruhigen und geduldigen Menschen gehalten werden. Diese Katzen erfordern eine hohe Aufmerksamkeit, da sie vorwiegend über ihre Mimik kommunizieren und nur eine sehr leise Stimme besitzen. Dadurch wird ihr Miauen sehr leicht überhört.

Weiterhin ist die Rasse dafür bekannt, dass sie nahezu niemals kratzt, faucht oder beißt. Fühlt sie sich unwohl, drückt sie dies meist durch ihre Gesichtszüge aus oder versucht, sich mit Geschick aus der Situation zu befreien.

Die Russian Blue ist eine stolze Katzenrasse und kann deshalb nicht dressiert werden. Sie reagiert sehr arrogant auf andere Katzen und beschäftigt sich nur selten mit diesen. Dennoch duldet sie andere Tiere in der Wohnung, wenn diese nicht zu aufdringlich sind.

Am besten passt die Russian Blue in einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt. Sie harmoniert vor allem mit sensiblen und feinfühligen Menschen. Mit lauten Kindern verträgt sich diese Rasse in der Regel nicht, denn sie reagiert auf Lärm sehr ängstlich. Aus diesem Grund kann sie nur in einem leisen Haushalt gehalten werden.

Welches Wesen hat sie?

Hauptsächlich wird die Russian Blue als ruhige und mittelaktive Katze bezeichnet. Diese Eigenschaften treffen jedoch lediglich auf ausgewachsene Tiere zu. Das Wesen einer jungen Russian Blue ist nahezu das vollständige Gegenteil. Die verspielten Tiere sind extrem neugierig und erkunden alles, was sie noch nicht kennen. Dabei lieben sie es, herumgetragen zu werden und die Welt aus einer neuen Perspektive zu betrachten. In dieser Zeit benötigen sie sehr viel Aufmerksamkeit und ausgiebige Streicheleinheiten.

Sowohl Jungtiere als auch ausgewachsene Katzen entwickeln eine sehr starke Bindung zu ihren Haltern und begrüßen diese mit einem ausgelassenen Willkommensritual an der Tür. Ab einem Alter von einem Jahr sind sie meist ausgewachsen und verändern ihr Verhalten grundlegend. Erwachsene Russian Blue sind für ihr ruhiges Wesen und ihre gelassene Art bekannt. In diesem Lebensabschnitt verzichten die meisten Tiere auf ausgiebige Spielstunden und verbringen ihre Tage lieber an einem erhöhten Platz, von dem aus sie die gesamte Umgebung überblicken können.

Meist haben diese Tiere bereits während ihrer Kindheit gelernt, Türen und Schränke zu öffnen, um diese zu erkunden. Im Erwachsenenalter öffnen sie diese stets mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, wenn sie sich etwas Essbares dahinter erhoffen. Dennoch ist die Russian Blue sehr familienbezogen und hängt sehr an ihrem Halter. In der Regel genießt sie es, in der Nähe ihrer Familie zu sitzen und an deren Alltag teilhaben zu können. Außerdem kommt sie auch mit anderen Katzen sehr gut aus, bevorzugt dabei jedoch die Gesellschaft anderer Russian Blue.

Wie sieht diese Katzenrasse aus?

Das Fell der Russian Blue zeichnet sich durch einen silbrig schimmernden Glanz aus. Diese Farbgebung wird grundsätzlich als "Blau" bezeichnet. Im Idealfall steht es leicht von der Katze ab und liegt an keiner Stelle dicht am Körper an. Weiterhin ist das Fell weich und verfügt über farblose Haarspitzen. Die oft auch als "Tipping" bezeichneten Spitzen brechen das einfallende Licht und erzeugen dadurch eine metallische Optik. Unter den Spitzen ist jedoch stets das graue Fell erkennbar.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Russian Blue sind ihre smaragdgrünen Augen. Bei Jungtieren sind diese meist noch nicht vollständig ausgeprägt, da Russian Blue in der Regel ebenso wie alle anderen Katzen mit blauen Augen zur Welt kommen. Die Farbe wechselt erst auf Gelb/Ocker und danach auf Grün. Häufig verfügen Jungtiere dabei ebenfalls über eine Tabby-Zeichnung. Diese muss jedoch nach spätestens einem Jahr vollständig verschwunden sein.

Besonderheiten in der Haltung

Grundsätzlich ist diese Rasse sehr pflegeleicht. Aufgrund ihrer vorsichtigen und sensiblen Art sollte sie jedoch nicht mit unerwarteten Situationen konfrontiert werden. Vor allem ein unkontrollierter Freigang verunsichert diese Katzen stark und sollte daher vermieden werden. Stattdessen bietet es sich an, die Katze ein umzäuntes Gartengrundstück oder einen Balkon erkunden zu lassen. Aus diesem Grund wird die Russian Blue häufig als reine Wohnungskatze bezeichnet.

Sollte es doch einmal zu einer Situation kommen, die der Katze unerwartet erscheint, benötigt sie einen sehr hohen Katzenbaum. Auf diesen zieht sie sich sofort zurück und überblickt die Umgebung für einige Zeit. Wenn Sie auf ihrem Katzenbaum nicht gestört wird, kann sie auch in einem Mehrpersonenhaushalt oder gemeinsam mit anderen Tieren gehalten werden.

Geschichte der Rasse

Die Herkunft der Russian Blue ist noch nicht restlos geklärt. Aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Variationen ist es nicht zweifelsfrei möglich, eine gemeinsame Abstammung zu bestimmen. Stattdessen sind sich Züchter einig, dass es keine einheitlichen Vorfahren der Russian Blue gibt. Bei dieser Rasse handelt es sich um eine durch natürliche Zucht entstandene Variation der russischen Straßenkatzen, die zu den ältesten Katzenrassen der Welt gehört.

Im Jahr 1860 fand die Russian Blue schließlich vermehrt nach Europa. Davor war sie jedoch bereits Hunderte von Jahren in Russland weit verbreitet. Zuerst führten sie Händler, Eroberer und Seefahrer mit Schiffen nach Großbritannien und später schließlich in den Rest Europas ein. In zahlreichen Überlieferungen haben sogar die Wikinger festgehalten, dass sie in Russland auf blaue Katzen trafen, die sie als Haustiere mitnahmen.

In späteren Aufzeichnungen wird die Russian Blue häufig auch als Spanisch Blau, Malteserkartze, Archangelsk-Katze oder Foreign Blue bezeichnet. Im Rahmen der historischen Aufarbeitung konnte jedoch schließlich Russland als Ursprungsland identifiziert werden. Dort wurde sie häufig als Haustier von Zaren und Königinnen gehalten. Das bekannteste Beispiel ist Zar Nikolaus II. Dieser schenkte im Jahr 1901 der englischen Königin Victoria ein Russian-Blue-Katzenpaar. 1880 wurde diese Rasse zum ersten Mal auf einer Ausstellung präsentiert und sorgte sofort mit ihrem außergewöhnlichen Aussehen für großes Aufsehen.

Nachdem die Anzahl der Russian Blue durch den Zweiten Weltkrieg sehr stark dezimiert wurde, stand sie kurz vor dem Aussterben. Lediglich durch das Einkreuzen von blauen Siamesen konnte die Art erhalten werden. Dennoch legte man das ehemalige Aussehen der Russian Blue als Rassestandard fest und versuchte, dieses in den kommenden Generationen wiederherzustellen.

Welche Mischformen gibt es?

Russian Blue werden einheitlich mit blauer Farbe und smaragdgrünen Augen gezüchtet. Aus diesem Grund sind derzeit keine offiziell anerkannten Mischformen in anderen Farbgebungen bekannt. Hinsichtlich der Musterung und der Körperform ist es jedoch zu einigen alternativen Züchtungen gekommen.

Aufgrund der Einkreuzung von blauen Siamesen nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es viele Russian Blue mit deutlich schmaleren Körperproportionen. Insbesondere im Bereich des Gesichts ist es dadurch zu einer starken Typveränderung gekommen. Einige Katzen haben ebenfalls ihr charakteristisches Doppelfell verloren und verfügen stattdessen über die Fellstruktur der blauen Siamesen.

Auch die Augenfarbe unterscheidet sich bei einigen Mischformen von dem kräftigen Smaragdgrün der Rassekatzen. Neben braunen und gelben Augen sind teilweise sogar blaue Augen vertreten. Darüber hinaus verlieren viele Katzen auch im Erwachsenenalter ihre Tabby-Musterung nicht. Bei reinrassigen Russian Blue sind jedoch lediglich wenige Ringe um den Schwanz erlaubt. Die Tabby-Musterung im Gesicht muss vollständig verschwunden sein.

Alles rund um die Zucht

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist es vermehrt zu Zuchtfehlern und Erbkrankheiten gekommen. Aus diesem Grund ist es bei der Zucht von Russian Blue sehr wichtig, beide Elterntiere vor der Verpaarung hinsichtlich ihrer Abstammung und möglicher Erbkrankheiten zu testen. Darüber hinaus müssen Züchter vor allem auf die Tabby-Musterung achten, da selbst leichte Farbmuster in den Rassestandards nicht geduldet werden.

Während der Schwangerschaft sind Russian Blue sehr stressanfällig. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, den Tieren sehr viel Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen die notwendigen Rückzugsmöglichkeiten bereitzustellen. Nach der Geburt müssen sich Züchter vor allem um absolute Sauberkeit bemühen, um die kleinen Katzen vor Krankheitserregern zu schützen. Gleichzeitig ist ein starkes Umdenken erforderlich, da Jungtiere im Gegensatz zu ausgewachsenen Russian Blue sehr aktiv sind. Häufig fühlen sich die Elterntiere von ihren eigenen Jungtieren gestresst. Deshalb ist es ebenfalls wichtig, den Elterntieren genügend Aufmerksamkeit zu schenken und diesen durch eine umfassende Kinderbetreuung etwas Ruhe zu ermöglichen.