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Die Siamkatze

  • Ursprungsland: Südostasien, vor allem Thailand
  • Fellfarben: creme, elfenbein, eisfarben, silber
  • Lebenserwartung: 12-20 Jahre
  • Gewicht: Katze 3 bis 4 kg, Kater 4 bis 5 kg
  • Widerristhöhe: max. 38 cm
  • Besonderheiten: sensibel und verträglich, intelligent, anspruchsvoll
  • F.I.Fe-Standards: Kategorie IV, Siamese & Oriental (SIA) 


Aufgrund ihres auffälligen Aussehens und ihrer anmutigen Gestalt zählt die Siamkatze seit vielen Jahrzehnten zu den weltweit beliebtesten Katzenrassen. Ihr vielschichtiger Charakter und ihr soziales Wesen machen sie zum idealen Begleiter für aktive Menschen, die gerne eine intensive Beziehung zu ihrem Haustier pflegen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ansprüche die Siamkatze an die Haltung stellt und wie sich das abwechslungsreiche Zusammenleben mit dieser eleganten und hochintelligenten Schönheit gestaltet.

Herkunft und Entwicklung der Siamkatze

Wie ihr Name bereits verrät, stammt die Siamkatze ursprünglich aus Siam. Das Gebiet dieses bis ins Jahr 1939 existenten südostasiatischen Reichs umfasste neben dem heutigen Thailand auch Teile von Kambodscha, Laos, Myanmar, Malaysia und Vietnam. Die direkten Vorfahren der Siamkatze, die heute als "traditionelle Thaikatzen" bezeichnet werden, wurden bereits im frühen 14. Jahrhundert erstmalig schriftlich erwähnt. Daher wird die Siamkatze heute zu den weltweit ältesten Katzenrassengezählt, wobei der genaue Zeitpunkt für deren Entstehung nicht erforscht ist.

Ebenfalls nicht bekannt ist, ob sich die traditionellen Thaikatzen aus domestizierten asiatischen Wildformen entwickelten oder von den schlanken und muskulösen Mittelmeerkatzen abstammen, die mit den arabischen Seefahrern nach Südostasien gelangten. Historisch belegt hingegen ist das von Anfang an hohe Ansehen der Siamkatze in ihrem Heimatland. Viele Jahrhunderte lang war die Haltung der traditionellen Thaikatzen lediglich Mitgliedern der Herrscherfamilien sowie buddhistischen Mönchen vorbehalten. Im Buddhismus wurde die Siamkatze als Wächterin von Tempelanlagen verehrt.

Einzelne Exemplare dieser Rasse gelangten bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach England, überlebten jedoch die klimatischen Veränderungen und die in Europa gängige Katzenhaltung nicht. Das erste Zuchtpaar, aus dem sich schließlich die heutige Siamkatze des modernen Typs entwickelte, gelangte als Staatsgeschenk des siamesischen Königs an den Generalkonsul Großbritanniens im Jahr 1884 nach London. Erste Züchtungsbestrebungen brachten bereits kurz nach dessen Ankunft weitere reinrassige Tiere hervor. Da die Ausfuhr von Thaikatzen in ihrem Heimatland lange streng limitiert war, standen den Züchtern in Europa anfangs nur wenige Exemplare zur Verfügung. Dies führte zu einer hohen Inzuchtrate, die die Entstehung vieler Erbkrankheiten bedingte. Einige dieser Gendefekte sind noch heute als rassebedingte Krankheiten der Siamkatze weit verbreitet. 

Zucht und Rassestandards

Der erste Rassestandard der Siamkatze wurde bereits im Jahr 1892 erstellt, unterschied sich jedoch noch stark von den heutigen Standards, die von den internationalen und nationalen Zuchtverbänden formuliert wurden. So werden die ersten, im frühen 20. Jahrhundert gültigen Rassestandards wie das bei Teilalbinos charakteristische Schielen, der Nasenstopp oder der Knickschwanz heute als schwere Fehler definiert. Nach mehreren Jahrzehnten intensiver Züchtungsbestrebungen bildeten sich durch die Selektion nicht nur mehrere neue Farbschläge, sondern auch zwei Rasse-Typen heraus.

Während die moderne Siamkatze von Zuchtverbänden auf internationaler Ebene anerkannt wurde, wird der traditionelle Typ, die sogenannte Thaikatze, heute nur von vereinzelten Verbänden als eigenständige Rasse geführt. Die reinrassige Siamkatze des modernen Typs ist neben der traditionellen Thaikatze auch mit anderen Rassen aus Siam verwandt und weist in Bezug auf Charakter und Erscheinungsbild mit diesen Gemeinsamkeiten auf. Im Vergleich zu Balinesen, Thaikatzen, der Burmakatze oder der Orientalischen Kurzhaar ist eine reinrassige Siamkatze jedoch niemals einfarbig, sondern ein Teilalbino mit ausschließlich blauen Augen, weißer Fellfarbe und dunklen Stellen, die als Points oder Abzeichen bezeichnet werden. 

Die von der F.I.Fe anerkannten Farbschläge umfassen lediglich die ursprünglichen Typen Blue Point, Chocolate Point, SealPoint und Lilac Point. In Zuchtvereinen, die den großen Dachverbänden angehören, ist nur die Kreuzung von Tieren in diesen Grundfarben zugelassen. Daneben existieren weitere Farbschläge, darunter Cream Point, Red Point, Apricot Point, CaramelPoint oder Cinnamon Point, die von großen Dachorganisationen der europäischen und amerikanischen Zuchtverbände nicht allgemein akzeptiert beziehungsweise unter der Rassebezeichnung Colorpoint Shorthair angeführt werden. Wenn Sie nicht unbedingt Wert auf eine reinrassige Zuchtkatze legen, sind solche Abstriche im Rassestandard ebenso zulässig wie die Entscheidung für einen Siam-Mix, der durch eine teilweise anerkannte Kreuzung mit einer Orientalisch Kurzhaar entstanden ist.

Durch F.I.Fe definierte Fehler im Rassestandard, vor allem Schielen, andere Augenfarben als das charakteristische Blau, Ringe oder Streifen in den Abzeichen sowie Flecken an den Flanken, am Bauch oder an den farbigen Stellen sollten vor dem Kauf einer reinrassigen Siamkatze immer ausgeschlossen sein. In Deutschland sind die Siamkatzen-Züchter im VDKEV, dem Verband Deutscher Katzenfreunde e. V. organisiert. Die Zucht unterliegt auch in Deutschland strengen Regelungen und ist ausschließlich Mitgliedern offizieller Rassekatzenzuchtvereine erlaubt. 

Beschreibung und Erscheinungsbild der Siamkatze

Die mittelgroße Siamkatze fällt durch einen eleganten und geschmeidigen, schlanken und dennoch muskulösen Körperbau auf. Katzen erreichen ein Körpergewicht von drei bis vier Kilogramm, Kater sind vier bis fünf Kilogramm schwer. Die Statur ist durch dünne und lange Beine mit ovalen und zierlichen Pfoten und einem langen und spitz zulaufenden Schwanz gekennzeichnet. Die Hinterbeine fallen etwas länger aus als die vorderen Gliedmaßen.

Der Kopf der modernen Siamkatze ist idealerweise keilförmig und bildet mit der langen Nase und den großen Ohren eine gleichschenklig dreieckige Form. Neben der dunklen Gesichtszeichnung sind die leuchtend blauen, weit auseinanderliegenden, leicht schrägstehenden und mandelförmigen Augen ein deutliches Erkennungsmerkmal. 

Die Siamkatze zählt zu den Kurzhaarkatzen und besitzt aufgrund der klimatischen Verhältnisse ihres Herkunftslandes kaum Unterwolle. Das glatte und glänzende Fell erscheint in einer charakteristischen Zeichnung, die von einem hellen Grundton von Weiß bis Creme sowie den dunkel gefärbten Pointierungen im Gesicht, an den Ohren sowie am Schwanz und an den Beinen gekennzeichnet ist. Bei Katern zeigt sich die dunkle Point-Färbung auch am Hodensack. Die Points sind bei den deutlich helleren Jungtieren noch nicht zu erkennen und bilden sich erst mit zunehmenden Alter allmählich heraus. In der Regel ist die endgültige Färbung der Pointierungen mit spätestens neun Monaten deutlich sichtbar. 

Charakter und Wesensmerkmale der Siamkatze

Siamkatzen sind vor allem für ihr anhängliches Wesen und ihre für Katzen ungewöhnlich stark ausgeprägte Freude an der Kommunikation bekannt. Die Siamkatze gilt als die lauteste Katzenrasse überhaupt. Ihre Eigenheit, stimmlich zu erzählen, wird gerne "siamesenplaudern" genannt. Kenner und Besitzer dieser Rasse beschreiben die Siamkatze als sehr menschenbezogen, treu und anhänglich. Durch ihren intensiven Kontakt zu ihren Bezugspersonen und ihre hohe Intelligenz ist die Siamkatzeäußerst lernfähig - sie wird daher häufig als Hund unter den Katzen bezeichnet.

Wer sich mit ihr intensiv auseinandersetzt, kann ihr problemlos verschiedene Tricks oder das Spaziergehen an einer Leine beibringen. Die Siamkatze zeichnet sich auch durch ihre Bewegungsfreude und ihr energetisches Wesen aus, ist neugierig und abenteuerlustig. Gleichzeitig ist sie sehr verschmust, gesellig und verspielt, was sie zum idealen Haustier für eine Familie mit Kindern und für sehr aktive Menschen macht. 

Sie genießt nicht nur die Gesellschaft und intensive Zuwendung ihrer Bezugspersonen, sondern fühlt sich auch im Beisein ihrer Artgenossen äußerst wohl. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Siam-Katzenwürfe deutlich mehr Jungtiere umfassen als jene anderer Rassen und diese von Geburt an an das Leben in einer größeren Gruppe gewöhnt sind. Als äußerst soziale Tiere verbringen Siamkatzen bereits in der frühen Lebensphase viel Zeit mit gemeinsamem Spielen und Jagen sowie gegenseitiger Fellpflege und Schmusen, Diese Eigenschaften der Tiere bleiben bis ins späte Erwachsenalter bestehen. 

Die richtige Haltung einer Siamkatze

Ihre hohe Intelligenz und ihr ausgeprägtes soziales Wesen machen die Siamkatze zu einem freundlichen, liebenswerten und aktiven Haustier, stellen jedoch auch hohe Anforderungen an ihre Haltung. Siamkatzen können bei Einzelhaltung schnell schwere Verhaltensstörungen entwickeln und benötigen viel Zuwendung von Artgenossen und Bezugspersonen. Experten raten daher, immer zwei Siamkatzen gemeinsam zu halten. Dies entspricht ihrem geselligen und energetischen Charakter und verhindert eine Vereinsamung der Katzen bei Berufstätigkeit ihrer Besitzer. Bevor Sie sich für die Anschaffung von Siamkatzenentscheiden, sollten Sie sich überlegen, ob Sie mit deren anhänglichen, bisweilen eifersüchtigen und leidenschaftlichen Wesen zurechtkommen. Wenn Sie berufsbedingt wenig Zeit zuhause verbringen können oder oft auf Reisen gehen, sollten Sie von der Anschaffung dieser sensiblen Rasse Abstand halten. Menschen, die zuhause Ruhe schätzen, können sich von der lauten Stimme der Siamkatzen gestört fühlen.

Die Siamkatze ist zudem temperamentvoll, liebt engen Körperkontakt und möchte gerne und viel beschäftigt werden. Wer einen ruhigen und unkomplizierten Begleiter sucht, könnte mit dieser Rasse schnell überfordert sein. Daher ist die Anschaffung von Siamkatzen vor allem für Familien empfehlenswert, denn das Zusammenleben mit Kindern entspricht dem ausgeprägten Spieltrieb und dem gutmütigen Charakter dieser Rasse. Da Siamkatzen sehr bewegungsfreudig, freiheitsliebend und abenteuerlustig sind, eignen sie sich nur bedingt für die Haltung in einer Wohnung. Sie benötigen viel Platz und fühlen sich besonders wohl, wenn sie ihrer Entdeckerlust in einem Garten nachgehen können. Steht ihnen kein Außenbereich zur Verfügung, sollten Sie Ihren Siamkatzen unbedingt gelegentlichen Auslauf ermöglichen.

Pflege und gesundheitliche Probleme

Abgesehen von den richtigen Rahmenbedingungen stellt die Siamkatze keine hohen Ansprüche an die Haltung und Fütterung. Durch ihr kurzes Fell gestaltet sich die Pflege sehr einfach. Wöchentliches Bürsten, idealerweise mit einer weichen Babybürste, entfernt abgestorbene Hautschüppchen und Haare. Um die weiche und seidige Struktur des Fells zu erhalten, ist eine Nahrungsergänzung mit Hefe oder Taurin empfehlenswert.

Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, sollten Sie lediglich renommierte und verantwortungsvolle Züchter kontaktieren und von Schnäppchenangeboten Abstand halten. Die durch die Anfangsphase der Züchtung hohe Inzuchtrate führte zur Entwicklung einiger Erbkrankheiten, die bis heute ausschließlich diese Katzenrasse betreffen. Problematisch ist vor allem die endokardiale Fibroelastose, eine genetisch bedingte Verdickung der Herzinnenwände, die im Endstadium der Erkrankung zu Herzversagen führt. Unter Siamkatzen weit verbreitet ist auch der angeborene Ductus arteriosus, der mit Störungen der Verbindung zwischen der Aorta und der Lungen einhergeht. Die Siamkatze weist zudem eine rassebedingt erhöhte Anfälligkeit auf Augenerkrankungen, Photosensibilität, einige Arten von Tumorerkrankungen sowie chronische Nieren- und Leberschwächen auf. Bei liebevoller und artgerechter Pflege haben Siamkatzen dennoch eine sehr hohe Lebenserwartung von bis zu zwanzig Jahren.

F.I.Fe-Standards

  • Allgemein: mittlere Größe, schlanker und muskulöser Körperbau
  • Kopf: keilförmig, gerade Seitenlinien von der Nase bis zu den Ohren, schmales Kinn
  • Hals: schmal und lang
  • Körper: schlank und muskulös, dabei elegant und zierlich
  • Schwanz: lang, dünn, spitz zulaufend
  • Pfoten: oval und klein
  • Haarkleid: gleichmäßig helle Grundfarbe, deutlicher Kontrast zu den dunklen Points im Gesicht, am Schwanz, an den Ohren und Beinen. Fellstruktur glatt und glänzend, kaum Unterwolle