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Chinchillas: flauschige Nager mit hohen Ansprüchen

Chinchillas erfreuen sich aufgrund ihrer kuscheligen Optik und ihrer niedlichen Knopfaugen bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Allerdings gilt: Die Haltung von Chinchillas als Haustiere ist sehr anspruchsvoll, weshalb die Anschaffung gut überlegt sein muss. Was Sie unbedingt bedenken sollten, bevor Sie sich Chinchillas kaufen, und worauf es bei der Pflege der kleinen Nager ankommt, erfahren Sie im Folgenden.

Chinchillas kaufen: die verschiedenen Chinchilla-Arten

Chinchillas sind dämmerungsaktive Nager, die ursprünglich aus Südamerika stammen und zwar in erster Linie aus Chile. Es gibt verschiedene Arten, die jedoch alle ein dickes, flauschiges Fell aufweisen. Die bekannteste und beliebteste Art ist das Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera). Die Tiere werden zwischen 21 und 26 Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht von 400 bis 600 Gramm – vor allem Zuchttiere können jedoch auch größer und schwerer werden. Das auffälligste Merkmal der Langschwanz-Chinchillas ist ihr eichhörnchenartiger Schwanz, der bis zu 18 Zentimeter lang werden kann. Außerdem haben sie sehr große Augen, rundliche Ohren und etwa zehn Zentimeter lange Schnurrhaare. Es gibt drei verschiedene Unterarten des Langschwanz-Chinchilla: den rundlichen, bulligen La-Plata-Typ, den schlanken, spitzen Costina-Typ und den kleinen, nur 200 Gramm schweren Raton-Typ.

Ebenfalls sehr beliebt sind die Kurzschwanz-Chinchillas (Chinchilla brevicaudata). Sie sind durchschnittlich 32 Zentimeter lang und 600 bis 800 Gramm schwer – also etwas größer und schwerer als andere Arten. Sie haben eine leicht abgestumpfte Kopf- und Nasenform und etwa 13 Zentimeter lange Schnurrhaare. Auch ihr Fell ist mit 2,5 bis 3 Zentimetern länger und vor allem struppiger als das der Langschwanz-Chinchillas.

Wesensmerkmale

Chinchillas sind sehr soziale Tiere, die in der Wildnis in großen Gruppen von rund 100 Tieren zusammenleben. Bevor Sie Chinchillas kaufen, beachten Sie also, dass Sie keinesfalls einzeln gehalten werden dürfen. Die Nager sind sehr clever und ausgesprochen neugierig, weshalb Sie sie beim Freilauf besser nicht unbeobachtet umhertollen lassen. Chinchillas haben zwar eine enorme Sprungkraft, doch leider überschätzen sie sich oftmals selbst. Beseitigen Sie daher sämtliche Gefahrenquellen und stellen Sie sicher, dass Ihre Chinchillas nicht aus großer Höhe herabspringen können. Des Weiteren gilt: Chinchillas sind sehr reinliche Tiere. Es ist daher erforderlich, den Käfig penibel sauber zu halten und vor allem Ecken, die von den Nagern als Toilette benutzt werden, täglich zu reinigen. Bevor Sie sich Chinchillas kaufen, überlegen Sie also, ob Sie jeden Tag genug Zeit für die Säuberung des Geheges aufbringen können.

Das Chinchilla-Gehege

Aufgrund ihres großen Bewegungsdrangs benötigen Chinchillas sehr viel Platz. Als Faustregel gilt: Pro Chinchilla sollte das Gehege eine Grundfläche von mindestens 1,5 m x 1,5 m aufweisen. Die ideale Höhe beträgt mindestens 80 Zentimeter. Je größer das Zuhause Ihrer Chinchillas ist und je abwechslungsreicher Sie dieses gestalten, umso sicherer können Sie sein, dass sich die Tiere rundherum wohlfühlen. Wer Chinchillas kaufen möchte, sollte also zunächst nach einem geeigneten, ausreichend großen Standort für das Gehege Ausschau halten. Sorgen Sie für attraktive Versteckmöglichkeiten und richten Sie mehrere Ebenen ein, um den Tieren noch mehr Freiraum zu bieten. Neben einer Heuraufe und einer Wassertränke ist eine Schüssel mit Sand unerlässlich. Denn: Chinchillas lieben es, im Sand zu baden und sich auf diese Weise sauber zu halten. Doch auch dann, wenn Sie Ihren Chinchillas ein großes Gehege zur Verfügung stellen, benötigen die Tiere zusätzlich Auslauf in der Wohnung, und zwar täglich. Vor jedem Ausflug sollten Sie das Zimmer jedoch entsprechend vorbereiten – also beispielsweise giftige Pflanzen entfernen und Stromkabel sichern.

Die artgerechte Ernährung des Chinchillas

Chinchillas haben einen sehr empfindlichen Verdauungstrakt, weshalb sich die Ernährung ein wenig anspruchsvoll gestaltet. Mit Alleinfuttermittel aus dem Zoofachhandel machen Sie grundsätzlich nichts falsch – dennoch ist es ratsam, den Nagern hin und wieder eine Leckerei anzubieten, so zum Beispiel ein Stück Apfel oder Banane oder eine Knabberstange. Heu sollte den Chinchillas ständig zur Verfügung stehen. Damit die Tiere ihre Zähne auf natürliche Weise abschleifen, können Sie zusätzlich einige Äste von ungespritzten Bäumen in den Käfig legen. Mit Getreideprodukten sollten Sie hingegen vorsichtig sein: Den Chinchillas fehlen die zur Getreideverwertung notwendigen Enzyme, sodass es zu Verdauungsproblemen kommen kann.

Chinchillas kaufen: Eignung als Haustier

Chinchillas sind vorrangig Beobachtungstiere, die nicht immer handzahm werden. Da sie nicht gern auf den Arm genommen werden, sind sie zudem keine Kuscheltiere und nur sehr bedingt für Kinder geeignet – zumal es sich um nachtaktive Tiere handelt, die tagsüber Ruhe brauchen. Berufstätige, die gerne ein Haustier hätten und nach einem langen Arbeitstag Zeit und Lust haben, sich mit den Nagern zu beschäftigen, treffen mit dieser Tierart jedoch die richtige Wahl und können sich bedenkenlos Chinchillas kaufen. Da Chinchillas bei guter Pflege rund 20 Jahre alt werden können, sollten Sie die Anschaffung jedoch sorgfältig abwägen. Bedenken Sie außerdem, dass niemals ein Tier alleine gehalten werden darf. Am besten setzen Sie zwei gleichgeschlechtliche Tiere in ein Gehege.

Chinchillas und Kinder

Chinchillas eignen sich nur dann für Familien, wenn die Kinder mindestens zwölf Jahre alt sind. Keinesfalls sollten Sie Chinchillas ausschließlich auf Wunsch der Sprösslinge anschaffen und die Tiere vollständig in die Obhut Ihres Nachwuchses geben. Da Chinchillas erst abends so richtig aktiv werden, ist das Kinderzimmer zudem ein denkbar ungeeigneter Standort für das Chinchilla-Gehege.

Chinchillas und andere Tiere

Der gemeinsame Auslauf mit anderen Nagern wie Meerschweinchen und Hasen stellt in der Regel kein Problem dar. Die Tiere sollten jedoch nicht gemeinsam in einem Gehege gehalten werden. Des Weiteren gilt: In Gegenwart von Hunden und Katzen fühlen sich Chinchillas eher unwohl, und auch Vogelgezwitscher ist ihnen sehr unangenehm. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Tiere in freier Natur häufig von Vögeln angegriffen werden.

Pflege und typische Krankheiten

Wie bei allen Haustieren, so ist auch bei Chinchillas eine regelmäßige Gesundheitskontrolle wichtig. Viele Krankheiten lassen sich durch eine sorgfältige Beobachtung frühzeitig erkennen. Zu weiche oder zu feste Kotbällchen oder ein verändertes Trink- und Fressverhalten deuten darauf hin, dass es dem Tier nicht gut geht. Suchen Sie in diesem Fall besser einen Tierarzt auf. Außerdem ist es empfehlenswert, die Chinchillas regelmäßig zu wiegen. Nimmt Ihr Chinchilla zu, stellen Sie die Ernährung um und sorgen Sie für mehr Auslauf. Eine unerklärliche Gewichtsabnahme kann hingegen ein Hinweis auf eine Erkrankung sein.

Chinchillas leiden zudem unter einigen arttypischen Krankheiten. So führt eine unregelmäßige Fütterung häufig zu Krämpfen. Auch ein Mangel an Vitaminen und/oder Kalk kommt in diesem Fall als Ursache in Betracht. Sollte Ihr Chinchilla einen Krampf erleiden, nehmen Sie das Tier aus dem Gehege und halten sie es mithilfe einer Decke oder Rotlichtlampe warm. Leider sind auch Zahnfehlstellungen beim Chinchilla nicht selten. Sie werden von Generation zu Generation vererbt und müssen tierärztlich korrigiert werden.

Unter Parasiten wie Flöhen, Haarlingen und Läusen leiden Chinchillas aufgrund ihrer sehr dichten Fellbeschaffenheit so gut wie gar nicht. Auch Parasiten in Magen und Darm sind bei ausreichender Hygiene nicht zu befürchten. Insbesondere bei Wetterumschwüngen (also im Frühjahr und im Herbst) steigt jedoch das Risiko für einen Pilzbefall. Zeigen sich im Fell kahle oder schuppige Stellen, ist das Tier unruhig und kratzt es sich häufig, suchen Sie unbedingt einen Tierarzt auf. Auch die anderen Gehegebewohner müssen bei einem Pilzbefall vorsorglich behandelt werden.

Weitere Krankheiten und Auffälligkeiten, die bei Chinchillas gehäuft vorkommen, sind: Sehstörungen (meist verursacht durch Vitaminmangel), Fellbeißen (vor allem bei nervösen Tieren) und der sogenannte Ziegenrücken. Bei Letzterem handelt es sich um eine starke Krümmung des Rückens, die in jeder Körperhaltung auftritt und meist durch eine falsche Ernährung verursacht wird. Bei Verdacht auf einen Ziegenrücken ist grundsätzlich der Tierarzt um Rat zu fragen. Wichtig: Nehmen Sie immer mindestens zwei Tiere zum Tierarzt mit. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das einzelne Tier bei seiner Rückkehr aufgrund seines veränderten Geruchs vom Rudel nicht mehr akzeptiert wird.