Hörnchen: putzige Gesellen mit hohen Ansprüchen

Hörnchen sind als Haustiere noch weitgehend unbekannt. Da die Nager hohe Ansprüche an die Haltung stellen, sollte die Anschaffung auch sehr gut überlegt sein. Wenn Sie sich Hörnchen kaufen möchten, erhalten Sie hier wichtige Informationen zur Beschaffenheit des Geheges sowie zu Beschäftigungsmöglichkeiten und Ernährung des Hörnchens.

Hörnchenarten im Überblick

Das asiatische Streifenhörnchen ist die bekannteste Hörnchenart. Die Tiere stammen ursprünglich aus den nördlichen Gebieten Asiens und Europas und sind entweder weiß, natur- oder zimtfarben. Auf dem Rücken weisen sie immer schwarz-braune Streifen auf. Sie erreichen ohne Schwanz eine Länge von 13 bis 17 Zentimetern und werden zwischen 70 und 140 Gramm schwer. Im Gegensatz zu den anderen Hörnchenarten ist das asiatische Streifenhörnchen ein Einzelgänger. Seine Lebenserwartung liegt bei etwa sieben Jahren. Die Nager halten Winterschlaf, was bei der Haltung unbedingt berücksichtigt werden muss.

Ganz anders das chinesische Baumstreifenhörnchen: Es hält keinen Winterschlaf und darf auch nicht alleine gehalten werden. Das Baumstreifenhörnchen stammt aus der Mongolei, China, Japan und Vietnam und wird etwa zehn bis 16 Zentimeter groß (ohne Schwanz). Sein Gewicht liegt bei 40 bis 85 Gramm.

Das Sibirische Eichhörnchen ist mit einem Gewicht von 300 bis 500 Gramm deutlich größer als seine Verwandten. Die Tiere werden bis zu zwölf Jahre alt und sind tagaktiv. Ein besonderes Merkmal des Sibirischen Eichhörnchens ist die Fellfärbung, die sich je nach Jahreszeit verändert. So erscheint das Fell im Winter silbergrau, im Sommer ist es braun. Im Gegensatz zu den anderen Hörnchenarten kann das Sibirische Eichhörnchen sehr zahm werden. Auch hier sind jedoch viel Zeit und Geduld erforderlich.

Anforderungen an die Haltung

Wenn Sie ein Hörnchen kaufen, sollten Sie stets bedenken: Es handelt sich grundsätzlich um sehr agile, neugierige Energiebündel, die viel Platz benötigen. Der Käfig muss vor allem über eine ausreichende Höhe verfügen, denn die Hörnchen sind begeisterte Kletterer. Zwei Käfigseiten sollten geschlossen sein, damit die Tiere sich in ihrer Behausung sicher fühlen. Richten Sie den Käfig möglichst abwechslungsreich ein, beispielsweise mit Brettern, Ästen, Seilen, Röhren und Hängematten. Unverzichtbar ist zudem ein Häuschen, in das sich das Hörnchen bei Bedarf zurückziehen kann. Stellen Sie außerdem Futter- und Trinkgefäße, eine Toilette und einen Salzleckstein bereit. Ein Laufrad hat im Hörnchenkäfig hingegen nichts zu suchen: Die meisten handelsüblichen Laufräder sind viel zu klein für die Tiere, und auch die Verletzungsgefahr ist sehr groß.

Stellen Sie dem Hörnchen ein Erdbad zur Verfügung, denn dieses hilft den Tieren bei der Fellpflege. Geeignet ist beispielsweise ein Tongefäß mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern. Auch eine Katzentoilette kommt als Erdbad infrage, sofern Sie darauf achten, dass es nicht vom Hörnchen angeknabbert wird. Füllen Sie das Gefäß mit kleintiergeeignetem Torf, Chinchilla-Sand oder Kokosfasersubstrat – wahrscheinlich müssen Sie ein wenig experimentieren, denn jedes Hörnchen hat andere Vorlieben. Bei der Verwendung von Kokosfasern ist es jedoch ratsam, das Substrat in den ersten Tagen täglich umzurühren, damit sich kein Schimmel bildet.

Wenn Sie vorhaben, sich ein Hörnchen zu kaufen, überlegen Sie vorab, ob ein geeigneter Standort für den Käfig vorhanden ist. Dieser muss zugfrei und ausreichend hell sein. Ein Standort in praller Sonne ist jedoch nicht geeignet. Stattdessen muss das Hörnchen jederzeit die Möglichkeit haben, sich an einen schattigen Platz zurückziehen. Außerdem sollte der Hörnchenkäfig nicht in der Nähe des Fernsehers oder der Stereoanlage stehen, denn die Tiere sind sehr lärmempfindlich.

Tipps für den Auslauf

Auch dann, wenn der Hörnchenkäfig ausreichend groß ist, sollten Sie den Tieren regelmäßig Auslauf gönnen. Nach einer Eingewöhnungszeit von vier bis acht Wochen können Sie den Käfig öffnen und versuchen, das Hörnchen herauszulocken. Drängen Sie das Tier jedoch nicht und scheuchen Sie es keinesfalls aus seiner gewohnten Umgebung heraus! Beim ersten Auslauf verlässt das Hörnchen den Käfig in der Regel nur sehr kurz, um die ausgelegten Leckereien einzusammeln. Anschließend verkriecht es sich zunächst wieder in seinem Häuschen. Hörnchen, die Vertrauen gefasst haben, kommen mitunter auch zu ihrem Besitzer, stupsen ihn an oder spielen sogar mit kleinen, leichten Bällen. Grundsätzlich sehen Hörnchen ihre Halter jedoch nur als Futterspender an, das heißt eine Beziehung bauen sie nicht zu ihm auf.

Während des Auslaufs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Hörnchen sinnvoll zu beschäftigen. Verstecken Sie zum Beispiel Nüsse in einer leeren Toilettenpapierrolle und verstopfen Sie die Enden mit Papier. Auch ein leerer, mit Löchern versehener Eierkarton bietet sich als Futterversteck an. Alternativ können Sie Nüsse und Leckereien locker auf dem Boden verstreuen. Das Hörnchen sammelt das Futter ein und trägt es in sein Häuschen.

So wichtig Freilauf für das Hörnchen ist: Kehren Sie stets ausreichende Sicherheitsvorkehrungen. Hörnchen sind sehr klein und quetschen sich mit Vorliebe in Löcher und Ritzen. Außerdem sollte das Tier immer freiwillig in den Käfig zurückkehren. Keinesfalls dürfen sie es fangen oder gar jagen! Bieten Sie dem Hörnchen stattdessen viele Nüsse an. Der kleine Kerl wird versuchen, diese in seinen Backen zu bunkern. Sind die Backen voll, trägt er das Futter in seinen Käfig. Sie können auch versuchen, das Hörnchen mit einer Nuss auf Ihre Hand zu locken. Tragen Sie das Tier dann zum Käfig (ohne Festhalten!) und lassen Sie die Nuss erst dort los.

Die Ernährung des Hörnchens

Hörnchen haben einen sehr vielfältigen Speiseplan, der neben Körnern, Nüssen und Samen auch Gemüse und tierische Kost umfasst. Bevor Sie Hörnchen kaufen, informieren Sie sich umgehend über die artgerechte Ernährung der Tiere, denn falsches Futter führt zu Haarausfall und macht die Hörnchen anfällig für Krankheiten. Das Hauptfutter besteht aus Haferflocken, Sonnenblumenkernen, Hanfkernen, Weizen, Hirse und natürlich aus Nüssen. Obst füttern Sie am besten direkt aus der Hand: Erhält das Hörnchen größere Mengen Obst, bunkert es dieses in seinem Bau, wo es zu schimmeln und zu gären beginnt. Die regelmäßige Kontrolle des Häuschens auf verderbliche Lebensmittel ist aus diesem Grunde Pflicht. Außerdem gilt: Hörnchen sind keine Vegetarier. Füttern Sie Ihre Haustiere daher mit drei bis vier Mehlwürmern pro Tag. Einmal pro Woche dürfen Heuschrecken oder Grillen auf dem Speisezettel stehen.

Für wen geeignet?

Hörnchen sind reine Beobachtungstiere, die den Menschen lediglich als Futterspender sehen. Sie eignen sich ausschließlich für Menschen, die bereit sind, den Tieren ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen. Beantworten Sie sich ehrlich die Frage, ob Sie in der Lage sind, ein Hörnchen über mehrere Jahre hinweg artgerecht zu halten. Falls ja, steht einem harmonischen Zusammenleben mit Hörnchen nichts im Wege.

Hörnchen kaufen: das sollten Sie beachten

Wenn Sie sich ein Hörnchen kaufen möchten, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Durchforsten Sie Anzeigen in Onlineportalen und Zeitschriften nach Angeboten oder fragen Sie in Hörnchen-Foren nach empfehlenswerten Züchtern. Mitunter kann Ihnen auch das Zoogeschäft vor Ort behilflich sein, ein Hörnchen zu kaufen. Für welche Vorgehensweise Sie sich auch entscheiden: Überprüfen Sie unbedingt die Haltungsbedingungen der Hörnchen. Wurden die Tiere in einem zu engen Gehege gehalten, kann es sein, dass sie Verhaltensstörungen entwickelt haben. Sie zeigen dann beispielsweise immer wieder den gleichen Bewegungsablauf, drehen sich im Kreis oder kratzen sich ununterbrochen. Selbst dann, wenn die Tiere nach der Anschaffung in ein ausreichend großes Gehege kommen, legen Sie diese Verhaltensauffälligkeiten in der Regel nie wieder ab. Überprüfen Sie außerdem, ob das Tier einen gesunden Eindruck macht. Das Fell ist in diesem Fall glatt und glänzend, die Augen sind klar. Trübe Augen und verfilzte oder verklebte Stellen an den Augen, der Nase oder im Afterbereich deuten hingegen darauf hin, dass es sich um ein erkranktes Tier handelt.